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Resteverwertung: Das kannst du aus deinem Biomüll machen

Fotos: © kristina rütten, Toanet - Fotolia.com

Gemüsereste, Obstschalen und Kaffeesatz landen viel zu oft im Biomüll – obwohl man das alles noch weiter verwerten kann.

Ungefähr 80 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Deutsche pro Jahr in den Müll. Zudem ist die Biomüll-Tonne diejenige, bei der am wenigsten auf eine ordentliche Trennung geachtet wird. Zeit, sich einmal genauer anzusehen, was wir in den Biomüll werfen und was davon eigentlich noch weiterverwertet werden könnte.

Resteverwertung: Schalen essen statt in den Biomüll werfen

Bei vielen Obst- und Gemüsesorten kann man die Schale bedenkenlos mitessen. Äpfel und Birnen sind dabei keine Überraschungskandidaten, was allerdings viele nicht wissen: Die Schalen sollten hier sogar mitgessen werden, da sie bis zu zwei Drittel der Vitamine enthalten.

Rote Bete, Kiwi, Khaki, Karotte und Feige – bei all diesen Sorten kann man sich das Schälen auch sparen. Die Schalen von Orangen sind zwar nicht giftig, aber aufgrund ihrer Dicke auch nicht sonderlich bekömmlich. Hokkaido-Kürbisse müssen ebenfalls nicht geschält werden. Und sogar die Mango kann man mit ihrer Schale essen.

Allerdings sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass es Bio-Gemüse und Obst ist. Denn konventionelles Obst ist meist mit Pestiziden belastet – bis zu 100 Mal stärker als Bio, bei Kiwis ließen sich sogar bis zu 3000 Mal höhere Werte feststellen.

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Auch Karotten werden viel zu oft geschält – und die Schalen in den Müll geworfen. (Foto: © Unsplash)

Chips aus Gemüseschalen

Wer sich mit dem Essen von manchen Gemüseschalen nicht anfreunden kann, der macht aus den Schalen von Kartoffeln, Roter Bete, Pastinake, Rettich, Wirsing und Grünkohl ganz einfach Chips. Dafür die sauberen Schalen in dünne Streifen schneiden, in gewürztes Olivenöl tauchen und in der Pfanne braten oder im Ofen rösten. Auch hier gilt natürlich: Um sicher zu gehen, dass die Schalen pestizidfrei sind, unbedingt Bio-Gemüse kaufen! Genauso gut kannst du aus altem Gemüse leckere Gemüsechips selber machen.

Gemüsebrühe aus Resten

Aus Schalen und anderen Gemüseresten kannst du auch Brühe herstellen, die sich sogar ohne Kühlschrank monatelang hält. Dafür alle Reste in einen Topf geben, mit ausreichend Wasser bedecken, würzen und wie eine Gemüsesuppe aufkochen lassen.

Dann bei niedriger Temperatur so lange ziehen lassen, bis alles schön weich ist. Zutaten mit einem feinen Sieb absieben, die Brühe mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nun den Sud nochmal kurz aufkochen, damit du ihn dann kochend heiß in Schraubgläser abfüllen kannst. Schnell verschlossen hält die Brühe aufgrund des Vakuums auch im Regal oder Küchenschrank mehrere Wochen oder sogar Monate.

Siehe auch: Gemüsebrühe selber machen

Pflänzchen aus Trieben ziehen

Wenn Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer länger lagern, bilden sie kleine Triebe, die viel zu oft abgeschnitten werden und im Biomüll landen. Statt sie wegzuschmeißen, kannst du ganz leicht neue Pflänzchen daraus ziehen: Dafür das weiße Endstück in einen Behälter zu etwa 1/3 mit Wasser bedecken und auf die Fensterbank stellen. Schon nach ein paar Tagen hast du ein kleines Pflänzchen.

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Die Triebe von Zwiebeln und Knoblauch können bedenkenlos gegessen oder weiterverarbeitet werden. (Foto: © Unsplash)

Dieses kannst du entweder zerkleinern und zum Beispiel im Salat mitessen oder es richtig einpflanzen. Eine Zwiebelernte gibt’s wahrscheinlich nicht, aber zumindest eine schöne, weiße Zwiebelblüte. Allerdings darauf achten: Wenn die Triebe einer gekeimten Kartoffel schon sehr groß sind, dann weder die Triebe noch die Kartoffel essen – sie bilden einen giftigen Stoff. Knoblauch und gekeimte Zwiebeln sind dagegen unbedenklich.

Hier findest du 8 Lebensmittel, die immer wieder nachwachsen.

