Die 11 größten Milch-Mythen – und was wirklich dran ist

Milch Mythen: Milch gesund oder ungesund?
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Kaum ein Lebensmittel ist in jüngster Vergangenheit so sehr ins Kreuzfeuer von Kritikern und Befürwortern geraten wie die Milch. Macht Milch nun gesund oder krank?

Im Web gibt es zu fast jeder Art von Milch viele Meinungen, Mythen und (Halb-)Wahrheiten. In diesem Fakten-Dschungel hat kaum noch jemand einen Überblick. Wir haben uns einige dieser Mythen einmal genauer angeschaut. Gerne würden wir nun Entwarnung geben und sagen: Alles ist falsch, Milch ist gesund – oder im Gegenteil: pflanzlicher Milchersatz ist immer besser. Aber ganz so einfach ist es eben nicht – manchmal liegen die Mythen richtig, manchmal nicht.

Mythos #1: Milch macht krank

Angefangen bei Diabetes bis hin zu Krebs soll Milch an fast jeder (Zivilisations-) Krankheit Schuld sein. Der Gedanke dahinter ist der, dass sie von Mutter Natur grundsätzlich dafür gedacht ist, die Kälber groß und stark zu machen. Daher enthält sie Wachstumsfaktoren, die – so vermuten es Forscher – auch bei Menschen wirksam sein könnten. Die These besagt weiterhin, dass dadurch im menschlichen Körper gesundheitliche Folgen wie Akne, Arterienverkalkung, Diabetes, Übergewicht und weitere Probleme entstehen würden.

Diese Annahme wird zur Zeit in der Forschung untersucht, es liegen aber noch keine abschließenden Ergebnisse vor. Denn bisher konnte nicht die Milch allein für Übergewicht und daraus resultierende Folgeerkrankungen (wie Diabetes Typ 2, Arteriosklerose etc.) als alleiniger Verursacher isoliert werden. Zudem zeigen große Studien bisher keine konkreten Hinweise auf ihre Schädlichkeit.

Es bleibt also weiterhin umstritten, inwieweit Kuhmilch dem Menschen wirklich schadet oder nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt weiterhin ein Glas pro Tag, denn sie geht davon aus, dass ein gemäßigter Konsum von Milchprodukten keine gesundheitlichen Nachteile mit sich bringt. Es ist wie immer: nicht die Milch, sondern die Menge macht’s!

Die Menge macht's: ab und zu ein Milchkaffee schadet niemandem, drei davon vielleicht schon
Die Menge macht’s: ab und zu ein Milchkaffee schadet niemandem, drei davon vielleicht schon (Foto: © Taylor Franz / Unsplash)

Mythos #2: Milch macht Blähungen

Manche Menschen bekommen schwere Verdauungsbeschwerden, wenn sie Milch oder manche Milchprodukte verzehrt haben. Dann liegt meist eine Laktoseintoleranz vor.

Laktose ist ein sogenanntes Disaccharid und wird auch Milchzucker genannt. Sie kommt in der Milch und den daraus verarbeiteten Produkten in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Frische Kuhmilch weist einen Laktosegehalt von ca. 5 g/100 ml auf. Bei der Verarbeitung von Kuhmilch gelangt die Laktose je nach Wassergehalt ganz oder teilweise in das erzeugte Produkt.

Bei Laktoseintoleranz liegt eine Störung der Laktoseverdauung vor, was zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Beschwerden führen kann. Laktose selbst kann vom Körper im Darm nicht aufgenommen werden. Für die Aufnahme und Verwertung muss sie im Darm erst in ihre Einzelteile Glukose und Galaktose gespalten werden. Diese Spaltung wird durch ein Enzym erledigt, das von Zellen in der Schleimhaut des Dünndarms gebildet wird und Lactase heißt. Dieses Enzym fehlt bei Menschen, die an Laktoseunverträglichkeit leiden. Der Milchzucker kann dann nicht verdaut werden und es kommt unter anderem zu Blähungen.

Laktoseintolerenz: nicht jeder verträgt den Milchzucker
Laktoseintolerenz: nicht jeder verträgt den Milchzucker (Foto: © Laurent Hamels - Fotolia.com)

Insbesondere Asiaten und Afrikaner, deren Vorfahren keine Milchwirtschaft betrieben, vertragen keine Milch. In Europa hat die Milchviehhaltung lange Tradition. Im Laufe der Generationen hat sich der Körper an den lebenslangen Milchkonsum angepasst. In Deutschland leiden circa 20 Prozent der Bevölkerung unter Laktoseunverträglichkeit.

Es liegt also nicht an der Milch selbst, wenn es zum Blähbauch kommt, sondern am Milchzucker. Betroffene (und nur diese) können auf laktosefreie Produkte ausweichen oder Milchprodukte (wie zum Beispiel Käse) verwenden, bei denen der Milchzucker während des Reifeprozesses schon abgebaut wurde.

Mythos #3: Milch macht schlank

Jedes Jahr liest man in einschlägigen Magazinen, dass Milchprodukte ideal seien, um eine Diät zur Reduktion von Körperfett zu begleiten. Milch und Milchprodukte, so heißt es regelmäßig in Illustrierten, die „Bikinifigur in zwei Wochen“ versprechen, seien ideale Lebensmittel für einen schlanken Körper.

Leider ist diese Aussage sehr vereinfacht – wie übrigens meist auch der Rest solcher Diätratgeber. Je nach Sorte oder Art des Milchproduktes handelt es sich nämlich um wahre Fettbomben, die bei einer Gewichtsreduktion eher kontraproduktiv statt unterstützend wirken.

Ein Glas Vollmilch (250ml) enthält mit knapp 10 Gramm Fett schon die Hälfte dessen, was eine komplette ausgewogene Mahlzeit an Gesamtfettgehalt enthalten sollte! Milch ist daher auch kein Getränk, sondern ein Nahrungsmittel und sollte grundsätzlich auch so konsumiert werden.

Wer mit Milchprodukten abnehmen möchte, sollte besonders auf den Fettgehalt achten. Ein Glas Magermilch hat beispielsweise über 80 Kalorien weniger als ein Glas Vollmilch (letzteres kann aber gesünder sein, siehe Milch-Ratgeber). Milch alleine macht übrigens nie schlank, auch nicht als Magermilch!

