Die erste Stadt wurde komplett vom Klimawandel zerstört – und es interessiert kaum jemanden

Symbolbild (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Vor knapp zwei Wochen ist der Tropensturm „Idai“ über Südostafrika gezogen und hat Gebiete in mehreren Ländern verwüstet. Hunderttausende Menschen haben ihre Häuser in den Fluten verloren, eine Stadt ist vollkommen zerstört. Die Katastrophe findet viel zu wenig Beachtung.

„Beira ist die erste Stadt in der Geschichte der Welt, die vom Klimawandel völlig zerstört wurde“, sagte Graça Machel, ehemalige First Lady von Mozambik. Die Stadt liegt direkt am Meer und wurde besonders stark von der Naturkatastrophe getroffen: Mit einer Windstärke von 240 Kilometern pro Stunde und Überflutungen zerstörte der Zyklon Idai fast alles, worauf er traf.

Die Wasser- und Stromversorgung wurde unterbrochen, Straßen sind nicht befahrbar und die Kommunikationsverbindungen funktionieren nicht mehr. Häuser und Gebäude wurden von den Wassermassen weggespült, Ernten vernichtet. Alle Schulen und beide Universitäten zerstört, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Aktuell gebe es nur an zwei Plätzen in Beira wieder Strom.

Der Zyklon Idai traf nicht nur Beira

In Beira ist die Lage derzeit am schlimmsten – aber auch andere Gebiet in Mosambik sowie in Malawi und Simbabwe sind betroffen. Dem Nachrichtenportal Grist zufolge zeigen Satellitenaufnahmen, dass der Zyklon eine Fläche von insgesamt etwa 2163 Quadratkilometern (835 Meilen) unter Wasser gesetzt hat. Das entspreche der Fläche von New York, Washington D.C., Chicago und Boston zusammen. Hilfsmitarbeiter berichteten von meilenweiten Ozeanen im Landesinneren.

Allein in Mosambik könnten mehr als 1000 Menschen gestorben sein. Laut der Nachrichtenagentur Reuters leben zurzeit 128.000 Menschen in Notunterkünften, mehrere Personen sind inzwischen an Cholera erkrankt. Insgesamt sind etwa drei Millionen Menschen von den Folgen des Zyklons betroffen, schätzen die Vereinten Nationen.

Hier ein Youtube-Video, das die zerstörte Stadt zeigt:

Der Zyklon in Mosambik und der Klimawandel

Wenn man bedenkt, wie groß die Katastrophe ist, verwundert es, wie wenig Aufmerksamkeit sie vergleichsweise bekommt. Zwar wird über die Situation in den Ländern berichtet, aber eher am Rande. Sonderberichterstattung oder Talkshows zum Thema findet man kaum. Dabei müsste das Ereignis eigentlich ein Weckruf für die ganze Welt sein. Es ist aktuell eine der schlimmsten humanitären Krisen – mitverursacht durch den Klimawandel.

Der Zyklon selbst wurde zwar nicht durch den Klimawandel ausgelöst – tropische Wirbelstürme sind Zeit online zufolge keine Seltenheit in der Region. Aber der Klimawandel verschlimmert solche Wetterphänomene: Durch die Erderwärmung und das schmelzende Polareis steigen die Meeresspiegel. Dadurch werden die Flutwellen bei Stürmen höher. Außerdem sind Regenfälle stärker und Stürme intensiver – und damit tödlicher. Mosambiks ehemalige First Lady hat also nicht Unrecht, wenn sie Beira als die „erste vom Klimawandel vollständig zerstörte Stadt“ bezeichnet.

Solche Katastrophen dürfen uns nicht egal sein

Dementsprechend sollte die Anteilnahme vor allem in den industriellen Staaten höher sein – immerhin tragen wir am stärksten zum Klimawandel bei. Die Industrienationen produzieren am meisten CO2 und andere Treibhausgase und heizen damit die Erde auf. Unsere Lebensweise zerstört den Planeten, die Konsequenzen tragen aber vor allem ärmere Länder. Katastrophen wie die in Mosambik, Malawi und Simbabwe dürfen uns also nicht egal sein.

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(8) Kommentare

  1. Wieso hat das etwas mit dem Klimawandel zu tun? Solche Katastrophen hat es schon immer gegeben…..
    Wichtig ist, dass vorallem die Industriestaaten sich solidarisch zeigen. Hier darf Geld keine Rolle spielen. Mosambik bedingungslos und so schnell wie möglich unterstützen.

  2. Durch den Klimawandel erwärmen sich die Ozeane und die Arktis. Durch die geringeren Temperaturdifferenzen schwächen sich die Luftzirkulationen ab und Stürme ziehen dadurch langsamer, womit sie mehr Schäden anrichten als früher. Wärmere Luft kann auch viel mehr Wasser aufnehmen, wodurch die Niederschlagsmengen steigen – zumindest bei bestimmten Wetterlagen. In einigen Gegenden wird es trockener, in anderen feuchter. Extremwetter nehmen zu. Hier ist ein Karte, wo Menschen aufgrund des Kliawandels in Zukunft flüchten werden, weil die Lebensbedingungen zu hart werden: https://transitionsblog.de/content/klimafluechtlinge-fluechtlinge-auf-der-flucht-vor-dem-klimawandel/

  3. wenn man 2019 immer noch nicht begriffen hat, dass es keinen
    Klimawandel gibt sondern die Zusammenhänge völlig anderst
    verlaufen als in den gesitig minderbemittelten Massenmedien
    dargestellt… hat man immer noch nichts im Leben gelernt.

  4. …das sind nun mal die Perspektiven der Leute, wenn wir es ihnen nicht anders vormachen und stattdessen ihre Anbauflächen klauen. Im Übrigen was soll die Unterstellung, dass sie in Mozambik zu viele sind: Lt. Wikipedia haben sie 6x weniger Einwohner als Deutschland bezogen auf die Fläche und ein Bevölkerungswachstum von 2,45% (Deutschland 0,4%). Das soll also so krass sein?

  5. Ich spende für die Menschen dort und wenn es nur 2€ sind. wenn viele spenden, kommt viel zusammen. also ran an die Tasten und online spenden. Dauert 5 Minuten und tut nicht weh. und ich konsumiere so wenig wie möglich. benutze das was ich hab. wenn viel das machen dann schadets weniger usw…. Schöne Grüße aus Schwerin. Die Sonne scheint und wir haben was zu essen und Frieden (zumindest militärisch) 😉 I love you earth. Kisssii Jörg

  6. Zu Moartis Frage:
    Ja natürlich, solche Katastrophen wie zuletzt in Mosambik hat es in der Vergangenheit immer schon gegeben, aber es sieht so aus, dass sie immer größere Schäden und wesentlich mehr Tote als früher verursachen. Der Zusammenhang mit dem Klimawandel wird im Artikel ja angesprochen: der Meeresspiegel steigt, der pH-Wert der Ozeane sinkt und die Wassertemperatur nimmt zu. Kein Wunder also, dass Wirbelstürme/Zyklone stärker werden und vor allem in küstennahen Regionen durch Überschwemmungen und Orkane enorme Schäden verursachen.
    Horst Köhler / Friedberg, 2.4.2019

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