Aldi schafft Plastiktüten ab – und will noch einen Schritt weiter gehen

Foto: CC0/Pixabay / utopia

Aldi verabschiedet sich von Einwegtüten – künftig gibt es nur noch Mehrwegtaschen beim Discounter. Aldi ist damit der erste große Lebensmittelhändler in Deutschland, der komplett auf Einwegtüten an der Kasse verzichtet.

Mehrere Supermarktketten haben bereits Plastiktüten aus ihren Filialen verbannt: Rewe, Penny und Real. Aldi geht noch einen Schritt weiter: Der Discounter schafft alle Arten von Einwegtüten ab – auch solche aus Papier. Künftig wird es in den Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord also nur noch Mehrwegtaschen geben.

„Wir gehen ganz bewusst einen Schritt weiter und verzichten nicht nur auf umweltbelastende Plastik-Wegwerftüten, sondern auch auf die vielerorts gängigen Papiervarianten. Diese bieten nämlich aufgrund ihres höheren Energie- und Wasserverbrauchs in der Produktion sowie der geringeren Haltbarkeit nach jetzigem Stand der Technik keine nachhaltige Alternative“, heißt es bei Aldi.

Aldi führt neue Mehrweg-Tragetaschen ein

Bei den Mehrweg-Tragetaschen achtet Aldi auf Nachhaltigkeit: Der Discounter wird eine neue Tragetasche einführen, die in Deutschland produziert wird und mit dem „Blauen Engel“ zertifiziert ist. Außerdem soll sie zu 80 Prozent aus recyceltem Material bestehen. Um welches Material genau es sich dabei handelt, hat Aldi noch nicht verraten. Allerdings hat der Discounter angekündigt, dass die neue Tragetasche die „preisgünstigste Alternative im bestehenden Mehrwegtaschenangebot“ werden soll.

Bis es soweit ist und alle Einwegtüten aus den Aldi-Supermärkten verschwinden, dauert es noch etwas. Aldi wird die neue Mehrwegtasche ab Oktober zunächst in den Filialen in München sowie bei Aldi Nord im Raum Berlin anbieten. Gleichzeitig sollen die Einwegtüten aus dem Sortiment verschwinden. Die Supermärkte in anderen Regionen sollen nach und nach folgen. Ende 2018 soll die Umstellung dann komplett vollzogen sein.

Bis dahin werden in den Aldi-Supermärkten weiterhin Einwegtüten verkauft. Der Discounter hebt die Preise für die Tüten jedoch bundesweit auf 20 Cent pro Tüte an. Die Einnahmen sollen vollständig an Umweltprojekte gehen, kündigte Aldi an.

Nicht nur bei Aldi: Die Plastiktüte wird zum Auslaufmodell

Auch viele Einzelhandels- und Modegeschäfte wie etwa Karstadt oder H&M erheben seit einiger Zeit zumindest Gebühren auf die Tüten. Zusammen mit der Ausmusterung der Plastiktüte durch Supermärkte hat das Wirkung gezeigt: Der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland ist drastisch gesunken – aber trotzdem noch hoch.

Wünschenswert wäre auch, dass Supermärkte Plastikverpackungen in ihren Filialen reduzieren. Nach wie vor sind die Regale voll von Produkten mit Plastikverpackungen, viele davon wären gar nicht nötig. Rewe z.B. testet hierzu die Laser-Etikettierungvon Obst und Gemüse.

Statt Plastiktüten: Eigene Taschen mitnehmen

Auch als Kunden können wir selbst dazu beitragen, dass Einwegtüten und Plastikverpackungen überflüssig werden. Am umweltfreundlichsten ist es, wenn wir bei jedem Einkauf einfach selbst eine Tragetasche mitnehmen, einen Jutebeutel für Obst und Gemüse kann man leicht selber nähen. Mehr Tipps zu einem möglichst plastik- und verpackungsfreien Einkauf in unserer Bildergalerie „Verpackung vermeiden im Supermarkt“.

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(39) Kommentare

  1. Da kommt der Erfinder von Geiz ist geil und ex und hopp Billichwillich mit ein bischen, gerade angesagtem Ökofeigenblattmarketing daher und landet damit auf der Headline dieser Pattform.
    Das sind die Utopien, die echt die Welt retten werden , Jippiie! … oder doch nur das Gewissen der postmodernen Möchtegernkonsumökos.