Fettere Milch ist gesünder, schlank macht auch die magere nicht
Fettere Milch ist gesünder, schlank macht auch die magere nicht (Foto: © Markus Mainka - Fotolia.com)

Mythos #4: Milch macht starke Knochen

Milch, so weiß mittlerweile fast jedes Kind, enthält Kalzium. Und Kalzium ist der Hauptbestandteil unserer Knochen. Also, so die weit verbreitete Schlussfolgerung, muss Milch auch gut sein für die Knochen und einen starken Knochenaufbau fördern.

Doch eine aktuelle Studie aus Schweden legt den Verdacht nahe, dass ein erhöhter Konsum sogar das Risiko von Osteoporose und Knochenbrüche steigere. Die Ergebnisse sind bis heute allerdings umstritten, da noch nicht ganz geklärt ist, warum der Konsum von Milch als Getränk das Knochenbruchrisiko erhöhte, der von fermentierten Milchprodukten (Joghurt, Quark, Käse etc.) jedoch nicht.

Sicher ist nur: Das Kalzium aus der Milch (und anderen Kalziumquellen) allein bringt dem Knochen gar nichts, denn es benötigt immer den „Einbauhelfer“ Vitamin D, ohne den Kalzium nicht in die Knochensubstanz eingelagert werden kann.

Vitamin D ist lebensnotwendig, kann aber vom Körper grundsätzlich selbst hergestellt werden. Dazu muss nur genug Sonnenlicht über die Haut auf den Körper wirken. Der heutige Lebensstil verhindert jedoch, dass wir täglich genug Sonnenlicht aufnehmen, zusätzlich verringert sich die Fähigkeit, Vitamin D3 aus Sonnenlicht zu synthetisieren, mit steigendem Lebensalter. Daher haben viele Erwachsene einen Vitamin D-Mangel – und ältere Menschen oft Osteoporose.

Milchkonsum hin oder her – ohne Sonnenlicht erhöht sich so oder so das Risiko für Knochenbrüche. Die Milch allein macht’s hier nicht!

Mythos #5: Von Milch kriegt man Pickel

Milch soll auch für Akne verantwortlich sein. Rein medizinisch gesehen entsteht Akne jedoch aus einem Zusammenspiel von einer übermäßigen Produktion von Hornzellen in den Talgdrüsen und dem Bakterium Propionibacterium acnes.

Weder die Hornzellen noch die Bakterien kommen aus der Kuhmilch. Es existiert jedoch eine Studie, bei der festgestellt wurde, dass Jugendliche mit hohem Milchkonsum an einer stärker ausgeprägten Akne litten als Jugendliche, die nur wenig Milch konsumierten. Daher nimmt man an, dass der Verzicht auf Milchprodukte den Verlauf einer Akneerkrankung abmildern könnte; die Entstehung von Akne kann aber auch ein gänzlicher Verzicht auf Milchprodukte nicht verhindern.

Generell enthalten aber alle tierischen Fette Arachidonsäure, einen Botenstoff, der im menschlichen Körper Entzündungen fördert. Es macht daher bei jeglichen Entzündungsreaktionen (nicht nur bei Akne) Sinn, auf tierische Fette zu verzichten. Dazu gehören auch fetthaltige Milchprodukte, Eier und Fleischwaren. Die Formel Milch = Pickel geht aber nicht auf.

Mythos #6: Milch verschleimt uns

Glaubt man manchen Müttern und Omas, so soll der Genuss von Milch dafür sorgen, dass „der Organismus verschleimt“. Insbesondere bei Husten und anderen Erkältungskrankheiten sowie Asthma sollen Betroffene auf Milch verzichten, da sie die Atemwege verschleime und zur Verschlimmerung der Symptome beitrage. Außerdem, so manch gut gemeinter Ratschlag, solle man keine Milch zu schwer verdaulichen Lebensmitteln trinken, da dadurch Schleim im Verdauungstrakt die Verdauung selbst beeinträchtigen würde.

Hier gilt jedoch komplette Entwarnung: in keiner einzigen Studie konnte festgestellt werden, dass der Konsum von Milchprodukten zu Schleimbildung führt. Weder im Bereich der Atemwege noch im Verdauungstrakt. Milch verschleimt uns nicht.

Übrigens: Heiße Milch (gerne auch pflanzlich) mit Honig lindert Halsschmerzen, da der Honig leicht antibakteriell und entzündungshemmend wirkt und die Heilung fördert.

Mythos #7: Milch macht groß und stark

„Trink deine Milch, damit du groß und stark wirst!“ – wer von uns hat das als Kind nicht zu hören bekommen? Aber hatten unsere Mütter Recht, wenn sie uns Milch gaben und dabei auf ein gutes Längenwachstum hofften?

Ausnahmsweise ist sich die Wissenschaft in diesem Punkt einig: Kinder, die während des Wachstums Milch konsumieren, haben ein höheres Längenwachstum als Kinder, die keine Milch bekommen. Besonders gut konnte dieser Effekt in Ländern festgestellt werden, in denen traditionell keine Milch verzehrt wird, beispielsweise in Asien. Seit dort der westliche Lebensstil und dessen Ernährung mit Käse und anderen Milchprodukten Einzug gehalten hat und man die Babys mit europäischem Milchpulver füttert, steigt das Längenwachstum an.

Milch macht tatsächlich 'größer'
Milch macht tatsächlich ‚größer‘ (Model Foto: Colourbox.de )

Warum das so ist, das haben die Forscher allerdings nicht herausgefunden. Es könnte an den Wachstumsfaktoren der Milch liegen, die auch Kälber wachsen lassen. Sicher ist das aber nicht. Auch ein bestimmter Eiweißkomplex, der das Zellwachstum anregt, könnte dafür verantwortlich sein. Vielleicht sind es aber auch bestimmte Mineralstoffe, Peptide oder Aminosäuren der Milch? Das Milcheiweiß Kasein wird beispielsweise beim Bodybuilding gerne als Dopingmittel eingesetzt, weil es Muskeln schneller wachsen lässt. Ist es das? Oder die Kombination aus allen Milchbestandteilen? Das gilt es noch durch Forschung herauszufinden.

