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Großartige Idee: Öko-Suchmaschine Ecosia will den Hambacher Forst kaufen

Fotos: Screenshot Google Maps und Ecosia

Der Hambacher Forst ist fürs Erste sicher – der Stromkonzern RWE darf vorläufig keine Bäume fällen. Aber wie geht es mit dem Wald weiter? Betreiber der Suchmaschine „Ecosia“ haben RWE ein Angebot gemacht: Sie wollen den Hambacher Forst kaufen.

Der Hambacher Forst gehört RWE – schon seit den 1970er Jahren fördert der Energiekonzerne Braunkohle aus dem Gebiet. Ein Großteil der Fläche ist bereits abgerodet: Von ursprünglich über 40 Quadratkilometern Wald sind kaum noch acht übrig geblieben.

Die Betreiber der nachhaltigen Suchmaschine Ecosia wollen das verbliebene Stück Wald nun retten – indem sie es kaufen: Ecosia bietet RWE eine Million Euro für den Hambacher Forst.

Was ist der Hambacher Forst wert?

Was vom Hambacher Forst übrig geblieben ist. (Screeshot: Google Maps)

„Wir denken, dass so ein fairer Interessenausgleich zwischen RWE und der Bevölkerung gefunden werden kann“, schreibt der Ecosia-Geschäftsführer in seinem Kaufangebot an RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. Ecosia verpflichte sich, „die ökologischen und gesellschaftlichen Interessen gemeinsam mit Organisationen zu verfolgen, die sich für den Schutz des Forsts eingesetzt haben und sich dem Naturschutz widmen.“

Der Kaufpreis von einer Million sei ein fairer Preis, wenn man vergleiche, wie viel RWE ursprünglich für den Hambacher Forst bezahlt hat, schreibt Ecosia im Unternehmensblog. Gleichzeitig weiß auch Ecosia, dass der Wald heute viel mehr wert ist: Der Energieriese RWE könnte deutlich mehr Gewinne machen, wenn er Kohle aus dem Waldgebiet fördert.

Mehr als eine Million Euro könne Ecosia aktuell aber nicht zahlen. Die Suchmaschinenbetreiber rufen deshalb andere Unternehmen dazu auf, sich ebenfalls mit einer Summe am Kauf zu beteiligen. Wenn mehrere Firmen sich zusammentun, könne man das Angebot erhöhen.

Vielleicht wird der Hambacher Forst zum Schutzgebiet

Vielleicht ist es aber gar nicht notwendig, den Hambacher Forst zu kaufen: Aktuell läuft ein Gerichtsverfahren in Münster, das feststellen soll, ob der Wald den Kriterien der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-(FFH-)Richtlinie entspricht. Falls dies der Fall ist, wäre der Wald geschützt und RWE dürfte ohnehin nicht mehr weiter roden.

Sollte der Hambacher Forst aber nicht zum Schutzgebiet erklärt werden, kann RWE wieder Bäume fällen – und dann braucht es einen Plan, um den Wald zu retten. Das Angebot von Ecosia ist wahrscheinlich wenig verlockend für RWE. Die Idee, dass sich mehrere Unternehmen zusammentun und gemeinsam einen hohen Kaufpreis anbieten, hat aber schon eher Potential.

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