Eltern ernähren Baby vegan – nun droht ihnen eine Haftstrafe

Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash unter CC0. (Symbolbild)

Ein australisches Paar hat sein Kind von Geburt an streng vegan ernährt – und damit die Gesundheit des Babys aufs Spiel gesetzt. Nun droht den Eltern eine Gefängnisstrafe.

Ein australisches Elternpaar musste sich am Donnerstag in Sydney vor Gericht verantworten. Der Sydney Morning Herald berichtet, dass die beiden Veganer auch ihre Tochter knapp eineinhalb Jahre lang streng vegan ernährt hatten. Die Folge waren Mangelernährung und Unterentwicklung des Kindes.

Veganes Baby: mit 19 Monaten noch keine Zähne

Laut Unterlagen, die dem Gericht vorliegen, erhielt die Tochter vor allem Haferflocken, Kartoffeln, Reis, Tofu, Brot, Erdnussbutter und Reismilch. Zudem ab und an „einen Mund voll Obst“ oder zwei Rosinen als Snack. Die Folge: Im Alter von 19 Monaten hatte das Mädchen laut Zeugenaussagen noch keine Zähne und wog unter fünf Kilogramm. Sie war also ungefähr so weit entwickelt wie ein drei Monate altes Baby. Darüber hinaus leide das Kind inzwischen an einer Knochenkrankheit, die offenbar vermeidbar gewesen wäre.

Die Eltern haben sich am Donnerstag bei ihrer Anhörung dazu bekannt, ihr Kind nicht passend versorgt und seine Gesundheit damit aufs Spiel gesetzt zu haben. Ihnen drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Das Mädchen war im März 2018 mit Krämpfen in ein Krankenhaus eingeliefert worden – dort bemerkten Mediziner ihren Zustand. Zuvor war sie seit ihrer Geburt nicht mehr beim Arzt gewesen und hatte keine Impfungen erhalten.

So geht es dem Mädchen heute

Im Anschluss an ihren Krankenhausaufenthalt kam das Kind zu Pflegeeltern und wurde einmal täglich von Ärzten untersucht. Einem früheren Betreuer zufolge konnte sie in der ersten Zeit nicht aufrechtsitzen und ihre eigene Flasche nicht halten.

Inzwischen ist das Mädchen fast drei Jahre alt und geht zur Vorschule. Ihr Körper hat einiges an Gewicht zugelegt. Für ihr Alter ist sie aber auffallend klein – etwa so groß wie ein einjähriges Kind.

Kinder vegan ernähren: Wie groß ist das Risiko?

Kinder vegan zu ernähren, ist umstritten und mit Risiken verbunden: Durch einseitige Ernährung besteht die Gefahr, dass Heranwachsende nicht alle Nährstoffe erhalten und Mängel erleiden.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt besonders vor einem Vitamin-B12-Mangel in der Schwangerschaft und Stillzeit: Die Organisation bezieht sich auf Berichte von gestillten Säuglingen und Kleinkindern veganer Mütter. Diese hätten an „Störungen der Blutbildung, verzögerter körperlicher Entwicklung sowie  […] Reizbarkeit, Krampfanfälle[n], Lethargie, Hirnatrophie, Retardierung und Regression der Entwicklung“ gelitten.

Die Academy of Nutrition and Dietetics in den USA vertritt wiederum die Position, dass eine gut geplante vegane Ernährung mit Nährstoffpräparaten und angereicherten Lebensmitteln auch für Schwangerschaft und Stillzeit angemessen ist. Fachgesellschaften in Australien, Portugal und Kanada und Organisationen wie die Albert-Schweizer-Stiftung stimmen mit dieser Haltung überein.

Lies auch: Schwangerschaft und vegane Ernährung – geht das?

Utopia meint:Eine vegane Ernährung hat viele Vorteile – für die Gesundheit, den Tierschutz und das Klima. Dabei ist es wichtig, sich ausgewogen zu ernähren, damit es nicht zu einem Mangel kommt. Besonders für ein Kind, dass sich noch im Wachstum befindet, kann ein Nährstoffmangel extrem gefährlich sein. Eltern, die ihre Kinder vegan ernähren wollen, sollten sich deshalb gut informieren und gegebenenfalls von einem Arzt beraten lassen.

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(16) Kommentare

  1. Mir fehlt eine entscheidende Information in diesem Beitrag. Wurde das Kind gestillt? Den eigenen Nachwuchs zu stillen ist ja nicht unvegan, das machen alle Säugetiere und stellt ein normales Verhalten in ihrem natürlichen Lebensraum dar, auch bei Menschen.
    Falls das Kind nicht gestillt wurde, ist nicht die vegane Ernährung des Kindes Schuld an der Unterentwicklung, sondern der Verzicht auf das Stillen (Veganer können natürlich keine Ersatzprodukte verwenden).

