Falsche Mülltrennung: Hier wollen Behörden jetzt Müll-Detektive einsetzen

Foto: © Abfallwirtschaftsbetrieb München

Müll trennen ist wichtig, man kann aber auch einiges falsch machen. Für die Abfallbetriebe ist zurzeit Plastik in der Biotonne ein großes Problem – auch kompostierbares Bioplastik. Die Stadt München überlegt nun sogar, „Mülldetektive“ zu beauftragen.

Biologisch abbaubare Müllbeutel, Frischhaltebeutel aus Bioplastik oder kompostierbare Hundekotbeutel: Sie alle gehören nicht in den Biomüll – auch wenn die Hersteller die Beutel speziell für die Biotonne verkaufen.

In die Tonne gehören nur Abfälle, die einen tierischen oder pflanzlichen Ursprung haben. Bioplastik ist eigentlich so ein Produkt: Der „Kunststoff“ wird aus Pflanzen hergestellt, etwa aus Mais, Weizen, Kartoffeln, Zuckerrohr, Bambus oder Holz. Das Problem: Bioplastik verrottet in den Müllanlagen zu langsam. Es wird daher aus dem Biomüll ausgesiebt, Mikroplastik bleibt jedoch zurück.

Mülldetektive sollen die Biotonne kontrollieren

Biotonnen
Biotonnen. (Foto: Colourbox.de)

Um das Problem zu lösen, überlegt das Kommunalreferat von München, in der ganzen Stadt „Mülldetektive“ einzustellen. Die Mülldetektive würden Abfälle der Haushalte kontrollieren und prüfen, ob Plastik oder Bioplastik in der Tonne steckt. Wie die Süddeutsche Zeitung online (SZ) berichtet, sind bereits vier Mülldetektive im Stadtteil Laim im Einsatz.

Wenn die Mülldetektive in einer Biotonne drei oder vier Dinge finden, die dort nicht reingehören, kleben sie einen gelben Aufkleber auf die Tonne, schreibt die SZ. Entdecken sie mehr falsch eingeworfenen Müll, kriegt die Tonne einen roten Aufkleber – sie gilt dann als Restmüll. Der jeweilige „Besitzer“ muss für die Entsorgung mehr bezahlen. Das soll den Lerneffekt verstärken.

Aus Biomüll wird Kompost und Erde

Die Abfallbetriebe stellen aus Biomüll unter anderem Kompost und Blumenerde her. In den Anlagen des Abfallwirtschaftsbetriebes München (AWM) rottet der Müll zwölf Wochen lang vor sich hin – in dieser Zeit kann sich Bioplastik aber nicht zersetzen.

Nach dem Kompostieren siebt der AWM Tüten und anderen (Bio-) Plastikmüll heraus. Allerdings bleiben kleine Plastikstückchen zurück, die zerhäckselt werden und den Kompost verunreinigen.

Eine Studie der Universität Bayreuth hat vergangenes Jahr Komposterde aus 14 verschiedenen Anlagen in Deutschland untersucht. Die Erde war teilweise stark mit Mikroplastik belastet. Kompost aus den Münchner Abfällen war bislang so gut, dass er für den Biolandbau zertifiziert ist. Diese Zertifizierung könnte der AWM wegen der Verunreinigungen verlieren.

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