Fairphone 2 im Dauer-Test – unsere Erfahrungen nach einem Jahr

Fairphone 2 Test
Foto:Fairphone unter CC-BY-NC-SA 2.0; utopia

Das Fairphone 2 ist ziemlich schwer und klotzig. Wir finden es im Test und nach über einem Jahr praktischer Erfahrungen trotzdem besser als Apple iPhone und Samsung Galaxy und sagen dir auch, warum.

Die farbigen Rückteile für das Fairphone 2
Einige farbige Rückteile für das Fairphone 2 (Foto: Utopia.de/A.Winterer)

Wir hatten und haben das Gerät nun über 1 Jahr lang im Einsatz und berichten dir in diesem Test von unseren Erfahrungen.

[UPDATE] Du suchst eigentlich Infos zur neuen Kamera? Lies dazu Neue, bessere Kamera fürs Fairphone 2.

Der Lieferumfang ist simpel: Fairphone (international) und andere (Details im Beitrag Fairphone kaufen & bestellen) schicken das Smartphone normalerweise ohne Zubehör, Kopfhörer, Kabel oder Netzteil. Wir finden das konsequent, denn wenn man ehrlich zu sich ist, hat das jeder bereits mehrfach vorliegen.

Beim Rückteil hat der Kunde beim Bestellen die Wahl zwischen verschiedenen Farbtönen, zum Beispiel ein etwas billig wirkendes, leuchtendes Blau oder auch ein edleres, transparentes Blau (finden wir im Test am besten) oder natürlich Schwarz, aber auch grau-transparent und völlig transparent. Seit Anfang 2017 gibts auch neue Slim-Back-Cover in frischen Farben.

Für eilige Leser: das Fairphone 2 in Bildern

Fairphone 2 im Dauer-Test

Das Einsetzen von SIM- und Speicherkarten ist dank Anleitung kein Problem, das Fairphone 2 dann zusammen zu setzen schon eher. Der Kunststoffrahmen dient bei diesem Smartphone als „Bumper“-Schutzhülle und legt sich daher wie eine Art Gummidichtung um das Display, was aber erst nach etwas zerren und zupfen einwandfrei gelingt.

Im Test: Das Fairphone 2 steckt ab Werk in einem "Bumper", braucht also kein externe Schutzhülle.
Das Fairphone 2 steckt ab Werk in einem „Bumper“, braucht also keine externe Schutzhülle. (Foto: Utopia.de/A.Winterer)

Am Ende liegt das Fairphone 2 mit Abmessungen von 143 x 73 x 11 und 168 Gramm ziemlich wuchtig in der Hand. Das Display fällt mit 5 Zoll groß aus und bietet bei einer Auflösung von 1920×1080 Pixel mehr als viele Einstiegs- und Mittelklasse-Smartphones, selbst mehr als das iPhone 6. Der Touchscreen reagierte bei unserem Gerät butterweich, nur die Knöpfe auf der Gehäuseaußenseite haben aufgrund der Bauweise keinen besonders angenehmen Druckpunkt.

Auffallende Macke ist bei unserem Gerät im Test ein Flimmern des Displays bei gering eingestellter Helligkeit; allerdings ist hier wohl nicht das Display das Problem, sondern der Helligkeitssensor; es hilft, über „Einstellungen / Display“ die Option „Adaptive Helligkeit“ abzuschalten und zugleich nicht die geringste Helligkeitseinstellung zu wählen. Kleinere Probleme im Test: Die Stereo-Zuweisung beim Kopfhörer ist vertauscht und das Starten des Handys dauert ewig.

Ausstattung des zweiten Fairphone

Die Kamera knipste ursprünglich mit 8 MPixeln (1/3,2-Zoll-Sensor mit f2.2), das ist heute im Vergleich nicht mehr viel, aber völlig ok. Die Qualität geht gerade noch in Ordnung, die Bilder zeigen auch noch Details, sind letztlich aber eine der Schwächen des Gerätes. Die Frontkamera löst nur mit 2 MPixel auf, für Selfie-Fans ist das nur ausreichend. Einer der drei seitlichen Knöpfe ist mit der Kamera-Funktion verbunden und hierfür auch sinnvoll platziert.

Bei der Kamera erschient September 2017 ein besseres Kameramodul mit 12 MPixel und größerem Sensor – lies dazu: neue, bessere Kamera, Android 6 für das FP2.

