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Mehl bei Öko-Test: Schimmelpilzgifte in jeder zweiten Packung

Öko-Test Mehl
Fotos: Colourbox.de / Evgeny Karandaev; Ökotest

Öko-Test hat 50 Mehle getestet: Weizenmehl und Dinkelmehl von Aldi, dm, Alnatura und anderen Marken sind im Test auf Schadstoffe geprüft worden: Steckt Glyphosat im Mehl oder ein Schimmelpilzgift?

Weizenmehl und Dinkelmehl eignen sich hervorragend zum Backen. Wer herzhafte Gerichte backen möchte, kann auch zu Mehl Type 1050 und Vollkornmehl greifen. Sie enthalten mehr Ballaststoffe und auch mehr Mineralstoffe als helles Mehl. Doch wie gut sind Weizenmehle und Dinkelmehle?

Öko-Test wollte es genauer wissen und hat insgesamt 50 Mehle im Labor getestet. Unter ihnen befinden sich helle Mehle (Weizenmehl Type 405 und 550 sowie Dinkelmehl 630) und dunklere Mehle (Type 1050 und Vollkornmehl). Anhand der Typenbezeichnung kannst du erkennen, wie stark ausgemahlen ein Mehl ist und damit auch wie viele Ballaststoffe und Mineralstoffe enthalten sind. Am besten sind Vollkornmehle, dann 1050er Mehle. Öko-Test hat die Mehle u.a. auf Pestizide, Schimmelpilzgifte, Mineralölrückstände und Schwermetalle getestet – und ist fündig geworden.  

Mehl und Hefe bilden die Basis für den Teig von Nussschnecken.
Dreiviertel der Mehle im Test sind „sehr gut“ und „gut“. (Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)

Mehl im Test: Viele Produkte überzeugen

Dreiviertel der getesteten Mehle haben bei Öko-Test mit „gut“ oder sogar „sehr gut“ abgeschnitten. Grundsätzlich haben niedrig ausgemahlene Mehle, wie Type 405, 550 und 630 (siehe: Mehl-Typen), besser abgeschnitten. Dies „spricht für eine Verunreinigung der Randschichten des Korns, möglicherweise durch die maschinelle Verarbeitung bei Ernte oder Transport“, schreibt Öko-Test. Hier einige der „guten“ und „sehr guten“ Mehle:

  • Weizenmehl Type 405/ 550: Bauckhof Weizenmehl Type 405 (Demeter zertifiziert), Bio-Weizenmehl 550 von Netto
  • Bio-Dinkelmehl Type 630: Alnatura
  • Weizen- / Dinkelmehl Type 1050: Weizenmehl von Aldi Süd und von dm (Naturland zertifiziert), Dinkelmehl von Rossmann
  • Vollkornmehl: Bio-Weizenvollkornmehl von Lidl (Bioland zertifiziert) und Edeka

Bei den Vollkornmehlen gibt es allerdings große Unterschiede: Ein Vollkornmehl ist sogar durchgefallen: Das Bio-Weizenvollkornmehl von Rewe – hier hat Öko-Test besonders viele Schimmelpilzgifte gefunden.

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Schimmelpilzgifte im Mehl: Vollkornmehl häufiger betroffen

Schimmelpilzgifte hat Öko-Test besonders häufig in Vollkornmehlen entdeckt und schreibt: „Dabei handelt es sich um die vor allem von Fusarien gebildeten HT-2- und T2-Toxine sowie um Deoxynivalenol (DON)“. Diese Giftstoffe können die Zellen schädigen und das Immunsystem schwächen. In großen Mengen können die Giftstoffe auch Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, doch so viel stecke bei weitem nicht im Mehl.

Doch wie kommen sie überhaupt ins Mehl? Der Sommer 2019 war trocken und trotzdem gibt es in vielen Mehlen Schimmelpilzgifte, die schon auf dem Feld aufgetreten sein müssen: Wenn der Weizen blüht, können Regen und hohe Temperaturen den Schimmelpilzbefall begünstigen. „Je nach Witterung gelten sie als praktisch unvermeidbar“, erklärt Öko-Test. Trotzdem sei das Ergebnis überraschend: Denn gleich in sechs von zehn Vollkornmehlen sind die Schimmelpilzwerte erhöht, in drei weiteren finden sich die Giftstoffe in Spuren und nur ein einziges Vollkornmehl ist frei von Schimmelpilzgiften.

Weizen ist stark mit Cadmium belastet
Schimmelpilzgifte können schon auf dem Feld auftreten. (Foto: CC0 / Pixabay / Candiix)

Übrigens: Frei von Schimmelpilzgiften sind Mehle vom Type 1050, 405, 550 und 630 auch nicht zwangsläufig. Öko-Test hat hier Rückstände nachgewiesen, wie etwa beim Rosenmehl Weizenmehl 405. Zum Teil waren die Werte sogar „stark erhöht“, wie bei einem Mehl von Kaufland.

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Mineralöl und Glyphosat im Mehl-Test

Gleich zwei gute Nachrichten gibt es im Mehl-Test: Der Unkrautvernichter Glyphosat stecke in keinem getesteten Mehl, so das Fazit von Öko-Test. Auch Mineralölrückstände sind nicht mehr so oft ein Problem wie früher. Aber noch immer stecken in jedem dritten Mehl erhöhte Mengen an Mineralölrückständen. Drei Mehle enthalten sogar „stark erhöhte“ Mineralölgehalte, darunter ein Mehl des Discounters Penny.

Wenngleich Glyphosat kein Thema mehr auf dem Feld zu sein scheint, gibt es andere Giftstoffe: Sie heißen Cypermethrin, Deltamethrin und Pirimiphos-methyl und haben gemeinsam, dass sie äußerst giftig für Bienen sind. Solche bedenklichen Pestizide hat Öko-Test aber nur in konventionellen Mehlen gefunden, nicht in Bio-Produkten.

Welches Mehl ist wirklich empfehlenswert?

50 Mehle im Test, verschiedene Typen, unterschiedliche Hersteller – welches ist nun empfehlenswert? Wir empfehlen Mehl in Bio-Qualität, da hier strengere ökologische Anforderungen gelten. Viele synthetische Pestizide und Düngemittel sind hier verboten. Generell ist Vollkornmehl die gesündere Wahl, auch wenn es manchmal schlechter abgeschnitten hat. Denn Vollkornmehl hat einen höheren Anteil an Ballaststoffen und Mineralien, außerdem macht es länger satt. Mehr dazu im Artikel: Weißmehl: Warum du es nicht mehr essen solltest.

Alle Details findest du in der Ausgabe 09/2020** von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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