Macht Schluss mit RWE: Diese Stromanbieter gehören zum Kohle-Konzern

RWE boykottieren und zu Ökostrom wechseln
Foto: "2018-09-09_13-16-38-FZ1000_3" von Kimba Reimer unter CC-BY-2.0

Der Strom-Riese RWE will den Hambacher Forst abholzen, um schmutzigen Kohlestrom zu gewinnen. Viele Menschen wollen deshalb keinen Strom mehr von RWE. Wir zeigen, welche Anbieter zum Konzern gehören – und warum nur der Wechsel zu „echtem“ Ökostrom sinnvoll ist.

Der zweitgrößte deutsche Stromkonzern RWE steht aktuell massiv in der Kritik: Obwohl die Bundesregierung den Kohleausstieg beschlossen hat, will RWE den Hambacher Forst zur Braunkohle-Gewinnung abholzen. Mehr zum Thema: Kohle-Konzern lässt den Hambacher Forst zerstören – nutzt jetzt eure Verbrauchermacht!

Diese Stromanbieter gehören zu RWE

Viele Menschen, denen der Hambacher Forst und die Energiewende am Herzen liegen, wollen deshalb jetzt den Stromanbieter wechseln – und weg von RWE. Dazu muss man zunächst einmal wissen, welche Tochterunternehmen zum Stromkonzern gehören.

RWE selbst hat gar keine Stromverträge mehr mit Privatkunden: Bereits vor zwei Jahren hat der Konzern alle Stromverträge mit den mehr als sechs Millionen Kunden in Deutschland gekündigt und an seine Tochterfirma Innogy ausgelagert.

Innogy gehört aktuell noch mit 76 Prozent zu RWE, und zu Innogy wiederum gehören seitdem auch die zahlreichen Beteiligungen von RWE an regionalen Versorgern wie Envia-M, Süwag, Westnetz (sz.de) oder Eprimo.

Im Jahresabschlussbericht von RWE kann man übrigens einsehen, an welchen Firmen der Konzern Beteiligungen hält (PDF, ab Seite 18).

Schluss mit schmutzigem Kohle- und gefährlichem Atomstrom

Nun ist es so, dass RWE das Vertriebsgeschäft von Innogy 2019 an den Konkurrenten E.on abgeben will. Darauf haben sich die Konzerne im Frühjahr geeinigt. RWE kümmert sich dann nur noch um die Produktion, E.on um den Vertrieb. Mit einem Boykott von Innogy würde man demnach vor allem E.on schaden, dem größten konventionellen Stromkonzern in Deutschland.

Wer also keinen Strom will, den die Kraftwerke von RWE produzieren, muss auch weg von E.on. Und wer generell keinen umweltschädlichen Kohle- und Atomstrom mehr will, der muss auch weg von den anderen beiden großen Stromproduzenten in Deutschland, EnBW und Vattenfall.

Hambacher Forst RWE
Für den Hambacher Forst – und die Energiewende! (Foto: Screenshot Twitter/Hambacher Forst @Hambibleibt )

Was also tun? Zu „echtem“ Ökostrom wechseln

Für alle, denen die Umwelt am Herzen liegt, die ihren Strom aber noch von einem der vier großen Kohle- und Atomkonzerne beziehen, empfiehlt es sich, zu einem  „echten“ Ökostrom-Anbieter zu wechseln. Das ist nicht nur denkbar einfach, sondern auch noch sinnvoll.

Echte Ökostrom-Anbieter gewinnen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien, sind unabhängig von den vier großen Atomkonzernen und fördern aktiv den Ausbau erneuerbarer Energien. Echte Ökostrom-Anbieter sind überregional tätig und sorgen dafür, dass wir alle auf echten Ökostrom umstellen und damit den Ausbau regenerativer Energien fördern können. Wir haben sie hier für dich zusammengestellt: Die besten Ökostrom-Anbieter. 

Warum „echter“ Ökostrom? Auch die Tochter-Firmen der Strom-Riesen RWE, E.on, EnBW und Vattenfall haben grün gewaschenen Strom im Angebot. Auch dieser wurde zwar regenerativ gewonnen – doch wer einen solchen Tarif wählt, zahlt sein Geld an Unternehmen, die nach wie vor an Atomenergie- und Kohlekraftwerken investieren und für diese oft auch noch aktiv politischen Lobbyismus betreiben.

