Magnum, Knorr, Lipton: Kaufland schmeißt hunderte Unilever-Produkte raus

Foto: CC0 Public Domain

Kaufland legt sich mit Unilever an: Wegen eines Streits nimmt die Supermarktkette rund 480 Unilever-Produkte aus dem Regal. Grund dafür ist die Preispolitik von Unilever.

Produkte von Knorr, Mondamin, Pfanni, Magnum, Dove oder Axe findet man künftig nicht mehr in den Regalen der Supermarktkette Kaufland. Der Grund: Der Konzernriese Unilever, zu dem diese Marken gehören, hat seine Lieferpreise drastisch erhöht.

Kaufland macht da nicht mit und räumt bundesweit rund 480 Produkte des Konzerns bis auf weiteres aus dem Regal, berichtet die Lebensmittel Zeitung (LZ). Auch an seinen Standorten in Osteuropa sollen einige Unilever-Produkte aus dem Sortiment verschwinden.

Kaufland ersetzt Unilever-Produkte durch Eigenmarke

Der Verbrauchsgüter-Riese Unilever wollte sich zu der Thematik nicht äußern. „Verhandlungen mit unseren Handelspartnern führen wir nur mit ebendiesen“, heißt es gegenüber der LZ.

Die entstehenden Lücken im Regal will Kaufland mit Produkten der Eigenmarke auffüllen. Die Supermarktkette plant zudem, als Ersatz auch andere Marken ins Sortiment aufzunehmen.

Unilever, Nestlé & Co. bestimmen, was wir essen

Unilever gehört zu den zehn größten Lebensmittelherstellern der Welt. Gemessen am Umsatz landet der Konzern auf Platz sieben, Nestlé liegt an erster Stelle. Die großen Konzerne teilen den Weltmarkt unter sich auf – und bestimmen so letztlich, was wir essen. Der Unilever-Boykott von Kaufland zeigt aber nun: Die Lebensmittelindustrie kommt theoretisch auch ohne einen Giganten wie Unilever aus.

Bereits zu Beginn des Jahres, hat das auch Edeka bewiesen: Damals hatten sich Nestlé und Edeka monatelang gestritten, Edeka nahm die Produkte daraufhin eine Zeit lang aus dem Sortiment.

Utopia meint: Auch wenn der Boykott von Kaufland und Edeka sich nicht explizit gegen die Machtkonzentration dieser Megakonzerne richtet, kann er die Konzerne schwächen. Und vielleicht inspiriert er weitere Supermärkte und Unternehmen, Kooperationen mit Konzernen wie Unilever und Nestlé zu überdenken.

Außer der Preispolitik gäbe es dafür einige andere Gründe: Unilever gehört mit Nestle zu den größten Plastikmüll-Verursachern, beide Konzerne standen in der Vegangenheit zudem in der Kritik wegen Kinderarbeit und der Vernichtung von Regenwald für Palmöl.

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(4) Kommentare

  1. Leider geht es diesen Handelsunternehmen um nichts anderes als den Lebensmittelkonzernen – es geht um Profit und nebenbei auch um Macht.
    Weder Edeka, Nestlé, Kaufland oder Unilever interessieren sich für unsere Lebensgrundlage – es sei denn man kann sie vermarkten, also auch wieder nix als Profitgier.
    Aber wie auch immer, wenn das Zeug, das die Welt nicht braucht, zwischdurch aus den Regalen verschwindet sieht vielleicht auch mal der dümmste Konsum-und-Spiele-Depp – es lebt sich auch ohne gut.

  2. Typisch, wenn es ums Geld geht, wird schnell gehandelt!
    Umweltschutz ist ihnen nicht so wichtig. Plastiktüten werden auf Wunsch
    immer noch verkauft.
    Aber gut, dass sie Unilever mit Nestlé rausgeschmissen haben!
    Hoffentlich bringen die Bosse noch höhere Preise für ihren Profit und fliegen
    überall raus, für immer!

  3. So sehe ich das auch. Wer sein Essen selbst kocht, weiß was drin ist und kauft nicht noch Unmengen an Chemikalien, Zucker, Geschmacksverderber extra dazu, wie es in diesen Produkten zu Hauf enthalten ist. Das bezahlt man mitsammt den Unmengen an Verpackungen auch immer schön mit.
    Wer sein Essen selbst kocht lebt günstiger und meistens auch gesünder.
    Im Grunde ist es auch nur eine Frage der Gewohnheit.

    Ich brauche einfach nix von Nestle oder Unilever, auch nicht die Alternativen dazu und das ist gut so.
    🙂