In diesem Punkt ist aber eins klar: die Milch macht’s!

Mythos #8: Milch macht Tabletten unwirksam

Wer sich die Mühe macht und den Beipackzettel seiner Medikamente bis zum Schluss liest, der wird sicherlich immer wieder auf folgenden Satz stoßen: „Nicht mit Milch einnehmen!“. Macht sie also Tabletten unwirksam? Oder handelt es sich bei diesen Warnhinweisen nur um „Panikmache“ mit statistisch höchst unwahrscheinlichen Nebenwirkungen eines Medikaments?

Eine einfache Antwort gibt es dazu nicht, denn es ist kompliziert. Grundsätzlich nämlich ist gar nicht die Milch selbst das Problem, sondern das darin enthaltene Kalzium. Verbinden sich Wirkstoffe des Arzneimittels mit dem Kalzium der Milch, kann der Wirkstoff vom Körper nicht mehr richtig aufgenommen werden.

Bildlich vorstellen kann man sich das mit einer Bildung von kleinen Kalzium-Arzneimittel-Klumpen, die zwar winzig klein sind, jedoch zu groß, um durch die Darmwand zu schlüpfen und somit den Wirkstoff für den Körper zur Verfügung zu stellen. Diese kleinen Klümpchen sind nicht löslich, weswegen dann Kalzium und Wirkstoff wieder zusammen ausgeschieden werden. Die Arznei bekommt also gar keine Chance, zu wirken. Dieser Vorgang passiert bei vielen verschiedenen Wirkstoffen und Medikamenten. Relativ harmlos ist er beispielsweise bei Fluortabletten, die besonders Kinder zum besseren Wachstum ihrer Zähne verabreicht bekommen. Dasselbe gilt übrigens auch für fluoridhaltige Zahnpasta, die nicht mehr wirklich vor Karies schützen kann, wenn man danach ein Glas Milch trinkt.

Besonders paradox ist dieser Vorgang auch bei Mitteln, die eigentlich bei Osteoporose helfen sollen. Und Milch, so denkt man gleich, kann ja durch das Kalzium nur gut bei Osteoporose sein. Leider ist genau diese Kombination von Milch und Osteoporose-Mittel das Problem: auch hier entstehen mit Milch Reaktionen, die die Wirkung solcher Medikamente deutlich abschwächen. Besonders gefährlich ist die Kombination von Milch und gewissen Antibiotika, denn wirkt ein Antibiotikum nicht richtig oder gar nicht, können mitunter tödliche Komplikationen entstehen.

Ist Milch also Teufelszeug für Medikamente? Ja und nein, denn das Problem liegt nicht in der Milch allein, sondern nur im darin enthaltenen Kalzium. Diese Probleme gibt es auch mit allen anderen Lebensmitteln, die viel Kalzium enthalten, etwa mit kalziumreichem Mineralwasser.

Solche Medikamente sollten daher am besten mit Leitungswasser und mindestens zwei, besser drei Stunden nach der letzten Mahlzeit eingenommen werden. Die Milch macht’s sonst unwirksam!

Für viele gehört Milch zur gesunden Ernährung
Für viele gehört Milch zur gesunden Ernährung (Foto: Peggy Greb (PD))

Mythos #9: Milch macht müde Männer munter

Woher kommt eigentlich diese Redewendung, die jeder kennt, aber keiner weiß, ob sie wahr ist? In den 1950er Jahren wurde Milch intensiv von der Milchwirtschaft gefördert. Überall eröffneten Milchbars und das weiße Gold wurde zum Inbegriff des Wirtschaftswunders. Der Werbeslogan „Milch macht müde Männer munter“ sollte den Konsum fördern und das Image dieses landwirtschaftlichen Produktes steigern.

Der sehr einprägsame Werbeslogan wurde von der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) und später auch der EU in den folgenden Jahrzehnten immer wieder abgewandelt und verändert, jedoch immer mit dem Ziel, den Absatz damit zu fördern. Ebenso einprägsam ist der Nachfolger des „müde Männer“ Slogans aus den 80ern: „Die Milch macht’s!“, wobei die Frage offen blieb, was die Milch eigentlich so macht. Heute heißt der aktuelle Slogan übrigens „Milch ist meine Stärke“. Es wird wohl noch einige Jahrzehnte dauern, bis dieser Slogan genauso in den Köpfen der Deutschen verwurzelt ist, wie seine Vorgänger.

Aber macht nun Milch wirklich müde Männer munter?

Wie so oft in der Werbung ist nicht alles so, wie die Reklame es verspricht. Milch enthält unter anderem den Wirkstoff Tryptophan, der auf den Körper eine schlaffördernde Wirkung hat. Übrigens hat Kakaopulver ebenfalls einen recht hohen Gehalt an Tryptophan, weswegen ein heißer Kakao am Abend tatsächlich das Einschlafen fördern kann. Milch macht müde Männer demnach also alles andere als munter!

Mythos #10: Keine Milch ohne Tierquälerei

Auf der Milchtüte ist meist eine glückliche Kuh auf einer saftig grünen Weide abgebildet. Dass eine solche Tierhaltung natürlich nicht zu den Mengen Milch und Milchprodukte führen kann, wie wir das tagtäglich im Kühlregal sehen, sollte uns allen klar sein.

Deutschland liegt auf Platz 5 der Milchherstellung weltweit – mit traditioneller Haltung kann eine solche Platzierung auf dem Weltmarkt nichts mehr zu tun haben. Unsere konventionelle Milch kommt von Hochleistungskühen, die statt dem üblichen Grünfutter noch Zusatzfutter mit (Soja-) Eiweißen und Fetten gefüttert bekommen müssen, um genug Milch produzieren zu können. Das ist unnatürlich für die Kuh und kann bei ihr unter anderem zu Stoffwechselstörungen führen.

