Öko-Test Vanilleeis: Mineralöl und fragwürdige Tricks

Ökotest Vanilleeis Eis
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Zum Sommer gehört Vanilleeis – aber wie gut ist das Eis wirklich? Eine neue Analyse von Öko-Test zeigt: Vanilleeis enthält oft Spuren von Mineralöl, außerdem tricksen die Hersteller bei den Zutaten.

Öko-Test hat insgesamt 19 Vorratspackungen Vanilleeis aus Supermärkten, Discountern und Bio-Märkten untersucht. Mit dabei waren Marken wie Landliebe oder Häagen Dasz, Eigenmarken wie Gut & Günstig (Edeka) oder Ja! (Rewe) und einige Bio-Eissorten etwa von Alnatura oder dennree. Öko-Test untersuchte die Inhaltsstoffe und prüfte, ob Schadstoffe im Eis enthalten sind.

Das Ergebnis:

  • Kein einziges Eis erhielt die Note „sehr gut“.
  • Fünf Eissorten schnitten mit „gut“ ab.
  • Zwölf Hersteller waren „befriedigend“ oder „ausreichend“.
  • Zwei Eismarken fallen mit „ungenügend“ durch.

Öko-Test: So tricksen die Hersteller bei Vanilleeis

Der Grund für die schlechten Testergebnisse: Viele Hersteller nutzen Tricks, um das Eis möglichst billig zu machen. Die Kritikpunkte von Öko-Test im Einzelnen:

  • Zu wenig Vanille: Da Vanille teuer ist, setzen viele Marken günstige Aromastoffe ein.
  • Zu viel Luft: Die meisten Hersteller fügen dem Eis Luft zu. Dadurch wird es cremiger, es steckt zugleich aber auch weniger Eis in der Verpackung. Außerdem lässt sich so auch mit den Nährwertangaben tricksen: Fett und Zuckergehalte pro 100 Milliliter sind gleich viel niedriger, wenn in den 100 Millilitern auch jede Menge Luft steckt.
  • Zu viel Zucker: Mit einer einzigen Portion Vanilleeis nimmt man mehr als 12,5 Gramm Zucker zu sich, schreibt Öko-Test – mehr als die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge (nach den Richtlinien der WHO).
  • Billige Zutaten: Öko-Test kritisiert, dass in mehreren Eissorten statt Milchfett Kokosfett steckt. Milchfett koste zwar mehr, sei aber ernährungsphysiologisch wertvoller. Nur acht Marken verlassen sich allein auf Milchfett. Oft enthalte das Eis außerdem billigen Glukosesirup oder Glukose-Fruktose-Sirup.
  • Mineralöl: Bis auf das „Bio Cool Vanilleeis“ enthielten alle Eissorten außerdem Mineralöl oder zumindest Spuren der gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH. MOSHs reichern sich im Körper an und können Organe schädigen. In einem Eis fanden die Tester sogar MOAH – die Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein.

Wie schneidet das Bio-Vanilleeis bei Öko-Test ab?

Sehr gut zum Scheiterhaufen passt Vanillesoße.
Eine Vanilleschote (Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)

Von den 19 getesteten Eissorten waren auch vier Bio-Marken dabei. Nur eine davon erhielt die Note „gut“, zwei „befriedigend“ und eine „ausreichend“. Hauptkritikpunkt ist auch hier der niedrige Gehalt an Vanille und der viele Zucker.

Schade jedoch, dass Öko-Test nicht bewertet, inwieweit Hersteller Vanille aus nachhaltigem und fairen Anbau beziehen. Gerade bei einem Gewürz wie Vanille wäre das wichtig: Vanille wird weltweit stark  nachgefragt und Vanillehändler und -Bauern geraten immer mehr unter (Preis-)Druck. Das führt zu niedrigen Tagelöhnen auf den Vanilleplantagen, Vanille-Diebstählen und teilweise sogar Kinderarbeit. Ob ein Vanilleeis wirklich empfehlenswert ist, sollte also vor allem davon abhängen, woher die Vanille stammt.

Mehr Informationen und ein Überblick über die 19 Vanilleeis-Sorten gibt es in der aktuellen Juni-Ausgabe von Öko-Test (Juli) auf www.oekotest.de.

Vanilleeis: der Testbericht auf oekotest.de Öko-Test (ePaper/PDF) bei United Kiosk kaufen Öko-Test (Heft) bei United Kiosk kaufen

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