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Mülltrennung: Darf Bioplastik in die Biotonne?

Foto: © Abfallwirtschaftsbetrieb München

Müll trennen ist wichtig, man kann aber auch einiges falsch machen. Für die Abfallbetriebe wird Bioplastik in der Biotonne immer mehr zum Problem. Was dahinter steckt. 

Biologisch abbaubare Müllbeutel, Frischhaltebeutel aus Bioplastik oder kompostierbare Hundekotbeutel: Sie alle dürfen nicht in den Biomüll – auch wenn die Hersteller die Beutel speziell für die Biotonne verkaufen.

In die Tonne gehören nur Abfälle, die einen tierischen oder pflanzlichen Ursprung haben. Je nach Art der Herstellung ist Bioplastik so ein Produkt: Der „Kunststoff“ wird oft aus Pflanzen produziert, etwa aus Mais, Weizen, Kartoffeln, Zuckerrohr, Bambus oder Holz. Das Problem: Bioplastik verrottet in den Müllanlagen zu langsam. Es wird daher aus dem Biomüll ausgesiebt, Mikroplastik bleibt jedoch zurück.

Aus Biomüll wird Kompost und Erde

Biotonnen
Biotonnen. (Foto: Colourbox.de)

Die Abfallbetriebe stellen aus Biomüll Biogas sowie Kompost her, aus dem wiederum Erde wird. In den Anlagen des Abfallwirtschaftsbetriebes München (AWM) rottet der Biomüll hierfür insgesamt zwölf Wochen lang vor sich hin.

Die ersten sechs Wochen erfolgt die sogenannte „Vergärung“, erklärt uns Evi Thiermann, Pressesprecherin des AWM. Hierbei entsteht Biogas. Anschließend folgt die Phase der Kompostierung, die ebenfalls sechs Wochen dauert.

Das Problem: Während der Vergärung zersetzt sich Bioplastik gar nicht. Erst während der Kompostierung beginnt der Zersetzungsprozess, allerdings sind die sechs Wochen zu kurz. Das Bioplastik zerkleinert sich lediglich, baut sich aber nicht komplett ab. Damit wird es zu einem noch größeren Problem: Die zerkleinerten Bioplastikpartikel lassen sich schlechter herausfiltern und die zurückbleibenden Teilchen verunreinigen den Kompost.

Eine Studie der Universität Bayreuth hat 2018 Komposterde aus 14 verschiedenen Anlagen in Deutschland untersucht. Die Erde war teilweise stark mit Mikroplastik belastet. Viele deutsche Abfallbetriebe untersagen die Entsorgung von Bioplastik im Biomüll daher inzwischen. In der Regel gehören Biokunststoffe in den Restmüll. (Mehr dazu hier: Wie Bio ist Bioplastik?)

Für die Biotonne sind unbeschichtete Papiertüten, Küchenkrepp sowie Zeitung erlaubt (aber kein Hochglanzpapier von Zeitschriften). So kannst du Biomüllbeutel aus alten Zeitungen selber machen.

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(1) Kommentar

  1. Hallo zusammen,
    Eine Frage in die Runde:
    Unser Abfallwirtschaftbetrieb hier im Landkreis sammelt den Biomüll nur ein, wenn er in eben solchen Bioplastiktüten eingetütet ist. Ist das dann nicht hinderlich? Wie machen das andere Landkreise? Ich muss die Abholung des Biomülls sowieso in den jährl. Müllgebühren bezahlen und muss eben diese Bioplastikmüllbeutel verwenden, oder kann ich mich hier „wehren“ und sagen, dass ich diese nicht benutze? Wenn ich es in einem Eimer vor die Türe stelle, wird es nicht mit eingesammelt. 🙁