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Gingerol: Wirkung und wie du es nutzen kannst

Gingerol
Foto: CC0/pixabay/Couleur

Gingerol ist ein Inhaltsstoff im Ingwer – und zwar ein sehr gesunder. Hier erfährst du, wie die Forschung Gingerol einschätzt und wie du von seiner Wirkung am besten profitieren kannst.

Die scharfe Ingwerknolle gilt als gesund. Das liegt zum großen Teil an ihrem Inhaltsstoff Gingerol. Durch das Gingerol ist beispielsweise ein Ingwertee wirksam gegen Erkältungen oder bei Magenverstimmungen und anderen Magen-Darm-Beschwerden. Die medizinische Forschung untersucht jedoch noch vielfältigere Anwendungsmöglichkeiten des Wirkstoffs.

Um das volle Potenzial von Ingwer und dem enthaltenen Gingerol zu nutzen, kommt es auch auf die Zubereitung an. Ein Tipp vorweg: Kochen schadet der gesunden Wirkung nicht. Du musst den Ingwer also nicht unbedingt roh essen.

Gingerol: Nur einer von vielen Wirkstoffen im Ingwer?

Gingerol ist der gesunde Scharfmacher im Ingwer.
Gingerol ist der gesunde Scharfmacher im Ingwer. (Foto: CC0 / Pixabay / BenBernardBags)

Gingerol gehört zu den gesunden Schärfen aus der Pflanzenwelt. Die Fachzeitschrift PTA berichtet, dass scharfe Gewürze wie Ingwer, Chili oder Senf in Asien traditionell auch als Heilmittel bekannt sind.

Im Ingwer kommt Gingerol gleich in mehreren Varianten vor. Die genauen Bezeichnungen der Gingerole leiten sich von ihrer jeweiligen chemischen Struktur ab. Den größten Anteil hat laut einem Bericht der European Medicines Agency (EMA) das 6-Gingerol. Weiterhin sind in geringeren Mengen auch 8- und 10-Gingerol im Ingwer enthalten.

In der Ingwerknolle stecken aber nicht nur Gingerole, sondern er vereint eine ganze Reihe unterschiedlicher Pflanzenstoffe. Im Bericht der EMA ist von über 100 verschiedenen Substanzen die Rede. Die Gingerole machen im Ingwer etwa einen Anteil von vier bis siebeneinhalb Prozent aus. 

Gingerol und seine Wirkung

Gingerol wirkt gegen Infektionen.
Gingerol wirkt gegen Infektionen. (Foto: CC0/pixabay/ExplorerBob)

Gingerol galt lange Zeit als alleinverantwortlich für die gesunde Wirkung von Ingwer. Die Pharmazeutische Zeitung berichtet, dass Studien inzwischen noch andere Stoffe im Ingwer identifiziert haben, die zu seinen gesundheitsfördernden Eigenschaften beitragen.

Die spezifische Forschung zu Gingerolen vermischt sich häufig mit allgemeineren Forschungen zur Wirksamkeit von Ingwer. Teilweise unterscheiden die Untersuchungen nicht im Einzelnen, welchen der vielen Inhaltsstoffe bestimmte Wirkungen zuzuschreiben sind. Verfügbare Studien zu Gingerol beziehen sich außerdem fast immer auf Laboruntersuchungen. Das Problem dabei ist, dass Laborergebnisse nicht immer auf den Menschen übertragbar sind. So bleiben noch einige Fragen offen. Manche Auswirkungen von Gingerol gelten schon als gut dokumentiert, bei anderen sucht die Wissenschaft noch eindeutige Antworten.

