Jeder kann vegan: 10 einfache Tipps für weniger tierische Produkte

Fotos: © Brent Hofacker, Marco Mayer, zi3000 - Fotolia.com

Kein Fleisch, kein Käse, keine Eier. Konsequent vegan wäre das Beste für die Tiere, ist aber für viele Menschen unvorstellbar. Trotzdem gibt es viele Wege, weniger tierische Produkte zu konsumieren – vor allem dort, wo die Alternativen so gut sind, dass sie keinen Verzicht bedeuten. Jeder Bissen weniger zählt!

„Die können ja gar nichts essen, die Veganer“. Ja, der kulinarische Ideenreichtum wirkt hierzulande ein wenig eingekeilt zwischen Buletten, Steaks und Leberkäse. 60 Kilogramm Fleisch isst ein durchschnittlicher Deutscher pro Jahr. Im Laufe eines Lebens verzehrt er 4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Dieser Berg an Tieren kommt durch einen eindrucksvoll einseitigen Speiseplan zustande: 85 Prozent der Menschen in Deutschland essen täglich oder nahezu täglich Fleisch und Wurst! Und selbstverständlich konsumieren wir auch Unmengen an Käse und Milch, tragen Schuhe und Taschen aus Leder und selbst in unseren Kosmetika stecken Inhaltsstoffe, die von Tieren stammen oder an ihnen getestet wurden.

Viele von uns haben ein Herz für Tiere und wissen, dass die Nutztierhaltung den Menschen Nutzen, den Tieren aber oftmals Leiden bringt. Trotzdem wollen die meisten nicht auf all das verzichten, was ihnen schmeckt, sich gut anfühlt oder schön aussieht. Diese Konstellation lässt viele Schlussfolgerungen über Moral und das Menschsein zu.

Aber wir kommen gleich zum Handeln und zeigen, wie man es besser machen kann. Wir meinen: vegan bedeutet meist keinen Verzicht. Wer mal ein wenig Abstand von seinen Gewohnheiten nimmt wird merken, dass vegane Alternativen nicht einschränken müssen, sondern bereichern können.

Der Titel „Jeder kann vegan“ soll die Entscheidung von Menschen, die konsequent vegan leben, übrigens in keiner Weise angreifen oder kleinreden. Davor haben wir großen Respekt. Uns geht es im Gegenteil darum, so viele Menschen wie möglich zum Anfangen, Mitmachen und Weitersagen zu ermuntern.

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(13) Kommentare

  1. „Aber wir kommen gleich zum Handeln und zeigen, wie man es besser machen kann. Wir meinen: vegan bedeutet meist keinen Verzicht. Wer mal ein wenig Abstand von seinen Gewohnheiten nimmt wird merken, dass vegane Alternativen nicht einschränken müssen, sondern bereichern können.“

    Dazu muss man die Alternativen vor Ort einkaufen können. In der Großstadt mit entsprechenden Angeboten sicher kein Problem,

    Aber die anderen ? Die müssen mangels Angebot real verzichten. Oder weichen auf inkonsequente Produktion aus konventionellem Supermarkt zurück.

    Ist es besser regionales Bio-Fleisch liegen zu lassen für unfaire, umweltschädliche dafür vegane Importware? Das sehe ich als Knackpunkt an.

    Bei uns nimmt in mittlerweile 5 erreichbaren Bio Läden das Angebot von veganer Kost ständig zu, sehr erfreulich und motivierend.

    Besuchen wir meine Eltern „auf dem Land“ und sie möchten uns etwas Veganes auftischen, verzichte ich dankend auf Einkäufe bei Norma, Lidl, Penny. Und bringe die Zutaten selber mit, Bio + fair + den Kleinhandel unterstützend.

  2. „Ist es besser regionales Bio-Fleisch liegen zu lassen für unfaire, umweltschädliche dafür vegane Importware ?“.

    Regionales Bio-Fleisch ist ein unfaires Beispiel, aber ich habe auch eines 😉 :

    Die Chance, dass der Artikel einen Regionalen-Bio-Flieich-Esser dazu motiviert, Gen-Soja aus Regenzerstörung zu kaufen, ist auch relativ klein. Und für den Durchschnittskonsumenten /-Leser sind Spaghetti Bolognese mit Tofu statt mit herkömmlichen Hackfleisch meiner Meinung nach eine vertretbare Alternativ-Empfehlung.

    Trotzdem hast du natürlich Recht mit deinem Kackpunkt – dessen Knacken auch immer von der jeweiligen Motivation an abhängt: Tiere schützen, Klima retten, Region unterstützen – was auch immer. Aber wem erzähle ich das.

  3. Ich denke, das Thema muß immer von zwei Seiten aus betrachtet und angegangen werden:
    1. Die guten Alternativen zu tierischen Produkten nennen. Damit meine ich nicht fertige Produkte, sondern Rezepte, also z.B. Kuchen ohne Eier ect.
    2. Die guten Alternativen beim tierischen Produkten nennen:
    Worauf sollte man achten, wenn man eben doch nicht 1005 auf Fleisch und andere tierische Nahrungsmittel verzichten möchte.
    Weil auch wenn jeder vegan kann, ist die Diskussion noch im Gange, ob es (gesundheitlich) sinnvoll ist, komplett vegan zu leben und es muß und will eben auch nicht jede(r) vegan leben.

