6 Lebensmittel, die du nicht in der Mikrowelle aufwärmen solltest

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Das Essen von gestern nochmal in der Mikrowelle aufwärmen? Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, ist das eine gute Idee – bei manchen Lebensmitteln kann Aufwärmen jedoch gefährlich werden.

Übrig gebliebenes Essen schmeckt am zweiten Tag oft noch genauso gut. Bei einigen Lebensmitteln solltest du jedoch vorsichtig sein: Wärmst du sie erneut auf, riskierst du Magenprobleme oder Schlimmeres – vor allem, wenn du sie nur in der Mikrowelle erhitzt. Mit der richtigen Lagerung lässt sich das Risiko jedoch reduzieren. Bei diesen Lebensmitteln solltest du besonders vorsichtig sein:

Spinat

Spinat gekocht
Spinat sollte nicht zu lange bei Raumtemperatur herumstehen. (Foto: © Colourbox)

Spinat soll man kein zweites Mal aufwärmen – das ist eine alte Küchenregel, die heute noch teilweise gültig ist. Das Problem bei Spinat: Die Pflanze enthält von Natur aus viel Nitrat. Bei Raumtemperatur kann sich das Nitrat in giftiges Nitrit umwandeln.

Nitrit kann in Verbindung mit bestimmten Eiweißabbauprodukten krebserregende Nitrosamine bilden. Ein hoher Nitritgehalt kann außerdem zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen. Abgestandenen oder länger gelagerten (gekochten) Spinat solltest du daher nicht mehr essen.

  • Ein zweites Mal aufwärmen solltest du Spinat nur, wenn du die Reste zuvor schnellstmöglich abgekühlt hast – Kälte dämmt die Nitritbildung ein.
  • Auch wenn du die Lebensmittel kühlst, solltest du nicht länger als maximal zwei Tage warten. Denn auch im Kühlschrank bildet sich Nitrit, wenn auch langsamer.
  • Erhitze Spinat im Topf für mindestens zwei Minuten auf über 70 Grad Celsius. In der Mikrowelle werden die Lebensmittel oft nicht gleichmäßig warm.

Pilze

Pilze Pfifferlinge aufwärmen
Pilze sind der ideale Nährboden für schädliche Mikroorganismen. (Foto: CC0 / Pixabay / czu_czu_PL)

Ähnlich wie bei Spinat verhält es sich auch bei Pilzen: Lagert man gekochte Pilze für längere Zeit bei Raumtemperatur, wird Aufwärmen gefährlich. Mit ihrem hohen Gehalt an Wasser und Proteinen sind Pilze der ideale Nährboden für Mikroorganismen – bei der Lagerung können sich gefährliche Giftstoffe bilden, die zu Übelkeit und Brechdurchfall führen können.

Wenn du ein paar Regeln beachtest, kannst du Pilze jedoch trotzdem aufwärmen:

  • Pilzgerichte nach der Zubereitung schnell abkühlen.
  • Lagere die Pilze nicht länger als einen Tag im Kühlschrank.
  • Beim Aufwärmen solltest du das Pilzgericht bei mindestens 70 Grad gut erhitzen.
  • Pilzgerichte anschließend auf keinen Fall ein weiteres Mal aufwärmen!

Hähnchen

Wärmt man kaltes Hähnchen ein zweites Mal auf, verändern sich die Proteinstrukturen im Fleisch. Dadurch kann unser Magen die Proteine nicht mehr richtig spalten – das kann zu Verdauungsproblemen, Übelkeit und Durchfall führen.

Ein weiteres Risiko besteht durch Salmonellen. Die Bakterien können nämlich auch nach der Zubereitung noch vorhanden sein. Wird das gekochte Hähnchen gelagert, vermehren sich die Salmonellen. Wärmt man das Geflügel nur mit der Mikrowelle auf, können die Salmonellen auf dem Fleisch bleiben – und du riskierst im schlimmsten Fall eine Salmonellenvergiftung.

In der Regel solltest du Hähnchen also besser nicht noch einmal erwärmen, sondern gleich nach der Zubereitung essen. Bleibt doch einmal etwas übrig, musst du es aber nicht wegschmeißen. Du solltest beim Aufwärmen nur einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Nicht in der Mikrowelle aufwärmen
  • Das Geflügel für mehrere Minuten vollständig und gleichmäßig erhitzen. Das Fleisch sollte auch in der Mitte heiß und nicht bloß lauwarm sein.

