Der Amazonas brennt – 10 Dinge, die du jetzt tun kannst

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Das Amazonasgebiet steht in Flammen und die Welt schaut hilflos zu? Nicht länger: Tausende teilen Bilder in den sozialen Netzwerken – und auch davon abgesehen können wir jetzt etwas tun.

Das Amazonasgebiet liefert 20 Prozent unseres Sauerstoffs und beherbergt zehn Prozent der Artenvielfalt unseres Planeten. Es gilt als die „Lunge unseres Planeten“ – und hilft, das globale Klima zu stabilisieren. Wir brauchen den Amazonasregenwald zum Überleben.

Doch aktuell brennen hunderte Quadratkilometer Regenwald im Amazonasbecken – seit Wochen schon. In Brasilien sind es die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurden allein in Brasilien in diesem Jahr 72.843 Feuer registriert – ein neuer Rekord. Seit Mitte August seien 9.507 neue Brände dazu gekommen. Die Ursache ist aber nicht die Trockenperiode – sondern sehr wahrscheinlich Brandstiftung.

Mit der Brandstiftung wollen Bauern vor allem Weideflächen für ihre Rinder schaffen. Brasilien ist der größte Rindfleisch-Exporteur der Welt, in dem Land gibt es mehr Rinder als Menschen. Zweitwichtigster Treiber für die Abholzung des Regenwalds ist der Sojaanbau – und auch den will der amtierende Präsident Jair Bolsonaro vorantreiben.

Der Amazonas-Regenwald ist bedroht – aber ziemlich weit weg. Doch auch wir hier in Deutschland und Europa können etwas tun:

1. Kaufe kein Fleisch, keine Eier und keine Milch aus Massentierhaltung

Neben der Viehzucht ist der Sojaanbau der wichtigsten Treiber der Regenwaldabholzung in Brasilien. Soja aus dem Amazonasgebiet landet auch bei uns – und zwar als Futtermittel in der Massentierhaltung. (Mehr dazu im Soja-Report des Bund für Umwelt- und Naturschutz).

Kaufe deshalb Fleisch-, Eier- und Milcherzeugnisse nur in Bio-Qualität. Noch besser als das EU-Bio-Siegel sind die Siegel der Bio-Anbauverbände Demeter, Bioland oder Naturland.

Mehr dazu: Bio-Siegel: Was haben die Tiere davon?

Bei tierischen Produkten gilt: Lieber weniger davon konsumieren. Hier sind 10 Tipps ein bisschen veganer zu werden.

2. Wenn Fleisch, dann nur regionales Bio-Fleisch

Im Jahr 2018 kamen laut der NGO Amazonwatch 41 Prozent der Rindfleischexporte der EU aus Brasilien. Etwa 43.000 Tonnen Fleisch (ohne Geflügel) wurden laut Statista in den deutschen Markt importiert. Wer Fleisch kauft, sollte darauf achten, dass es aus nachhaltiger Bio-Tierhaltung und aus der Region kommt. Mehr dazu: Bio-Fleisch: Qualität erkennen, richtig kaufen.

Generell gilt auch bei Fleisch: Weniger ist mehr.

Kaufe Fleisch aus der Region. (© grafikplusfoto - Fotolia.com)

3. Wechsle zu einer nachhaltigen Bank

Großbanken wie die Deutsche Bank, die Commerzbank oder die ING.Group investieren Millionenbeträge in die brasilianische Viehzucht und den Sojaanbau – und sorgen so dafür, dass der Regenwald zerstört wird. (Die NGO Amazonwatch hat dazu ausführlich recherchiert: hier.)

Wechsle deshalb zu einer nachhaltigen Bank. Nachhaltige Banken investieren dein Geld weder in die Regenwaldabholzung, noch in Waffen- oder Atomgeschäfte. Wohin und wie du wechseln kannst, erfährst du hier: Jetzt einfach zu einer nachhaltigen Bank wechseln.

nachhaltige Geldanlage sparen
Nachhaltige Banken investieren dein Geld nicht in fragwürdige Geschäfte. (Foto: CC0 / Unsplash / Christian Dubovan)

4. Vermeide (konventionelles) Palmöl – auch dafür wird Regenwald gerodet

Im Amazonasgebiet spielt Palmöl zwar eine untergeordnete Rolle (das meiste stammt aus Indonesien und Malaysia). Doch Brasilien steht immerhin auf Rang zwölf der Palmöl-produzierenden Länder. Dennoch: Regenwald ist Regenwald – und den rettest du auch, indem du auf Palmöl verzichtest, vor allem auf konventionelles.

Mehr dazu: Palmöl: Wie stoppen wir die Zerstörung des Regenwalds? und 11 beliebte Produkte mit Palmök und gute Alternativen

5. Spare Papier und verwende Recyclingpapier

Deutschland ist Europas größter Papier-Produzent. Das für die Papier-Produktion verwendete Holz stammt jedoch selten aus heimischen Wäldern, sondern meist aus Skandinavien, Indonesien – und Brasilien. Papier besteht aus Holz und für Holz wird eben auch Regenwald zerstört.

Aus Altpapier gewonnenes Recyclingpapier steht Frischfaserpapier qualitativ in nichts nach, auch wenn es für viele noch ein grau-verstaubtes Image hat. Worauf du dabei achten musst: Altpapier: Wie du Bäume rettest, wenn du deinen Müll richtig entsorgst

6. Unterstütze Aufforstungsprojekte

Nutze Ecosia statt Google. Die nachhaltige Suchmaschine pflanzt für jede Suche Bäume – auch im Amazonas-Regenwald. Auch die Tropenwald-Stiftung Oro Verde pflanzt Bäume, um den Regenwald zu retten. Genauso die Organisation Plant for the Planet.

