Tesla stellt Elektro-LKW vor – und hat eine Überraschung

Foto: © Tesla

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat Tesla den mit Spannung erwarteten Tesla Semi vorgestellt. Bei dem Event präsentierte Elon Musk noch ein weiteres E-Auto, mit dem niemand gerechnet hatte.

Eigentlich wollte Tesla den neuen Elektro-LKW schon im September enthüllen, zweimal wurde der Termin jedoch verschoben. Letzte Nacht war es jedoch soweit: In einer gewohnt spektakulären Release-Show präsentierte Elon Musk sein neuestes Fahrzeug erstmals der Öffentlichkeit.

Die wichtigsten Eckdaten: Der Tesla Semi ist 35 Tonnen schwer und soll voll beladen in 20 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können. Angetrieben wird der LKW von vier unabhängigen Elektromotoren, er verbraucht dabei pro Meile (etwa 1,6 km) unter zwei Kilowattstunden. Die Reichweite unterscheidet sich je nach Modell: Es wird eine Variante mit 480 Kilometer Reichweite und eine weitere mit 800 Kilometern geben.

Mit den konventionellen Diesel-LKWs kann es der Semi damit noch nicht aufnehmen. Sie schaffen bei einer Tankfüllung bis zu 1600 Kilometer. Der Tesla-LKW ist deshalb eher für den Verteilverkehr auf der Mittelstrecke vorgesehen. Dafür erzeugt der Semi im Gegensatz zu den Diesel-Fahrzeugen keine Emissionen – ist also deutlich umweltfreundlicher.

Tesla Semi Elektro LKW
Der Tesla Semi. (Foto: © Tesla)

Tesla Semi mit ungewöhnlichem Innenraum

Die Aufladezeit ist zwar immer noch länger als ein gewöhnlicher Tankstopp, hält sich aber in Grenzen: In 30 Minuten sollen Fahrer gut 640 Kilometer Reichweite bekommen. Die LKWs benötigen allerdings spezielle Ladestationen – Tesla will deshalb ein Netz aus mit Solarstrom betriebenen „Megachargern“ ausbauen.

Tesla Semi Innenraum
Der Innenraum von Tesla-Semi: Bildschirme statt Bedienelemente. (Foto: © Tesla)

Besonders ungewöhnlich ist der Innenraum des Trucks: Der Fahrer sitzt nicht mehr auf der linken Seite der Führerkabine, sondern in der Mitte. So soll er maximale Sichtweite und Kontrolle haben.

Statt mit den üblichen Bedienelementen ist die Führerkabine außerdem mit zwei Touchscreens ausgestattet, über die der Fahrer die wichtigsten Funktionen regelt. Laut Tesla ist der Semi der „sicherste LKW aller Zeiten“ – unter anderem dank eines Autopilot-Assistenzsystems, das Auffahrunfälle und Kollisionen vermeiden kann.

Zumindest Elon Musk ist von dem Elektro-LKW begeistert: Er twitterte kurz vor der Semi-Präsentation scherzeshalber: „Er kann sich in einen Roboter verwandeln, Aliens bekämpfen und einen höllisch guten Kaffee machen.“

Wie viel kostet der Tesla Semi?

Tesla Semi
Tesla Semi in blau. (Foto: © Tesla)

Außerdem können mehrere Tesla in einer Kolonne fahren, bei der die hinteren Fahrzeuge dem führenden Tesla Semi autonom folgen. Tesla verspricht, dass der Semi etwa 1,6 Millionen Kilometer pannenfrei fahren kann.

Bis der erste Tesla Semi offiziell auf einer Straße zu sehen ist, wird es noch etwas dauern – die Produktion soll erst 2019 starten. Einen konkreten Preis für den Elektro-LKW hat Elon Musk noch nicht verraten. Allerdings betonte er, dass sich der Wagen langfristig gesehen deutlich weniger Kosten verursache als die üblichen Diesel-LKW. Interessierte können den Lastwagen gegen eine Vorauszahlung von 5000 Dollar bereits vorbestellen.

Elon Musk hatte noch eine Überraschung

Tesla Roadster Neuauflage Elon Musk
Elon Musk mit dem neuen Roadster. (Foto: © Tesla)

Das Presse-Event zur Semi-Vorstellung war schon fast zu Ende, da sorgte Elon Musk für eine weitere Überraschung: Er enthüllte ein weiteres neues Auto – eine Neuauflage des Roadsters, die das schnellste Serienauto auf dem Markt werden soll.

