Fairtrade-Eis: Eisgenuss mit gutem Gewissen

Fairtrade-Eis boomt
Foto: Colourbox.de

Sommerzeit = Eiszeit! Faires Eis ist voll im Trend. Doch wie fair ist Fairtrade-Eis überhaupt? Und welche Hersteller gibt es?

Die Hersteller werden immer kreativer, die Eissorten immer ausgefallener und – das ist die gute Nachricht – auch die Auswahl an fairen Eiscremes wird immer größer und bunter. Wir haben in Bioläden, Bio-Supermärkten und Supermärkten die Tiefkühlabteilungen durchforstet und dabei einige leckere Fairtrade-Eissorten entdeckt.

Faires Eis boomt

Immer mehr Menschen achten auf ihre soziale Verantwortung und favorisieren fair gehandelte Produkte. Auch beim Eis schlecken im Sommer. Diese Zahlen belegen den Boom bei fairem Eis: 2016 wurden fast 7.000 Tonnen faire Eiscreme verkauft, sechs Jahr davor (2010) waren es gerade mal 600. Und wir wagen die Prognose: Diesen Sommer dürften die Hersteller sich erneut über einen neuen Rekord freuen.

Die Grafik zeigt den Absatz von Speiseeis mit Fairtrade-Siegel in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2016 (in Tonnen).

Die Fairtrade-Standards betreffen in erster Linie Rohstoffe, die als Importprodukte aus Entwicklungsländern kommen. Bei Eis ist das in erster Linie Zucker, Kakao, Vanille, Kaffee und Bananen.

Fairtrade-Eis: Die Auswahl wird größer

Bislang war die Auswahl bei fairem Eis aber noch nicht so berauschend. Aber sie wird größer. Wichtig: Diese Eis-Marken tragen natürlich nur dann das Fairtrade-Siegel, wenn bei der jeweiligen Sorte auch tatsächlich Fairtrade-Zutaten verarbeitet wurden – meist geht es um Kakao und Zucker.

DasEis. – healthy planet

Fairtrade Eis: DasEis.

DasEis. von der healthy planet GmbH in Wiesbaden trägt viele Auszeichnungen: „Biomarke des Jahres 2016“ und „Best new Product“. Die Eissorten mit einem hohen Rohstoffanteil aus Entwicklungsländern tragen das Fairtrade-Siegel (The Chocolate, The Vanilla, Doublenut, Choco Trinitario, Vanilla Traditionelle).

Abgesehen von Fairtrade hat DasEis. auch glutenfreie, vegane und laktosefreie Sorten im Angebot. In allen Bechern landen ausschließlich Bio-Zutaten. Aromen, Farbstoffe, Konservierungsmittel, zusätzliche Fette und industriell raffinierter Zucker sind tabu.

Nachhaltigkeits-Pluspunkte gibt’s für die kompostierbaren Becher. Zudem wird der Strom für die Produktion mittels Sonnenenergie selbst erzeugt. Das Eis wird klimaneutral hergestellt.

Erhältlich über Rewe, Edeka, Globus, tegut und natürlich im Bio-Handel.

Infos zu den Inhaltsstoffen: www.ecoinform.de

Ben & Jerry’s

Auch Ben & Jerry’s produziert seine Eiscreme klimaneutral. Ben & Jerry’s hat sich seit jeher soziale und ökologische Verantwortung auf die Fahnen geschrieben – diese Ziele sind geblieben, auch wenn das Unternehmen inzwischen zu Unilever gehört. 2013 wurde die gesamte Produktion auf Fairtrade-zertifizierte Rohstoffe umgestellt. Inzwischen sind von Ben & Jerry’s auch vegane Sorten erhältlich.

Ben & Jerry’s setzt bei der Eisherstellung auf klimafreundliche Kühltechnologien und erneuerbare Energie.