Lies auch unseren Artikel: Rettet den Hambacher Forst: 5 Dinge, die du jetzt tun kannst

Empfehlenswerte Ökostrom-Anbieter

Es gibt zahlreiche Ökostrom-Produzenten – nicht alle sind empfehlenswert. In unserer Liste findet ihr ausschließlich Öko-Stromanbieter, die Strom aus erneuerbaren Energien herstellen, unabhängig von den vier großen Anbietern sind, von namhaften Organisationen empfohlen werden und den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv fördern. Wie (wirklich einfach) der Wechsel funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Artikel: Stromanbieter wechseln – sinnvoll und einfach. Und für alle, die jetzt noch zweifeln, haben wir ein letztes Argument für den Wechsel: „Echter“ Öko-Strom ist in den meisten Fällen nicht teurer als konventioneller Strom.

Ökostrom: diese 7 Anbieter empfehlen wir

  1. Ökostrom Bürgerwerke
    Die Bürgerwerke (© Bürgerwerke)

    Die Bürgerwerke

    5,0

    von 149 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Die Bürgerwerke sind ein Zusammenschluss von über 60 lokalen Energiegenossenschaften und mehr als 10.000 Menschen, die gemeinsam die Energiewende von unten voranbringen. In diesem Verbund versorgen sie bundesweit Menschen mit 100 % Ökostrom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft.

    • zu 100% im Eigentum von Energiegenossenschaften
    • Transparenz bei der Stromherkunft durch die Veröffentlichung der Strom-Erzeuger
    • 100% Ökostrom aus deutschen Erneuerbare-Energien-Anlagen
    • kein Einsatz von tierischen Produkten
    Wechseln zu**: Die Bürgerwerke
  2. Ökostromanbieter Greenpeace Energy Ökostrom
    Greenpeace Energy (Logo: Greenpeace Energy)

    Greenpeace Energy

    4,8

    von 90 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Greenpeace Energy wird regelmäßig durch unabhängige Gutachter auf die Einhaltung der Greenpeace Deutschland e. V. Kriterien für sauberen Strom kontrolliert. Der Ökostrom-Anbieter fördert den Bau neuer Ökokraftwerke, investiert in ökologisch ausgerichtete Versorgungskonzepte und setzt sich auch politisch für die Energiewende ein.

    • 100 % Ökostrom aus Wind- und Wasserkraft in Österreich und Deutschland
    • alle Lieferanten werden mit Angabe der Energiequellen veröffentlicht
    • veganer Innovationspreis 2012, empfohlen von Robin Wood, BUND, PETA, Albert Schweitzer Stiftung u.a.
    • Aktion: 25 Euro Startguthaben bis 31.12.2018
    Wechseln zu**: Greenpeace Energy, Solarstrom plus Tarif, Ökostrom aktiv Tarif
  3. Ökostrom Naturstrom
    Naturstrom (© Naturstrom)

    Naturstrom

    4,9

    von 197 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    Die Naturstrom AG gilt als erster bundesweiter unabhängiger Ökostrom-Anbieter. Neben der Ökostrom-Belieferung baut Naturstrom eigene Öko-Kraftwerke und entwickelt Mieterstrom-Projekte und Energieversorgungskonzepte für Unternehmen. Private Haushalte werden mit Strom zu 100 % aus heimischen Quellen beliefert.

    • 1 Cent für jede gelieferte kWh gehen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien
    • über 270 Öko-Kraftwerke errichtet oder durch Förderung ermöglicht
    • Focus Money 41/2016 "fairster Stromanbieter"
    • Ziel: Durch den Aufbau eines eigenen Kraftwerksparks unabhängig von Lieferanten werden
    Wechseln zu**: Naturstrom
  4. Polarstern
    Polarstern (Logo: Polarstern)

    Polarstern

    4,9

    von 62 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    „Wirklich Ökostrom“ von Polarstern wird mit dem Innkraftwerk Feldkirchen bei Rosenheim erzeugt. Jährlich werden 204 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produziert, mit denen 58.000 Haushalte versorgt werden. Polarstern bietet auch Spezialtarife an, zum Beispiel ein Tarif für E-Autos, Nachttarif, Bündeltarif oder ein Tarif mit Smart Metern.