Folgende Eigenschaften von Gingerol sind laut EMA bereits durch Studien belegt

  • Antioxidativ: Unterschiedliche Studien lassen den Schluss zu, dass 6-Gingerol das wirksamste Antioxidans im Ingwer ist. Antioxidantien schützen die Zellen im Organismus vor Schäden.
  • Entzündungshemmend: Studien zeigen, dass Gingerole positiv auf Entzündungen einwirken können. Das Gingerol beruhigt zum Beispiel die entzündeten Schleimhäute, wenn du bei Erkältung Ingwertee oder Ingwerwasser trinkst.
  • Infektionsbekämpfend: Verschiedene Laborstudien ergaben, dass Gingerole die Ausbreitung von Krankheitserregern eindämmen können. Dazu zählen zum Beispiel verschiedene Pilze oder Bakterien, die für Magen-Darm-Erkrankungen verantwortlich sind.

Gingerol und seine möglichen Wirkungen

Andere Wirkungen der Gingerole sind dagegen noch nicht umfassend erforscht. Laut EMA ist die Forschungslage zu diesen vermuteten Eigenschaften noch nicht klar:

  • Schmerzlindernd: Einige Studien legen nahe, dass Gingerol die Schmerzrezeptoren beeinflussen kann.
  • Anregend für den Fettstoffwechsel: Laut anderen Studien soll Gingerol dazu beitragen, dass der Körper schneller Fett verbrennt. Abnehmen mit Ingwer ist ein bekanntes Diätversprechen, das allerdings fachlich umstritten ist.
  • Heilsam bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Dazu gibt es widersprüchliche Erkenntnisse. Eine Studie weist darauf hin, dass der Pflanzenstoff möglicherweise gegen Ablagerungen in den Blutbahnen wirksam sein kann und den Blutdruck senkt. Eine andere Studie sieht keine Auswirkungen auf den Blutdruck.
  • Wirksam gegen Tumore oder Krebszellen: Weitere Studien legen nahe, dass Gingerole im Ingwer zusammen mit anderen Wirkstoffen Tumore oder Krebszellen bekämpfen können.

Bei Gingerol kommt es auch auf die Zubereitung an

Getrockneter Ingwer enthält Shogaol statt Gingerol.
Getrockneter Ingwer enthält Shogaol statt Gingerol. (Foto: CC0/pixabay/Ajale)

Gingerol ist ein Wirkstoff, der zusammen mit anderen Stoffen zur heilsamen Wirkung von Ingwer beiträgt. Besorgst du dir Gingerol-Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel, entgeht dir der positive Effekt dieser Kombination womöglich. In frischem Ingwer sind die betreffenden Stoffe von Natur aus optimal gebündelt.

Für die Wirkung von Gingerol kommt es außerdem auf die Zubereitung des Ingwers an:

  • Frisch: Die Fachzeitschrift PTA erläutert, dass 6-Gingerol in frischem Ingwer am wirksamsten ist. Lagert der Ingwer zu lange, zerfallen die wirksamen Gingerole allmählich. Das merkst du auch daran, dass die Stücke mit der Wirkung zugleich an Schärfe verlieren. Kaufe die Knollen daher in kleinen Portionen und lagere Ingwer kühl und dunkel. Tipp: Du kannst frischen Ingwer roh essen. Kleine Stücke passen zum Beispiel gut als Garnitur zu würzigen Gemüsecurries oder Rohkostsalaten. Verwende dafür Bio-Ingwer – Knollen aus herkömmlichen Anbau können mit chemisch-synthetischen Pestiziden belastet sein. Wenn du möchtest, kannst du auch selbst Ingwer ziehen.
  • Getrocknet: Getrockneter Ingwer enthält den Pflanzenstoff Shogaol. Während der Ingwer trocknet, gibt die Pflanze Wasser ab. Durch die damit verbundenen chemischen Prozesse entsteht aus Gingerol das Shogaol. Studien deuten an, dass 6-Shogaol sogar intensiver wirkt als 6-Gingerol.
  • Gekocht: Eine japanische Studie bestätigte, dass die Gingerole auch gekocht wirksam bleiben. Die Shogaol-Konzentration erhöhte sich beim Kochen sogar
  • Kein Gingerol: Das Medizinportal Netdoktor weist darauf hin, dass ätherisches Ingweröl kein Gingerol enthält.

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