Kaffeemaschinen kaufen: nur mit niedrigem Stromverbrauch

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Wer eine neue Kaffeemaschine kaufen will, steht vor schwierigen Fragen. Utopia zeigt dir, wie man ganz einfach stromsparende, kostensenkende und umweltschonende Kaffeemaschinen findet.

Eines vorweg: Beim Kauf vieler Haushaltsgeräte lauert ein großer Fehler, den du nicht begehen solltest: Schau nicht einfach nur auf den Kaufpreis. Niedrigere Beschaffungskosten von herkömmlichen Geräten locken zwar den inneren Schnäppchenjäger, aber auf Dauer haben energieeffiziente Geräte meistens die Nase vorn. Und: Kaffeevollautomaten stechen Kapselgeräte aus. Über die Zeit sparen sie Kosten und schonen von Anfang an die Umwelt.

Für die Energieeffizienz einer Kaffeemaschine ist der Preis übrigens nicht entscheidend, auch viele günstige Geräte arbeiten sehr sparsam. Hier gilt es zu entscheiden, wie viel Geld dir eine bessere Verarbeitung, modernes Design und komfortable Funktionen wert sind.

Sparsame Kaffeemaschinen kaufen: Unsere Tipps

Damit du nicht selbst recherchieren musst, welche Maschine am sparsamsten ist, haben wir das für dich übernommen. Hier findest du unsere Liste der größten Energiesparer unter den Wachmachern:

Diese Liste basiert auf den Mindestkriterien des Öko-Institut e.V. (EcoTopTen) für Kaffeevollautomaten, die du hier findest. Wir haben uns bewusst entschieden, keine Kapselmaschinen in die Liste aufzunehmen, sondern nur Vollautomaten, die wesentlich weniger Müll erzeugen und außerdem günstiger im Betrieb sind. Unten liest du dazu mehr.

Außerdem haben wir für unsere Liste der besten Kaffeevollautomaten zusätzliche eigene Mindestkriterien definiert, was den maximalen Stromverbrauch und die maximale CO2-Belastung angeht. Im Unterschied zu EcoTopTen/Öko-Institut empfehlen wir auch nur Kaffeemaschinen, die noch problemlos im Handel zu haben sind.

Röstung: von der Kaffeekirsche zur Kaffeebohne
Links Kaffeekirschen, wie man sie erntet; rechts nach Röstung die Kaffeebohnen, mit denen wir unseren Kaffee machen. (Foto © Deutscher Kaffeeverband)

Ein Vollautomat ist günstiger als ein Kapselautomat

Kaffeevollautomaten sind günstigere Kaffeemaschinen als beispielsweise Nespresso-Kapseln
Nespresso-Kapseln sind (sehr viel) Müll. (Foto: Utopia/aw)

Huch, kann das stimmen? In der Tat: Wer die Anschaffungskosten einer Kaffeemaschine prüft, dem wird es zunächst umgekehrt erscheinen. Aber das täuscht: Wenn du regelmäßig Kaffee trinkst, dann ist ein Vollautomat für dich kostengünstiger – auch wenn dieser in der Anschaffung zunächst teurer erscheint.

Beim Vollautomat liegen die reinen Kaffeekosten bei durchschnittlich nur 8 Cent pro Tasse Kaffee. Eine Nespresso-Kapsel hingegen kostet meist über 32 Cent. Bei sechs Tassen am Tag kommt man damit im Jahr auf 657 Euro für die Kaffeekapseln im Vergleich zu 175 Euro für die Bohnen beim Vollautomat!

Für die Kaffeemaschine gilt also: Schon für die Differenz kannst du dir einen energieeffizienten Kaffeevollautomaten leisten – und jene Kaffeesorten, die du willst, auch Bio-Kaffee & Fair-Trade-Kaffee.

Ein Vollautomat ist umweltfreundlicher als ein Kapsel-Automat

Bei einem Kapsel-Automat fällt mit jeder getrunkenen Tasse Kaffee neuer Müll an. Nespresso-Kapseln bestehen zudem vor allem aus Aluminium – dessen Herstellung ist enorm energieaufwendig und damit umweltschädlich. Wer seinen Espresso in den üblichen vakuumverschweißten 250-Gramm-Tüten kauft, verursacht nur rund ein Zehntel (!) der Abfallmenge. Hier liest du mehr dazu, warum du Nespresso & Co. vermeiden solltest:

Kapselautomaten machen dich vom Hersteller abhängig

Die meisten Kapselautomaten werden außerdem so verarbeitet, dass nur die Kaffeekapseln des jeweiligen Herstellers ohne Probleme in die Maschine passen. Überlege gut, ob du dir deine Wahlfreiheit nehmen lassen und dich von der Preispolitik eines Herstellers abhängig machen willst!