Kleines Manko: Die Milch, die Ben & Jerry’s verwendet, stammt zwar aus dem nachhaltigen Molkerei-Programm Caring Dairy, sie trägt jedoch kein Bio-Siegel. Zudem enthalten die Produkte künstliche Zusätze. Den Slogan „all natural“ musste das Unternehmen 2010 von den Packungen streichen.

Erhältlich ist Ben & Jerry’s in fast allen Supermärkten, an Tankstellen, in Kinos etc.

Infos zu den Inhaltsstoffen über www.benjerry.de.

Gildo Rachelli

Fairtrade Eis: Gildo Rachelli

Das Eis von Gildo Rachelli ist Demeter-zertifziert. Alle Zutaten sind Bio, es wird keine Saccharose, Farbstoffe, Konservierungsmittel, gehärtete Fette, Palmöl und GVO verwendet. Die Klassiker Vanille, Schokolade und Stracciatella sind Fairtrade.

Im Angebot sind auch vegane und laktosefreie Eiscremes.

Erhältlich über Märkte, die Demeter-Produkte führen, also typischerweise der bessere Biohandel.

Infos zu den Inhaltsstoffen: www.ecoinform.de

Wie fair ist faires Eis?

Fairtrade-Siegel

Fairtrade-Produkte sind am Fairtrade-Logo zu erkennen. Das Fairtrade-Siegel garantiert, dass die Kleinbauern einen Preis erhalten, der über dem Marktpreis liegt und die Kosten für ihre nachhaltige Produktion auch wirklich deckt. Gentechnisch veränderte Organismen sind verboten.

Bei Kakao und Zucker erlaubt Fairtrade aus logistischen Gründen den Mengenausgleich, das bedeutet die fair gehandelten Rohstoffe können mit Nicht-Fairtrade-Rohstoffen gemischt werden und sind nur indirekt rückverfolgbar. Daher sind diese Produkte mit dem Hinweis „mit Mengenausgleich“ gekennzeichnet. Die Fairtrade-Bauernfamilien und Beschäftigten auf Plantagen profitieren von denselben Fairtrade-Vorteilen. Die Rückverfolgbarkeit erfolgt in diesen Fällen indirekt über eine detaillierte Dokumentation. Zusätzlich gibt es eine Fairtrade-Sozialprämie, über deren Investition die Kleinbauern selbst entscheiden können.

Fairtrade ist nicht Bio

Die Hauptzutat Milch ist wie Sahne und Eier kein Fairtrade-Produkt und auch nicht zwangsläufig Bio. Daher unbedingt darauf achten oder gegebenenfalls nachfragen, woher Milch & Co. deiner Lieblingssorte stammen. Hier liegt zum Beispiel der Unterschied zwischen Produkten wie dem von DasEis. (Bio und Fairtrade) oder Ben & Jerrys (zwar Fairtrade, aber nicht Bio).

Bio-Eis mit Leser-Bewertungen gibt es in der Utopia-Bestenliste „Das beste Bio- oder Fairtrade Eis“.

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(4) Kommentare

  1. Ich habe mir vor Jahren eine Eismaschine gegönnt und mache seitdem unser Eis selbst, dann weiß ich was drin ist. Ab und zu gönne ich mir allerdings die leckeren Eispralinen von Helador, 3 Sorten mit Demeter Siegel, mit sehr viel Frucht. Bei uns gibt es die Pralinen im Bioladen und bei Edeka. Unser Favorit: Himbeersorbet in weißer Schokolade.

  2. DANKE, dass Ihr das mal aufklärt 🙂 Und ergänzend kann ich nur schreiben: Helador.de macht das beste Bio-Eis, teilweise sogar in Demeter-Qualität. Schmeckt wirklich wie zu Hause selbstgemacht. Ohne irgendwelchen Schnick-schnack.

  3. Dieser Artikel listet alle Eis-Sorten, in hierzulande mit Fairtrade-Siegel zu haben sind. Das sind wenig genug, und Ben & Jerry’s ist nun mal eines davon, auch wenn es, wie im Artikel ja ebenfalls geschrieben, zu Unilever gehört.

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