Achte bei Geflügel außerdem darauf, nur Fleisch in Bio-Qualität zu kaufen. Und beim Fleischkonsum ist weniger eindeutig mehr!

Ei

Egal ob Rührei, Spiegelei oder gekochtes Ei – Aufwärmen ist riskant. Ähnlich wie beim Hühnchen können sich Proteinstrukturen verändern, was Magenbeschwerden verursachen kann. Wurde das Ei bei Raumtemperatur gelagert, können sich auch hier Salmonellen vermehren. Ei solltest du deshalb grundsätzlich frisch zubereitet essen. Alle Speisen die Ei enthalten solltest du beim Aufwärmen auf mindestens 70 Grad erhitzen.

Kartoffeln und Reis

Kartoffeln enthalten komplexe Kohlenhydrate
Bei Kartoffeln ist Vorsicht geboten. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Auch bei Reis und Kartoffeln besteht ein gewisses Risiko: Stellt man gekochte Kartoffeln oder Reis erst einige Stunden nach Zubereitung in den Kühlschrank, können sich Sporen oder Bakterien bilden. Vor allem, wenn man die Lebensmittel nur kurzzeitig oder mit zu niedriger Temperatur erhitzt, werden die Bakterien nicht abgetötet – die Folge ist im schlimmsten Fall eine Lebensmittelvergiftung. Deshalb:

  • Gekochte Kartoffeln und Reis gleich nach der Zubereitung abkühlen und in den Kühlschrank stellen.
  • Zur Sicherheit nicht in der Mikrowelle, sondern im Topf aufwärmen.
  • Die Lebensmittel für mehrere Minuten vollständig und gleichmäßig erhitzen (mindestens 70 Grad).

Fazit: Der Kochtopf ist sicherer als die Mikrowelle

Bei allen genannten Lebensmitteln besteht beim Aufwärmen ein gewisses Risiko. Wenn Spinat, Pilze und Co. mehrere Stunden ungekühlt gelagert wurden, solltest du sie überhaupt nicht mehr aufwärmen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du die sechs Lebensmittel aber auch bei ausreichender Kühlung nicht in der Mikrowelle aufwärmen, sondern im Topf. Denn auch im Kühlschrank können sich Bakterien vermehren oder Nitrate bilden. Durch gründliches Kochen oder Erhitzen können Bakterien abgetötet werden. Beim Erwärmen in der Mikrowelle ist das jedoch nicht der Fall, weil die Lebensmittel dort nicht heiß genug oder ausreichend lange erhitzt werden.

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(6) Kommentare

  1. Man sollte lieber gar nichts in der Mikrowelle aufwärmen, nicht einmal Blumengießwasser. Am besten wirft man dieses Gerät weg, spätestens, wenn man die Berichte der russischen Wissenschaftler gelesen hat, die sich diese Technik nach dem 2. Weltkrieg sichern wollten.

  2. Bakterien können sich ja eigentlich auf jedem feuchten Lebensmittel bilden, also die Beispiele sind eher redundant (außer Spinat, wo auch das Nitritproblem besteht). Wie man am Besten Bakterienvermehrung verhindert, erscheint eine ziemlich schwieriges Problem zu sein, ohne auf extreme, energieaufwändige Koch- und Kühltechnogien zurückzugreifen. Das Fazit geht eigentlich vom eigentlichen Problem vorbei. Mit der Mikrowelle kann es vorkommen, dass das gleichmäßige Erreichen der ausreichenden Temperatur schwieriger sein kann als mit dem Topf, aber so groß erscheint mir der Unterschied nicht. Am wichtigsten ist es wohl, feuchtes Lebensmittel nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen zu lassen.

  3. Mikrowelle und gesunde Ernährung passen nicht zusammen. Es werden durch die Mikrowellen die wertvollsten Stoffe der Nahrungsmittel zerstört oder stark dezimiert, wie z.B. die sekundären Pflanzenstoffe, die uns vor Krebs und anderen Krankheiten schützen sollen.
    Es wäre mal ganz interessant, wenn sich Utopia der Probleme der Mikrowellenstrahlung an sich annimmt, wie sie durch WLAN etc. entsteht und unsere Gesundheit gefährdet. Oder auch das geplante 5G.