  2. Du hast Recht, diese Information fehlt. Da aber von „seit der Geburt“ die Rede ist, schließe ich persönlich daraus, dass das Kind nicht gestillt wurde. Aber auch das Stillen ist kein Garant für gute Entwicklung. Bei diesem speziellen Fall vermute ich, dass auch bei der stillenden Mutter bereits ein großer Nährstoffmangel besteht… Wie sollten die wichtigen Nährstoffe dann in die Muttermilch gelangen? Insgesamt gilt – meiner Meinung nach: Bitte keine vegane Ernährung für Kinder im Wachstum! Den Klimawandel halten wir durch solch undurchdachte radikale Schritte auch nicht auf, sondern verursachen lediglich vermeidbares Leid bei unseren Kleinsten 😟 Weniger tierische Produkte – ja! Das wäre ein guter Mittelweg. Nach der Pubertät kann jeder machen was er will, gerne auch vegan mit „Köpfchen“. Aber bitte keine vegane Ernährung bei Kindern! 🙈

  3. ….einmal mehr eine Flut an (Copy/Paste) Fake-Artikel – auch, trotz und insbesondere weil es sich um „alte“ Fälle handelt – über vegan ernährte Kinder verbreitet werden? Denn, erschienen/erscheinen all diese Schmier-Artikel doch beinahe zeitgleich zu Artikeln (auch darin Hetze, Lüge und Schmier-„Journalismus“), dass Meghan und Harry ihr Kind vegan ernähren wollen werden? Auch darüber werden Hetze, Lügen durch Schmier-„Journalismus“ verbreitet, frei nach dem Motto: „was nicht sein darf, kann und darf einfach nicht sein“ (inszeniert durch die Tierqualindustrien? Ein Schelm, der Böses dabei denkt!!!

    Unredlicher Journalismus sieht genau so aus, wie es dieser Artikel (Copy/Paste – somit ist Utopia nicht alleinig zu verurteilen) wieder einmal mehr aufzeigt! Mehr als beschämend auch, dass die weltweit Millionen vegan ernährten Kinder, die sich ALLESAMT in BESTER Gesundheit wähnen im Kontext ganz geflissentlich verschwiegen wurden/werden, womit unzweifelhaft zu erkennen UND bewiesen sein dürfte, dass es den (Ur)Journalisten DE FACTO überhaupt NICHT um redlichen „Journalismus“ ging/geht!!!

    Was auch auffällt ist die Tatsache, dass diese solche Schmier-Artikel in gewissen zeitlichen Abständen systematisch erscheinen und dann – Copy/Taste – gewollt möglichst weitreichende Verbreitung finden… ein(!) Kind, was irgendwo(!) auf der Welt falsch ernährt wurde, wird, um einzig und allein GEGEN vegane Ernährung zu hetzen, instrumentalisiert… widerwärtig, abartig, ekelhaft… soviel abgrundtiefe Schlechtigkeit dieser solcher verantwortlichen „Journalisten“!!!

    https://meedia.de/2017/06/26/nach-tragischem-tod-eines-belgischen-saeuglings-wie-deutsche-medien-mit-falschaussagen-veganer-verteufeln/

    Anmerkung! „Journalismus“ und „Journalisten“ in Anführungszeichen gesetzt, weil sowas kein/e Journalismus/Journalisten ist/sind!

  4. Es ist schon mit Verantwortung verbunden, wenn man vegan lebt. Ich wusste lange nicht, dass Veganer angeblich alle Vitamin B12-Mangel haben.
    Seit ich das weis, supplementiere ich B12. Hatte bis dahin allerdings nichts von Mangelerscheinungen bemerkt.
    Jedenfalls ist es dringend notwendig, sich zu informieren. Vor allem wenn man eine bestimmte Ernährungsweise anwendet.
    Oftmals kommen auch verschiedene Faktoren zusammen. Dann wird es schwierig die wahre Ursache für Mangelerscheinungen zu finden.
    Hätten die Eltern das Kind mit Junk Fud in Fettsucht und Diabetes getrieben, währen sie vermutlich nicht vor Gericht gekommen.
    Aber damit will ich nicht sagen, dass sie sich nicht besser informieren hätten sollen und ihrem Kind, wenn schon vegan (was ich für gut halte) die optimalen veganen Supplimente hätten geben sollen.

  5. Es ist nicht eintönig vegan zu leben. wenn sich eine Mutter abwechslungsreich ernährt, kann sie in Schwangerschaft und Stillzeit ihrem Kind alles geben, was es braucht. Genauso, wie eine Mutter, sich Abwechslungsreich omnivor oder vegetarisch ernährt. Außerdem kann sie rund 2 Jahre das Baby stillen. die o. g. Eltern sind zu Recht verurteilt worden, aber aus meiner Sicht, nicht weil vegan, sondern weil einseitig ernährt würde. Hier muss ich *Gar.* beipflichten, bei einem dicken Kind wäre die Aufregung wesentlich kleiner. Es braucht halt noch länger, bis „vegan“ akzeptiert wird, ich habe über 20 Jahre Erfahrung damit.

