Per Gericht: Umwelthilfe will Tempolimit für deutsche Autobahnen erzwingen

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Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Deutschland ist eines der wenigen Ländern, in denen es auf Autobahnen keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Die Deutsche Umwelthilfe will das ändern – für bessere Luft und Klimaschutz.

Je schneller Autos auf den Schnellstraßen und Autobahnen fahren, desto mehr Treibstoff verbrauchen sie. Mehr Treibstoff bedeutet auch mehr CO2-Emissionen. Um die Belastung zu reduzieren, fordern Politiker und Umweltschutzorganisationen schon seit langem ein Tempolimit. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will ein solches Limit nun juristisch durchsetzen.   

Für Bundesstraßen fordert die Organisation eine Begrenzung auf 80 km/h, für Autobahnen 120 km/h. „Wir müssen als letzter Industriestaat endlich ernst machen mit Klimaschutz im Verkehr“, sagte Jürgen Resch, Geschäftsführer der DUH am Dienstag in Berlin. Falls ein Gerichtsverfahren Erfolg verspreche, wolle die Deutsche Umwelthilfe eine Klage einreichen.

Deutsche Umwelthilfe und die Diesel-Fahrverbote

Mit Klagen war die Organisation vor allem in den letzten Monaten erfolgreich: Sie hat in zahlreichen Städten wegen zu hoher Luftverschmutzung geklagt und so Diesel-Fahrverbote erwirkt. Nach eigenen Angaben verfolgt die DUH derzeit in 30 Städten Gerichtsverfahren.

Die Automobilindustrie stört das gewaltig. Auch aus der Politik kommt Widerstand: Die CDU will die Gemeinnützigkeit der Umwelthilfe prüfen. Außerdem verlangt die CDU, dass der Verein kein Geld mehr aus dem Bundeshaushalt bekommt.

Tempolimit hätte mehrere Vorteile

Ob sich ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen „erklagen“ lässt, wird sich zeigen. Für die DUH hätte die Begrenzung neben dem positiven Effekt auf die Luftqualität noch einen weiteren Vorteil: Wenn Autos ohnehin nicht mehr so schnell fahren dürfen, könnten die Hersteller die Modelle kleiner und leichter bauen. Damit ließe sich also zusätzlich Material einsparen.

Was haltet ihr von dem Vorstoß der Deutschen Umwelthilfe? Glaubt ihr, dass eine Klage erfolgsversprechend wäre? Schreibt uns in den Kommentaren.

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(20) Kommentare

  1. Und dann jammert die Deutsche Umwelthilfe, die ganze Nation hätte sich gegen sie verschworen! Haben die denn keinen Empathie für die deutschen Befindlichkeiten?!
    Die Deutsche Umwelthilfe wäre wohl besser beraten, sich dem eigentlichen Mobilitätsproblem – dem immer weiter ausufernden LKW-Verkehr – zu widmen, statt die Freiheit des Bürgers noch weiter beschneiden zu wollen! Da wäre genug Potential für kreative und umweltfreundliche Konzepte vorhanden! Ich verweise insofern auf meinen entsprechneden Beitrag in der Gruppe „Mobilität“.
    Davon abgesehen, daß die Diskussion um ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen schon seit der ersten Ölkrise 1973 geht. Aber selbst eine rot-grüne Bundesregierung hat entgegen ihrer vollmundigen Versprechungen dieses Thema nicht aufgegriffen. Warum wohl?
    Um mal einen Blick ins Ausland zu werfen:
    Italien hat vor einigen Jahren auf verschiedenen Autobahn-Abschnitten das Tempolimit von 130 km/h auf 160 km/h heraufgesetzt.
    Davon abgesehen:
    Wann und wo kann man bei der heutigen Verkehrsdichte noch über längere Strecken wesentlich schneller als 120 – 130 km/h fahren?
    Insofern scheint die Diskussion sowieso überflüssig …

  2. Warum denn nicht Tempo 120?!

    Man merkt doch spätestens durch den vergangenen langen, trockenen Sommer, dass der Klimawandel im Gange ist. Alle reden davon, dass etwas getan werden soll. Vor allem der Staat sei in der Pflicht. Wenn es nun also heißt, um den Spritverbrauch zu senken (und nebenbei auch die Zahl der Unfälle inkl. Tote und Verletzte), soll es ein Tempolimit geben.
    Was ist denn so schlimm daran?! Euch wird ja nicht das Autofahren verboten. Aber durch so ein Tempolimit kann der Spritverbrauch der sonst Rasenden bestimmt um 20% oder mehr gesenkt werden. Durch eine einfache Maßnahme. Jederzeit!