  2. Unser Motto ist „Jeder Schritt zählt“ – also warum sollte man diese Maßnahme dann nicht erwähnen? Aldi macht immer wieder begrüßenswerte Schritte in eine bessere Richtung. Wir begleiten viele Discounter durchaus sehr kritisch – aber wenn dort etwas im positiven verändert wird, wollen wir das auch teilen. Und wir sehen, dass das Thema auch sehr viele unserer Nutzer interessiert…

  3. Bitte mal in Ruhe * selber * nachdenken

    Fakten:
    1. Plastiktüten aus Deutschland gelangen kaum in die Weltmeere. Stattdessen ersetzen in der Regel sie eine Mülltüte aus Plastik und sparen einen Tropfen Öl bei der Müllverbrennung ein.

    2. Sind dicke, stabile Papiertüten trotz der vermeintlichen Nachhaltigkeit wirklich umweltreundlicher als Plastiktüten? Hier Stimme ich Aldi sogar zu.

    3. Besonders heftige Tütengegner scheinen mir die Leute zu sein, die nicht zu Fuß einkaufen gehen, sondern mit ihrem Auto zum Einkaufen fahren. Ja, da ist es dann passend, sich die Waren direkt in die Kisten im Kofferraum zu legen und das Geschwätz über die schlimmen Plastiktüten nachzuplappern. Um dann die 500-5000fache Menge Öl per Kraftstoff nur für den einen Einkauf in die Luft zu pusten.

    Natürlich sind Mehrwegbeutel vorzuziehen. Und meine Hochachtung vor allen, die ohne Auto immer gezählt mit einer solchen mitgebrachten Tüte einkaufen gehen.

    Es gibt aber auch die Spontankäufer oder die, die auf dem Heimweg einkaufen, bevor sie mit der UBahn nach Hause fahren. Die sollen jetzt den ganzen Tag eine dicke Mehrwegtüte mit sich herumtragen?

    Nein, Aldi…

  4. „Besonders heftige Tütengegner scheinen mir die Leute zu sein, die nicht zu Fuß einkaufen gehen, sondern mit ihrem Auto zum Einkaufen fahren“.
    Diese steile These kannst Du ja sicher belegen. 😉
    Wer zu Fuß einkaufen geht, nimmt doch am Besten einen Rucksack oder eine stabile Stofftasche und benötigt deshalb nicht dringender eine Plastiktüte als Autofahrer.
    Für Spontankäufer:
    Wo liegt das Problem, sich eine Stofftüte in die Tasche zu stecken? Die wiegt doch nichts.

  5. Nachtrag:
    Dass Aldi diesen Schritt geht, ist insofern nachvollziehbar, da hier der Anteil an Einkäufern per Auto exorbitant hoch sein dürfte bei den im Verhältnis wenigen Filialen mitten im Ort.

    Nachtrag 2:
    Bei Rossmann und DM gibt es nun ja schon länger keine kleinen Tütchen mehr. Stattdessen muss man sich nun für sein Shampoo und die Zahnpasta eine Riesentüte kaufen, oder beides bis zuhause in der Hand halten oder riskieren, dass es im Bus unbemerkt aus der Jackentasche rutscht.
    Die Folge bei mir: Ich kaufe dort meine Drogerieartikel kaum noch. Nicht aus Protest, sondern weil mir alle 3 Möglichkeiten Unbehagen bereiten.. Dabei spare ich sogar noch Geld, weil ich so auch nicht mehr über die Aktionsware von Rossmann „stolpere“…

    Aldi, die hier in Berlin ohnehin nie große Ambitionen zeigten, kommen neben der ohnehin miesen Lagen nun wohl auch wegen der fehlenden Tüten gar nicht mehr in Betracht für mich..

  6. Dein Problem sehe ich irgendwie nicht. Statt der Klobigen Mehrwegtaschen gibt es auch tolle Einkaufsnetze ,Stofftaschen oder Polyestertaschen ( glaub ich, könnte auch andere Kunstfaser sein) die man schön klein gefaltet einstecken, immer wieder verwenden und waschen kann. Wenn ich von daheim losgehe zum Einkaufen nehm ich einen Korb mit, den kann ich nämlich schön abstellen wenn ich unterwegs jemand treffe und ein Schwätzchen halte. Für Spontane Einkäufe hab ich immer einen von den oben genannten Beuteln in der Tasche. Klappt prima. Und is auch zur Hand wenn Mama mir was mitgeben will oder beim Besuch bei Freunden wieder soviele Bücher im Regal stehen die mir zusagen….

