Verdeckte Aufnahmen: So grausam werden ausgediente Milchkühe behandelt

Soko Tierschutz
Foto: © obs/SOKO Tierschutz e.V/anonym

Die Tierschutzorganisation „Soko Tierschutz“ hat erneut heimlich in einem Schlachthof gefilmt – und erschreckende Bilder veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, was Kühe durchmachen, die nach Jahren in der Milchindustrie zu schwach oder verletzt sind, um noch Milch abgeben zu können.

Kühe, die nicht mehr laufen oder stehen können, bis auf die Knochen abgemagert sind und von Arbeitern mit Elektroschockern gepeinigt werden – das Video der Soko Tierschutz ist nicht leicht zu ertragen.

Die Aufnahmen entstanden nicht etwa in einem industriellen Massenbetrieb, sondern in einer Landmetzgerei in Sachsen-Anhalt. Eine Metzgerei also, der man als Kunde eigentlich vertrauen würde. Insgesamt 16 Tage hat Soko Tierschutz dort gefilmt.

Der Betrieb hat sich darauf spezialisiert, sogenannte „Downer“ zu schlachten. Downer sind ehemalige Milchkühe, die zu geschwächt sind, um noch Milch produzieren zu können. Der Soko Tierschutz zufolge produziert die deutsche Milchindustrie jedes Jahr zehntausende solcher Downer.

Nach fünf Jahren als Hochleistungs-Milchkühe können die Tiere nicht mehr: Sie sind verletzt, fressen nichts mehr, brechen zusammen.

Hier das Video von Soko Tierschutz auf YouTube (Achtung – verstörende Aufnahmen):

Die Kühe erleiden Höllenqualen

Die nächste Station für Downer sind spezialisierte Schlachthöfe, wie etwa die Landmetzgerei in Sachsen-Anhalt. Oft werden die verletzten und schwachen Kühe dafür quer durch Deutschland transportiert. Bevor die Tiere geschlachtet werden, erleiden sie weitere Qualen – wie in dem Video der Soko Tierschutz zu sehen ist.

Die Tiere werden geschlagen und teilweise mit Beinfesseln festgehalten, der Elektroschocker ist ständig im Einsatz. Die Arbeiter zielen mit dem Schocker bewusst auf die empfindlichsten Stellen, wie etwa Augen, Euter oder die Schnauzen der Kühe. Tiere, die nicht mehr laufen können, werden mit einer Art Schleppseil rücksichtslos aus dem LKW heraus durch den Raum gezogen – als wären sie Gegenstände und keine Lebewesen.

Filmtipp: Das System Milch – Die Wahrheit über die Milchindustrie

Das Fleisch von „blauen Kühen“

Eigentlich darf Tieren auch in Schlachtbetrieben kein unnötiges Leid zugefügt werden – das besagt das Tierschutzgesetz. Dass in dem Betrieb in Sachsen-Anhalt trotzdem solche Zustände herrschen, liegt laut Soko Tierschutz an den fehlenden und zu laschen Kontrollen.

Inspektionen werden demnach oft angemeldet, außerdem seien die Überwacher und die Betreiber der Metzgerei per „Du“ – eine unabhängige Prüfung sieht anders aus. Soko Tierschutz hat inzwischen Strafanzeige erstattet.

Das Fleisch der Downer landet der Tierschutzorganisation zufolge unter anderem in Wurst, Burgern, Kebab und anderen verarbeiteten Produkten. In der Branche spreche man dabei von „Industriefleisch“ oder dem Fleisch „blauer Kühe“.

Achtung bei Fleisch und Milch

Die Enthüllungen der Soko Tierschutz zeigen erneut, warum es nicht nur bei Fleisch, sondern auch bei Milchprodukten so wichtig ist, auf Bio-Qualität zu achten. Am besten sind die Siegel der Anbauverbände Demeter, Bioland, Naturland – sie haben strengere Kriterien und Richtlinien als das EU-Bio-Siegel. Bei Fleisch- und Milchprodukten gilt außerdem: Weniger ist mehr.

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(1) Kommentar

  1. Guten Appetit dann also! 🙁

    Es sollte doch machbar sein, dass Inspektionen von neutralen Personen durchgeführt werden, aus anderen Landkreisen, die nicht in direkter Nachbarschaft sind beispielsweise.
    Wahrscheinlich braucht man ja ein gewisses Gemüt, um überhaupt Schlachter zu sein, aber vielleicht sollte man „Wesenstests“ einführen und gefühllose Holzklötze mit unterdurchschnittlichem IQ und EQ nicht in die Nähe von noch lebenden Tieren lassen?
    Grundsätzlich weiß man nach solchen Enthüllungen wieder einmal mehr, warum es so leicht fällt, auf Fleischwaren und Tierprodukte auf jeden Fall zu verzichten!

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