    Wenn Ihr Euch nichts vorschreiben lassen wollt, dann macht es doch freiwillig! Da aber nur wenige freiwillig dazu bereit sind, muss es staatlich angeordnet werden.
    Und auch die Fliegerei werden die Leute wohl nicht freiwillig reduzieren wollen.
    Also müsste dort auch ein Gesetz her.

    Leute, begreift es doch endlich: der Klimawandel betrifft nicht nur andere Regionen und Nationen, sondern auch uns. Nicht nur die Älteren, die diese Hitze in den Sommern nicht mehr ertragen können, sondern vor allem die Kinder und Enkel.

    Ich habe noch gut einen Spruch im Ohr:

    Meine Kinder sollen es mal besser haben!

    Wenn das nicht nur schönes Gerede war, sondern wirklich ernst gemeint, dann müsst Ihr auch mal HANDELN!

    Warum ich „Ihr“ und „Euch“ sage: weil ich es schon mache, völlig freiwillig. Und ich vermisse nichts!

  3. „Man merkt doch spätestens durch den vergangenen langen, trockenen Sommer, dass der Klimawandel im Gange ist.“

    Komm mal runter.
    Im Sommer davor sind wir ersoffen, geradezu.

    Ich begrüße jeden Gedanken zum Klimawandel.
    Aber Du mischst zu viele Gedanken und Ideen in einem.

    Emotionen werden uns den Treibstoff liefern – und hoffentlich Vernunft die Richtung.

  4. „Komm mal runter.
    Im Sommer davor sind wir ersoffen, geradezu.“

    Eben, auch das Ersaufen ist eine Folge des Klimawandels. Es wird nicht nur wärmer, sondern Extremwetter werden stärker und verheerender. Das KLIMA wandelt sich, nicht das Wetter.

  5. Eben.

    Von ein oder zwei aufeinanderfolgenden Phänomenen direkt aufs Klima zu schließen, ist unlauter. Macht auch keiner der Klimatologen.
    Zwei aufeinanderfolgende Ereignisse sind Wetter.

    Und nein, ich bin absolut keine Leugnerin des Klimawandels.

  6. Super Sache!!! Wir verreisen ausschließlich mit dem Auto und sind auf den Autobahnen in anderen Ländern viel entspannter unterwegs. Kaum hat man auf dem Rückweg nach Deutschland die Grenze hinter sich gelassen, geht der Streß durch Raser wieder los.
    Innerorts sollte das Tempolimit noch auf 30 gesetzt werden.
    Und zum ersten Beitrag oben: warum immer auf andere Probleme lenken? Warum nicht das eine jetzt und das andere später? Bitte nicht immer aus rein egoistischen Gründen ablenken.

  7. Statt das eigentliche Mobilitätsproblem – den immer weiter ausufernden LKW-Verkehr – anzugehen, wir hier dem Bürger eines der letzten Stücke seiner Freiheit vermiest und streitig gemacht.
    Der hat ja keine starke hinter ihm stehende Lobby und kann sich deshalb am wenigsten wehren. Ein Schalk, wer Böses dabei denkt …

  8. „Die Freiheit hat als ihre logische Grenze die Freiheit der anderen“, hat mal wer Schlaues gesagt. Es gibt auch viele Bürger, die sich sicherer und wohler fühlen würden, wenn niemand mehr mit 200 km/h von hinten heranrauschen würde. Aber klar, die Schwachen sollen sich gefälligst den Alphatieren unterordnen.

    Der Bürger ohne starke Lobby, der gern schnell Autofahren will, sollte sich mal den ADAC anschaun. Möglicherweise findet er dort unter den über 20 Millionen Mitgliedern einen Gleichgesinnten, und sie können eine Lobbygruppe aufbauen.

