Kaffeemaschine kaufen: Tipps für niedrigen Stromverbrauch

Kaffeemaschinen - Stromverbrauch
Foto: © 2mmedia, by-studio - Fotolia.com

Wer eine neue Kaffeemaschine kaufen will, steht vor schwierigen Fragen. Utopia zeigt dir, wie man ganz einfach stromsparende, kostensenkende und umweltschonende Kaffeemaschinen findet.

Eines vorweg: Beim Kauf vieler Haushaltsgeräte lauert ein großer Fehler, den du nicht begehen solltest: Schau nicht einfach nur auf den Kaufpreis. Niedrigere Beschaffungskosten von herkömmlichen Geräten locken zwar den inneren Schnäppchenjäger, aber auf Dauer haben energieeffiziente Geräte meist die Nase vorn. Über die Zeit sparen sie Kosten und schonen von Anfang an die Umwelt.

Für die Energieeffizienz einer Kaffeemaschine ist der Preis übrigens nicht entscheidend, auch viele günstige Geräte arbeiten sehr sparsam. Hier gilt es zu entscheiden, wieviel Geld dir eine bessere Verarbeitung, modernes Design und komfortable Funktionen wert sind.

Kaffeemaschinen kaufen: darauf kannst du achten

Hier unsere Liste der Energiesparer unter den Wachmachern:

Wichtig: Diese Liste basiert auf den EcoTopTen-Mindestkriterien des Öko-Institut e.V. Wer eine Kapselmaschine wünscht, sollte wenigstens eine der empfohlenen nehmen – und diese mit wiederbefüllbaren Kaffee-Kapseln betreiben.

Röstung: von der Kaffeekirsche zur Kaffeebohne
Links Kaffeekirschen, wie man sie erntet; rechts nach Röstung die Kaffeebohnen, mit denen wir dann unseren Kaffee machen. (Foto © Deutscher Kaffeeverband)

Ein Kaffeevollautomat ist günstiger als ein Kapselautomat

Huch, kann das stimmen? In der Tat: Wer die Anschaffungskosten einer Kaffeemaschine prüft, dem wird es zunächst umgekehrt erscheinen. Aber das täuscht: Wenn du regelmäßig Kaffee trinkst, dann ist für dich ein Vollautomat kostengünstiger – auch wenn dieser in der Anschaffung zunächst teurer erscheint.

Kaffeevollautomaten sind günstigere Kaffeemaschinen als beispielsweise Nespresso-Kapseln
Nespresso-Kapseln (Foto: Utopia/aw)

Beim Vollautomat liegen die reinen Kaffeekosten bei durchschnittlich nur 8 Cent pro Tasse Kaffee. Eine Nespresso-Kapsel hingegen kostet meist über 32 Cent. Bei sechs Tassen am Tag kommt man damit im Jahr auf 657 Euro für die Kaffeekapseln im Vergleich zu 175 Euro für die Bohnen beim Vollautomat.

Für die Kaffeemaschine gilt also: Schon für die Differenz kannst du dir einen energieeffizienten Kaffeevollautomaten leisten.

Kaffeevollautomaten sind umweltfreundlicher als Kapselautomaten

Bei einem Kapselautomat fällt mit jeder getrunkenen Tasse Kaffee neuer Müll an. Nespresso Kapseln bestehen zudem vor allem aus Aluminium – dessen Herstellung ist enorm energieaufwendig und damit umweltschädlich. Wer seinen Espresso in den üblichen vakuumverschweißten 250-Gramm-Tüten kauft, verursacht nur rund ein Zehntel der Abfallmenge.

Kapselautomaten machen dich vom Hersteller abhängig

Geschlossenes System: Qbo von Tchibo
Geschlossenes System: Qbo von Tchibo. (Foto: Tchibo)

Die meisten Kapselautomaten werden von den Herstellern so verarbeitet, dass nur ihre eigenen Kapseln ohne Probleme in die Maschine passen. Überlege gut, ob du dir deine Wahlfreiheit nehmen lassen willst und dich von der Preispolitik eines Herstellers abhängig machst. Die umweltfreundliche Alternative: Befülle deine Kaffeekapseln einfach selbst.

