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9 von 10 Bananen müssen sich unter Wert verkaufen

Fairtrade Bananen
© Fairtrade Österreich / Wasserbauer

Zum Banana Fairday fordert TransFair e.V. mehr Fairtrade-Bananen im Handel. Und du kannst mitmachen, indem du abstimmst, welcher Supermarkt in Deutschland mit gutem Beispiel voran gehen soll.

Billige Bananen machen arm! Der Preisdruck entlang der Lieferkette führt zu schlechter sozialer Absicherung, niedrigen Einkommen und Umweltverschmutzung. Fairtrade schneidet im Vergleich zum konventionellen Anbau besser ab, aber aktuell wird nur jede zehnte Banane in Deutschland mit Fairtrade-Siegel verkauft. Dieses unfaire Verhältnis will TransFair, der Verein zur Förderung des Fairen Handels, ändern.
Jetzt mitmachen!

Fairtrade: 9 von 10 Bananen
Nur eine von zehn Bananen in Deutschland ist fair gehandelt. (© Fairtrade Deutschland)

Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützt Fairtrade dabei, denn viele von ihnen sind durchaus bereit, für faire Bananen teilweise deutlich tiefer in die Tasche zu greifen, wie eine aktuelle Umfrage belegt. Mit der diesjährigen Bananen-Kampagne, die bis zum 28. September bundesweit die Missstände im Bananensektor thematisiert, möchte TransFair ein konkretes Ziel erreichen: führende Supermarktketten in Deutschland zu einer Komplettumstellung auf 100 Prozent Fairtrade-Bananen zu bewegen.

Warenpreise sind nicht die wahren Preise

Der Preis, zu dem konventionelle Bananen im Handel angeboten werden, entspricht in keiner Weise den realen Produktionskosten. Wichtige Faktoren wie existenzsichernde Löhne und Einkommen, Arbeits- und Gesundheitsschutz, der Schutz der Umwelt oder die Folgen des Klimawandels für die Produzenten werden bei der Festsetzung des Bananenpreises nicht berücksichtigt. Dies hatten im Frühjahr 2018 die Organisationen True Price und Truecost in einer Studie (PDF) belegt. Die niedrigen Preise werden durch einen enormen Preisdruck erzielt, den die Supermärkte auf die gesamte Lieferkette ausüben. Am härtesten wirkt sich dies auf die Produzentenfamilien im Süden aus, deren Einkommen oftmals kaum zum Überleben reicht, geschweige denn einen nachhaltigen Anbau ermöglicht. Dass der Handel mit dieser Preispolitik möglicherweise am Kunden vorbeikalkuliert, zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach: Demnach sind gut die Hälfte der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher bereit, für eine Bananenproduktion ohne Ausbeutung von Mensch und Umwelt mehr zu bezahlen.
Ja, ich will 100 Prozent Fairtrade-Bananen

Fairtrade Bananen Anbau
Fairtrade-Bananen schneiden in punkto Pestizidbelastung, Arbeitsbedingungen und Transparenz in der Produktion besser ab. Dafür sind die Konsumenten auch bereit, mehr zu zahlen. (© Fairtrade International / James-Rodriguez)

Die Billig-Banane: der gesunde Snack für Zwischendurch?

Öko-Test berichtete im Januar 2018, dass nahezu alle konventionell gehandelten Bananen in deutschen Supermärkten Pestizide enthalten, die das europäische Gefahrenstoffrecht als möglicherweise krebserregend einstuft. Das Hauptaugenmerk des Tests lag darüber hinaus auf den Arbeitsbedingungen und der Transparenz in der Produktion. Die Ergebnisse zeigen eine klare Tendenz: Fast alle Fairtrade-Bananen erhielten die Note „sehr gut“. Dagegen gab es bei den konventionell produzierten Früchten auch „ausreichende“ oder „ungenügende“ Urteile. Die Belastung mit Pestiziden, kein garantierter Mindestlohn, unfaire Arbeitsbedingungen sowie mangelnde Transparenz waren die Hauptkritikpunkte an den konventionellen Produkten. In genau diesen Bereichen konnten die mit dem Fairtrade-Siegel versehenen Bananen punkten, insbesondere in Kombination mit Bio.

