Öko-Test Kichererbsen: dm, Krini & Rapunzel mit Bestnoten – andere Produkte mit Glyphosat

Fotos: Öko-Test

Gute Nachrichten von Öko-Test: Im aktuellen Kichererbsen-Test haben die meisten Gläser und Dosen gut abgeschnitten. In einigen Kichererbsen hat Öko-Test allerdings Rückstände von Glyphosat und anderen Pestiziden entdeckt.

Kichererbsen sind ein echtes Superfood: Sie sind reich an Eisen, Eiweiß und Zink und liefern zusätzlich zahlreiche Ballaststoffe. Doch wie steht es um mögliche Pestizidrückstände? Öko-Test hat 20 Kichererbsen-Dosen und -Gläser im Labor auf Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat sowie auf verschiedene Bienengifte untersuchen lassen. Die Kichererbsen wurden auch auf Verunreinigungen mit Mineralöl sowie auf Schwermetalle wie Nickel, Arsen und Cadmium überprüft.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 14 der 20 getesteten Produkte sind frei von Pestiziden und damit „sehr gut“. Besonders Bio-Kichererbsen liegen im Test vorn. Das verwundert nicht, dürfen doch in der Bio-Landwirtschaft keine synthetisch-chemischen Pestizide eingesetzt werden – und damit auch kein Glyphosat.

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Kichererbsen im Test: Öko-Test ist zufrieden

Viele Kichererbsen kann Öko-Test empfehlen: Fast alle Bio-Kichererbsen haben die Bestnote „sehr gut“ erhalten, ebenso die meisten konventionellen Kichererbsen in Dose oder Glas. Unter den Testsiegern befinden sich zum Beispiel:

  • dm Bio Kichererbsen (Herkunft: Italien)
  • Krini Kichererbsen (Herkunft: unterschiedliche Länder)
  • Rapunzel Kichererbsen (Herkunft: Italien)

Auch mehrere Discounter-Kichererbsen konnten im Test weitestgehend überzeugen – aber nicht alle waren auch „sehr gut“.

Pestizide in Kichererbsen: Glyphosat besonders häufig

Wenn Pestizide in den Kichererbsen gefunden wurden, handelte es sich besonders oft um Glyphosat. In sechs Produkten steckt Glyphosat zumindest in Spuren, kritisiert Öko-Test.

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Wie bedenklich das Pestizid genau ist, ist selbst unter Fachleuten umstritten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft, während die europäische Behörde ECHA keinen Krebsverdacht sieht. Klar ist jedoch, dass Glyphosat als sogenanntes Totalherbizid die Artenvielfalt bedroht: „Glyphosat tötet alles, was grün ist, und entzieht Insekten damit die Lebensgrundlage“, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze im Februar 2021.

Deutschland hat für 2024 ein Komplettverbot von Glyphosat beschlossen, das aber nicht gegen den Willen der anderen EU-Länder umgesetzt werden kann. Frühestens 2022 ist mit einer Entscheidung der europäischen Mitgliedsstaaten zu rechnen.

Bienengift und Unkrautvernichter in Kichererbsen

Neben Glyphosat fanden sich in einigen Produkten weitere kritische Spritzmittel vom Feld. In den K-Classic Kichererbsen von Kaufland steckte das Unkrautvernichtungsmittel 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D) – laut IARC ist der Stoff „möglicherweise krebserregend“, die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stuft ihn als „gewässergefährdend“ ein.

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Bedenklich sind auch Rückstände von Pirimiphos-methyl in den Kaufland-Kichererbsen: Sie überschreiten den zulässigen Höchstgehalt in der Europäischen Union. Bei dem Spritzmittel handelt es sich um eine Chemikalie, die unter anderem für Bienen und Tiere in Gewässern äußerst giftig ist. Das Unternehmen hat inzwischen reagiert und die betroffene Charge aus dem Verkauf genommen.

Wo kommen die Kichererbsen her?

Kichererbsen werden zwar nicht in Deutschland angebaut, doch stammen viele der beliebten Hülsenfrüchte aus Europa. Vor allem in Italien werden Kichererbsen für den deutschen Markt angebaut. Einige Unternehmen importieren aber auch Kichererbsen aus Argentinien oder Kanada – mit einer entsprechend schlechten Ökobilanz. Wir empfehlen daher, beim Kauf auf Produkte aus der EU zu achten.

Alle Details findest du in Ausgabe 04/2021 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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