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Die besten Ökogas-Anbieter

Ökogas-Anbieter gelten als umweltfreundliche Alternative zu Erdgas-Anbietern. Hier eine Liste der Ökogas-Anbieter, die wir für empfehlenswert halten, weil sie ausschließlich Biogas anbieten (Utopia-Empfehlung) oder wenigstens Tarife, die das Siegel ‚Grünes Gas‘ tragen.

Übrigens: Was „Ökogas“ ist, ist nicht genau definiert. Manche Anbieter mischen einfach fossiles Erdgas mit Biogas. Andere kompensieren Erdgas, so dass es als klimaneutral gilt („Klimagas“). Details unter dem Ökogasanbieter-Vergleich.

 

Bestenliste: Die besten Ökogas-Anbieter

So entstehen die Utopia-Bestenlisten im Produktguide ›

Kriterien für die Aufnahme in die Ökogas-Liste

Zu Aufnahme in die Liste Ökogas-Anbieter müssen die Anbieter/Tarife mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Der Gaslieferant bietet mindestens einen Tarif mit 100 Prozent Biogas-Anteil; dies ist dann zugleich der von Utopia bei diesem Anbieter empfohlene Tarif.
  • Der Anbieter bietet mindestens einen Tarif, der ein „Grünes Gas“-Siegel, idealerweise auch das TÜV-Nord-Siegel trägt.
  • Das Unternehmen hinter dem Tarif macht durch seine sonstigen Aktivitäten glaubwürdig deutlich, dass es den Energiemarkt aktiv in Richtung regenerativer Energien entwickeln möchte.

Im Vergleich zu Ökostrom sind die Kriterien bei Ökogas-Anbietern noch bescheiden. Der Grund: Es gibt derzeit einfach noch nicht viele Anbieter, die sie bereits erfüllen würden, daher ergibt es wenig Sinn, die Kriterien jetzt schon zu verschärfen. Auf Dauer muss aber klar sein, dass Anbieter mit konventionellen Angeboten aus der Bestenliste verschwinden werden.

Wenn du jetzt schon weiter gehen willst, achte auf die Kennzeichnung „Utopia-Empfehlung“ in der Bestenliste Ökogas-Anbieter, zu sehen beim jeweiligen Produkt. Dafür ist nötig:

  • Alle angebotenen Tarife sind frei von fossilem Gas: Der Anbieter verkauft also ausschließlich Tarife mit 100 Prozent Biogas bzw. ökologisch gewonnenem Gas. (Derzeit gibt es nur einen Gaslieferanten, der das anbietet, nämlich Polarstern Wirklich Ökogas**.)
  • Es gibt keine „kritischen Vermerke“.

Kritisch vermerken wir in den Listeneinträgen gegebenenfalls:

  • Besitzverhältnisse, die den Anbieter direkt mit konventionellen Energieproduzenten verbinden (Atom, Kohle).
  • Verzicht auf Siegel, die den Konsument:innen bei der Kaufentscheidung helfen könnten.

Fallen bei Ökogas-Anbietern

Auch bei Gas-Lieferanten lauern leider einige Fallen, Mythen und Missverständnisse.

‚Klimaneutrales‘ ‚Klimagas‘ schont das Klima (aber nur auf dem Papier)

Manche Ökogas-Anbieter verkaufen sogenanntes Klimagas, manche nennen es auch klimaneutrales Gas. Das ist in der Regel herkömmliches, also fossiles Erdgas.

Der Trick: Der Anbieter kompensiert das CO2, das bei der Förderung, dem Transport und dem Verbrauch des Erdgases entsteht. Dafür investiert das Unternehmen in Aufforstungsprojekte, fördert Klimaschutzprojekte oder kauft Emissionszertifikate.

Das ist besser als nichts, ja. Es reicht aber auf Dauer nicht und kann nur eine Zwischenlösung sein, wenn es im Geldbeutel wirklich eng ist. Und: Die CO2-Kompensation sollte zumindest nach dem „Gold Standard“ zertifiziert sein. Beim Ökogas-Vergleich lohnt es sich deshalb, speziell bei Klimagas genauer hinzusehen.

‚Biogas‘ kommt aus Biomasse (aber aus welcher?)

Ökogas, das durch die Vergärung von Biomasse hergestellt wird, nennt man „Biogas“. Empfehlenswerte Biogas-Anbieter verwenden dazu Abfälle.

Nicht empfehlenswert ist, wenn das Biogas aus wertvollen Nahrungsmitteln wie Mais und Getreide gewonnen wird oder z.B. über Gülle aus tierquälerischer Massentierhaltung.

‚Veganes Gas‘ gibt es (aber was heisst das denn genau?)

Veganes Gas kann im Einzelfall eine gute Lösung sein – es ist dann zum Beispiel Biogas aus pflanzlichen Abfällen, oft Zuckerrübenreste. Aber es gibt keine Zertifizierung für „veganes Gas“, auch keine gesetzliche Regelung, welche Kriterien Ökogas-Anbieter für veganes Gas erfüllen müssen, damit sie es so nennen dürfen.