Fairphone 2 mit verschiedenen anderen Covern
Fairphone 2 mit verschiedenen anderen Covern (Foto © Fairphone unter CC BY-SA )

Als Prozessor wählte das niederländische Unternehmen diesmal einen Snapdragon 801 mit vier Kernen, der mit 2,26 GHz betrieben wird. Das ist ein gehobenes Chip-System, wie es zum Beispiel auch im Samsung Galaxy S5 verwendet wurde. Es sorgt für einige der besseren Features im Fairphone 2, neben Radioempfang, höherer Auflösung, besserer Spiele-Performance auch 4G-Datenverbindungen (LTE) und WiFi-Verbindungen mit IEEE 802.11 b/g/n/ac (also auch mit 5-GHz-Funknetzen) und Bluetooth 4.0 LE.

Handystrahlung? Beim FP2 schwer in Ordnung: Den SAR-Wert gibt das Fairphone mit 0,288 / 0,426 W/Kg (Kopf/Körper) an; zum Vergleich: das iPhone 6 liegt in seinen Modellen zwischen 0,91 und 0,97, das iPhone 7 strahlt noch mehr. Hier eine Bildstrecke mit Strahlung und SAR-Wert aktueller Top-Handys:

Das Fairphone 2 kann zwei Micro-SIM-Karten (1,2) und eine Micro-SD-Speicherkarte aufnehmen
Platz für zwei Micro-SIM-Karten eine Micro-SD-Speicherkarte (Foto © Fairphone unter CC BY-SA )

Mit 2 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Speicher ist das Fairphone 2 vergleichsweise üppig ausgestattet, im Test ging uns nie der Speicher aus. Das Mehr an Speicher erhöht zwar den Preis, dient aber der Langlebigkeit, weil Speicherknappheit zuweilen als Argument für ein neues Gerät herhalten muss. Die Speichereinteilung zeigt keine Probleme, auch mit vielen installierten Apps kann man noch arbeiten. Mehr Speicher kann man in Form von SDHC-Karten ausrüsten.

Der Akku ist wechselbar und hat eine Kapazität von 2420 mAh. Das ist auf dem Papier nicht wenig, in der Praxis reicht es aber nur knapp 2 Tage, sofern man nicht die üblichen Energieschlucker (WLAN, Standort, Facebook/Whatsapp/etc.) deaktiviert. Der Akku darf als eine der Schwächen des FP2 gelten.

Android 6 und Fairphone Onion

Fairphone Update
Fairphone Update (Screenshot: Fairphone OS)

Als Betriebssystem setzt das Smartphone auf eine leicht modifizierte Version (ursprünglich „Fairphone Onion 1.0“, seit April „Fairphone OS“) von Android 6 Marshmellow (ursprünglich Android 5.x). Das ist nicht ganz aktuell, aber marktüblich.

Fairphone versprach ein regelmässiges Fairphone Update für Android, seit April 2016 sind wie versprochen monatliche Updates erschienen, die wir im Test stets alle installiert haben und damit nie Probleme hatten.

Ein kostenloses größeres Update (vom ursprünglichen Android 5 Lollipop) auf Android 6 Marshmallow kam im April 2017 und ging bei uns problemlos über die Bühne.

An der Wahl des Betriebssystems gibt es auch Kritik, denn das „Stock-Android“ ist inzwischen stark mit Google verknüpft und alles andere als „frei“. Leicht zu rooten ist es aber nicht, inzwischen gibt es aber hier Hilfe auf Englisch. Fairphone denkt laut darüber nach, alternative und freiere Betriebssysteme wie Sailfish OS oder Ubuntu OS für das Fairphone zu portieren; Ubuntu für FP2 gibt es bereits auf ubports.com (englisch) (Firefox OS wird hingegen nicht mehr weiterentwickelt). Noch ist das teils Zukunftsmusik, es hängt auch davon ab, ob die Community genügend Interesse entwickelt.

Das Fairphone 2 kann man ohne Google-Zugangsdaten in Betrieb nehmen, doch das ergibt wenig Sinn, weil vor allem Google-Apps vorinstalliert sind und sich diese auch nicht entfernen lassen. Interessante App-Extras sind der Datei-Manager Amaze und die App der Reparatur-Community iFixit. Auch informiert das FP2 regelmäßig über mögliche Privatsphäre-Probleme der genutzten Apps, allerdings ohne Möglichkeit, das im Nachhinein zu bearbeiten. Unser Rat: Zur Kenntnis nehmen, aber nichts sperren (lieber deinstallieren), sonst gibt es Probleme. Ein modifizierter App-Launcher wird sichtbar, wenn man von der Seite ins Display wischt. Unentbehrlich ist er nicht.

