Nestlé macht jetzt eine umweltfreundlichere Kaffeemaschine – mit gleich mehreren Haken

É by Nescafe
Foto: Nestlé

Die neue Kaffeemaschine von Nestlé ist handlich, leicht zu bedienen und sogar öko: „É by Nescafé“ bereitet Kaffee energiesparend und direkt im Mehrweg-Coffee-to-go-Becher zu. Doch Nestlé wäre nicht Nestlé, gäbe es da nicht mindestens einen Haken.

Die „É by Nescafé“ ist Nestlés scheinbar nachhaltige Antwort auf unsere Coffee-to-go-Gesellschaft: Die Kaffeemaschine bereitet den Kaffee direkt in einem wiederverwendbaren Becher zu, sodass man den Kaffee ohne Umwege gleich mitnehmen kann. Das soll nicht nur Müll sparen, sondern auch Energie. Denn: Bei der Zubereitung wird nur so viel Wasser erhitzt, wie man tatsächlich benötigt.

Um Kaffee zu kochen gibt man einfach Wasser, Kaffeepulver und gegebenenfalls Milch in den Becher. Mit dem Smartphone bedient man die Kaffeemaschine, wobei die Geräte via Bluetooth miteinander verbunden sind. In der dazugehörigen App wählt man das gewünschte Programm aus und kann sogar eigene Rezepte eingeben. Innerhalb von 60 bis 90 Sekunden hat man dann seinen fertigen Kaffee, Cappuccino oder Espresso.

15 verschiedene Kaffee-Arten kann die É by Nescafé zubereiten. Bis jetzt ist die Kaffeemaschine in Indien und Griechenland verfügbar und soll gerade mal um die 70 Euro kosten.

É by Nestlé: Kaffeegenuss mit Instantpulver?

Hört sich erstmal gut an, hat aber gleich mehrere Haken: Normales Kaffeepulver funktioniert in der Maschine nicht. Bei der Zubereitung wird der lösliche Instantkaffee von Nescafé verwendet. Mit hochwertigem Kaffeegenuss hat der wenig zu tun, mit Nachhaltigkeit auch nicht.

Es gibt zwar sogar Nescafé, der fairtrade- und bio-zertifiziert ist, der ist aber die Ausnahme. Die meisten Produkte von Nescafé kommen aus konventionellem Kaffeeanbau – und da geht es alles andere als fair und umweltfreundlich zu. Mehr: Warum wir Fair-Trade-Kaffee trinken sollten.

Nestlé will unsere Daten

Bei der Kaffeemaschine handelt es sich außerdem um eine sogenannte „Smart-Coffee-Machine“, die man nur über das Smartphone bedienen kann. Um die Kaffeemaschine benutzen zu können, müssen sich Besitzer der „É by Nescafé“ einen Account bei Nestlé anlegen. So kann Nestlé nachverfolgen, welche Zielgruppe die Kaffeemaschine verwendet, wie viel Kaffee die Kunden trinken und welche Zubereitungsarten sie bevorzugen.

Nestlé kommt so ganz umsonst und legal an die Daten der Kunden, kann die eigenen Produkte weiter optimieren, besser vermarkten – und so noch mehr Geld machen.

Außerdem bleibt die Frage, wie man die Kaffeemaschine bedienen soll, wenn das Smartphone kaputt oder der Akku leer ist.

Besser Kaffee trinken – ohne Nestlé

Kaffee trinken geht auch einfach und nachhaltig ohne sich ein neues Gerät zuzulegen, das uns von einem milliardenschweren Lebensmittelkonzern abhängig macht.

Wir empfehlen einen Kaffee-to-go-Becher aus unserer Bestenliste (BPA-freie Kaffeebecher to go) und die Kaffeezubereitung mit der French Press, der Mokka oder dem Handfilter. Wer nicht auf eine Kaffeemaschine verzichten will, findet hier Tipps dazu: Kaffeemaschine kaufen: Tipps für niedrigen Stromverbrauch

Beachte zum Thema Kaffee auch unsere Bestenlisten:

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