Die erste Stadt wurde vom Klimawandel zerstört – jetzt wird es noch schlimmer

Symbolbild (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Im März ist der Tropensturm „Idai“ über Südostafrika gezogen und hat Gebiete in mehreren Ländern zerstört. Etwa Tausend Menschen sind gestorben. Seit vergangener Woche tobt ein neuer Sturm über die Region. Wieder findet die Katastrophe viel zu wenig Beachtung.

„Beira ist die erste Stadt in der Geschichte der Welt, die vom Klimawandel völlig zerstört wurde“, hatte Graça Machel, ehemalige First Lady von Mozambik, Ende März gesagt. Der Zyklon Idai hatte die Stadt am Meer besonders hart getroffen: Schätzungsweise 1000 Menschen starben, die Wasser- und Stromversorgung war unterbrochen, Gebäude und Straßen wurden zerstört.

Die Menschen in Mosambik hatten kaum Zeit, sich von der Katastrophe zu erholen. Vergangene Woche zog der nächste Tropensturm über das Land: Zyklon „Kenneth“. In ländlichen Gebieten im Norden habe der Sturm ganze Dörfer „teilweise bis vollständig“ ausgelöscht, berichtet das ZDF. 170.000 Menschen seien auf Hilfe angewiesen.

Mehr Spenden für Notre-Dame als für Mosambik

Wenn man bedenkt, wie groß die Zerstörung nun schon zum zweiten Mal ist, verwundert es erneut, wie wenig Aufmerksamkeit Mosambik bekommt. Zwar wird über die Situation des Landes berichtet, aber eher am Rande.

Die Folge: Die internationalen Hilfsorganisationen bekommen nicht genügend Spenden, um den Menschen vor Ort helfen zu können – bislang wurde deutlich weniger Geld gesammelt, als kürzlich für die Pariser Kathedrale Notre-Dame. Oxfam-Koordinator Ulrich Wagner sagte dazu im Interview mit Spiegel Online: „Hier geht es um Menschenleben, um Hunger, um Krankheiten, die töten. Das Missverhältnis zwischen den Spendenaufkommen tut richtig weh. Die Finanzierung der Nothilfeoperationen ist bislang nur zu 21 Prozent gedeckt.“ Wagner koordiniert die Nothilfe von Oxfam in Mosambik.

„Wir fühlen uns vergessen“

Dass die Anteilnahme und Spendenbereitschaft so gering ist, ist bitter – immerhin sind vor allem die Industriestaaten mitverantwortlich für die Katastrophe. „Wir fühlen uns definitiv vergessen. Der Zyklon ist ja auch eine Folge des Klimawandels, den hauptsächlich wir, der reiche Norden, verursachen. Es geht nicht nur um humanitäre Solidarität, sondern um das Verursacherprinzip. Der Norden darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen und muss angemessen helfen und vorsorgen“, sagt Wagner von Oxfam.

Die Zyklone und der Klimawandel

Tropische Wirbelstürme sind keine Seltenheit in Mosambik. Aber dass gleich zwei schwere Stürme das Land so kurz hintereinander heimsuchen, ist dem ZDF zufolge höchst ungewöhnlich. Laut Wagner ist es auch das erste Mal, dass ein Zyklon so weit nördlich aufgetreten ist. Auch das Ausmaß der Zerstörung ist unverhältnismäßig – und lässt sich mit dem Klimawandel erklären.

Durch die Erderwärmung und das schmelzende Polareis steigen die Meeresspiegel. Dadurch werden die Flutwellen bei Stürmen höher. Außerdem sind Regenfälle stärker und Stürme intensiver – und damit tödlicher. Mit unserer Lebensweise tragen wir am stärksten zum Klimawandel bei, die Konsequenzen tragen aber vor allem ärmere Länder. Deswegen erneut: Katastrophen wie die in Mosambik dürfen uns nicht egal sein.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(2) Kommentare

  1. Was für ein Schwachsinn!
    Nur weil zwei Zyklone ungewöhnlich sind und auch ungewöhnlich weit im Norden wüten… Herr Weber hat für seine Behauptung nicht den geringsten Beweis und stellt diesen völlig unwissenschaflichen Irrsinn auch noch öffentlich ins Netz.

  2. Lieber ruck,
    leider gibt es schon viel zu viele Beweise, dafür, dass die Welt dem Abgrund entgegen läuft. Ich denke wenn man sich ein wenig selbständig mit der Thematik auseinandersetzt, kann man nur das Schlimmste befürchten.
    Wenn nicht in den nächsten Jahren radikal gegengesteuert wird, brauchen wir uns über die Zukunft unseres Planeten und unserer Kinder keine Sorgen mehr zu machen. Dann ist es zu spät.
    Leider wird in den Medien zu wenig und nicht dringend genug berichtet.
    Deshalb eine Bitte an die Redaktion das Thema zur Priorität zu machen und in allen Details, unverblümt und noch intensiver zu behandeln.
    Wir müssen jetzt umdenken und Handeln!

    Skampy

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.