Das Fairphone 2 kann zwei SIM-Karten parallel bedienen, beide müssen als Micro-SIMs vorliegen. Dann aber kann man problemlos zum Beispiel der einen SIM-Karte Datendienste, der anderen SIM-Karte Telefondienste zuweisen. Störend fällt auf, dass die Benachrichtigungszeile rechts oben eine nicht eingelegte zweite SIM-Karte stets als fehlend anzeigt (durchgestrichenes Icon).

Fairness beim Fairphone 2

Das erste Fairphone ging 2013 an den Start. Im Rückblick muss man konstatieren, dass es nicht „das faire Smartphone“ war, das die Community erhofft hatte. Eine bittere Kritik zum ersten Gerät ist hier nachlesbar. Doch das allein Fairphone anzukreiden ist falsch: Alle sonstige Smartphones werden derart ohne jeden Gedanken an ethische und ökologische Produktion hergestellt, dass die etablierten Lieferstrukturen sich kaum dazu bewegen lassen, es anders zu machen. Vergleichsweise geringe Stückzahlen von einigen Zehntausend fairen Geräten in einem Markt von Milliarden unfairen Handys änderten daran wenig. Als Leistung des ersten Fairphones bleibt, das Thema ethischer Elektronikproduktion bekannter gemacht zu haben.

Wolfram-Abbau in Ruanda
Wolfram-Abbau in Ruanda (Foto: Fairphone (CC BY-NC-SA.)

Das zweite Fairphone ist im Vergleich beispielhaft darin, seine Produktion transparent zu machen. Das beginnt bei einer Aufstellung der Kosten (PDF, Blog) und endet nicht bei der Aufstellung der Zulieferer für das Fairphone 2 und der mit der Smartphone-Herstellung einhergehenden Probleme etwa bei Rohstoffen wie Zinn und Tantal, seit Anfang 2016 auch Gold (erhofft bald auch Wolfram), oder bei der Produktion.

So kommt der Preis zustande
So kommt der Preis zustande (© Fairphone unter CC BY-SA )

Perfekt ist das alles aber nicht. „Auch das Fairphone 2 hat noch Einiges zu bewältigen, bis es ein wirklich faires Gerät ist“, so Johanna Sydow, Referentin für Ressourcenpolitik und IT-Branche bei germanwatch.org, „aber es gibt derzeit nichts, was besser wäre“. Auch das Fairphone 2 ist eben nur etwas fairer, etwas umweltfreundlicher. „Man kann aber sehen, dass das Unternehmen seine Bemühungen wirklich ernst meint, auch gab es Verbesserungen vom ersten zum zweiten Modell“, so Sydow. Veränderungen in der Branche bräuchten Zeit und somit könne es derzeit noch nicht viel bewegen, aber „es bringt auf jeden Fall eine Bewusstseinsveränderung mit sich“. Ein ausführliches und lesenswertes Hintergrundpapier zum Fairphone 2 findest Du auf germanwatch.org (PDF).

Der modulare Aufbau des Fairphone

Das Fairphone 2 wagt ein neues, modulares Design: Das Gerät lässt sich ohne große Fachkenntnisse in (mit Rückschale und Akku) 7 Bauteile und 9 Schrauben zerlegen. Defekte Module lassen sich austauschen, im Shop erhält man derzeit die Ersatzteile Akku (ca. 20 Euro) und Display (ca,. 90 Euro). Aktuell ist auch eine neue, bessere Kamera für das Fairphone 2 zu haben.

Die Reparaturcommunity iFixIt hat die Reparierbarkeit des Fairphone mit 10 von 10 Punkten bewertet. Auch wir haben es ausprobiert und im Dauer-Test eigene Erfahrungen gesammelt: Das Display, häufigstes Bauteil mit Defekt, lässt sich ohne Werkzeug austauschen. Will man das Gerät wirklich in alle Einzelteile zerlegen, benötigt man einen Uhrmacher-Schraubenzieher, etwas handwerkliches Geschick – und den Mut, sein 500-Euro-Gerät tatsächlich auseinander zu nehmen. Sollte man nur machen, wenn es nötig ist, auch wenn es in unserem Fall einwandfrei klappte und das Fairphone 2 nach dem Zusammenbau wieder funktionierte. In einer Bilderstrecke zeigen wir, wie man das Fairphone 2 zerlegt:

