Die größte Meeressäuberung der Geschichte kann losgehen

The Ocean Cleanup startet 2018
Animation: © Erwin Zwart / The Ocean Cleanup; Foto: © The Ocean Cleanup

„The Ocean Cleanup“ ist dem Ziel, die Ozeane von Plastikmüll zu befreien, wieder ein Stück näher: Noch in diesem Sommer soll das Meeressäuberungs-Gerät im Pazifischen Müllstrudel seine Arbeit aufnehmen.

Der Pazifische Müllstrudel stellt die weltweit größte bekannte Ansammlung von (Plastik-)Müll in den Meeren dar. Neuesten Erkenntnissen zufolge soll der Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii, in dem sich aufgrund der Meeresströmungen besonders viel Abfall sammelt, bereits rund fünfmal so groß wie Deutschland sein und 1,8 Billionen Plastikteile enthalten.

Das Projekt „The Ocean Cleanup“, das der Niederländer Boyan Slat vor einigen Jahren als Teenager initiierte, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Meere von Plastikmüll zu befreien. Nach mehreren Jahren der Prototyp-Entwicklung und -Tests wurde im Sommer 2017 ein Prototyp in der Nordsee installiert, der einige Änderungen im Design und Aufbau des „Meeresstaubsaugers“ testen sollte. Die Nordsee sei dabei der ideale Ort für die Tests, schrieb „The Ocean Cleanup“ auf dem Unternehmensblog: Wenn der Prototyp in den harschen Bedingungen der Nordsee bestehen könne, werde er sich auch im Pazifik bewähren.

The Ocean Cleanup
Im Sommer 2018 soll „The Ocean Cleanup“ beginnen, den Müllstrudel im Pazifik zu beseitigen. (Animation: © Erwin Zwart / The Ocean Cleanup)

Nach dem erfolgreichen Test in der Nordsee soll das „Ocean Cleanup“-System nun noch diesen Sommer im Pazifischen Müllstrudel installiert werden – es ist seit seiner Entdeckung 1997 der erste größere Versuch, diese Müllmasse zu beseitigen. Informationen des Mother Nature Network zufolge sollen die Bauteile des riesigen Systems in den kommenden Wochen von San Francisco aus in den östlichen Teil des Müllstrudels transportiert werden. Der Transport soll demnach etwa drei Wochen dauern und das Gerät im Spätsommer bereit sein, seine Arbeit aufzunehmen.

Die Experten von „The Ocean Cleanup“ glauben, dass ihr Meeressäuberungs-Gerät innerhalb von nur fünf Jahren die Hälfte des Müllstrudels beseitigen kann.

So funktioniert „The Ocean Cleanup“

Mit einem Gerät mit kilometerlangen Fangarmen will „The Ocean Cleanup“ ab diesem Sommer tonnenweise Plastikmüll aus dem Meer fischen. Dabei wird es von einer in 600 Metern Tiefe im Wasser treibenden Ankerkonstruktion an Ort und Stelle gehalten.

Die „Arme“ sind dabei ein bis zwei Kilometer lange Röhren. Eine Verlängerung nach unten funktioniert wie eine Art Sieb, das Müll an der Meeresoberfläche abfischt. Es soll allerdings nicht in der Lage ein, Mikroplastik aufzufangen. Für Fische soll das Gerät ungefährlich sein, da sie unter den Fangarmen durchschwimmen können. Der Plastikmüll, der an den Armen hängenbleibt, wird in regelmäßigen Abständen von Booten aufgesammelt und dann recycelt.

The Ocean Clean Up Plastikmüll
Die Fangarme des Geräts (Foto: © The Ocean Clean Up)

Boyan Slat: der Gründer von The Ocean Cleanup

The Ocean Cleanup ist wohl das bekannteste Meeressäuberungsprojekt. 2013 hatte der damals 18-jährige Boyan Slat das Unternehmen gegründet. Spätestens nach seinem Ted-Talk 2014 erhielten Boyan Slat und sein Start-up internationale Bekanntheit. Der Talk über Plastikmüll wurde auf YouTube über zwei Millionen Mal aufgerufen. Seit 2013 hat The Ocean Cleanup über 30 Millionen Dollar an Spenden eingesammelt, unter anderem durch Crowdfunding. Inzwischen ist Slat 23 Jahre alt – und hat ein Team von mehr als 60 Leuten hinter sich.

Boyan Slat The Ocean Clean Up Plastikmüll
Boyan Slat, Gründer von „The Ocean Clean Up“ mit Plastikmüll aus dem Meer (Foto: © The Ocean Clean Up/Pierre Augier)

Ein Video erklärt, wie „The Ocean Cleanup“ in etwa funktionieren soll:

The Ocean Cleanup: Unrealistische Versprechen?

Das demnächst startende Pilotprojekt im Pazifischen Müllstrudel wird zeigen, ob der Plan von „The Ocean Cleanup“ aufgeht. Das Versprechen des Unternehmens, in fünf Jahren die Hälfte des Plastikmülls aus dem Pazifischen Müllstrudel herausfischen zu können, halten einige Kritiker für unrealistisch. Manche befürchten sogar, dass der „Meeresstaubsauger“ eher Schaden im Meer anrichten könnte.

Utopia meint: „The Ocean Cleanup“ war das erste größere Projekt zur Säuberung der Meere und hat dem Plastikmüll-Problem in den Meeren bereits zu viel Aufmerksamkeit verholfen. Es wäre ein großartiger Erfolg, wenn die Anlage tatsächlich so funktioniert, wie die Entwickler glauben und sie dazu beitragen kann, die Ozeane von Müll zu befreien. Es lohnt sich aber, gleichzeitig andere Projekte im Auge zu behalten, die ähnliche Ziele verfolgen.

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(5) Kommentare

  1. Man kann nur hoffen, das es so wie gewünscht funktioniert. Oder wenigstens auch nur halb so gut…
    Aber endlich tut wer was und redet nicht bloß, wie die großen Fischerflotten, die die Meere töten.

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