Milch aus Massentierhaltung
Milch aus Massentierhaltung (Foto: Colourbox.de)

Eine Kuh gibt auch nur dann Milch, wenn sie gekalbt hat. Deswegen werden Milchkühe regelmäßig besamt, um immer wieder neu zu kalben und immer weiter Milch geben zu können – sie ist also quasi „dauerschwanger“. Eine Hochleistungskuh kann so bis zu 10.000 Liter im Jahr produzieren. Entzündungen der Euter sind leider häufig. Damit sich die Kühe in der Massentierhaltung nicht gegenseitig verletzen, werden sie außerdem schmerzhaft enthornt.

Milchprodukte aus konventioneller Tierhaltung sind, wie viele andere Nahrungsmittel auch, mit Hormon- und Pestizidrückständen belastet. Das Ganze kann man mit Biomilch umgehen, denn zur Produktion von Biomilch wird kein unnatürliches Zusatzfutter verwendet, auch die Tierhaltung ist besser. Das natürlichere Futter schlägt sich in der Qualität nieder: In Biomilch sind wesentlich mehr der herzgesunden Omega3 Fettsäuren enthalten als in konventioneller. In Biomilch sind keine künstlichen Hormonrückstände und auch keine Pestizide enthalten, was auf die bessere Futterqualität zurückzuführen ist.

Aber auch „Bio-Kühe“ sind dauerschwanger und werden meist enthornt – eine Garantie für artgerechte Haltung gibt es also mit Biomilch nicht. Biomilch ist besser, aber nicht perfekt.

Mythos #11: Pflanzlicher Ersatz ist besser als Milch

In letzter Zeit kommen immer mehr Alternativen zu tierischer Milch auf den Markt, denn immer mehr Verbraucher ernähren sich vegan oder suchen wegen Unverträglichkeiten nach Alternativen zur Kuhmilch. Doch die Gerüchteküche kocht auch mit pflanzlicher Milch und nicht immer ist klar, ob und wann pflanzliche Milchalternativen wirklich die bessere und gesündere Wahl sind.

Die Frage kann man so pauschal nicht beantworten, es kommt eben immer darauf an, was man damit erreichen möchte. Pflanzliche Milch ist nicht automatisch besser, manchmal ist sie sogar schlechter.

Mythos: Sojamilch macht impotent

Der Klassiker der Milch-Alternativen ist die Sojamilch, doch wie viel besser ist sie? Besonders Männer treibt die Sorge um, dass der Konsum von Sojamilch und anderen Sojaprodukten impotent machen könnte.

Hintergrund ist eine neue Studie aus Großbritannien, bei der eine Forscherin nachweisen konnte, dass die Zahl der Spermien bei Sojakonsum abnimmt. Richtig ist auch, dass Soja sogenannte Phytoöstrogene enthält, also eine Art pflanzliches weibliches Geschlechtshormon. Die Sorge der Männer: die Aufnahme solcher weiblichen Hormone durch den Verzehr von Sojaprodukten könne die Spermienproduktion so beeinflussen, dass Männer unfruchtbar werden.

Kuhmilch oder Sojamilch
Kuhmilch oder Sojamilch (Illustration: MIro Poferl)

Fakt ist nämlich: In asiatischen Ländern, wo traditionell viel Sojaprodukte konsumiert werden, leiden die Frauen signifikant weniger unter Wechseljahrsbeschwerden als in Ländern, in denen kein oder wenig Soja auf den Tisch kommt. Fakt ist aber auch: obwohl asiatische Männer regelmäßig große Mengen Sojaprodukte verzehren, haben sie keine Probleme mit Unfruchtbarkeit.

Warum es bei der britischen Studie zu einem so gegensätzlichen Ergebnis kam ist bis jetzt nicht geklärt und wird Gegenstand weiterer Forschungen sein müssen. Bisher konnten weltweite Studien nämlich vorwiegend positive Auswirkungen von Sojaprodukten auf die Gesundheit feststellen.

Mythos: Sojamilch fördert Gentechnik

Die Sojabohne ist für viele zum Inbegriff gentechnisch veränderter Lebensmittel geworden. Und ja: Der größte Teil der weltweit angebauten Sojabohnen ist tatsächlich gentechnisch verändert. Wer Sojamilch und Sojaprodukte konsumiert, wird daher immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, damit den Anbau von genmanipulierten Pflanzen zu unterstützen.

In der EU ist der Anbau von GMO-Sojabohnen verboten, was jedoch nicht heißt, dass bei uns Endprodukte, in denen gentechnisch verändertes Soja enthalten ist, nicht auf den Tisch kommen. Solche Lebensmittel sind in der EU seit 2004 schon dann kennzeichnungspflichtig, wenn sie ab 0,9% gentechnisch veränderte Organismen pro Inhaltsstoff enthalten. Weil europäische Konsumenten solchen Lebensmitteln jedoch kritisch gegenüber stehen, findet man im Handel nur wenige Lebensmittel, die so gekennzeichnet sind.

Gentechnik
Gentechnik (Foto: © bildergala - Fotolia.com)

Sojamilch hat daran generell einen verschwindend kleinen Anteil, denn ungefähr 80% der weltweiten Sojaproduktion landet im Tierfutter – und somit als Stück Fleisch, als Ei, Käse oder auch Milch dann doch bei uns auf dem Tisch. Tierische Lebensmittel, bei denen die Tiere zuvor mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, sind nämlich nicht kennzeichnungspflichtig!

Braten wir das Stück Fleisch in Sojaöl oder servieren es mit Mayonnaise, steigt der Anteil an Soja bei einer Fleischmahlzeit auf ein Vielfaches dessen an, was in einem Glas Sojamilch steckt. Wer Fleisch, Eier und Milchprodukte aus konventioneller Landwirtschaft verzehrt, unterstützt damit die Gentechnik wesentlich mehr, als Menschen, die Kuhmilch mit Sojamilch ersetzen.

Übrigens: wer Sojamilch, Fleisch, Eier und Milchprodukte in Bioqualität kauft, kann sich sicher sein, dass dabei keine Gentechnik zum Einsatz kommt!

Mythos: Sojamilch ist umweltschädlich

Soja wird größtenteils in Monokulturen angebaut, für die besonders in Südamerika Waldflächen abgeholzt und Savannen zerstört werden, um der weltweit gestiegenen Nachfrage von Soja nachzukommen. Zudem belastet der massive Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln die Gewässer.