Unsere Nachbarländer machen es vor

Wie gut „Fairtrade und Bio“ funktioniert, zeigt sich in der Obstauslage unserer Supermärkte. Derzeit werden in Deutschland Fairtrade-Bananen ausschließlich aus biologischem Anbau angeboten – Fairtrade-Bananen aus konventionellem Anbau sucht man dagegen vergebens. In der Folge bedeutet das: Den Fairtrade-zertifizierten Bananenproduzent*innen, die nicht nach Bio-Kriterien anbauen, fehlen die Absatzkanäle, die sie jedoch dringend benötigen um von Fairtrade-Preis und -Prämie zu profitieren, in eine nachhaltige Zukunft und gegebenenfalls in eine Umstellung auf Bio-Anbau zu investieren. Unsere Nachbarn zeigen, dass es auch anders geht: In den Niederlanden bieten bereits mehrere Supermarktketten, wie zum Beispiel Plus (Youtube-Video des WRD) und Spar, ausschließlich Fairtrade-Bananen aus biologischem oder konventionellem Anbau an, und auch in der Schweiz hat Coop bereits im Jahr 2004 auf 100% Fairtrade-Bananen umgestellt. Diese Handelsketten lassen ihrer Kundschaft zwar weiterhin die Wahl zwischen Bio- und konventionell angebauten Bananen, nehmen ihnen jedoch die Wahl unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten ab – zugunsten 100% fair gehandelter Bananen.

Faire Bananen Produktion
Die Einnahmen der Bananenproduzenten über den herkömmlichen Markt reichen oftmals kaum zum Überleben. (© Max Havelaar, Jasper Carlberg)

Aktiv für 100% Fairtrade-Bananen

Genau das soll nun auch in Deutschland erreicht werden. Mit der soeben gestarteten Bananen-Kampagne ruft TransFair Verbraucherinnen und Verbraucher auf, den gelben Tropenfrüchten ihren wahren Wert zurückzugeben. Auf der Aktionswebsite bananafairday.de finden sich neben einem Online-Voting, welcher Supermarkt das Bananen-Sortiment komplett auf Fairtrade umstellen soll, zahlreiche Infos und Aktionstipps, wie und wo sich jedefrau und jedermann aktiv gegen die prekären Bedingungen im Bananenanbau einsetzen kann. Ihren Höhepunkt findet die Kampagne am Banana Fairday, am 28. September in Köln, der mit einer großen Publikumsaktion und der Bekanntgabe der Ergebnisse des Online-Votings begangen wird.
Jetzt abstimmen!

Banana Fairday: Bestimme deinen Vorreiter!
Mitmachen, abstimmen, weitersagen – du kannst das unfaire Verhältnis jetzt ändern. (© Fairtrade Deutschland)

Fazit: Wer ist hier verantwortlich?

Nach über 25 Jahren Fairtrade in Deutschland stellen wir fest: Die unbequeme Frage nach der Verantwortung für die prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen von Produzenten im globalen Süden, die uns mit ihren Erzeugnissen den Tisch decken, wird nach wie vor gerne weitergereicht. Viele profitieren, doch keiner will dafür zahlen. Wir sind der festen Auffassung, dass alle Beteiligten – Importeure, Supermärkte und Verbraucher – Verantwortung übernehmen müssen, damit auch die Produzenten am Anfang der Wertschöpfungskette profitieren können. Für diese gemeinsame Verantwortung steht Fairtrade als globales Netzwerk, das die Einhaltung von Menschenrechten einfordert und umsetzt.

Alles rund um den Banana Fair Day und Fairtrade-Bananen erfährst du auf bananafairday.de .

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