Mundschutzmasken von Aldi, Lidl und Co: Warum wir die aktuellen Sonderangebote nicht empfehlen

Foto: Drazen / stock.adobe.com

Egal ob Supermarkt, Drogerie oder Discounter: Seit vergangener Woche gibt es Mundschutzmasken in vielen Geschäften im Sonderangebot. Mundschutz von Aldi, Lidl, dm und Co. ist aber nicht die beste Wahl.

Wer einkaufen geht oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, muss einen Mundschutz tragen – das haben die Bundesländer nach und nach beschlossen. Entsprechend hoch ist aktuell der Bedarf an Masken.

Die großen Supermärkte, Drogerien und Discounter haben reagiert und Mundschutzmasken in ihr Sortiment aufgenommen. Bei Lidl beispielsweise gibt es Packungen mit 50 Stück für 33 Euro. Die Geschäfte verkaufen allerdings vorrangig Einwegmasken.

Mundschutzmasken sind nicht recyclebar

Das Problem: Die Einwegmasken bestehen aus Vlies und können Kunststoff enthalten. Allerdings sind sie nicht recyclebar. Weil es sich bei ihnen um medizinischen Abfall handelt, gehören sie in den Restmüll – im Papiermüll oder Gelben Sack könnten sie Keime verbreiten.

Einwegmasken werden also mit viel Aufwand und Ressourcen hergestellt – produzieren am Ende aber jede Menge Müll, der im besten Fall verbrannt wird. Im schlimmsten Fall landet er in der Umwelt: Unter anderem in Hongkong wurden bereits Masken im Meer und an Stränden gefunden.

mundschutz sterilisieren
Mundschutz gehört in den Restmüll (Foto: CC0 / Pixabay / Carola68)

Sind Stoffmasken besser?

Eine Alternative sind Mehrwegmasken aus Stoff. Durch sie entsteht weniger oder gar kein zusätzlicher Müll. Aber wie sieht es mit der Öko-Bilanz aus? Immerhin bestehen Stoffmasken aus Baumwolle, ihre Herstellung braucht extrem viel Wasser und Energie. Hinzu kommen hohe CO2-Emissionen aufgrund der langen Transportwege.

Um die genaue Ökobilanz von Einwegmasken und Stoffmasken zu vergleichen, sind komplizierte Berechnungen nötig, sagt uns Brigitte Zietlow vom Umweltbundesamt (UBA). Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle, etwa die Zusammensetzung der Maske oder die Effizienzklasse der Waschmaschine, mit der Stoffmasken gewaschen werden.

Mundschutz umweltfreundlich reinigen

Mundschutz selber nähen
Stoffmasken lassen sich wiederverwenden (Foto: Maria Hohenthal / Utopia)

„Mehrwegmasken sollte man so umweltfreundlich wie möglich behandeln“, sagt Zietlow vom UBA. Die Masken müssen zum Beispiel nicht immer gewaschen werden. „Es reicht, wenn man sie eine Weile bügelt, das ist aus Umweltsicht besser als gleich eine Maschine anzuwerfen.“

Wer Mundschutz trotzdem in der Waschmachine reinigen möchte, sollte ihn nicht zu heiß waschen – um Energie zu sparen. 60 Grad genügen. (Mehr dazu: Mundschutz sterilisieren)

Für Mundschutz keine neuen Materialien verwenden

Prinzipiell ist es nicht unbedingt nötig, neue Masken zu kaufen – egal ob Einweg oder Mehrweg: „Aus Umweltsicht macht es Sinn, als Mundschutz etwas zu nutzen, was man sowieso zu Hause hat. Wenn man zum Beispiel einen Schal oder Schlauchschal verwendet, muss gar nichts neu produziert werden.“

Um die Umweltbelastung durch Mundschutz möglichst gering zu halten, empfiehlt sich also folgendes:

  • Kaufe am besten keinen Einweg-Mundschutz.
  • Verwende ein Tuch, Schal oder andere Textilien, die du ohnehin schon zu Hause hast.
  • Wenn du dich mit einem Tuch allein nicht wohlfühlst, nähe dir einen Mundschutz selbst – aus alten Stoffresten.
  • Falls Nähen nicht infrage kommt, kaufe Stoffmasken aus Bio-Baumwolle. Bio-Baumwolle braucht im Anbau weniger Wasser, außerdem werden keine Pestizide eingesetzt. Mundschutzmasken aus Bio-Baumwolle findest du zum Beispiel bei diesen nachhaltigen Labels.
  • Wirf die Masken nicht weg, sobald die Pandemie vorbei ist. Womöglich kannst du sie in Zukunft nochmal nutzen.
** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(1) Kommentar

  1. Ich habe mir Masken aus Stoff gefaltet, im Netz gibt es viele Anregungen. Gereinigt werden sie nach dem Tragen, indem ich sie in einen Topf gebe, Wasser mit wenig Spülmittel dazu, aufkochen, nach einiger Zeit rausnehmen, kurz ausspülen und ab auf die Leine zum Trocknen. Ich benutze Baumwollstoff, sehr gut gehen Teile aus dem Rückenteil alter Oberhemden meines Mannes. Der Stoff ist weich, x-mal gewaschen, somit reizt er auch nicht die Gesichtshaut, was bei mir bei den Einwegmasken leider der Fall ist. Und nachhaltig sind meine Masken auf jeden Fall. Ach ja, als Ohrbefestigung habe ich Teile alter Strumpfhosen benutzt. Findet man auch im Netz.