Adidas macht Schuhe aus Meeresmüll

© Adidas

Umweltverschmutzung durch Plastikmüll gehört zu den drängenden Problemen unserer Zeit. Die Meere sind zu riesigen Müllkippen geworden – weggeworfene Plastikflaschen und anderen Müll nutzt der Sportartikelhersteller Adidas jetzt, um daraus Shirts und Schuhe zu fertigen.

Zusammen mit der Organisation Parley for the Oceans, die sich für die Reinigung der Ozeane einsetzt, bringt Sportartikelhersteller Adidas Shirts und Schuhe aus Ozeanmüll heraus. Damit will Adidas nach eigenen Angaben „die Neuherstellung von Kunststoff vermeiden“.

Bis 2017 sollen mehr als eine Million Paar Plastikmüll-Schuhe produziert werden, Mitte November sollen sie in den Verkauf gehen. Und daraus setzen sich die Schuhe zusammen: Das Obermaterial besteht zu 95 Prozent aus recyceltem Plastik aus dem Meer der Malediven, Schnürsenkel und andere Teile des Sportschuhes sind aus recyceltem PET gefertigt und die Außensohle besteht aus Naturgummi.

Adidas: Fußballtrikots gegen Plastikmüll

Adidas prodzuziert nicht nur Schuhe aus Plastikmüll, auch Trikots gehören zum Ozean-Sortiment. Die beiden Fußballvereine Real Madrid und FC Bayern München statten ihre Spieler bei zwei symbolischen Auftritte mit den Plastikmüll-Trikots aus. Am 5. November spielte bereits der FC Bayern München mit dem Recyclingshirt, am 26. November tut es Real Madrid dem deutschen Verein gleich.

Adidas bringt Schuhe und Shirts aus recyceltem Meeresmüll heraus
Xabi Alonso im Meeresmüll-Trikot von Adidas. (© Adidas)

Wer das FC Bayern Trikot kauft „unterstützt nicht nur den FC Bayern, sondern trägt auch zur Rettung des Planeten bei“ wirbt Adidas für sein aus Plastikmüll gefertigtes Trikot.

Symbolische Wirkung

Seit Längerem schon versucht Adidas in puncto Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sein Profil zu schärfen – zuletzt mit der Ankündigung, in allen eigenen Adidas-Geschäften keine Plastiktüten mehr über die Theke zu reichen.

Utopia findet: Plastikmüll in den Ozeanen ist ein massives Umweltproblem, das bisweilen abstrakt, weil so weit entfernt, erscheint. Fußballer T-Shirts und Sportschuhe können helfen, das Problem einer neuen Zielgruppe näher zu bringen – und greifbarer zu machen. Doch ob es wirklich „zur Rettung des Planeten beiträgt“, den gesammelten Meeresmüll aufwendig zu recyceln, um daraus Kunststoff-Kleidung zu fertigen – man darf zumindest skeptisch sein.

Die Reinigung der Ozeane ist in jedem Fall begrüßenswert, doch man müsste früher ansetzen: bei der Vermeidung von Plastikprodukten und -müll und einer besseren Verwertung im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

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(2) Kommentare

  1. Werden die Plastiktrikots dann auch in Fabriken ohne jeglichen Arbeitsschutz von kleinen Kindern genäht oder von Frauen und Männern, die vollkommen unterbezahlt werden?

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