Vergleich: Fairphone 2 vs. Shift 5.1

Shiftphones Shift 5 faires Smartphone
Wettbewerber: Shiftphones Shift (Foto: Shiftphones)

Das Fairphone 2 kostet 530 Euro, das Shiftphones Shift 5.1 im Vergleich 244 Euro. Wir hatten beide im Test und auch beide im dauerhaften Einsatz. Die Unterschiede sind technischer, äußerlicher und ideologischer Natur:

  • Das Fairphone 2 ist das technisch überlegene Gerät, mit mehr Speicher, schnellerem Prozessor, besserem Display; der modulare Aufbau ist wegweisend, macht es aber auch etwas klotzig. Im Test erwies sich das Fairphone 2 bei uns als stabiler und mit weniger Problemen behaftet als das Shift Phone.
  • Das Shift 5.1 ist allerdings das optisch und haptisch deutlich gelungenere Gerät, das besser in der Hand liegt und leichter ist.
  • Fairphone 2 ist weiter darin und hat mehr Erfahrungen, die Lieferketten seines Produktes im Sinne der Fairness unter Kontrolle zu bekommen und dies auch glaubwürdig zu kommunizieren. Shiftphones gelingt dies noch nicht so gut, doch es ist personell von hohem individuellen Engagement getrieben und setzt auf die Hilfe einer Community, um neue Geräte zu finanzieren und Hilfestellungen zu geben.
  • Gleiches gilt für die Recycelbarkeit. Fairphone hatte hierzu auf der MWC 2017 eine Studie (PDF) vorgelegt. Bei der kommt keineswegs heraus, dass die Modularität ausnahmslos punktet, sie wirft vielmehr viele weitere Fragen auf und zeigt auch, dass sich diese Branche dem Thema bislang noch kaum gewidmet hat – auch hier ist Fairphone Vorreiter.

Wie also entscheiden? Wenn man die Geräte nicht einfach gegeneinander ausspielen möchte, weil ja beide erhofft der besseren Sache dienen, dann sollte man nach seinen Möglichkeiten agieren. Wer sich’s leisten kann, nimmt das Fairphone 2, Menschen mit knapperem Budget sollten wenigstens zum Shift 5.1 greifen statt zu irgendeinem Noname.

Weiterhin bleibt ein Gebraucht-Handy die beste Wahl in Sachen Nachhaltigkeit. Allein für das Gold eines einzigen Smartphones werden nach Schätzungen etwa 100 Kilogramm Abraum bewegt – jedes Smartphone, das gar nicht erst gebaut wird, ist das beste.

Warum es im Test besser gefällt als Apple iPhone und Samsung Galaxy

Einen Test, der das FP2 rein technisch mit anderen Geräten vergleicht, halten wir nicht für sinnvoll. Uns gefällt das Fairphone 2 natürlich vor allem wegen der Nachhaltigkeit: Apple, Samsung und die anderen Hersteller kümmern sich nach wie vor so gut wir gar nicht um Umweltschutz und Fairness.

Das spiegelt sich zum Beispiel im Rank-A-Brand-Ranking Elektronik, wo das Fairphone ein „B“ erhält, Apple nur ein „C“ und Samsung gar nur ein „D“. Der Misstand ist umso größer, als gerade die großen Elektronik-Unternehmen Geld und Macht hätten, die Elektronikbranche fairer zu machen, wie es etwa MakeITFair forderte. Apple positioniert sich gar als Luxusmarke und schert sich nicht um den Ruf eines Sklaventreibers.

Würde man das Fairphone 2 an den Standards des (teuer zu bezahlenden) Elektronik-Siegels TCO messen, würde es laut einer Studie (Südwind, CIR, SOMO) 20 von 34 Kriterien erfüllen (das einzige jemals TCO-zertifizierte Smartphone Samsung Galaxy S4 erfüllt demnach nur 7 davon über industrieüblichen Standards).

