Laubbläser und -sauger sind gefährlicher als gedacht

Laubbläser, Laubsauger
Cbaile19 [CC0], from Wikimedia Commons

Es ist Herbst und die Blätter fallen von den Bäumen – in Straßen und Parks sind jetzt wieder Arbeiter mir ihren Laubbläsern unterwegs. Die Geräte sind zwar effizient, richten jedoch großen Schaden an.

Laubrechen ist anstrengend und nervig, viel schneller wird man das viele Laub mit einem Laubbläser los. Das Gerät bläst Laub mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 220 Stundenkilometern zu Häufen zusammen, die dann aufgesammelt werden können. Sogenannte „Laubsauger“ können noch mehr: Sie saugen die Blätter ähnlich wie ein Staubsauger auf.

Solche Geräte kommen vor allem an öffentlichen Plätzen wie Parks oder Straßen zum Einsatz. Der große Vorteil: Laubbläser sind effizient – einen ganzen Park mit klassischen Gartengeräten von Laub zu befreien dauert länger und braucht mehr Arbeitskräfte. Die Städte und Kommunen sparen also Personalkosten, wenn sie Laubbläser nutzen. Für die Umwelt sind die Maschinen jedoch eine Gefahr.

Tierschutz-Problem: Laubsauger schreddern Insekten

Das Problem: Die Geräte blasen nicht nur Blätter weg, sondern auch Würmer, Insekten, andere Kleintiere und Pflanzensamen. Besonders kritisch sind die Laubsauger. In ihrem Inneren schreddern und häckseln sie das Laub – und mit ihm die aufgesaugten Tiere und Insekten. In Anbetracht des drastischen Insektensterbens in den letzten Jahrzehnten können wir uns das nicht erlauben.

Außerdem wirbeln Laubbläser und -sauger auch die oberste Erdschicht des Bodens, Äste und andere lose Pflanzen, Nüsse oder ähnliches auf. Damit geht Lebensraum und Nahrung für Insekten, Würmer und Co. verloren. Die weggeblasenen Blätter und Äste können auch nicht mehr am Boden verrotten, warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Dadurch werde die Humus- und Nährstoffbildung behindert und die Bodenbiologie beeinträchtigt.

Gesundheitsschädliche Abgase

Auch für uns Menschen sind die Laubbläser bedenklich. Die Geräte haben entweder einen Elektro- oder Verbrennungsmotor. Laubbläser mit Verbrennungsmotoren stoßen Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Sie sind für unsere Gesundheit schädlich.

Außerdem machen Laubbläser und -sauger Lärm: Laut BUND verursachen sie einen Schallpegel von über 100 Dezibel – das sei etwa so laut wie ein Presslufthammer. Das ist eine Belastung für denjenigen, der das Gerät bedient, sowie für alle, die sich in seiner Nähe befinden.

Auf Laubbläser besser verzichten

Der BUND empfiehlt deshalb: Lieber zu Rechen und Harke greifen, als zu den Insektenvernichtern. Außerdem: „Das welke Laub sollte auf Beete und unter Gehölze verteilt werden, wo es während des Winters langsam verrottet, Boden und Kleintieren als Schutz dient und im Frühjahr als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden kann.“

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(5) Kommentare

  1. Vielleicht sollte auch mal der Anteil untersucht werden, den diese Dinger an der örtlichen Feinstaubbelastung haben. Wer schon mal, gerade bei Trockenheit, deren Anwendung beobachtet hat, weiß wovon ich rede.
    Ich bin schon seit mindestens 20 Jahren der Ansicht, dass dieses Dreckszeug verboten gehört.

  2. Wetten, daß es im Winter die Schneefräsen und das Streugut ist, was als umweltschädlich verteufelt wird? Und im nächsten Sommer dann der Rasenmäher?
    Man kann es auch übertreiben …

  3. Ich finde es nicht übertrieben, als Privater auf die schrecklichen Laubbläser zu verzichten; bei vielen Bürgern muss aber alles immer peinlich „sauber“ sein, ob dabei Lärm, Gestank entsteht und ob es umweltfreundlich ist, ist dann zweitrangig. Ich fand den Artikel lehrreich, obwohl ich so ein idiotisches Gerät nie benutzen würde 😛 Und betreffend Streugut und Rasenmäher: es muss ja nicht Salz sein und der Rasen muss nicht überall auf 2 mm getrimmt sein … man kann es auch übertreiben ;-)))))

  4. Das mit dem 2 mm Rasenlänge wäre dann in die andere Richtung übertrieben. Man kann eben alles in zwei Richtungen machen – auch (und gerade) die Übertreibung.

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