Kontowechselservice: so einfach ist es, zur besseren Bank zu wechseln

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Foto: Utopia.de - Miro Poferl

Ein Kontowechsel ist heute dank Kontowechselservice ganz einfach – und endlich mal zu einer besseren Bank wechseln ist ja immer eine gute Idee. Hier die Checkliste, wie es Schritt für Schritt geht.

Wer die Bank wechseln will, sollte sich gut überlegen, warum und wie. Prinzipiell gilt: Beim Kontowechsel kann zwar weniger schiefgehen als beim Wechsel von Handy- oder DSL-Vertrag – allerdings mehr als beim Wechsel auf Ökostrom. Mit dieser Checkliste zeigen wir dir, was du vor dem Kontowechsel entscheiden muss, wie ein Kontowechselservice dir helfen kann und was sonst noch wichtig ist.

1. Vor dem Kontowechsel: Lage checken

Überlege dir, warum du die Bank wechseln willst.

Prämien: Nicht wechseln solltest du, wenn es nur um kurzfristig wirksame Anreize wie Wechselprämienangebote geht. Die bringen am Ende wenig, sind auf Dauer finanziell vielleicht sogar von Nachteil – und bei seiner Bank bleibt man meist lang.

Gebühren: Findest du, du zahlst zu viel Gebühren? Dann solltest du mit Hilfe deiner Kontoauszüge erst einmal ausrechnen, wie viel du derzeit wirklich für deine Konten zahlst. 60 Euro sind normal. Ein „kostenloses Girokonto“ versprechen viele – oft gibt es aber Hürden wie einen monatlichen Mindestgeldeingang oder die Gebühren verstecken sich im Kleingedruckten oder in bestimmten Funktionen. Und das ist auch verständlich, denn die Konten verursachen reale Kosten.

Gewissen: Vielleicht möchtest du dein Geld nicht konventionellen Banken überlassen, sondern solchen, die ethisch, fair und ökologisch arbeiten und die sich selbst auch ausdrücklich als nachhaltige Banken verstehen? Dann bist du bei sogenannten „Ökobanken“ oder auch „grünen Banken“ goldrichtig, auf die wir weiter unten noch zu sprechen kommen.

2. Persönliche Konto-Wünsche klären

Wenn du Wert auf persönlichen Service in einer Filiale legst, dann ist eine Filialbank die bessere Wahl. Hier raten wir tendenziell eher zu Volksbanken & Raiffeisenbanken, zu denen Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und auch Kirchenbanken gehören. Obwohl sie sich anders als reine Ökobanken nicht ausdrücklich als nachhaltige Banken verstehen, sind sie doch genossenschaftlich organisiert und überdurchschnittlich sozial engagiert.

Wer das nicht braucht und vor allem Online-Banking und telefonischen Service haben will, dem raten wir zu Ökobanken. Sie verstehen sich ausdrücklich als nachhaltige, ethische Banken und ihr Engagement im Nachhaltigkeitsbereich geht über bloße Berichte und die Einhaltung ethischer Mindeststandards hinaus. Aber: Noch sind sie in erster Linie Direktbanken, wobei die Triodos-Bank immerhin eine und die GLS-Bank sogar einige Filialen haben.

3. Konto eröffnen

Bei Utopia.de konzentrieren wir uns auf ausdrücklich grüne Banken. Wer sein Konto dorthin wechseln will, findet in folgender Tabelle Links zu Nutzerbewertungen von Utopia-Usern, die über ihre Erfahrungen mit den jeweiligen Banken berichten, sowie Links zur Anmeldung bei den Banken.

Konto wechseln zu: EthikBank GLS Bank Triodos Bank
Infos & Nutzerbewertungen Ethikbank GLS Bank Triodos Bank
Kontowechselservice ja, hier ja, hier ja, hier

Eine ausführliche und vergleichende Darstellung findest du im Beitrag Girokonto-Vergleich: was Öko-Banken dem Privatkunden bieten.

Um ein Konto zu eröffnen sind stets einige Formulare mit den Eckdaten auszufüllen, was meist in wenigen Minuten erledigt ist. Eine kleine Hürde ist oft nur noch die sichere Identifizierung.

  • Bei der „Identifizierung per PostID“ gibst du die ausgefüllten Unterlagen bei der Post ab und weist dort mit Ausweis deine Identität nach.
  • Einige Banken ermöglichen das inzwischen aber auch per Videochat oder Postident-App.

Wenige Tage später kommen meist deine Zugangsdaten, mit denen du Online-Banking durchführen und dich mit dem System vertraut machen kannst. Auch Giropay- und Kredit-Karten lassen nicht lange auf sich warten.

5. Kontowechselservice nutzen

Der Kontowechselservice erleichtert den Bankwechsel, sofern du dein neues Konto bereits eingerichtet und für das alte Konto die Onlinebanking-Zugangsdaten vorliegen hast. Theoretisch bieten verschiedene Dienstleister diesen Service an, idealerweise nimmst du den, den die Bank empfiehlt, zu der du wechseln willst.

Ich habe das ganze im Rahmen eines echten Kontowechsels mit https://triodos.meinkontowechsel.de/ durchgespielt, doch die Seite meinkontowechsel.de führt Wechsel auch für andere Banken durch und ist entsprechend zertifiziert.