Der neue Roadster soll in 1,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können und eine Spitzengeschwindigkeit von 400 km/h erreichen. Auch bei der Reichweite soll der Roadster Rekorde brechen: Laut Tesla soll er 1000 Kilometer schaffen. Der Roadster wird allerdings auch das teuerste Tesla-Modell – der günstigste Basispreis liegt bei 200.000 Dollar.

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(8) Kommentare

  1. „Tesla verspricht, dass der Semi etwa 1,6 Millionen Kilometer pannenfrei fahren kann.“

    Meines Wissens (!) hat man nur versprochen, dass der Antriebsstrang so lange hält, nicht, dass es über diese Strecke gar keine Panne geben wird.
    Prüft das doch nochmal, ich denke das wäre ein entscheidender Unterschied.

    Aber vielleicht bin auch ich falsch informiert!?

  2. „Der Tesla-LKW ist daher eher (…) für die Mittelstrecke vorgesehen“
    Das ist doch Blödsinn.
    Ein Fahrer schafft sowieso nicht mehr als 800km innerhalb seiner erlaubten Lenkzeit!
    Insofern ist das Modell mit dem großen Akku ausschließlich mit der Einschränkung zu sehen, dass es zum Ende der Lenkzeit an die Ladestation muss.
    Und man könnte ja noch in den 2 vorgeschriebenen Pausen von jeweils 45 Minuten etwas nachladen, dann würde sogar der kleinere Akku reichen.

    (Erlaubte Lenkzeit ist 4,5h am Stück, maximal 10 Stunden, Durchschnittsgeschwindigkeit eines LKW etwa 65km/h = 650km)

  3. „Das ist doch Blödsinn…“
    Du vergisst, dass gerade bei Fahrten quer durch ganz Europa Lenkzeit, Ladezustand und Verfügbarkeit einer Ladestation eher selten harmonieren werden, zumindest in näherer Zukunft.

  4. Die Einschränkung der täglichen Aufladung hatte ich ja erwähnt.
    Natürlich muss es dafür viele Ladestationen geben.
    Ladezustand sehe ich unkritisch.
    Bei Abfahrt muss der Akku einfach voll sein.

  5. „Natürlich muss es dafür viele Ladestationen geben.“
    Und das dürfte vermutlich (momentan noch) der springende Punkt sein, um den es mir in Verbindung mit den anderen Parametern ging. Ich stelle es mir nicht so praktikabel vor, wenn der Fahrer seine Lenk- und Ruhezeiten, oft noch beeinflusst von Wartezeiten oder Mitarbeit an seinen Lieferstellen etc., an der Verfügbarkeit von Ladestationen ausrichten muss.
    Klar kann man darüber im Detail diskutieren, für ein harsches „Das ist doch Blödsinn.“ reicht deine Argumentation jedenfalls nicht aus.

  6. Wäre es nicht sinnvoller, den Güterverkehr stärker auf die Schiene (oder wo es möglich ist aufs Binnen-Schiff) zurück zu holen, als die Straße weiter mit LKW zu verstopfen?
    Die Welt wird nicht untergehen und die Wirtschaft wird nicht zusammenbrechen, wenn irgend welche Ware ein oder 2 oder 3 mal mehr umgeladen werden muß oder mal etwas länger unterwegs ist. Davon abgesehen, daß die Transportzeiten auf der Schiene mit einem ausgeklügelten Logistiksysthem vielfach sogar kürzer wären als auf der Straße. Staus und Unfälle kennt die Bahn nun mal nur in absoluten Ausnahme-Fällen – ganz im Gegensatz zur Straße.

  7. „Wäre es nicht sinnvoller, den Güterverkehr stärker auf die Schiene … zurück zu holen…“
    Sicher wäre das sinnvoll, sehr sogar. Aber nicht sinnvoller, wenn dies bedeuten soll, andere Maßnahmen nicht zu ergreifen. Ein Teil des Transports wird immer auf der Straße stattfinden, z. B. im Nahverkehr.
    „… als die Straße weiter mit LKW zu verstopfen“
    Und sicher nicht sinnvoller, wenn dies lediglich zu Gunsten eines weiter ausufernden PKW-Verkehrs mit seinen Belastungen geschehen soll.
    „Staus und Unfälle kennt die Bahn nun mal nur in absoluten Ausnahme-Fällen – ganz im Gegensatz zur Straße.“
    Was ja auch ein stichhaltiges Argument wäre, einen deutlich höheren Anteil des Personenverkehrs auf die Schiene zu verlagern.

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