100% Biogas im Angebot (aber Kunden nehmen ein anderes)

Tarife mit 100% Biogasanteil sind beim gleichen Anbieter teurer als solche mit nur 50, 20, 10 oder 5 Prozent. Dennoch bieten inzwischen erstaunlich viele Unternehmen einen Tarif mit 100% Biogas an – neben preiswerteren.

Da drängt sich der Verdacht auf, dass das nur Lockvogel-Angebote sind. Die Schuld liegt nicht allein bei den Anbietern, sondern auch bei uns Kunden: Wir sollten beim Ökogas-Anbieter eben wirklich nur den 100%-Biogas-Tarif buchen.

Vorbildlich finden wir hierbei Polarstern Wirklich Ökogas**, die keinen konventionellen Tarif anbieten. Es ist daher unsere Utopia-Empfehlung für Ökogas.

Wissenswertes zu Biogas und Ökogas

Ist Ökogas das gleiche wie Biogas?

Typischerweise bezeichnet Ökogas das Produkt, das man als Kund:In kauf, ganz egal, wie die ökologische Verbesserung nun ganz genau zustande gekommen ist. Biogas nennt man hingegen meist Gas, das man anderen Gasen beimischt, und das typischerweise auf organischen Stoffen basiert, meist pflanzlicher Abfall oder Gülle aus Tierhaltung.

Ist Ökogas immer klimaneutral?

Nein. In sehr vielen Fällen enthält es noch immer fossiles Erdgas. Selbst wenn es „klimaneutral“ oder gar als „Klimagas“ bezeichnet wird, so kommt diese Neutralität nur rein rechnerisch, durch Kompensationszahlungen zustande. Auf dem Papier wird das Klima nicht geschädigt – aber eine Gaspipeline, die Umweltzerstörung bei der Gasförderung, der unnachhaltige Abbau begrenzter fossiler Ressourcen bleibt natürlich in Wirklichkeit bestehen.

Ist Ökogas teurer als Erdgas?

Auf Dauer wird Erdgas teurer sein als Ökogas. Derzeit aber hängt es davon ab, welchen Ökogas-Tarif man mit welchem Erdgas-Tarif vergleicht. Man kann also sehr wohl beim Umstieg auf ökologisches Gas auch sparen!

Was brauche ich für den Umstieg zu Biogas/Ökogas?

Du benötigst Gas-Zählernummer, Jahresverbrauch und den Namen des aktuellen Lieferanten. All diese Angaben findest du auf deiner letzten Gas-Rechnung. Auch nötig: Bankverbindung und andere persönlichen Daten. Mehr ist für einen Umstieg nicht nötig. Details im Beitrag Gasanbieter wechseln – so geht’s klimafreundlicher.

Kann mir bei einem Wechsel zu Biogas eine Lieferunterbrechung drohen?

Nein, der sogenannte Grundversorger (oft: die Stadtwerke) sind verpflichtet, einzuspringen und dich mit Gas zu versorgen. Aber: Wahrscheinlich ist das dann kein Biogas/Ökogas.

Was kostet ein Wechsel?

Der Wechsel zu einem Ökogas-Anbieter ist in der Regel kostenlos.

Wie lange dauert der Wechsel?

Erstens hängt das davon ab, welche Kündigungsfrist dein Vertrag mit dem Gaslieferanten hat, denn die ist einzuhalten. Zweitens dauert die reine Umstellung, also mit vertragsfristgerechter Kündigung, meist zwischen zwei und vier Wochen.

Beliebteste Anbieter im Ökogas-Vergleich

Die beliebtesten Tarife, die am häufigsten von den Utopia-Nutzern getestet und bewertet wurden:

Polarstern Wirklich Ökogas

  • Gas: 100 % Biogas
  • Biogas-Anteil: 100% (aus organischen Reststoffen)
  • Siegel: TÜV Nord, naturemade star
  • Social Business, Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie

Green Planet Energy proWindgas

  • Gas: Erdgas mit steigendem Windgas-Anteil und 10 Prozent Biogas aus Reststoffen
  • Windgas: aus unbenutzter Windenergie erzeugt

BürgerÖkogas der Bürgerwerke

  • Gas: Erdgas mit bis zu 100 Prozent Biogas-Anteil
  • Biogas: aus organischen Reststoffen aus der Zuckerrübenverarbeitung – wahlweise 5, 10 oder 100 Prozent

Naturstrom Biogas 100%

  • Gas: Erdgas aus Börseneinkauf mit bis zu 100 Prozent Biogas-Anteil
  • Biogas: aus Klär- und Biogas-Anlagen
  • Siegel: Grünes Gas und TÜV Nord
  • Naturstrom baut eigene Ökoenergie-Kraftwerke

Ökogas in Österreich

Österreichische Kunden können zum Beispiel mit dem Optima Biogas 100 Tarif regionales und klimaneutrales Gas beziehen. Laut diesem Ökogas-Anbieter wird das Biogas ausschließlich aus regionaler Biomasse und Abfällen gewonnen.

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