Hundekotbeutel: Gibt es eine nachhaltige Variante?

Hundekotbeutel sind bei der Gassirunde unverzichtbar.
Foto: CC0 / Pixabay / fxxu

Für Hundehalter sind Hundekotbeutel unabdinglich. Zusätzlich zur herkömmlichen Plastiktüte gibt es inzwischen noch andere, vermeintlich nachhaltigere Varianten – doch halten sie, was sie versprechen?

Hundekotbeutel als Umweltproblem

In den meisten Städten gibt es mittlerweile eine Pflicht für Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde zu beseitigen. Herrchen oder Frauchen müssen also bei jedem Gassigang entsprechende Beutel mit sich führen – bei einem Verstoß drohen Bußgelder. Üblicherweise werden dafür kleine Plastiktütchen genutzt, die in Drogerien und Supermärkten günstig erhältlich sind und von manchen Gemeinden sogar kostenlos ausgegeben werden. Diese herkömmlichen Hundekotbeutel haben jedoch einige Nachteile:

  • Zunächst sind die Tütchen Einwegprodukte: Pro Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 500 Millionen Beutel verbraucht – eine kaum vorstellbare Menge zusätzlichen Plastikmülls.
  • Die handelsüblichen Hundekotbeutel bestehen aus Polyethylen, also verarbeitetem Erdöl, und werden somit aus einem nicht nachwachsenden Rohstoff hergestellt. 
  • Gebrauchte Hundekotbeutel schaffen zudem oft nicht den Weg zum nächsten Mülleimer, sondern landen im nächsten Gebüsch. Die Plastiktüten sind aber nicht biologisch abbaubar und zersetzen sich durch äußere Einflüsse nur sehr langsam. So gelangt über einen längeren Zeitraum Mikroplastik in die Umwelt.
  • Da die Beutel nicht recyclebar sind, landen sie selbst bei ordnungsgemäßer Entsorgung vollständig im Restmüll und anschließend auf der Müllverbrennungsanlage.

Einige Hersteller haben auf die Bedenken umweltbewusster Hundehalter reagiert und bieten nun verschiedene Alternativen zum herkömmlichen Hundekotbeutel an. 

Hundekotbeutel aus „Bio-Plastik“ – was steckt dahinter?

Hundekotbeutel landen oft auf der Straße und nicht im Müll.
Hundekotbeutel landen oft auf der Straße und nicht im Müll.
(Foto: CC0 / Pixabay / kalhh)

Ein Lösungsansatz sind Beutel aus sogenanntem Bio-Plastik. Damit kann entweder die Zusammensetzung des Kunststoffs aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr gemeint sein oder die Art und Weise der Zersetzung der Tüte in der Umwelt. (Erhältlich sind Hundekotbeutel dieser Art etwa bei **Memolife oder im **Avocadostore.)

  • Die biobasierten Beutel aus nachwachsenden Rohstoffen sind aber nicht immer auch biologisch abbaubar. Umgekehrt bestehen die biologisch abbaubaren Tüten nicht immer aus nachwachsenden Rohstoffen. 
  • Zudem sind nicht alle biologisch abbaubaren Beutel auch unter nichtindustriellen Bedingungen kompostierbar. Und selbst in einer Kompostieranlage kann Bio-Plastik in der Regel nicht von gewöhnlichem Plastik unterschieden werden und wird schließlich aussortiert.

Die biobasierten Tütchen sind also im Hinblick auf das verwendete Material nachhaltiger, unterscheiden sich bei der Müllverwertung aber kaum von den handelsüblichen Beuteln.

Hundekotbeutel aus recyceltem Plastik

Eine weitere Alternative sind Hundekotbeutel aus recyceltem Plastik. 

  • Der Vorteil dieser Beutel ist, dass für die Herstellung altes Plastik wiederverwertet wird und so Rohstoffe und CO2-Emmissionen eingespart werden. Allerdings können auch diese Tütchen aus recyceltem Plastik nur einmal verwendet werden – und landen danach wie die handelsüblichen Beutel im Restmüll.
  • Zudem gibt es auch hier keine Marke, deren Hundekotbeutel zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik bestehen. Selbst der Kauf dieser nachhaltigeren Variante ist also nicht ganz ressourcenschonend.

Hundekotbeutel aus Papier – die umweltfreundliche Variante?

Ganz auf Plastik verzichten kannst du mit Hundekotbeuteln aus Papier. Du kannst sie zum Beispiel bei **Amazon kaufen. Mit einer integrierten Papierschaufel und Tragegriff lässt sich auch damit hygienisch das Geschäft deines Hundes beseitigen.

  • Papier und Pappe sind grundsätzlich besser biologisch abbaubar als Plastik. Besonders nachhaltig sind Hundekotbeutel aus Papier aber erst, wenn sie schon aus recyceltem Papier hergestellt werden.
  • Auch hier besteht das Problem der Entsorgung: Ein gebrauchter Papierbeutel kann weder im Papier- noch im Biomüll entsorgt werden und landet so letztendlich wieder im Restmüll.

Das Problem liegt in der richtigen Entsorgung

Hundekotbeutel lassen sich nicht recyceln.
Hundekotbeutel lassen sich nicht recyceln.
(Foto: CC0 / Pixabay / blickpixel)

Zwar sind die genannten Lösungen insofern umweltfreundlicher, als dass sie aus nachwachsendem Material hergestellt werden oder biologisch abbaubar sind. In der Praxis landen die verschiedenen Tütenarten nach Gebrauch jedoch alle in derselben Tonne. Die perfekte Alternative für die handelsüblichen Hundekotbeutel lässt also noch etwas auf sich warten und ist schwieriger als gedacht.

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(4) Kommentare

  1. Ich wundere mich etwas über die Aussage, dass Bio-Kotbeutel nicht kompostierbar wären. Es gibt zig Marken, die die Kompostierbarkeit bewerben und ich hatte auch noch keine Probleme damit. Viele beginnen schon nach wenigen Tagen damit sich sichtbar aufzulösen im Heimkompost und auch inhaltlich sind diese immer eine Kombination aus Maisstärke und anderen kompostierbaren Rohstoffen.

  2. Die ökologischste Variante ist zumindest an passender Stelle ein schwungvoller Schubser mit dem Wanderschuh in Richtung Unterholz. Bei gesunden Hunden bleibt auch nichts am Schuh kleben.
    Alles wird je nach Wetterlage in 4 Stunden bis 4 Wochen seinen natürlichen Weg genommen haben 😉🐶👩🐶

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