Aber es gibt noch weitere Gründe:

  • Ob Apple iPhone 6 oder Samsung Galaxy S6: Beide haben fest verbaute Akkus. Wird der schwach, ist das Gerät ein Fall für die Reparatur. Explodiert er gar, wie bei Samsung, müssen Millionen von Geräten zurückgerufen werden. Beim Fairphone 2 reicht es, für etwa 20 Euro einen Ersatzakku zu erwerben und das Gerät ist wie neu.
  • Apple- und Samsung-Geräte lassen sich nur schwer reparieren. Egal, was kaputt geht: Ohne teure Reparaturdienste geht wenig. Das Fairphone 2 hingegen läßt sich tatsächlich in vielen Fällen reparieren, ein Displaywechsel ist sogar ohne Werkzeug möglich.
  • Du hast viele MP3s und willst diese auch hören? Weder Apple iPhone noch das aktuelle Samsung Galaxy S6 erlauben es, den Speicher zu erweitern. Beim Fairphone 2 geht das ganz einfach mit einer MicroSD-Karte (64 GByte kosten etwa 20 Euro).
  • Apple und Samsung belästigen ihre Benutzer mit vorinstallierten und auch nicht entfernbaren Apps, die keiner braucht und die nur Platz verschwenden. Beim Fairphone 2 sind es wirklich nur die Google-Apps, Amaze und iFixIt, wobei man letztere als Teil des Konzepts verstehen kann. Der Rest vom Speicherplatz ist wirklich deiner. Das gefällt uns.
  • Ja, die „Bumper“-Schutzhülle macht das FP2 dick und läßt es auch ein bisschen retro wirken. Aber: Dafür brauchst Du keine zusätzliche Hülle aus verdächtig riechendem Plastik. Und: Inzwischen gibt es 4 neue, bunte, schlankere Back Covers, lies dazu: Back Cover für das Fairphone in 4 neuen Farben.

Und nicht zuletzt: Apple und Samsung bringen ständig neue Modelle heraus, die uns dazu bringen sollen, auch diese zu kaufen. Das Fairphone 2 ist so gemacht, dass es uns länger glücklich macht.

Hi-P in Suhou, China, produziert das Fairphone 2.
Hi-P in Suhou, China, produziert das Fairphone 2. (Foto © Fairphone unter CC BY-SA )

Fazit: das Fairphone 2 ist teuer, aber sinnvoll

Unserer Erfahrung nach ist das Fairphone 2 nicht das ideale Smartphone. Das Wagnis, ein modulares und besser reparierbares Handy zu bauen, bezahlt Fairphone mit dem Preis, ein ziemlich klotziges und schweres Gerät entwickelt zu haben. Im Test erweist es sich als dick, nicht besonders schön und es liegt auch nicht gut in der Hand. Diese Kröte muss man schlucken. Technisch bekommt man dafür dann ein zeitgemäß gut bis sehr gut ausgestattetes Smartphone mit passabler Kamera und viel Platz sowie der Gewissheit, mit dem Kauf einen Beitrag für eine ethischere Entwicklung der Elektronikbranche geleistet zu haben. Es ist ein Statement-Telefon.

Das durch den Namen gegebene „faire“ Element, das für Medien (auch für uns) wichtig ist, scheint in der Kommunikation etwas in den Hintergrund getreten zu sein zugunsten der Langlebigkeit, deren Versprechen auf dem modularen Aufbau und der Reparierbarkeit beruht. Betrachtet man, wie Fairphone sich selbst auf seiner Website und auf dem Handy darstellt, so ist das Smartphone für das Unternehmen aber nur ein Schritt – auf dem richtigen Weg hin zu einer generell nachhaltigeren Herstellung von Elektronik-Produkten.

Dauertest: Über 1 Jahr Erfahrungen mit dem Fairphone 2

[UPDATE, September 2017] Die Erfahrungen, die wir in nunmehr fast zwei Jahren mit dem Fairphone 2 gemacht haben, sind positiv.

Positive Erfahrungen:

  • Das Fairphone 2 ist schnell und zuverlässig. Ja, es zeigte im Dauer-Test durchaus auch mal Mucken; aber nicht schlimmer als andere Android-Smartphones auch. Selbst namhafte Hersteller bringen ja mal explodierende Handys auf den Markt …
  • Fairphone-OS-Updates kommen monatlich und haben zu einer Verbesserung des fairen Handys geführt. Das Android-6-Update war kein Problem.
  • Das Fairphone 2 wurde inzwischen mit dem Umweltsiegel Blauer Engel ausgezeichnet und erhielt den Deutschen Umweltpreis 2016.
  • Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Fraunhofer-Institut IZM veröffentlichten im Auftrag der Telekom Deutschland gemeinsam eine Studie zur Nachhaltigkeit des neuen Fairphone 2. Ergebnis: Das Fairphone ist einzigartig nachhaltig, der modulare Aufbau bahnbrechend.
  • Immer mehr Anbieter verkaufen es, auch mit Vertrag ist es zu haben, siehe Fairphone 2 bestellen.
  • Wer will, kann eine Google-freie Version installieren. (Infos hier. Haben wir nicht ausprobiert.)
Fairphone 2: Kamera nur mau