Umweltfreundliche Alternative zu Kapselautomaten: Pads

Wenn du eine Portionskaffeemaschine kaufen möchten, sind Kaffeepadmaschinen wie z.B. von Senseo eine gute Alternative zu Kapselmaschinen. Der Stromverbrauch unterscheidet sich kaum, die gebrauchten Pads können aber einfach über den Biomüll entsorgt werden. Zudem gibt es Kaffeepads inzwischen auch häufig in Bio und Fairtrade-Qualität. Für eine positive Ökobilanz ist wesentlich, dass du bei Portionskaffeemaschinen nur so viel Kaffee zubereitest, wie du auch wirklich trinken möchtest.

Der Stromverbrauch sollte nicht höher als 45 kWh pro Jahr sein

Im Stromverbrauch gibt es kaum Unterschiede zwischen Voll- und Kapselautomaten. Der maximale Energieverbrauch pro Jahr sollte nicht höher sein als 35 kWh bei Kapselautomaten bzw. 45 kWh bei Vollautomaten.

Spätestens nach 30 Minuten in den Stand-by-Betrieb

Achte auch auf einen automatischen Wechsel in den Stand-by-Betrieb: Vollautomaten sollten den Bereit-Zustand nach maximal 30 Minuten, Kapselautomaten nach 15 Minuten automatisch verlassen, damit keine wertvolle und teure Energie verschwendet wird. Denn: bei ineffizienten Kaffeemaschinen wird drei Viertel des Stroms allein durch die Warmhaltefunktion und den Stand-by-Betrieb verbraucht.

Kaffeemaschinen sind selten so gut wie Siebträgermaschinen
Natürlich das Wichtigste: der Geschmack. (Foto: © Deutscher Kaffeeverband/ Bente Stachowske)

Regelmäßiges Entkalken sorgt für eine längere Lebensdauer

Setzt sich zu viel Kalk in der Kaffeemaschine ab, kann es zu Materialschäden, längeren Aufheizzeiten und entsprechend erhöhten Energiekosten führen. Da hilft nur eins: regelmäßiges Entkalken! Je nach Wasserqualität und Gerät können die Entkalkungsintervalle stark variieren. Mögliches Anzeichen ist eine auffällig verlängerte Wasserdurchlaufzeit, oft verbunden mit zunehmender Geräuschentwicklung. Verwende fürs Entkalken am besten Zitronen- oder Essigsäure. Die ist umweltfreundlich und viel günstiger als teure Patronen.

Verbrauchst du zu viel Strom? Der StromCheck von co2online sagt es dir!

Die beste Ökobilanz: Filterkaffeemaschinen, French Press oder italienische Espressokanne

Die beste Gesamt-Ökobilanz haben immer noch die traditionellen Zubereitungsarten wie Filtermaschinen, Durchdrückkannen („Stempelkannen“, „French Press“), die italienische Espressokanne oder der Handfilter. Bei dieser Zubereitungsform benötigt man nur die Energie für das Erhitzen des Wassers. Lies dazu auch den Beitrag Alternativen zu Nespresso.

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(8) Kommentare

  1. bzgl. Stromverbrauch ( ich habe eine Senseo ) habe fast überall in meinem Haushalt Steckdosen-Leisten mit Kippschalter, d. h. wenn ich Geräte nicht verwende, Schalter aus, Geräte die daran angeschlossen sind, zapfen keinen Strom mehr…

    • Eine große Anzahl von Kippschaltern kann ebenfalls Standby Verbräuche aufweisen. Bei mir ist das z.B. eine Master-Slave Leiste mit Blitzschutz mit nachgeschalteten Einzel-Schaltern für jeden Schuko Stecker. Jedes Lämpchen zieht minimal Strom. Dazu kommen Vorschaltgeräte wie bei ESL und teilweise LED Beleuchtungen, die trotz AUS Position Strom ziehen.