  7. Plastiktüten vergleichst du also mit Waffen, harten Drogen (Alkohol und Tabak wird angeboten) und Prostituieren [GELÖSCHT]? Jeder darf seine Meinung haben, auch du. Deshalb für dich hier: EOD.

  8. Liebe User, wir freuen uns, dass ihr hier so rege diskutiert, möchten aber dringend an euch appellieren, sachlich und konstruktiv zu bleiben und von Provokationen und Beleidigungen abzusehen. Wir entfernen jetzt einige der hier bereits geäußerten Beleidigungen und werden die Diskussion, wenn ihr nicht zu einem sachlichen Gesprächston zurückfindet, leider schließen müssen.

  9. Früher ging es auch ohne Plastiktüten. In der DDR hatte jeder zum Einkaufen ein
    oder mehrere Dederonbeutel mit. Mit der Wende sind sie verschwunden, sie waren
    nicht mehr zeitgemäß. Plastik war moderner.

  10. Wow, hier wird ja echt heftig gestritten, aber leider kaum argumentiert.
    * Ich stimme zu, dass Papiertüten keine wirkliche nachhaltige Alternative sind, auch nicht als Obst-/Gemüsetüte im Bioladen.
    * Ich habe immer in meiner Tasche kleine, dünne Stoffbeutel für loses Obst/Gemüse dabei. Und eine größere Einkaufstasche, die man ganz klein zusammen falten kann. Die von rossmann, ist zwar auch Plastik, aber die habe ich dafür jahrelang.
    * Dicke Einkaufstüten aus Plastik nach einmaliger Benutzung als Mülltüte zu benutzen ist nicht ökologischer als dünne Mülltüten zu nehmen, die eben dünner sind. Auf Einkaufstüten steht fast immer irgendwo “Bitte mehrmals verwenden“. Leider wird das von den meisten Tütenkäufern ignoriert.
    * Wie mache ich das mit den Müllbeuteln? Ganz einfach, ich benutze keine mehr, weil mich das genervt hat und ich auch da Plastik vermeiden wollte. Ich habe einen Mülleimer, den ich unten mit altem Zeitungspapier auslege. Und wenn ich den Müll entsorgt habe, spüle ich den Eimer ggfs. kurz aus. Für Plastikmüll benutze ich andere (Um)Verpackungen, die auch entsorgt werden müssten.
    *Und was nun den großen Freiheitsverlust durch die angebliche Bevormundung angeht… Da musste ich echt laut lachen! Von welcher Freiheit reden wir denn hier? Wo ist die Freiheit, dass jeder ein Recht auf eine bezahlbare Wohnung in Großstädten hat? Oder die Freiheit auf den Schutz seiner Daten? Oder die Freiheit, die Ausbildung zu machen, die man machen möchte? Das könnte ich noch endlos weiterführen. Es wird einem doch auch vorgeschrieben, wo man parken darf und wo nicht. Dass man Müll nicht auf die Straße wirft etc. Stattdessen wird der Plastiktüte hinterher geweint. Ich glaub’s nicht!

    Die Waren rutschen ohne Plastiktüten aus den Hosentaschen… Ich glaub, diese Probleme wünscht sich ein Großteil der Bevölkerung auch mal lieber als das, was gerade sonst so in Deutschland und auf der Welt passiert.

    Freiheit für die Plastiktüte!

  11. Ist das jetzt gut und man kann hoffen das eine neue Denke Ihren Anfang findet, oder ist da ein Geschäftsmodell versteckt am greifen? Mir kann es egal sein, ich geh eh mit Rucksack einkaufen. Und für die andern die sich schwer tun. Neue Verhaltensweisen beim Einkaufen erwirken andere Gewohnheiten und das fördert die eigene Kreativität, wie auch Wertschätzung von Produkten und mindert das sich verleiten lassen zu Fehleinkäufe. Das ist dann eine eigen Bereicherung der eigenen persönlichen Wertschätzung über Identitätsverbundenheit und fördert nebenbei den Charakter.

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