Negative Erfahrungen:

  • Der Akku ist deutlich zu schwach auf der Brust. Für einen Tag reicht es, aber eben selten mehr. Es hilft (sehr gut sogar), den Energiesparmodus zu benutzen (was aber einige Nachteile hat) oder (etwa für Geschäftsreisende) im Fairphone-Shop einen Zusatzakku zu erwerben.
  • Die ursprüngliche Cam hätte man sich besser wünschen gewünscht. Inzwischen ist aber eine neue, bessere Fairphone-2-Kamera zu haben. Wie gut sie ist, muß sich aber noch zeigen. Wir haben bestellt und werden berichten.

Beachtet bitte auch die Bilderstrecken: Das Fairphone 2 in Bildern und So zerlegt man das Fairphone 2.

Fairphone 3

Wann kommt das Fairphone 3? Diese Frage stellen sich im Internet bereits einige, doch als seriöse Antwort gibt es derzeit nur eine: Es wäre Unsinn, sich auch beim diesem Gerät auf ständige Produktneuerungen einzustellen, denn das würde Zielen wie der angestrebten Langlebigkeit von Geräten widersprechen.

Auf der anderen Seite dreht sich das Rad technischer Entwicklungen weiter, Kunden wünschen sich bestimmte Funktionen und das Modell 2 hat eben auch einige Schwächen. Wenn Fairphone als eine Bewegung für fairere Elektronik erfolgreich sein will, müssen auch die Geräte erfolgreich sein – und dazu gehört auch Fairphone 3.

Wir rechnen frühestens 2018 mit einem Fairphone 3. Details im Beitrag Wann kommt das Fairphone 3?

Fairphone kaufen:

Ohne Vertrag:

Mit Vertrag:

Welche Erfahrungen habt ihr mit eurem Fairphone 1 oder 2 gemacht? Berichtet uns in den Kommentaren davon!

Mehr zum Fairphone und zu anderen Themen auf Utopia.de:

Hier noch ein Video von Fairphone:

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(74) Kommentare

  1. Nicht kaufen!!!!!!!!

    Habe es seit einem Jahr, nach einem halben Jahr war der Screen kaputt und ich kann nur noch die Hälfte vom Screen nutzen, was dazu führt, dass ich ewig brauche um Nachrichten zu schreiben. Ich hatte es mir ursprünglich geholt, damit nicht nicht mein komplettes Handy auswechseln muss, wenn mein Akku nicht mehr funktioniert, dass ich im Gegenzug dafür mit einem kaputten Handy herum laufen muss, weil sie nicht mehr liefern können und kein Verständnis dafür haben, dass ich kein Ged und Zeit habe mir ein neues Handy für die Zwischenzeit zu holen, in der Sie prüfen möchten, ob ich den Screen selber kaputt gemacht habe oder es ein Produktionsfehler war, ist einfach nur enttäuschend.

    Ich wünschte mir, ich hätte es mit nie gekauft…

  2. Ich würde es heute nicht mehr kaufen. Nach etwa einem halben Jahr kann ich damit nicht mehr zuverläßig telefonieren und kaum Anrufe empfangen. Es ist sehr zufällig, ob es funtioniert oder nicht und es ist sehr schwierig, jemanden zu finden, der mir dabei helfen kann.

  3. Fairphone war eine gute Idee – ist aber in der Umsetzung komplett gescheitert. Für das Fairphone I gibt es keinerlei Teile oder Support mehr – nicht einmal mehr einen Akku. Das ist alles andere als nachhaltig. Und für das Fairphone 2 warte ich seit 10 (!!) Monaten auf ein neues Display – Ersatzteile sind einfach nicht lieferbar. Was nützt mir da ein modulares Telefon oder die Möglichkeit, auf eine bessere Kamera umzurüsten??? Für mich grenzt das an Betrug – und der Fairphone-Chef hat nicht einmal so viel Rückgrat, seine hoch dotierten Auszeichnungen wieder zurückzugeben, obwohl die Telefone nicht das leisten, wofür sie gerühmt wurden. Tausende Nutzer – zur „Community“ hichgejazzt – haben jetzt oder in naher Zukunft teuer geaufte Schrott-Telefone. Immerhin: Wir haben Fairphne gekauft, weil wir annahmen, sie länger nutzen zu können als herkömmliche Geräte. Alles Illusion. Für mein Samsung gab es immerhin Erstazteile …

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