    Sarkasmus beiseite: Schnelles Autofahren als die letzte verbliebene Freiheit zu empfinden, finde ich schon sehr erschreckend. Wenn es die wirklich wäre, gäbe es wichtigere Gebiete, für deren Freiheit man sich einsetzen sollte.
    Wahrscheinlich gibt es aber wirklich Menschen, die das ernsthaft glauben. Da würde ich mir natürlich wünschen, dass denen jemand zeigt, was es sonst noch für schöne Dinge gibt im Leben. Aber so leicht kommt man an die wahrscheinlich nicht ran.

  9. @ Hans1

    Was Mündigkeit bedeutet, darüber denken leider die Wenigesten nach:
    Mündigkeit bedeutet eigenverantwortliches Handeln.
    Somit ist jede staatliche Reglementierung ein Stück Entmündigung des Bürgers – und endet automatisch früher oder später damit, daß der Bürger endgültig entmündigt ist. Mit anderen Worten:
    In einem tolatitären Systhem.
    Das sollte sich jeder der Jubler bei solchen Ansinnen mal bewußt machen!

  10. Der Satz lautet (nach meinen Recherchen)

    „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“

    Finde den Unterschied.
    Wohlgemerkt ist das Ganze im Kontext ihrer Zeit zu lesen.

    @ Denkenderbeurger: Du erbietest Deinen Deutschlehrern jetzt hoffentlich Ehre.

  11. „Mündigkeit bedeutet eigenverantwortliches Handeln.
    Somit ist jede staatliche Reglementierung ein Stück Entmündigung des Bürgers – und endet automatisch früher oder später damit, daß der Bürger endgültig entmündigt ist. Mit anderen Worten:
    In einem tolatitären Systhem.“

    Blödsinn. Wenn wir keine (staatlich vorgegebenen) Regeln hätten, dann krepierten etliche auf der Straße. Und Mord wäre eben ..naja, da hat sich hat sich halt wer geärgert gefühlt. Zum Beispiel.
    Ohne Regeln würden wir uns nur auf eine sehr brachiale Weise selbst regeln.

    Nein. Das Gros der Bürger weiß um seine Verantwortung. Und die nehmen sie auch ernst.
    Zu einer umfassenden Mündigkeit zu kommen, bedeutet aber auch, die entsprechenden Informationen zu haben. Und die Bildung, die Einzelheiten zusammenzusetzen.
    Achso,: Natürlich auch den Willen, diese ganzen Infos zusammenzufügen.
    Das ist wahrscheinlich das Wichtigste. Und ja: Es ist anstrengend!

    Zu mehr möchte ich mich nicht äußern, das würde ausufernd und ist nicht sinnhaft in einem Forum.

  12. Und weil das eben anstrengend ist, gehen viele den einfachen Weg und folgen irgend welchen ideologischen Blendern – egal aus und in welcher Richtung.
    Das ist der Krebsschaden, der ein großer Sargnagel unserer Gesellschaft wird.
    Aber Du hast schon recht – das Thema ist so komplex, daß eine ausgiebige Erörterung den Rahmen des Forums sprengen würde.
    Man könnt sich zwar mal privat dazu austauschen, aber das möchtest Du ja nicht. Obgleich das interessant werden könnte …

  13. Nun, so ausgesprochen politisch rechts, wie Du Dich hier gebärdest – vor allem so un-diskussionsfreudig, wie Du Dich präsentierst – wird das in der Tat unmöglich.

    Private Kontaktierungen sind in der Tat ausdrücklich unerwünscht. Komm klar.

    Da es hier offenbar keine Möglichkeit zur Meldung von Beiträgen gibt, wird die nächste private Kontaktaufnahme von Dir in der Redaktion von Utopia direkt landen.

  14. „System“ wird übrigens – egal an welcher Stelle – komplett ohne „H“ geschrieben.

    Also falsch: „Systhem“

    Im Übrigen möchte ich von Dir @ Denkenderbuerger, keine privaten Nachrichten mehr bekommen.
    Ich hoffe, das ist jetzt klar genug.

  15. Hoch interessant, was die Politik dazu sagt.
    Wo bleibt eigentlich der Kommentar der Grünen? Wieso schweigen die auf einmal? Oder haben die Angst, mit einer falschen Stellungname in der Wählergunst wieder abzustürzen?

    https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-12/autobahnen-tempolimit-andreas-scheuer-csu-deutsche-umwelthilfe

    Und im Übrigen ist es sehr interessant, die Leser-Kommentare zum Artikel zu lesen. Da sieht man, wie die Stimmung im Volk ist …

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