  6. Es macht keinen Sinn, zu empfehlen, sich ärztlich zu veganer Ernährung beraten zu lassen. Weil es keinen Sinn macht, einen Arzt um Informationen zur Ernährung zu fragen. Ärzte heilen Krankheiten. Während des Medizinstudiums haben sie fast keine Ausbildung in Ökotrophologie. Zu diesem Thema haben die YouTuber „Vegan ist ungesund“, von denen einer ein Arzt ist, auch einen Beitrag gemacht. Niko Rittenau auch, der ist Ernährungswissenschaftler.

  7. Ich ernähre mich nicht vegan, noch nicht einmal vegetarisch – kann aber @Luxus Lady hier nur beipflichten.
    Da wir die eigentlich Begründung des Gerichts nicht kennen, sondern nur diesen Presseartikel, können wir ja nur spekulieren.
    Aber wenn stimmt, dass das Kind nur ab und zu ein bisschen Obst und Rosinen bekommen hat, dann hat das nichts mit vegan zu tun, sondern mit Fahrlässigkeit.
    Aber wer liest schon einen Artikel in dem steht: ‚Eltern wegen mangelnder Ernährung ihres Kindes verurteilt?‘ 😉 Da macht sich die Vegan-Schelte einfach besser.

  8. Gutes Argument. Außerdem sieht es so aus als hätte es für das Kind absolut kein Gemüse gegeben. Dabei wird ja selbst den omnivor ernährten Kindern immer gesagt, sie sollen ihr Gemüse schön aufessen damit sie gesund und stark werden.

  9. Genau, das ist eigentlich eine Nicht-Nachricht, deren Wiedergabe sich Utopia gut hätte sparen können. Insbesondere die unhinterfragte Übernahme des Tenors des (sensationsheischenden) Presseartikels irritiert gewaltig.

  10. Ist es mal wieder soweit, „Copy/Paste-Time“? Wenn es keine Argumente gegen vegane Ernährung gibt (auch und insbesondere von Kindern: https://www.deutschlandfunk.de/krebsforschung-hinweise-auf-erreger-in-milch-und-rindfleisch.676.de.html?dram:article_id=442138 ), werden entweder Märchen erfunden, Lügen verbreitet oder aber „alte Kamelle ausgegraben“! EIN Kind, 2018 falsch (hat NICHTS mit vegan zu tun) ernährt (eines zuviel)!!! Anderer unredlicher „Journalismus“ grub sogar einen Fall von vor etwa 15 Jahren aus, titulierte den Artikel als „vegan ernährtes Kind…“ (obwohl dem nicht so war), unfassbar! Daran ist recht gut erkennbar, wie händeringend wenig es diesen unredlichen „Journalisten“ um Wahrheit, vielmehr um Sensations-„Journalismus“ geht! Beschämend ist es allemal, auch und insbesondere das Leid eines Kindes immer wieder zu instrumentalisieren (völlig unabhängig ob vegan oder nicht vegan ernährt)!!!

    Da müssten die Gefängnisse doch bald recht voll, wenn nicht sogar übervoll werden, würden alle Eltern, deren Kinder auf den Stationen der Kliniken um ihre Gesundheit und um ihr Leben kämpfen, ebenfalls „einfahren“! Denn etwa 99-100% der beinahe unzähligen (womöglich Zehntausende / jährlich) kranken/schwerkranken/totkranken Kinder, wurden/werden omnivor ernährt… von den eigenen „Eltern“ dazu gezwungen… krank-, schwerkrank- und sogar totgefüttert!

    Diese beinahe unzähligen kranken, schwerkranken und totkranken omnivoren Kinder, die auf den Stationen der Kliniken um ihre Gesundheit, ja um ihre Leben kämpfen (viele haben den Kampf längst verloren), interessieren solche unredlichen „Journalisten“ allerdings/offenbar nicht, werden ganz geflissentlich verschwiegen, ganz salopp ignoriert, sind sie doch keine Schlagzeile wert, könnte darüber eben kein hetzerischer Artikel kreiert werden. Ganz im Gegensatz dazu über ein(!!!) – selbstverständlich ein zu viel, trotzdem „nur“ eins – falsch (mutmaßlich vegan – merkwürdig dabei: aus Australien… warum schauen sich diese „Journalisten“ nicht mal auf den Stationen deutscher [oder weltweit] Kinderkliniken um, würden sie dort doch ausnahmslos omnivore Kinder???) ernährtes Kind! Würde es bei der omnivoren Leserschaft nicht erfolgversprechend genug honoriert? Widerwärtig, solche/r „Journalisten“ / „Journalismus“!!! Dass sich aber auch „Utopia“ dafür hergibt, solche Ergebnisse unredlichen „Journalismusses“ zu veröffentlichen macht etwas nachdenklich / ist erschreckend!!!

    Zudem, soll es dem Zufall geschuldet sein…

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