Allerdings werden gute 80% des unter solchen Bedingungen angebauten Sojas als Viehfutter für unseren immer größeren Fleischhunger genutzt und nicht zur Herstellung von Sojamilch verwendet. Bis dieses Soja-Viehfutter dann aus den Anbaugebieten in den USA und Südamerika bei den europäischen Landwirten und seinen Tieren im Futtertrog landet, ist der CO2-Fußabdruck schon so groß, dass man alleine aus diesem Grund schon auf Fleisch verzichten sollte.

Es geht aber auch ganz anders: Auch in Deutschland ist es möglich, Soja anzubauen – und das wird auch getan! Einige Hersteller bieten konsequent Sojaprodukte wie Sojamilch und Tofu aus deutschem oder europäischem Anbau an. Zurzeit läuft ein groß angelegtes Projekt, um mit 1000 Hobbygärtnern zusammen die Anbaubedingungen für Soja in Deutschland zu erforschen und dadurch zu optimieren. Dabei wurden im Sommer 2016 über 20 Sorten Soja in 1000 Gärten an unterschiedlichen klimatischen Standorten ausgesät. Sojamilch aus heimischen Sojabohnen ist also alles andere als umweltschädlich!

Pflanzliche Milch wird zum Beispiel aus Soja, Hanf, Hafer oder Reis gemacht
Pflanzliche Milch wird zum Beispiel aus Soja, Hanf, Hafer oder Reis gemacht (Fotos: © baibaz - Fotolia.com, Hans - pixabay)

Mythos: Pflanzlicher Milchersatz ist Zuckerwasser

Wer zum ersten Mal pflanzliche Alternativen probiert, greift meist zu Produkten, die zusätzlich gesüßt wurden oder mit Aromen wie zum Beispiel Vanille geschmacklich „aufgehübscht“ wurden.

Natürlich sind solche Getränke lecker. Aber als vollwertiger Ersatz für Kuhmilch sollten sie aufgrund ihres hohen Zuckergehaltes nicht dienen, denn auch alternative Süßungsmittel wie Agavendicksaft oder Honig sind chemisch gesehen für unseren Stoffwechsel auch nichts anderes als Zucker.

Sojamilch und diverse Sorten Getreidemilch sind aber nicht grundsätzlich „Zuckerwasser“. Zahlreiche Sorten kommen ungesüßt, und auf den Nährwertangaben kann jeder sehen, wie viel Zucker im Lebensmittel steckt. Es kommt auf uns Konsumenten an, welche Sorte wir uns in den Kühlschrank stellen!

Mythos: Milchersatzprodukte sind weniger ausgewogen

Wer auf tierische Milchprodukte verzichtet, ist schnell dem Vorurteil ausgesetzt, damit auch auf wichtige Nährstoffe zu verzichten. Zu Recht?

Grundsätzlich gilt auch hier: es liegt an uns Konsumenten selbst, welche Sorte pflanzliche Milch wir uns in den Kühlschrank stellen! Kuhmilch ist in der EU ein genormtes Produkt, für das der jeweilige Fettgehalt definiert ist. Wer im Urlaub schon mal eingekauft hat, weiß: Auf der anderen Seite der Grenze kann eine fettarme Marke auch schon mal 1,8% Fett statt wie bei uns nur 1,5% enthalten, bei Rohmilch liegt die Bandbreite zwischen 3,5% und ganzen 5% Fett.

Schon bei Kuhmilch fällt ein Vergleich der Nährwerte daher recht schwer, weil allein dieser eine Inhaltstoff schon erheblich schwanken kann. Genauso sieht es bei pflanzlichen Alternativen aus. Jeder Hersteller hat sein eigenes Rezept, gibt mal mehr, mal weniger Wasser hinzu, lässt das Gemisch kürzer oder länger fermentieren, fügt diese oder jene Zusatzstoffe hinzu. Was dem Konsumenten bleibt, ist nur ein direkter Vergleich unterschiedlicher Marken vor Ort im Laden.

Sojamilch und Kuhmilch haben einen etwa gleichen Eiweißgehalt (ca. 3,3g/100g), jedoch ist schon der Gehalt für Kalzium sehr unterschiedlich (Sojamilch: 25mg/100g; Kuhmilch: 125mg/100g).

Weil andere pflanzliche Alternativen oft gar kein oder nur sehr wenig Kalzium enthalten, wird dieses meist vom Hersteller in unterschiedlicher Menge hinzugefügt. Auch der Eiweißgehalt von Getreidemilch aus Hafer, Reis und auch Nüssen kann mit dem von Soja- und Kuhmilch nicht mithalten und schwankt von Sorte zu Sorte und Hersteller zu Hersteller teils überraschend. Eins ist aber sicher: wer auf tierische Milch verzichtet, leidet nicht zwangsläufig an Nährstoffmangel!

Übrigens: Sojamilch ist nicht die einzige Milch-Alternative, es gibt z.B. auch Mandelmilch, HafermilchReismilchHanfmilchLupinenmilchErbsenmilch mit verschiedenen Vorteilen und Nachteilen.

Fazit: die Milch macht’s – manchmal

Bei so viel Pro und Contra ist immer noch nicht klar, welche Milch nun wirklich die beste ist – sofern es ein Ideal überhaupt gibt. Welche solle man nun kaufen, welche im Regal stehen lassen?

  • Wer nachhaltig lebt, wem Klimaschutz, Tierwohl und Umweltschutz wichtig ist, entscheidet sich für pflanzliche Milch, denn sie ist grundsätzlich das ökologisch „rundere“ Produkt.
  • Entscheidest du dich für pflanzliche Milch, wähle grundsätzlich ungesüßte Varianten in Bioqualität. Achte darauf, dass das dafür verwendete Soja oder Getreide aus europäischem oder gar deutschem Anbau stammen. So stellst du sicher, weder Zuckerwasser noch genveränderte Produkte zu konsumieren und hältst auch den CO2-Fußabdruck relativ klein. Wer sich für pflanzliche Milch entscheidet, leistet somit auch einem Beitrag zum Klimaschutz.
  • Wenn du dich für tierische Milch entscheidest, dann kaufe Biomilch – möglichst von regionalen Anbietern. So stellst du sicher, mit dem Kauf deiner Milch keine Gentechnik zu unterstützen, hältst den CO2-Abdruck deiner Milch gering und weißt, dass die Milchkühe unter besseren Lebensbedingungen gehalten werden. Letztendlich behalte jedoch im Hinterkopf: je weniger Viehhaltung – auch für Milch – desto besser fürs Klima.

