Der Amazonas brennt: Diese bekannten Marken boykottieren jetzt Waren aus Brasilien

Amazonas Boykott
Foto: CC0 Unsplash, Pixabay

Wegen der Brände im Amazonasgebiet wollen jetzt einige bekannte Mode-Marken auf Produkte wie Leder und Felle aus Brasilien verzichten. Denn auch deretwegen steht der Regenwald in Flammen.  

Der US-Konzern VF Corp. hat am Donnerstag angekündigt, kein Leder mehr aus Brasilien zu kaufen und auch kein Fell brasilianischer Anbieter mehr zu beziehen. Erst müsse sichergestellt sein, dass die Materialien „nicht zu den Umweltschäden in dem Land beitragen“. Zu dem Unternehmen gehören beliebte Modelabels wie Timberland, Vans und The North Face, die Streetwear-Marken Dickies und Eastpak und das Outdoor-Label Icebreaker.

Man wolle die Geschäfte erst dann wieder aufnehmen, „wenn wir das Vertrauen und die Zusicherung haben, dass die in unseren Produkten verwendeten Materialien keine Umweltschäden in dem Land anrichten”, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters das Unternehmen.

Brasilien ist größter Lieferant für Tierhäute

Seit Wochen brennt der Regenwald im Amazonasgebiet. Viele der Brände wurden absichtlich gelegt, unter anderem um Weideland für Rinder zu schaffen.

Brasilien ist der größte Rindfleisch-Exporteur der Welt, in dem Land gibt es mehr Rinder als Menschen. Aber nicht nur das Fleisch der Rinder ist gefragt: Brasilien liefert etwa 22 Prozent der weltweiten Lederexporte und ist damit laut einer Analyse der US National Wildlife Federation der größte Lieferant für Tierhäute.

Gerade Lederschuhe können am Anfang quietschen.
Brasilien ist der größte Lieferant für Tierhäute. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Nordeuropäische Bank verzichtet auf Anleihen

Neben dem Modekonzern hat auch eine Bank angekündigt, künftig auf Geschäfte mit Brasilien verzichten zu wollen: Die Nordea-Bank will bis zu einer weiteren Prüfung keine brasilianischen Staatsanleihen mehr kaufen. Die Bank mit Sitz in Helsinki ist die größte nordeuropäische Bank. Sie schätzt die Risiken zu hoch ein, die die Umweltpolitik von Brasiliens Präsident mit sich bringt.

International wird der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro für seinen Umgang mit der Krise stark kritisiert. Der Boykott durch Firmen wie die Nordea-Bank und VF-Corp. übte offenbar Druck aus: Der Präsident hat nun angekündigt, die Brandrodung in Brasilien für 60 Tage zu verbieten. Am Donnerstag unterschrieb er ein entsprechendes Dekret.

Illegale Rodungen in Brasilien stark gestiegen

Illegale Brandrodungen im Amazonasgebiet sind kein neues Problem. Seit Bolsonaros Amtsantritt im Januar ist die Abholzung vor allem in Brasilien aber drastisch gestiegen: Allein im Juli wurden laut des staatlichen Forschungsinstituts INPE 2.255 Quadratkilometer Wald abgeholzt – beinahe viermal so viel wie im gleichen Monat ein Jahr zuvor.

Bolsonaro hatte angekündigt, Strafen für Umweltdelikte zu reduzieren und von Ureinwohnern bewohnte Reservate für den Bergbau freizugeben. Für den brasilianischen Präsidenten ist die Wirtschaft wichtiger als der Umweltschutz. Davon profitieren auch internationale Unternehmen, Konzerne und Branchen – sie machen viel Geld mit der Ausbeutung des Amazonasgebiets.

Mehr zum Thema: Der Amazonas brennt – 10 Dinge, die du jetzt tun kannst

Utopia meint: Dass bekannte Marken auf Erzeugnisse aus illegal gerodeten Gebieten im Amazonas verzichten, ist ein wichtiges und wirksames Signal. Damit sich dauerhaft etwas ändert, müssen Firmen und Unternehmen aber noch einen Schritt weiter gehen und generell nachhaltiger produzieren.

Faire Modelabels zeigen schon lange, dass das möglich ist. Sie achten darauf, möglichst nur pflanzlich gegerbtes Leder, Bio-Leder oder sogar recyceltes Leder für ihre Kleidungsstücke zu verwenden. Hin und wieder kommen auch Abfälle der Lederindustrie zum Einsatz. Mehr zu Leder liest du hier: Echtes Leder, pflanzlich gegerbtes Leder, Bio-Leder – das steckt dahinter.

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