Foamie: Festes Shampoo bei DM mit neuer Rezeptur

Fotos: Screenshots Foamie/dm.de

Feste Shampoos von Foamie gibt es bei der Drogeriemarktkette DM schon länger – nun hat der Hersteller die Shampoo-Stücke überarbeitet und bietet sie im neuen Design an. Wir haben uns die neuen Shampoos mal genauer angesehen.

Angesichts der dramatischen Ausmaße, die die Plastikmüll-Verschmutzung weltweit angenommen hat, suchen viele Konsumenten nach Alternativen zu Plastik-Produkten – auch bei Shampoos & Co.

Haarseifen und feste Shampoos liegen deshalb im Trend. Und sie sind im Prinzip eine gute Idee: Oft kommen die festen Seifenstücke fast ohne (Plastik-)Verpackung aus und sind sehr ergiebig, so dass sie helfen können, Verpackungsmüll einzusparen.

Im April 2018 kam der Trend auch bei DM an: Die beliebte Drogeriemarktkette nahm feste Shampoos der Marke Foamie ins Sortiment auf – und bietet seit einem Jahr auch feste Shampoos der Eigenmarke Alverde in Naturkosmetikqualität an.

Feste Shampoos von Foamie in neuem Design

Nun sind die Foamie-Shampoos in Design und mit neuer Rezeptur erhältlich. Wir haben uns die Shampoos genau angesehen.

Hinter der Marke Foamie steht die Münchner „Brand Building“-Agentur New Flag. Neben den festen Shampoos vertreibt Foamie Duschschwämme mit integrierter Seife.

Die Shampoo-Stücke sind bei DM in drei Ausführungen erhältlich: für normales Haar, für geschädigtes Haar und für trockenes Haar. Ein Shampoo-Stück (80 Gramm) kostet dabei 4,95 €.

Zur Anwendung schreibt DM folgendes:

  • Unter fließendes Wasser halten
  • Zwischen den Händen reiben, um Schaum zu erzeugen, oder direkt auf das Haar auftragen
  • Gleichmäßig im Haar verteilen
  • Sorgfältig ausspülen
  • Zum Trocknen aufhängen

Dabei ist der letzte Punkt die entscheidende Neuheit: Anstatt wie bisher in einem Kunststoff-Säckchen kommen die Shampoo-Stücke jetzt mit einer integrierten Schlaufe aus Baumwolle zum Aufhängen. Zudem sind sie anders geformt als zuvor; anstelle der üblichen ovalen Seifenform sind die Foamie Shampoos an den beiden Enden schmaler – auf Instagram schreibt der Hersteller, das geschwungene Design sei „angepasst an den Kopf“ und mache „die Handhabung super einfach“.

Verbesserte Inhaltsstoffe – aber es geht noch besser

Die Shampoos sind laut Hersteller vegan und werden ohne Tierversuche hergestellt. Sie werden in Deutschland produziert und sind frei von Mineralölen, PEG, Parabenen, Silikonen und Lilial. Letzteres ist ein besonders bedenklicher Duftstoff.

Damit sind die Foamie-Shampoos erstens deutlich besser als viele herkömmliche Shampoos und zweitens besser als in der ursprünglichen Version. Im vergangenen Jahr enthielten sie noch PEG/PEG-Derivate und kommen nun aber ganz ohne diese umstrittenen Tenside aus. Auch das Erdölprodukt Paraffin kommt in der neuen Rezeptur nicht mehr vor.

Schaut man sich die Inhaltsstoffe genauer an, fallen nur noch wenige problematische Inhaltsstoffe auf:

  • Disodium Lauryl Sulfosuccinate ist ein Tensid synthetischen Ursprungs. Naturkosmetik setzt dagegen nur Tenside natürlichen Ursprungs ein – im festen Shampoo von Alverde etwa auf Kokosöl-Basis.
  • Hinter mehreren Bezeichnungen („Cetearyl Alcohol“, „Hydrogenated Vegetable Glycerides“, „Palmitic Acid“, „Stearic Acid“) steckt ziemlich sicher Palmöl bzw. Palmölderivate. Wo pflanzliche Öle verarbeitet werden, kommt in Pflegeprodukten meistens Palmöl zum Einsatz, denn dieses ist vielseitig und billig – stammt aber oft aus zerstörerischem Anbau.
  • Was genau sich hinter „Parfum“ verbirgt, weiß man leider nicht – allerdings ist das ein allgemeines Problem in Pflege- und Kosmetikprodukten. (Mehr dazu: So liest du die „Ingredients“-Liste von Kosmetik richtig)
  • Einzige zweifelhafte Änderung: Die Shampoos enthalten nun Farbstoffe; vor der Neugestaltung waren keine enthalten.

Utopia meint: Dass DM feste Shampoos anbietet, finden wir grundsätzlich gut – als Zeichen gegen den Verpackungswahn. Schön auch, dass die Produkte weniger problematische Inhaltsstoffe enthalten als viele herkömmliche Shampoos und dass der Hersteller die Rezeptur verbessert hat. Schade allerdings, dass in Foamie dennoch einige zweifelhafte Zutaten enthalten sind. Andere Hersteller zeigen, dass es noch besser geht: Zertifizierte Naturkosmetik enthält noch weniger bedenkliche Inhaltsstoffe.