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(52) Kommentare

  1. Viele Studien wurden erwähnt, es wurde leider nur nicht erwähnt um welche Studien es sich genau handelt, ebenso gab es leider keine weiteren hinweise zu den Studien.
    Schade eigendlich, schön geschrieben der Artikel, aber halt Wissenschaftlich absolut unhalotbar, da keinerlei Quellenangaben gegeben sind.
    Zum Thema Soja Milch habe ich hier auch noch einen interessanten Artikel gefunden
    http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/starkoechin-entlarvt-vegane-ernaehrungsweise-sarah-wiener-sojamilch-ist-so-kuenstlich-wie-cola_id_4792000.html

  2. Hallo Utopia Autoren,
    ich muss mich sehr wundern was ihr vor dem Hintergrund der bevorstehenden Klimakatastrophe (eigentlich sind wir mittendrin) so „tolles“ über die Milch schreibt.

    Ganz ehrlich: hab ihr noch alle Tassen im Schrank? Wieviel Leid muss eine Kuh erleben damit Sie Milch gibt? Wieviel Umweltschäden werden durch den Milchkonsum hervorgerufen?

    Ist doch okay wenn die Leute denken das Milch nicht gut für sie ist, das tut am Ende allen gut. Wir müssen doch weltweit den Konsum der Tiere in jeglicher Form, drastisch reduzieren. Euer Artikel bewirkt das Gegenteil. Warum habe ich euch eigentlich abonniert?????

  3. Dem kann ich mich nur anschließen.
    Denn, liebes Utopia-Team, schaut euch doch einmal die Seite nutritionfacts.org an und googlet MILK. Ihr werdet auf einen Haufen von Studienauszügen treffen, die keinen Zweifel daran lassen, dass Kuh-, Ziegen- und von mir aus Mäusemilch schädlich für den menschlichen Organismus sind. Informiert euch darüber hinaus z.B. bei Greenpeace über die Auswirkungen der Viehwirtschaft auf die Umwelt und schaut euch auf youtube EARTHLINGS an. Dieser Film klärt wunderbar über die skandalösen Umstände in der Viehwirtschaft und das endlose Tierleid auf. Dann müsst ihr das nächste Mal nicht zweimal überlegen ob hier so ein zweifelhafter, pseudowissenschaftlicher Artikel veröffentlicht werden sollte. Denn sonst bleiben Frieden und Gesundheit auf der Strecke und ein Morgen für unsere Kindeskinder ein reines Utopia.

  4. sarah wiener ist eine der absolut ungeeignetsten quellen für nahrungsmittelhintergründe, das wird jeder mensch mit einem ansatzweise funktionierenden gehirn schon nach sehr kurzer recherche herausfinden. das ist etwa so, als würde man christian schmidt nach dem gesundheitlichen nutzen von schweinefleisch befragen und das als ausgangsbasis für eine ernsthafte diskussion nehmen! ^^

  5. „sarah wiener ist eine der absolut ungeeignetsten quellen für nahrungsmittelhintergründe“
    Aber einseitig ideologisch vorbelastete Quellen sind geeigneter, oder?
    „das wird jeder mensch mit einem ansatzweise funktionierenden gehirn schon nach sehr kurzer recherche herausfinden.“
    Ohne sachliche Auseinandersetzung mit ihren Argumenten ist dein Beitrag absolut überflüssig. Das wird jeder Mensch „mit einem ansatzweise funktionierenden“ G[!]ehirn schon nach sehr kurzem Nachdenken herausfinden.
    Im Übrigen frage ich mich, wie die Unfähigkeit zu Groß- und Kleinschreibung mit einem „ansatzweise funktionierenden gehirn“ zu vereinbaren ist.

  6. Der Artikel zu Milch ist ein Grund den Newsletter abzubestellen. Millionen Forschungsgelder in der sogenannten China-Study von Tom Campbell sind aufgewendet wurden, um festzustellen was eigentlich Krebs erzeugt und der Nachweis ist eindeutig erbracht: Tierische Eiweise in der übermäßigen Menge und dazu zählt auch die Milch. Natürlich kann man auch Forschungsergebnisse einfach nicht anerkennen, behaupten, dass man das noch untersuchen müsse und so die Menschen weiterhin an der Nase herum führen.
    Es nervt sehr! Unprofessionell, oberflächlich, demagogisch.
    Bitte befasst euch damit und stellt es richtig. So kann eine Utopie nicht aussehen.

  7. Danke für den Beitrag, Nina diRosa. Kann ich voll bestätigen. Auch ich habe zunächst meinen Augen nicht getraut und musste nochmals nachschauen, ob ich da nicht versehentlich auf einer falsche Seite gelandet bin. Diesen vermutlich von der Milchlobby finanzierten Milchbericht bei Utopia zu finden, ist sehr befremdend. Seit Jahrzehnten zeigen ‚zig unabhängige Milchstudien, dass Milch in der menschlichen Ernährung gesundheitlich kaum zu vertreten ist. Ich kann das als Ernährungs- und Gesundheitsberater voll bestätigen…

  8. Danke Nina und Richard!!! Ging mir genauso! Ich habe zig Studien gelesen, dass Milch schädlich für den Körper ist und der Mensch mit der Kuhmilch (Tiermilch) nichts anfangen kann. Man braucht weder Arzt noch Ernährungswissenschaftler zu sein, um mit seinem gesunden Menschenverstand festzustellen, wie absurd der Verzehr von Milch ist, die eigentlich dazu da ist ein anderes Lebewesen aufzuziehen. Genauso absurd findet es der Mensch, „Hundemilch“ zu trinken… wieso also Kuhmilch? Es ist für mich unverständlich wie arrogant der Mensch sein kann einige Tierrassen auszubeuten und deren Erzeugnisse als vermeindlich „gesund“ und „unverzichtbar“ zu propagieren. (Ein Glas Milch am Tag??)