  4. Ich war gestern mit WDR3 im Tropischen Regenwald ( http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/abenteuererde/indexabenteuererde100.html ) und habe die dortigen Überlebensstrategien bewundert. Da ist natürlich fressen und gefressen werden. Es wird vergiftete, geköpft, gewürgt, in Säure getaucht, missbraucht, schmarozt. Pflanze gegen Tier, Tier gegen Pflanze. Aus moralischer Sicht völlig indiskutabel.
    Wer am schnellsten die Strategien anpassen bzw modifizieren kann gewinnt, überlebt und kann seine Gene weitergeben. Das große Fressen als Triebfeder des Lebens. Faszinierend!
    Gehört hier vielleicht nicht hin, aber ich mein ja nur . . . 😉

  5. Die, die Gene der anderen anpassen sind ja wohl wir Menschen. Und nein, wir werden uns wohl ehr selbst gefährden, weil wir zwar rein technisch in der Lage sind, Lebensbaupläne zu manipulieren, aber wir wissen nicht wirklich, was wir da tun, weil wir nicht mal ansatzweise das Mysterium des Lebens verstehen.
    Mich beschleicht immer wieder ein eigenartiges Gefühl, wenn beschrieben wird, wie Leben in der menschen- und moralfreien Zone Urwald sich entwickelt. Wie da ein Gegeneinander ist und doch ein Miteinander. Wie Untergang und Auferstehung nah beieinander liegen. Genauso Effizienz und Verschwendung. Ein brodelnder Topf der Arten, der immer wieder umgerührt wird und Vielfalt, Schönheit und Kreativität hervorbringt. Und alles ist miteinander verzahnt, eine Spezies braucht die andere obwohl sie auf den ersten Blick Fressfeinde sind. Es ist wie ein engmaschiges Netz, das das Leben immer wieder auffängt und weitertreibt.
    Du sollst nicht töten spielt dabei überhaupt keine Rolle. Du sollst nicht in die Regelkreise des Lebens eingreifen wäre schon ehr ein Gebot.

  6. ich will ja jetzt nicht pingelig sein, das wird ja den Veganern gerne nachgesagt, aber Käse ich nicht vegan (siehe Grillalternativen), trotzdem schön eure reihe und den alternativen buchversand kannte ich noch nicht.

  7. Da kann ich mich EdithM nur anschließen. Käse ist „nur“ vegetarisch. Doch noch ein Tip fürs vegane Grillen: Sojasteaklis in Brühe enweichen, mit Grillmarinade (Öl, Kraüter die man mag) einpinseln und ab auf den Grill: Lecker-vegan, da werden die Fleischesser neidisch!!

  8. Männliche Küken leben meist nicht länger als einen Tag. In riesigen Brutschränken geschlüpft, wird der Hühnernachwuchs auf ein Fließband gesetzt und nach Geschlecht sortiert. Männliche Küken sind naturgemäß nicht zum Eierlegen zu gebrauchen und würden als Masthähnchen nicht schnell genug Fleisch ansetzen wie ihre extra dafür gezüchteten Artgenossen. Sie werden bei lebendigem Leib zerquetscht, vergast oder zerschreddert. Küken, die zu spät schlüpfen, nachdem die Sortierer ihre Arbeit bereits beendet haben, werden dann ebenfalls vernichtet, egal ob männlich oder weiblich. 45 Millionen Küken enden so jedes Jahr allein in Deutschland. Bis sie groß genug für die Eierproduktion sind, verbringen die Küken eine Zeit in Aufzuchtanlagen, in Käfige gesperrt oder zu Tausenden in riesigen Hallen gehalten, wo sie rund 20 Wochen bleiben.
    Die grausamen Bilder aus Legebatterien sind vielen Menschen bekannt, aber auch die so genannten alternativen Haltungsformen sind nicht das Gelbe vom Ei.

  9. Eine Kuh gibt nicht von allein Milch. Wie alle Säugetiere muss sie dazu erst ein Kind bekommen, das in der Regel unmittelbar nach der Geburt von ihr getrennt wird. Die männlichen Kälber erwartet die Kälber- oder Rindermast und ein früher Tod im Schlachthof, während den weiblichen Tieren eine Zukunft als Milchkuh bevorsteht. Die meisten Kühe verbringen ihr Leben als Produktionseinheit auf rutschigen Spaltenböden im Stall, ohne als Milchkuh jemals eine grüne Wiese zu sehen. Durch die unnormale Milchleistung, auf die sie gezüchtet wurden, leiden diese „Hochleistungskühe“ an verschiedensten Krankheiten wie Euterentzündungen, Bein- und Klauenkrankheiten. Die Milchproduktion weist einen enormen Verschleiß an Tieren auf. Nach fünf bis sechs Jahren und einigen Schwangerschaften sind die Milchkühe „verbraucht“. Unter normalen Umständen kann eine Kuh über 20 Jahre alt werden.

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