Wenn du dir trotzdem eine Kapselmaschine wünschst, solltest du eine auswählen, die ebenfalls vom Öko-Institut empfohlen wird. Du findest die dazugehörige Liste hier. Anschließend solltest du sie mit wiederbefüllbaren Kaffeekapseln betreiben. Mehr dazu liest du hier: Befüll deine Kaffeekapseln einfach selbst.

Umweltfreundliche Alternative zum Kapselautomat: Kaffeepads

Eine gute Alternative zu Kapselmaschinen sind auch Kaffeepad-Maschinen wie z.B. von Senseo, die ebenfalls vorportionierte Mengen liefern. Der Stromverbrauch unterscheidet sich kaum, die gebrauchten Pads können aber einfach über den Biomüll entsorgt werden. Zudem gibt es Kaffeepads inzwischen auch häufig in Bio- und Fairtrade-Qualität.

Hier erfährst du übrigens mehr über Faitrade-Kaffee, und warum es eine gute Idee ist, ein bis zwei Euro mehr in deinen Kaffee zu investieren:

Stromverbrauch: nicht über 60 kWh/Jahr

Im Stromverbrauch gibt es kaum Unterschiede zwischen Voll- und Kapselautomaten. Der maximale Energieverbrauch pro Jahr sollte aber nicht höher sein als 35 kWh bei Kapsel-Automaten bzw. als 60 kWh bei Vollautomaten: 50 kWH wären hier noch besser, werden aber inzwischen von kaum einem Vollautomaten mehr erreicht. Übrigens: Bei geschätzten 30 Cent pro kWh Strom sind 60 kWh bereits rund 18 Euro im Jahr.

Spätestens nach 30 min in den Stand-by-Betrieb

Achte auch auf einen automatischen Wechsel in den Stand-by-Betrieb: Vollautomaten sollten den Bereit-Zustand nach maximal 30 Minuten, Kapselautomaten nach 15 Minuten automatisch verlassen, damit keine wertvolle und teure Energie verschwendet wird. Alle Vollautomaten auf unserer Bestenliste schalten sich nach spätestens 30 Minuten ab.

Denn: Bei ineffizienten Kaffeemaschinen wird drei Viertel des Stroms allein durch die Warmhaltefunktion und den Stand-by-Betrieb verbraucht.

Kaffeemaschinen sind selten so gut wie Siebträgermaschinen
Natürlich das Wichtigste: der Geschmack. (Foto: © Deutscher Kaffeeverband/ Bente Stachowske)

Regelmäßiges Entkalken sorgt für eine längere Lebensdauer

Setzt sich zu viel Kalk in der Kaffeemaschine ab, kann es zu Materialschäden, längeren Aufheizzeiten und entsprechend erhöhten Energiekosten führen. Da hilft nur eins: regelmäßiges Entkalken! Je nach Wasserqualität und Gerät können die Entkalkungsintervalle stark variieren.

Mögliches Anzeichen ist eine auffällig verlängerte Wasserdurchlaufzeit, oft verbunden mit zunehmender Geräuschentwicklung. Verwende fürs Entkalken am besten Zitronen- oder Essigsäure. Die ist umweltfreundlich und viel günstiger als teure Patronen.

Die beste Ökobilanz: Filterkaffeemaschinen, French Press oder italienische Espressokanne

Die beste Gesamt-Ökobilanz haben immer noch die traditionellen Zubereitungsarten wie Filtermaschinen, Durchdrückkannen (Stempelkannen, French Press), die italienische Espressokanne oder der Handfilter. Bei dieser Zubereitungsform benötigt man nur die Energie für das Erhitzen des Wassers.

Lies dazu auch unsere Beiträge Alternativen zu Nespresso und Slow Coffee.