    • 100 % Ökostrom aus deutscher Wasserkraft
    • investiert 1 Cent für jede gelieferte kWh in neue Energiewende-Projekte
    • Unternehmen der Gemeinwohlökonomie; Gemeinwohlbilanz zuletzt 2016 veröffentlicht
    • empfohlen von der Umweltorganisation Robin Wood
    Wechseln zu**: Polarstern
  5. Ökostrom EWS Schönau
    EWS Schönau (© EWS Schönau)

    EWS Schönau

    5,0

    von 128 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    EWS Schönau ist eine Bürgerinitiative, die die Idee einer bürgereigenen und ökologischen Energieversorgung trägt. Der Ökostrom stammt zu 100  % aus erneuerbaren Energien von unabhängigen Anlagen, an denen keine Atom- oder Kohlekonzerne direkt oder indirekt beteiligt sind. EWS Schönau fördert Energie-Genossenschaften, Energiewende-Aktivitäten von Umweltverbänden und vieles mehr.

    • 2.600 bürgereigene Rebellenkraftwerke durch Förderung ermöglicht
    • mindestens 70 % der Ökostrom kommt aus Neuanlagen
    • alle Tarife enthalten den „Sonnencent“ zur Förderung ökologischer Projekte
    • fördert Projekte in wirtschaftlich benachteiligten Regionen
    Wechseln zu**: Mehr Infos zu EWS Schönau suchen
  6. Ökostrom Mann Strom
    MANN Strom (© Mann Strom)

    MANN Strom

    5,0

    von 3 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    MANN Strom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen, wobei großer Wert auf regionale Erzeugung gelegt wird. MANN Energie fördert verschiedene Anlagen, wie das Pflanzenöl BHKW, die Photovoltaikanlage mit intelligentem Batteriespeichersystem oder die Freiflächen-Solaranlage in Langenbach.

    • Ökostrom aus Wasserkraftwerken und regionalen Erzeugungsanlagen
    • „MANN Cent“-Tarif zur Förderung und zum Ausbau regenerativer Energiequellen
    • empfohlen von der Umweltorganisation Robin Wood
    • unterstützt soziale Projekte und Organisationen
    Wechseln zu**: MANN Strom
  7. Lichtblick Ökostrom Ökostromanbieter
    LichtBlick (Logo: Lichtblick)

    LichtBlick

    4,5

    von 84 Bewertungen

    Utopia Empfehlung

    LichtBlick zählt mit mehr als 1 Million Kunden zu Deutschlands größtem unabhängigem Ökostrom-Anbieter und entwickelt darüber hinaus intelligente Lösungen für eine saubere Energie-Versorgung. Der Ökostrom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen, hauptsächlich aus deutscher Wasserkraft.

    • monatlich wird für jeden Kunden mindestens ein Quadratmeter Regenwald in Ecuador unter Schutz gestellt
    • SchwarmEnergie-Konzept: Bereitstellung von Energie, wenn sie gebraucht wird
    • Öko-Test Spezial Energie 2014 „1. Rang“
    • Partnerschaft mit WWF, um die Energiewende zu beschleunigen
    Wechseln zu**: Mehr Infos zu Lichtblick suchen

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(4) Kommentare

  1. Danke an Jürgen Döschner:

    Durch den Kauf einer RWE Aktie – sind aktuell (9.10.18) gerade günstig – hat Mensch Zutritt zur Aktionärsversammlung von RWE und Anhörungsrecht. Alternativ überträgt man sein Stimmrecht an „Kritische Aktionäre“.

    Wenn also alle KohlegegerInnen eine Aktie kaufen…

    Yeah!

    P.S. Der Stromanbieter sollte dennoch gewechselt werden.

  2. Ein Konzern kann viel in die Medien hineinblasen, die Wahrheiten liegen aber in der Tat bzw tatsächlichen Vorgängen.
    . . . abgesehen davon erhebt sich die Frage, was bisher mit den freigewordenen Abbauflächen geschehen ist ? Auf dem s/w Lichtbild kann ich nur Wüstungen/Öde/Kahlflächen erkennen. Ökologische Ausgleichsflächen sind nicht erkennbar.

  3. Hier wird die Natur geschützt
    und Kosten gespart:
    “ https://aae.at/ “
    Platz 1 im GREENPEACE Stromcheck,
    ausgezeichnet mit dem GREENBRAND,
    von Global 2000 und WWF empfohlen
    und von tausenden Anwendern,
    Firmenkunden und Privatanwendern,
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