Auch Bio-Sorten dabei: Stiftung Warentest gibt jedem vierten Honig die Note „mangelhaft“

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - fancycrave1

Ob auf dem Frühstücksbrot oder im Heißgetränk: Honig ist in Deutschland überaus beliebt. Doch im Qualitätstest haben nur 11 von 36 Sorten mit „gut“ abgeschnitten – sogar die Ökoprodukte hatten zum Teil gravierende Mängel.

Woran erkennt man eigentlich guten Honig? Laut Stiftung Warentest ist das gar nicht so einfach: Weder der Preis noch die Sorte oder die Herkunft sind demnach verlässliche Indikatoren. Umso genauer sollte man beim Einkauf des süßen Naturprodukts hinschauen.

Im Test schafften nur 11 Honige ein „gut“

Die Warentester haben 36 Produkte untersucht, darunter neun mit Bio-Logo und drei mit dem Siegel des Deutschen Imkerbunds. Bewertet wurde dabei nach folgenden Kriterien:

  • Dem Geschmack,
  • den chemisch-physikalischen Grundmerkmalen als Anhaltspunkte für Qualität,
  • dem Pollenspektrum und den mikroskopischen Auffälligkeiten,
  • den kritischen Rückständen,
  • der Verpackung und
  • der Korrektheit der Verpackungsangaben.

Zu den getesteten Honigsorten gehörten Mischblüten-, Akazien-, Linden-, Raps-, Wildblüten- und Waldhonig. Und die Bilanz ist nicht süß, sondern äußerst bitter: Zehn Produkte – darunter auch sehr teure – erhielten das Urteil „mangelhaft“, nur elf Honige schafften ein „gut“.

Belastung mit giftigen Substanzen und Glyphosat

Die positive Nachricht: Nur wenige Honige sind auffällig mit giftigen Substanzen belastet. Die Waldhonige von Bihophar, D’arbo und Edeka erhielten für diesen Punkt nur ein „ausreichend“, da sie deutlich die gesundheitskritischen Pyrrolizidinalkaloide (PA) aufweisen. Die Stoffe werden von den Bienen über Nektar und Pollen in den Honig getragen. Stiftung Warentest rät, diese Sorten zwar nicht wegzuwerfen, aber besser nicht mehr täglich zu verzehren.

Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat wurde in jedem dritten Honig nachgewiesen, aber meist in geringen Konzentrationen. Als einziger ist hier der Mischblütenhonig von Fürsten-Reform deutlich belastet, denn er schöpft den Grenzwert für Honig zur Hälfte aus – dafür wurde er in der Kategorie „kritische Stoffe“ mit einer 4,0 abgestraft.

Nur ein Bio-Honig unter den Testsiegern

Zu den Testsiegern gehören einige günstige vom Discounter: „Maribel Cremiger Blütenhonig“ sowie „Marlene aromatischer Waldhonig“ von Lidl, „Wald Honig“ von Aldi Nord und „Goldland Wald Honig“ von Aldi Süd.

Eine gute Note erhielten außerdem „Bienenhonig“ von NektarQuell, „Bienenhonig“ von Dr. Krieger’s, „Landhonig“ von Langnese, die Rapshonige von Breitsamer Honig und von Dreyer („Deutscher Imkerhonig“), der Lindenhonig von D’arbo und – als einziges Bio-Produkt – der Rewe Bio Akazienhonig.

Die Schlusslichter unter den Honigen mit Bio-Siegel bilden die Akazienhonige von Allos, Bio Zentrale, Blütenmeer Imkerei, dm Bio und Penny sowie der Lindenhonig von Breitsamer Honig (mit 25,40 Euro pro Kilo der teuerste im Test): Sie alle erhielten das Urteil „mangelhaft“. Die hintersten Plätze bei den konventionellen Erzeugnissen belegen der Lindenhonig der Bienenwirtschaft Meißen und drei Wildblütenhonige – von Bihophar, Dreyer und Langnese.

Wärmeschäden und künstlicher Geschmack

Ein verbreiteter Mangel ist laut Stiftung Warentest, dass die Honige wärmegeschädigt sind, was der deutschen Honigverordnung widerspricht: Denn dabei werden die hitzeempfindlichen Enzyme des Honigs stark oder vollständig inaktiviert. So etwas passiert zum Beispiel durch zu viel Wärme bei Verarbeitung, Transport und Lagerung.

In China ist es offenbar üblich, den Honig unreif zu ernten und später durch Trocknungsanlagen Wärme zu entziehen – auch das kann zu einer solchen Schädigung führen. Die Pollenanalyse der Stiftung Warentest hat ergeben, dass vier der sieben davon betroffenen Produkte aus China kommen.

Die übrigen Schwächen sind anderer Natur: Einige Honige enthalten zu wenige sortentypische Pollen – bei Akazienhonig etwa sollten es mindestens 20 Prozent sein, damit die Bezeichnung stimmt. Und manche schmecken laut den Warentestern nicht blumig, sondern künstlich oder parfümiert. Das versüßt wahrlich nicht den Start in den Tag.

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