    Liebe Utopia >>> ganz klarer Dislike. Ich werde Eure Seite abbestellen. Das hat nichts mit „ich akzeptiere beide Seiten“ zu tun. Wie mehrfach in den Kommentaren erwähnt, geht es nicht nur um den Gesundheitsfaktor sondern auch um den Umweltfaktor und das wir durch den Verzehr von Milch und deren Produkten andere Kulturen zerstören. (Preisdumping). Ihr vertretet eigentlich eine umweltschonende Haltung, aber dieser Artikel ist inakzeptabel.

  9. @Richard H.:
    „Kann ich voll bestätigen.“
    Dass Du auch unzureichend informiert bist?
    „Seit Jahrzehnten zeigen ‚zig unabhängige Milchstudien…“
    Wow! „Seit Jahrzehnten“ und „zig“, ich bin beeindruckt! Kannst Du das auch belegen, vielleicht sogar ein paar seriöse und wirklich unabhängige nennen?
    „Ich kann das als Ernährungs- und Gesundheitsberater voll bestätigen“
    Ist das überhaupt eine geschützte Berufsbezeichnung? Wie auch immer, ein Beleg für Kompetenz zu diesem Thema ist es nicht.

  10. @Xenia Kegel:
    „Ich habe zig Studien gelesen…“
    Respekt! Alle gelesen? Im Original? Im Volltext? Und verstanden? Aber, ehrlich gesagt: Glaube ich nicht. Oder bist Du Wissenschaftlerin?

    „dass Milch schädlich für den Körper ist und der Mensch mit der Kuhmilch (Tiermilch) nichts anfangen kann.“
    Aber solltest Du tatsächlich Wissenschaftlerin sein, dann kannst Du uns sicherlich erklären, warum Laktasepersistenz sich seit den frühen Rinderhalterkulturen so stark verbreitet hat, wo doch, sollte deine obige Behauptung stimmen, durch Selektion genau das Gegenteil passiert sein müsste.

    „Man braucht weder Arzt noch Ernährungswissenschaftler zu sein, um mit seinem gesunden Menschenverstand festzustellen“
    Du meinst wohl, man benötigt keinerlei Sachverstand um irgendetwas zu behaupten.

    „wie absurd der Verzehr von Milch ist…“
    Was ist daran absurd?
    „…, die eigentlich dazu da ist ein anderes Lebewesen aufzuziehen“
    Welche Institution hat denn das festgelegt?
    Und wie absurd wäre es dann, eine Nuss zu essen, die eigentlich dazu da ist, dass daraus ein Baum wächst?

    „Genauso absurd findet es der Mensch, „Hundemilch“ zu trinken…“
    Tatsächlich? Wer denn? Vielleicht hat sich die Sache mit der Kuhmilch einfach als praktischer herausgestellt?
    „wieso also Kuhmilch?“
    Wieso also nicht?

    „Es ist für mich unverständlich wie arrogant der Mensch sein kann“
    Wenn Du etwas nicht verstehst, heißt das noch lange nicht, dass andere arrogant sind.

    „geht es… auch um den Umweltfaktor und das wir durch den Verzehr von Milch und deren Produkten andere Kulturen zerstören.“
    Die Fähigkeit zur Differenzierung, z. B. hinsichtlich Haltungsbedingungen, Produktionsmengen etc. (nur mal so als Tipp), scheint auch nicht so deine Stärke zu sein.

    „Das hat nichts mit „ich akzeptiere beide Seiten“ zu tun.“
    „aber dieser Artikel ist inakzeptabel.“
    Da liege ich mit meiner bereits an anderer Stelle geäußerten Vermutung über eine gewisse totalitäre Weltsicht mancher Veganer anscheinend doch nicht ganz so falsch.

  11. @Nina DiRosa:
    „Millionen Forschungsgelder in der sogenannten China-Study von Tom Campbell sind aufgewendet wurden, um festzustellen…“
    Viel Ahnung scheinst Du nicht zu haben, dabei ist es doch so einfach sich zu informieren: Im Buch[!] „The China Study“ werden die Daten des „China-Cornell-Oxford Project“ selektiv und fehlerhaft ausgewertet. Die Daten widerlegen teilweise sogar die Behauptungen des Buchs. Sogar in Veganerkreisen ist das Buch bestenfalls umstritten.
    „um festzustellen was eigentlich Krebs erzeugt und der Nachweis ist eindeutig erbracht“
    Genau das eben nicht, siehe oben.
    „Natürlich kann man auch Forschungsergebnisse einfach nicht anerkennen“
    Natürlich kann man unseriösen Büchern auch naiv glauben.
    „und so die Menschen weiterhin an der Nase herum führen.“
    Warum lässt Du dich an der Nase herum führen?
    „Es nervt sehr! Unprofessionell, oberflächlich, demagogisch.“
    Sei nicht so hart in der Kritik an deinem Kommentar.
    „Bitte befasst euch damit und stellt es richtig. So kann eine Utopie nicht aussehen.“
    Bitte befasse dich damit und informiere dich richtig. So kann ein sachlicher Kommentar nicht aussehen.

  12. Wenn Du wirklich ernsthaftes Interesse hast, dich umfassend zu informieren, kannst Du natürlich auch „china study“ als Suchbegriff eingeben, da kommt noch jede Menge mehr.

  13. Bei der Tierhaltung wurde offensichtlich „vergessen“ zu erwähnen, dass die Kälber den Müttern nach nur wenigen Stunden weggenommen werden, dann in Einzelhaltung landen bis sie nach ein paar Wochen an Schlachthöfe verkauft werden. Und das passiert bei konventioneller Haltung, als auch bei Biohaltung.

  14. Ein interessanter Beitrag, der zeigt, daß es DIE Milch gar nicht gibt:
    http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/kuehe-grasen-fuer-den-klimaschutz-100.html

    Der dargestellte Versuch hat gezeigt:
    Bei reiner Gras und Heu-Fütterung bleiben die Tiere nicht nur gesünder und sind fruchtbarer, auch die Milch enthält mehr hochwertige ungesättigte Fettsäuren.
    Sie geben zwar weniger Milch, aber unter dem Strich rentiert sich der Verzicht auf Kraftfutter auch für den Produzenten.