      Andererseits … umso wichtiger ist es jeden (komfortabel) vermeidbaren Stromverbrauch zu identifizieren. Gegenrechnen sollte man m.M. jedoch den Kostenaufwand für z.B. 10-20 Steckdosen Schaltern. Und wieviel Strom man dafür kaufen könnte. Das häufige Ziehen von Steckern kann wiederum Schäden verursachen im Laufe der Zeit, solche Reparaturen kosten auch Geld und wären abzuziehen von der „Ersparnis“.

      P.S. Unsere Senseo schalten wir natürlich mit Schalter (ganz) ab. 😉

  2. Ja, ich suche immer wieder nach einem überzeugenden Vollautomaten für Kaffee.

    Nein, ich finde nur teure Geräte mit Unmengen Plastik, seltsamen Entnahme Konstruktionen der Wasserbehälter, verwinkelten Stellen für Verkalkung, zweifelhaften Druckknöpfen mit Folientechnik, das alles ist doch keinesfalls ein Garant für Jahrzehnte sorglosen Betrieb. Dafür noch viele Hunderte Euro ausgeben?

    Tatsächlich war ich kurz davor, eine moderne Filtermaschine zu nehmen, oben Wasser rein, unten Kaffee raus. Vermeidet man schon Gummidichtungen wie bei allen Druckmaschinen, selbst den mechanischen, italienischen zum Schrauben.

    Wer DIE Kaffemaschine mit der längsten Lebensdauer und „umweltfreundlichen“ Eigenschaften kennt und das noch zum dreistelligen Betrag, bitte Hersteller und Modell nennen. Kaffepreis und Stromkosten spielen keine Rolle. Schmecken soll er halt der Kaffee. 🙂

    Der Markt zeigt, unter Geschmack versteht jeder was Anderes. Vermutlich muss ich bei unserem Gschmäckle bleiben, mal den Mokka aus der Edelstahl(Espresso)Kocher, mal die schnelle Tasse aus der Pad Maschine.

    • Mir schmeckts am besten aus der French Press. Und den Fairtrade-Kaffee mahle ich dazu mit einer alten Handmühle, die fest an der Wand montiert ist, während das Wasser im Flötenkessel auf dem Gasherd warm wird. Kein Witz, das mache ich wirklich so und gehört zum Kaffeegenuss dazu. Dafür muss ich mich nie mit den Macken der Geräte rumplagen und diese ‚bedienen‘. Technik mag ich, sie sollte aber nicht so im Vordergrund stehen.
      Kapseln und Pads sind konsum-maximierende Lifestyleprodukte und zeugen von einer gewissen Konsumentenverdummung. Filterkaffee schmeckt nach Filter, das merkt man, wenn man mal richtigen Kaffe aufgebrüht hat.

      • Bei dieser Art von Kaffeezubereitung oder mit der Chemex wird der Kaffe schnell kalt, ich mag kein Stövchen oder Abfüllen in Thermoskanne

  3. Das wundert mich nun schon, dass die energie-und ressourcensparenden Möglichkeiten, Kaffee zu kochen, hier nicht erwähnt werden. Da gibt es ja mittlerweile wirklich viele.
    Ich selbst warte nun schon eine gefühlte Ewigkeit darauf, dass meine jetzige „normale“ Kaffemaschine (der Kaffee wird allerdings mit kochendem Wasser gebrüht) irgendwann mal den Geist aufgibt…während so ein Voll- Kapsel- oder Padautomat, zumindest was ich im Bekanntenkreis mitbekomme, wesentlich reparaturanfälliger ist.
    Irgendwann bin ich dann auch bei einer möglichst müll- und plastikfreien Variante, z.B. einer Wendekanne, oder einer Chemex Kaffeekaraffe.

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