Es stimmt, auch Aufforstungsprojekte sind umstritten. Wir haben uns deshalb 14 empfehlenswerte Organisationen angeschaut – und worauf du achten solltest.

Bäume pflanzen – empfehlenswerte Baumpflanzprojekte und Organisationen zum Waldschützen
Bäume pflanzen schützt Regenwälder – und das Klima. (Foto: hiroshiteshigawara / stock.adobe.com)

7. Kaufe keine Möbel aus Tropenholz

Das Holz für unsere Möbel und andere Produkte (wie eben auch Papier) kommt unter anderem aus dem Amazonas. Auch hier spielt Brasilien eine untergeordnete Rolle – Länder wie Malaysia, Papua-Neuguinea, Indonesien, Myanmar und Thailand exportieren weit mehr als das Land im Amazonasgebiet. Dennoch: In Südamerika liegt Brasilien vorn. Ein großer Teil des Tropenholzes wird illegal gerodet und gehandelt, schreibt die NGO Oro Verde.

Kaufe deshalb Möbel und andere Erzeugnisse aus nachhaltiger Produktion. Nachhaltige Möbel findest du etwa in unserer Bestenliste.

8. Vermeide Produkte aus Leder

Brasilien ist ein wichtiger Exporteur von Leder – 80 Prozent des brasilianischen Leders werden exportiert. Ob dein Leder aus Brasilien stammt, ist leider schwer zu erkennen. Ein paar Dinge kannst du trotzdem beachten:

9. Vermeide Aluminium

Aluminium wird aus dem Erz Bauxit gewonnen. Ein Großteil davon kommt in Regenwaldländern vor. Für die Förderung werden Wälder gerodet – auch im Amazonasgebiet. Mehr dazu in unserem Artikel: Wie schädlich ist Aluminium für Umwelt und Gesundheit? Und 13 Tipps, wie du Aluminium vermeiden kannst.

10. Mach auf das Problem aufmerksam

Informiere dich bei NGOs wie Greenpeace, Amazonwatch, Oro Verde oder dem BUND. Unter dem Hashtag #PrayforAmazonia, #Amazonrainforest oder #AmazonFires kannst du auf Facebook, Twitter oder Instagram Bilder, Artikel oder einfach deine Gedanken teilen. So sorgst du dafür, dass so viele Menschen wie möglich auf die Situation aufmerksam werden und das Thema im Gespräch bleibt. Denn: Der Schutz des Regenwalds ist essenziell für das Fortbestehen der Menschheit.

Je mehr Lärm gemacht wird, desto weniger können Politiker, Konzerne und andere Entscheidungsträger wegschauen. Wir freuen uns, wenn du auch diesen Artikel teilst und wir es so schaffen, dass viele Leute aktiv werden können. Für deine internationalen Freunde findest du eine englische Version des Texts hier: The Amazon is up in Flames – 9 Things You Can Do

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(4) Kommentare

  1. Der Artikel über die Brände am Amazonas und wie man sie verhindern kann ist der einzige Weg!!! Nur wird auch hier Unterlass von den TABU zu reden dass 1/3 de Menschen auf der Erde überflüssig sind. Also ohne verantwortlich Geburten Kontrolle gibt es keinen Stop!! Die Erde hält keine 8 Billionen Menschen aus!! LG

  2. Sorry, Herr Simons,
    aber Sie meinten wohl 8 Milliarden Menschen, nicht 8 Billionen. Zurzeit liegt die Weltbevölkerung bei ca. 7,7 Milliarden. In der Sache selbst haben Sie sicher recht.
    Horst Köhler, Friedberg (26.8.2019)

  3. Die Erde hält sehr wohl 8 Milliarden Menschen aus, aber nicht mit unserem jetzigen Lebenstil. Dieser verändert die Tier- und Pflanzenwelt nachhaltig, vergiftet Gewässer, Luft und Böden und zerstört unsere Lebensgrundlagen, ist schließlich die Ursache für die Klimakrise.
    Also runter vom Konsum in der jetzigen Form, Umdenken und „Umhandeln“ hin zur Postwachstumökonomie.

  4. Das ist ja alles sehr lieb und nett gemeint,aber nützen wird es nicht viel, wenn ein großer Teil der Menschheit weiter Fleisch kauft, von Tieren, die mit Gensoja aus Brasilien gemästet wurden.
    Das macht vielleicht ein gutes Gewissen, wird aber einen Bolsonaro, der indirekt an dem Verbrechen beteiligt ist, indem er die Agrarlobby, die ihm mit zu seinem Wahlsieg verholfen hat ,hofiert, und die Gesetze zur Brandrodung und überhaupt alle Umweltgesetze inklusive dem Schutz der Indigenen, die im Amazonasurwald leben,
    gekippt hat. Wir sollten in Massen unsere Europa-Abgeordneten und unsere Regierungen bestürmen, und fordern, das Mercosur-Abkommen zurückzunehmen,
    zumindest in der jetzigen Form. Es ist das Wirtschaftssystem, das die Erde kaputt macht, indem es der Gier Tür und Tor öffnet! Leute, wacht auf, engagiert euch, empört euch, übt zivilen Ungehorsam…und natürlich, passt eure Konsumgewohnheiten den Gegebenheiten an.Fridays for Future muss wachsen, muss eine Sturmflut werden, die die Mächtigen das Fürchten um ihre Posten lehrt.

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