Dass das geht zeigt zum Beispiel DM mit den festen Shampoos der Eigenmarke in Naturkosmetikqualität – und diese Hersteller von Haarseifen: Haarseifen im Test: So geht Haare waschen ohne ShampooHaarseifen sind allerdings nicht ganz dasselbe wie feste Shampoos; sie kommen ohne synthetische Tenside aus und sind oft auch palmölfrei.

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(7) Kommentare

  1. Die für festes Haarshampoo aufgezeigten Alternativen sind nur online erhältlich. Das, was ich an Produktverpackung spare, geht also bei Paket und zusätzlichem CO2 für die Lieferung wieder drauf. Das ist ja klasse!

  2. Der Artikel enthält einen Fehler, der korrigiert werden sollte!
    Der Codecheck-Link verweist auf das etwas mildere Disodium Laureth Sulfosuccinate. Das verwendete Tensid ist jedoch Disodium Lauryl Sulfosuccinate. Das sind zwei verschiedene Tenside, die leicht unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, und auch eine unterschiedliche codecheck-Bewertung erhalten haben (aufgrund der Ethoxylierung).

    Es gibt übrigens eine ganze Reihe von Produkten im Einzelhandel mit sehr ähnlicher Grundformulierung wie die Produkte von Foamie. Man kennt sie auch als „Seifenfreie Waschstücke“. Es gibt eine Menge Produkte mit dieser oder sehr ähnlicher Formulierung. Einige von ihnen enthalten keine PEGs und kein Paraffin oder nur eines von beidem.

    Die meisten Shampoo-Bars (Syndet-Bars), die nur online erhältlich sind, haben eine ganz andere Grundformulierung (z.B. andere Tenside bzw Tensidkombinationen).

    Im Reformhaus findet man auch Seifen oder auch Combos: „bar soap Combo“ (soap/syndet combination).
    Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass sich Seifen anders verhalten als Syndet-Bars.

  3. Schön das es jetzt auch haarseifen bei dm gibt, aber ohne bedenkliche Inhaltsstoffe gibt es genug.
    Ausserdem können Säckchen schnell und günstig gehäkelt werden. Mit der Rest Seite in die Waschmaschine, dient sie wunderbar für Feinwäsche

  4. Ich muss das sagen, weil es mich als ehemalige Mitarbeiterin von dm ziemlich fuchst ? dm ist eine eigene Marke die klein geschrieben wird. Auch das dm Logo was über jedem Markt hängt ist klein geschrieben. Daher weiß ich nicht wie ihr darauf kommt, man könne es groß schreiben.
    DM ist das Zeichen für die Deutsche Mark ?

  5. Bei diesen Inhaltsstoffen kann man das Produkt einfach nicht kaufen. Schon gut, wenn jetzt Verpackungen diskutiert werden. Aber wenn das Innendrin nicht passt, hilft uns das wenig. Meine Alternative zu diesem zweifelhaften festen foamie ist Shampoo und Duschgel in Pulverform von plaine. Da wird ebenso auf Wasser als Inhaltsstoff verzichtet. Die Verpackung ist kompostierbar und die Inhaltsstoffe absolut hochwertig.

  6. Zum Thema problematische Inhaltsstoffe mit Hinblick auf das Tensid Disodium lauryl Sulfosuccinate muss ich eine Aussage im Artikel beanstanden:

    Sodium Coco Sulfate und andere Tenside z. B. auch Zuckertenside, die in Naturkosmetikprodukten verwendet werden, sind genauso synthetische Tenside wie das hier verwendete Disodium Lauryl Sulfosuccinate.

    Für all diese Tenside dienen pflanzliche Fette bzw die daraus gewonnenen Fettsäuren als Synthesegrundlage, die allerdings meist zuerst einmal zu den entsprechenden Fettalkoholen reduziert werden müssen.
    Im Falle von Sodium Coco Sulfate wird das gesamte Fettsäuregemisch aus den laurischen Ölen (idR Kokosöl oder Palmkernöl) verwendet. Im Falle von beispielsweise Sodium lauryl Sulfate oder Disodium Lauryl Sulfosuccinate wird nur die Fettsäure Laurinsäure verwendet, die in Kokos- und Palmkernöl und anderen Palmkernölen etwa 50% des Fettsäuregemischs ausmacht.

    Wie bereits erwähnt handelt es sich in allen Fällen um synthetische Tenside (Syndets = SYNtetic DETergents).
    Sodium Coco Sulfate sowie Sodium Lauryl Sulfate sind Fettalkoholester der Schwefelsäure. Diese entstehen durch Sulfatisierung der Fettalkohole mittels Veresterung mit Schwefeltrioxidgas (dem Anhydrid der Schwefelsäure). Es folgt eine anschließende Neutralisierung mit Natronlauge.

    Sodium lauryl sulfosuccinate ist ein Fettalkoholester der Sulfobernsteinsäure. Hier wird der Fettalkohol zunächst mit Maleinsäureanhydrid verestert und dann mit Sodium Sulfit sulfatisiert.

    Erwähnenswert ist außerdem, dass Sulfosuccinattenside weitaus milder sind als Sulfattenside.

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