Weiterlesen zu Kaffee:

Mehr aus unserer Ratgeber-Reihe zu Geräten mit niedrigem Stromverbrauch:

Weiterlesen auf Utopia.de:

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(8) Kommentare

  1. bzgl. Stromverbrauch ( ich habe eine Senseo ) habe fast überall in meinem Haushalt Steckdosen-Leisten mit Kippschalter, d. h. wenn ich Geräte nicht verwende, Schalter aus, Geräte die daran angeschlossen sind, zapfen keinen Strom mehr…

  2. Eine große Anzahl von Kippschaltern kann ebenfalls Standby Verbräuche aufweisen. Bei mir ist das z.B. eine Master-Slave Leiste mit Blitzschutz mit nachgeschalteten Einzel-Schaltern für jeden Schuko Stecker. Jedes Lämpchen zieht minimal Strom. Dazu kommen Vorschaltgeräte wie bei ESL und teilweise LED Beleuchtungen, die trotz AUS Position Strom ziehen.

    Andererseits … umso wichtiger ist es jeden (komfortabel) vermeidbaren Stromverbrauch zu identifizieren. Gegenrechnen sollte man m.M. jedoch den Kostenaufwand für z.B. 10-20 Steckdosen Schaltern. Und wieviel Strom man dafür kaufen könnte. Das häufige Ziehen von Steckern kann wiederum Schäden verursachen im Laufe der Zeit, solche Reparaturen kosten auch Geld und wären abzuziehen von der „Ersparnis“.

    P.S. Unsere Senseo schalten wir natürlich mit Schalter (ganz) ab. 😉

  3. Ja, ich suche immer wieder nach einem überzeugenden Vollautomaten für Kaffee.

    Nein, ich finde nur teure Geräte mit Unmengen Plastik, seltsamen Entnahme Konstruktionen der Wasserbehälter, verwinkelten Stellen für Verkalkung, zweifelhaften Druckknöpfen mit Folientechnik, das alles ist doch keinesfalls ein Garant für Jahrzehnte sorglosen Betrieb. Dafür noch viele Hunderte Euro ausgeben?

    Tatsächlich war ich kurz davor, eine moderne Filtermaschine zu nehmen, oben Wasser rein, unten Kaffee raus. Vermeidet man schon Gummidichtungen wie bei allen Druckmaschinen, selbst den mechanischen, italienischen zum Schrauben.

    Wer DIE Kaffemaschine mit der längsten Lebensdauer und „umweltfreundlichen“ Eigenschaften kennt und das noch zum dreistelligen Betrag, bitte Hersteller und Modell nennen. Kaffepreis und Stromkosten spielen keine Rolle. Schmecken soll er halt der Kaffee. 🙂

    Der Markt zeigt, unter Geschmack versteht jeder was Anderes. Vermutlich muss ich bei unserem Gschmäckle bleiben, mal den Mokka aus der Edelstahl(Espresso)Kocher, mal die schnelle Tasse aus der Pad Maschine.

  4. Mir schmeckts am besten aus der French Press. Und den Fairtrade-Kaffee mahle ich dazu mit einer alten Handmühle, die fest an der Wand montiert ist, während das Wasser im Flötenkessel auf dem Gasherd warm wird. Kein Witz, das mache ich wirklich so und gehört zum Kaffeegenuss dazu. Dafür muss ich mich nie mit den Macken der Geräte rumplagen und diese ‚bedienen‘. Technik mag ich, sie sollte aber nicht so im Vordergrund stehen.
    Kapseln und Pads sind konsum-maximierende Lifestyleprodukte und zeugen von einer gewissen Konsumentenverdummung. Filterkaffee schmeckt nach Filter, das merkt man, wenn man mal richtigen Kaffe aufgebrüht hat.

  5. Das wundert mich nun schon, dass die energie-und ressourcensparenden Möglichkeiten, Kaffee zu kochen, hier nicht erwähnt werden. Da gibt es ja mittlerweile wirklich viele.
    Ich selbst warte nun schon eine gefühlte Ewigkeit darauf, dass meine jetzige „normale“ Kaffemaschine (der Kaffee wird allerdings mit kochendem Wasser gebrüht) irgendwann mal den Geist aufgibt…während so ein Voll- Kapsel- oder Padautomat, zumindest was ich im Bekanntenkreis mitbekomme, wesentlich reparaturanfälliger ist.
    Irgendwann bin ich dann auch bei einer möglichst müll- und plastikfreien Variante, z.B. einer Wendekanne, oder einer Chemex Kaffeekaraffe.

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