Kontowechselservice Kontowechsel Bankenwechsel
Der Kontowechselservice mach den Bankenwechsel einfacher (Bild: Screenshot)
  • Zunächst gibst du beim Kontowechselservice die BLZ deiner alten Bank ein. Dann gibst du die zugehörigen Zugangsdaten fürs Onlinebanking ein – mach das aus Sicherheitsgründen nur Zuhause und an deinem eigenen Rechner.
  • Je nach Bank und Zahl deiner Konten wählst du beim Kontowechselservice jetzt dein Konto, mit hoher Wahrscheinlichkeit das Girokonto.
  • Der Kontowechselservice listet nun die erkannten Zahlungspartner auf und sortiert sie nach Partnern, bei denen der Service den Umzug selbst übernehmen kann (Hinweis z.B. „Wir informieren Ihre Zahlungspartner“) und solchen, bei denen das nicht möglich ist (Hinweis z.B. „Sie informieren Ihre Zahlungspartner“). Bei letzteren musst du auf jeden Fall selbst dafür sorgen, dass sie von deinem Kontowechsel erfahren.
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Der Kontowechselservice identifiziert die verschiedenen Zahlungspartner (Bild: Screenshot)
  • Bei den mit „selbst informieren“ markierten Diensten bietet der Kontowechselservice oft gleich Erklärungen an, wie der Zahlungspartner informiert werden kann. „Online“ heißt: Es geht online (etwa bei PayPal), ein Druckersymbol mit „selbst informieren“ deutet an, dass man sich einen Vordruck ausdrucken lassen kann. Diesen schickst du dann später per Post an deinen Zahlungspartner, um deine neuen Adressdaten bekannt zu machen.
  • Es kann vorkommen, dass Zahlungspartner „unvollständig“ sind, weil der Kontowechseldienst sie nicht korrekt ermitteln kann – typisch bei kleinen Firmen. Vervollständige hier die Informationen, sofern wichtig, oder entferne den Zahlungspartner, sofern unwichtig.
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Für den automatischen Kontowechsel sind zuweilen zusätzliche Informationen notwendig, hier zum Beispiel erweiterte Angaben zum Zahlungspartner NagerIT (Bild: Screenshot)
  • Entferne aus der angezeigten Liste diejenigen, bei denen ein Kontowechsel über den Dienst nicht nötig oder nicht erwünscht ist. Prüfe bei den Diensten mit Ausdruck-Symbol, ob du gleich die Adressdaten eintragen willst – für die späteren Vordrucke ist das nützlich.
  • Aus Sicherheitsgründen zieht der Kontowechselservice Daueraufträge nicht um, kann dich aber per Mail informieren, welche du manuell übertragen solltest. Per Vorgabe sind alle markiert, bei Unnötigen kannst du auf „Dauerauftrag nicht übernehmen“ umstellen.
  • Am Ende bieten Kontowechseldienste oft auch an, das alte Konto zu kündigen. Keine Panik: Es wird dadurch nicht geschlossen, der Dienst erzeugt nur ein Muster-Anschreiben als Datei. Dieses Anschreiben kannst du später verwenden – direkt oder als Vorlage für dein eigenes Kündigungsschreiben.
  • Schliesslich fragt der Kontowechselservice nach den Daten des Kontoinhabers. In unserem Test wurden nur sinnvolle und notwendige Informationen abgefragt.

Am Ende zeigt der Kontowechseldienst nochmal übersichtlich, was genau passieren wird.

Jetzt kommt ein Knackpunkt: Die Dokumente zum Kontowechsel werden nur dann vom Dienstleister verschickt, wenn du auf dein 14-tägiges Widerrufsrecht verzichtest und du deine eingescannte Unterschrift als Bilddatei hochlädst. Du musst das aber nicht tun: Du kannst aber auch dabei bleiben – und erhältst dann ein Datenpaket, in dem Vordrucke zum Selbstausdrucken enthalten sind, die du dann selbst verschicken kannst.

6. Abwarten & Tee trinken

Wir hatten über ein Dutzend Zahlungspartner, die wir teils vom Kontowechselservice automatisch haben anschreiben lassen, teils selbst angeschrieben haben.

Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus: Einige wenige wollten den Kontowechsel nochmal schriftlich bestätigt haben, andere informierten über die Änderung, andere meldeten sich gar nicht. Auch die Zeiten variierten: Bis die letzten Zahlungspartner umgestellt haben, können einige Wochen vergehen. Prüfe bei allen Bestätigungen, ob IBAN und andere Angaben korrekt sind und widersprich gegebenenfalls.

7. Kontowechsel abschließen

Irgendwann kannst du dein altes Konto kündigen und so den Kontowechsel abschließen. Bei den Vordrucken des Kontowechselservice ist meist auch ein entsprechender Kündigungsvordruck zu finden, den man ganz oder teilweise übernehmen kann.

Aber wir raten: Warte erst mal mit dem Kündigen. Vielleicht brauchst du noch die einen oder anderen Daten aus den Überweisungsvorlagen des alten Kontos. Oder du bist mit deinem Konto gar nicht glücklich – ein paar Monate lang eine offene Hintertür zu haben ist sicher eine gute Idee.

Die besten Ökobanken

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