Avocadokern einpflanzen oder essen

Ebenfalls nicht wirklich ertragreich, aber zumindest schön anzusehen: Ein selbstgezogenes Avocadobäumchen. Dafür den Kern der Avocado entweder direkt in die Erde einpflanzen oder zuerst in einem Wasserglas vorziehen. Bei der zweiten Methode sollte der Kern  etwa bis zur Hälfte im Wasser liegen. An einem sonnigen Platz mit regelmäßig Wasser beginnt er nach einigen Wochen zu keimen. Wenn sich eine lange Wurzel entwickelt hat, kannst du den Kern in einen Blumentopf umpflanzen.

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Der Avocadokern ist genauso gesund wie die Frucht – trotzdem landet er oft im Müll. (Foto: © Unsplash)

Was viele nicht wissen: Gerade der Avocadokern enthält zahlreiche gesunde Nährstoffe, wertvolle Ballaststoffe und 70% der gesamten Aminosäuren der Frucht. Die helfen gegen einen hohen Cholesterinspiegel. Trotzdem landet der Kern viel zu oft im Müll. Dabei kann daraus auch ganz einfach Tee zubereitet werden oder du benutzt ihn als Topping für Salate und Smoothies: Den Kern gut waschen, trocknen, mithilfe einer Reibe zerkleinern und auf niedriger Stufe rösten.

Kaffeesatz: Gesichtsmaske oder Dünger

So einfach machst du eine pflegende Peeling-Maske aus Kaffeesatz: Fünf Teelöffel abgekühlten Kaffeesatz, einen Teelöffel Honig und einen Teelöffel Olivenöl gut vermengen. Die Gesichtsmaske auftragen und 30 Minuten einwirken lassen. Für einen zusätzlichen Peeling-Effekt die Maske beim Abwaschen mit warmem Wasser verreiben.

Auch das Düngen mit Kaffeesatz ist bekannt: Die Blumenerde vor dem Einpflanzen mit einem bis zwei Esslöffeln anreichern, so gewinnt die Erde zusätzliche Nährstoffe. Das klappt natürlich auch bei bereits eingesetzten Pflanzen oder in größeren Mengen im eigenen Garten.

Aber auch abgesehen von seiner Anwendung als Gesichtsmaske und Dünger kann der Kaffeesatz Einiges: zum Beispiel den Kühlschrankgeruch neutralisieren, da er Umgebungsgerüche aufnimmt. Oder für glänzendes Haar sorgen. Dafür einfach den Kaffeesatz zehn Minuten in die Haare einwirken lassen und danach gründlich ausspülen. Du kannst aber auch Stoffe oder Ostereier mit übrigem Kaffeesatz färben oder ihn mithilfe eines Schwamms als Grillreiniger benutzen.

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(6) Kommentare

  1. Ich habe die Gesichtsmaske mit Kaffeesatz gestern probiert. Da die Konsistenz zu flussig war, konnte ich sie nicht wirklich als Maske benutzen, aber als Peeling fand ich ihre wirkung wirklich geil! Vielen Dank für diese Empfehlung!
    PS. Beim Ausspülen muss man wirklich aufpassen, denn danach ist alles voll mit Kaffeesatz 😉

  2. Hallo, ich verwende den Kaffesatz als Körperpeeling: Je gleicher Anteil Kaffee und Körperöl mischen. Bitte unbedingt unter der Dusche auftragen, sonst ist anschließend Putzen angesagt. Besonders pflegend und gut riechend wird die Mischung mit Kokosöl.

  3. Hi,

    ich fände es ja super, wenn das funktionieren würde, aber ich weiß nicht so genau wie das funktioniert. Denn wenn ich Kaffeesatz ein paar Tage stehen lasse, dann fängt er doch an zu schimmeln und das würde doch auch passieren, wenn ich ihn in meine Blumen schütte, oder nicht?

    Vielen Grüße,
    Marina

  4. Hallo Marina,
    doch das funktioniert. Der Kaffeesatz trocknet, wenn er in den Blumen/ auf den Beeten verteilt ist und schimmelt deshalb nicht. Wir machen das bspw. im Garten auf das Erdbeerbeet. Das hält die Schnecken und Asseln fern. 🙂

  5. Hallo, weshalb muss man den geriebenen Avokadokern rösten vor dem Verzehr bzw, muss man dies auch bei Verwendung als Tee? Enthält der Kern einer Nicht-Bio-Avokado bedenkliche Stoffe, sodass man nur zur Bio-Avokado greifen sollte?

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