Europawahl 2019: Parents for Future stellen „Klima-Wahl-O-Mat“ ins Netz

Foto: Pixabay/ CC0/ ulleo

Kurz vor der Europawahl 2019 hat die Initiative „Parents for Future“ ein neues Tool veröffentlicht: Der „Klima-Wahl-O-Mat“ soll zeigen, wie sehr sich die einzelnen Parteien für den Klimaschutz einsetzen.

Der Wahl-O-Mat für die Europawahl 2019 ist offline. Auf einen Beschluss des Kölner Verwaltungsgerichts vom 20. Mai hin musste die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ihn abschalten. Der Vorwurf: Das Tool benachteilige kleinere und unbekannte Parteien.

Nun hat die „Parents for Future“-Bewegung eine Alternative ins Netz gestellt. Der „Klima-Wahl-O-Mat“ zeigt Wählern, wie die einzelnen Parteien zu den Forderungen von „Fridays for Future“ und Klimaexperten stehen. Hier gelangst du auf die Seite.

Klima-Wahl-O-Mat: Nicht alle Europawahl-Parteien vertreten

Das Tool ähnelt dem Wahl-O-Maten der bpb kaum. Auf der Website können Wähler einsehen, ob Parteien den folgenden Aussagen zustimmen:

  1. Ab 2035 dürfen nur so viel Treibhausgase ausgestoßen werden, wie durch natürliche Prozesse (Wachstum von Pflanzen, etc.) wieder aufgenommen werden können (Nettonull).
  2. Der Kohleausstieg, also die Abschaltung aller Kohlekraftwerke, muss bis 2030 erfolgen.
  3. Deutschland muss bis 2035 seinen gesamten Energiebedarf durch erneuerbare Energien decken. Das beinhaltet auch die Energie für Transport und Wärme-Erzeugung.
  4. Die Subventionen für die Förderung, Verarbeitung und Nutzung fossiler Energieträger (Kohle, Öl und Gas) müssen bis Ende 2019 beendet werden.
  5. Bis Ende 2019 ist 1/4 der Kohlekraft abzuschalten.
  6. Bis Ende 2019 muss eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen (CO2-Steuer) eingeführt werden.

Die Aussagen basieren auf sechs Forderungen der „Fridays for Future“-Bewegung. Diese hat „Parents for Future“ an alle 41 an der Europawahl teilnehmenden Parteien verschickt. 23 Parteien haben Stellung bezogen, darunter CDU/CSU, SPD, die Grünen, die Linke, AfD und FDP. Ihre Antworten kann man auf der Website einsehen.

Außerdem finden sich dort Fakten zur Klimakrise und der Link zu einem News-Blog mit Inhalten zur Europawahl.

Wer sind die Parents for Future?

Die „Parents for Future“-Bewegung (P4F) entstand Anfang 2019. Sie bezeichnet sich als eine Gruppe von Eltern und weiteren Erwachsenen, die sich mit den Zielen und Aktionen der „Fridays for Future“-Bewegung solidarisiert. „Parents for Future“ bezeichnet sich als parteipolitisch unabhängig.

Im April 2019 gab es 150 verschiedene Ortsgruppen. Außerdem gibt es ein bundesweites Orga-Team aus circa 15 bis 20 Mitgliedern.

Mehr Informationen: Parents for Future: So kannst du mitmachen

Utopia meint: Die Abgeordneten des Europaparlaments werden nur alle fünf Jahre gewählt. Umso wichtiger ist es, die eigene Stimme zu nutzen. Der „Klima-Wahl-O-Mat“ liefert interessante Einblicke. Er bildet aber nur einen Teil des Programms der Parteien ab – noch dazu sind nicht alle Parteien auf der Seite vertreten. Bevor du am Sonntag wählen gehst, solltest du dich umfassend informieren.

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(1) Kommentar

  1. In Zeiten, wenn selbst ein Spass-Youtuber plötzlich ernsthaft wird, sollten wir hier alle auch mobilisieren. Saubere Energie, saubere Verkehrsmittel (das sind Fuß, Bahn, Rad, E-Bike)

    Ohne die absolute Mehrheit für Grün und Co. können die Kapitalisten mit ihren Parteien weiter absahnen. Und werden es leider gierig auch tun. Also auf zur Wahlurne am Sonntag.

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