  15. Nur, dass diese Art der Wirtschaft noch weniger nachhaltig ist als es die konventionellen Haltungs- und Fütterungsbedingungen sinf. So viel Land, um eine derart große Menge an Vieh durchzubringen, gibt es nicht. Nicht, wenn man entsprechend auf die heutige Nachfrage nach Milchprodukten reagieren will.

  16. Dann hast Du die Quintessenz des Beitrages nicht verstanden.
    Natürlich muß der Verbrauch an Milch und Fleisch stark zurück gehen.
    Das passiert schon alleine deshalb, weil die Produkte zwangsläufig teurer werden.
    Die Weidehaltung ist eine gute Ergänzung für Flächen, die nicht intenstiv gärtnerisch oder ackerbaulich genutzt werden können.
    Und davon gibt es genug.

  17. „Die Weidehaltung ist eine gute Ergänzung für Flächen, die nicht intenstiv gärtnerisch oder ackerbaulich genutzt werden können.“
    Und trägt auch wesentlich zum Erhalt von wertvoller Kulturlandschaft und Artenvielfalt bei, z. B. bei (nicht unmäßiger) Almwirtschaft.

  18. Viele haben sich ja bereits dazu geäußert, dass „Mythos #1: Milch macht krank“ bereits kein Mythos mehr ist, sondern sehr wahr und vielfach wissenschaftlich belegt. Die China Study wurde zu diesem Thema ebenfalls genannt. Das Buch von Dr. Greger „How Not to Die“ (von Zivilisationskrankeiten) wird im September in deutscher Sprache erscheinen. Es ist meiner Meinung nach das wichtigste gegenwärtige Buch überhaupt. Niemand kommt an dieser Anzahl von Studien vorbei. Ein Großteil des Buchs besteht aus Quellenangaben. Die Aufklärung bezüglich des Zigarettenkonsums hat auch ewig lang gedauert, aber wer heute behaupten würde es sei ein Mythos, dass Rauchen krank mache, wird gesellschaftlich wahrscheinlich mittlerweile nicht mehr ernst genommen.

  19. Noch eine Anmerkung zum (Kuh-)Milch-Mythos 4: Wie es auf Utopia sehr richtig einmal hieß: „Die vielen tierischen Proteine in der Milch können im Körper zu Übersäuerung führen. Um diese zu neutralisieren, braucht der Körper wiederum Kalzium, was er dann aus den Knochen entnehmen muss.“ Das Ca in der Milch „verpufft“ also sozusagen.
    Außerdem: Kuhmilch induziert die Bildung des starken Wachstumshormons IGF1, das wiederum den „zentralen Schalter des zellulären Wachstums“, das Enzym mTOR, aktiviert, sagt Prof. Bodo Melnik, Univ. Osnabrück. Ständig erhöhte mTOR-Werte gelten als gemeinsamer Nenner aller Zivilisationskrankheiten. Beschleunigtes frühkindliches Wachstum, kindliches Asthma, Akne, Übergewicht und Diabetes Typ II, Brust- und Prostatakrebs sowie Demenzleiden werden über die mTOR-Aktivierung durch Milch gefördert.

  20. Hallo, alle beisammen,
    auch in der Öko-Landwirtschaft werden die Kühe mittlerweile in automatisierten Melkständen gemolken, mit Chip um den Hals zur Kontrolle wie oft und wieviel Milch die Kuh gibt. Und je nach LEISTUNG geht die Kuh zum Schlachter.

    Falls die Kuh nicht in den Melkstand geht, hilft auch schon mal der Elektro-Schocker nach (sollte man nicht glauben). Die Kälber werden – je nachdem – wenige Stunden später! oder Tage ihren Müttern weggenommen und u.a. in (jawohl!!!) Plastik-Iglus aufgezogen. Schaut Euch das mal selbst an, da schmeckt keine Milchprodukte mehr. Und übrigens, die männlichen Kälber gehen nach 8 Monaten Mast zum Schlachter.

    Der Artikel ist leider wirklich schlecht! Es fehlen die Quellenangaben. Die China–Studie wäre auch erwähnenswert gewesen und sowie der Hinweis, dass pflanzliche Milch selbst schnell, günstiger und ohne Müll selbst hergestellt werden kann. Dabei kann man süßen oder es lassen. Ganz nach Geschmack (siehe YouTu..).

    Bitte besser recherchieren.

  21. „Falls die Kuh nicht in den Melkstand geht, hilft auch schon mal der Elektro-Schocker nach (sollte man nicht glauben).“
    Belege bitte. So dämlich sind auch Kühe nicht, die gehen schon rein wenn sie es brauchen.

    „Und übrigens, die männlichen Kälber gehen nach 8 Monaten Mast zum Schlachter.“
    Ja und? Wo sollen sonst die Kalbsschnitzel herkommen?

    „Der Artikel ist leider wirklich schlecht! Es fehlen die Quellenangaben.“
    Das trifft auch auf deinen Kommentar zu.

    „Die China–Studie wäre auch erwähnenswert gewesen…“
    Dazu, dass die, besser gesagt das Buch, nichts taugt, habe ich weiter oben geschrieben.

    „… sowie der Hinweis, dass pflanzliche Milch selbst schnell, günstiger und ohne Müll selbst hergestellt werden kann.“
    Wieso denn das in einem Artikel über Milch-„Mythen“? Hat doch mit dem Thema nix zu tun.

  22. Da Kalzium und Milchzucker elementare Bestandteile von Milch sind, ist es ziemlicher Schwachsinn, zu sagen „es liegt nicht an der Milch selbst, sondern am enthaltenen Milchzucker/Kalzium.“ Da es keine zugesetzten Inhaltsstoffe sind, liegt es natürlich „an der Milch selbst“! Ich finde es in Anbetracht der Tatsache, dass die Produktionsbedingungen gerade eher schlechter als besser werden, ziemlich gewagt, einen solch lobbyhaften Artikel zu veröffentlichen. Es muss ja nicht gleich jeder vegan sein, aber noch quasi Werbung für Milch zu machen, finde ich echt schwierig, ihr unterstützt doch eigentlich Nachhaltigkeit…

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