Öko-Test Lippenpflege mit UV-Schutz: Mineralöl und hormonell wirksame Stoffe

Foto: Öko-Test

Öko-Test hat 18 Lippenpflege-Stifte mit UV-Schutz für das Wintermagazin getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwar vermeiden einige Hersteller inzwischen viele kritische Inhaltsstoffe. Doch noch immer stecken in vielen Lippenpflegen Mineralöl oder hormonell wirkende UV-Filter.

Eine Lippenpflege mit UV-Schutz ist nicht nur für den Sommerurlaub am Strand sinnvoll. Da die Lippen keinen eigenen Schutz durch Hautpigmente haben, sind sie besonders leicht angreifbar – auch im Winter. Vor allem in Regionen mit hoher UV-Strahlung ist ein Lippenpflege-Stift mit UV-Filter sinnvoll, erklärt Öko-Test im Heft 01/2019.

Besonders hoch ist die UV-Strahlung beispielsweise in den Bergen. Zudem verstärkt der reflektierende Schnee noch einmal die Sonnenstrahlen. Für Wintersportler ist eine gute Lippenpflege mit UV-Schutz daher Pflicht, für alle anderen reicht oft aber eine einfache Lippenpflege ohne speziellen UV-Schutz. Denn im Winter ist die UV-Belastung bei uns in Deutschland sehr gering.

Lippenpflege mit UV-Schutz: Öko-Test lobt Naturkosmetik

Jeder dritte Lippenpflege-Stift hat bei Öko-Test die Bestnote „sehr gut“ erhalten. Darunter befinden sich sowohl preiswerte Pflegeprodukte von den Eigenmarken einiger Drogerieketten als auch teure Markenprodukte. Die Testsieger sind alle frei von Mineralöl-Verunreinigungen und enthalten auch keine hormonell wirkenden UV-Filter.

Auffällig am Test-Ergebnis: Die Naturkosmetik-Lippenpflege hat durchweg die Note „sehr gut“ bekommen. Bei ihnen hatte Öko-Test nichts zu beanstanden. Dies bestätigt den vorangegangenen Test von 2017, bei dem Lippenpflege mit und ohne UV-Schutz getestet wurde. Schon damals hatten alle Naturkosmetik-Produkte die Bestnote erhalten. Auch Stiftung Warentest ist 2017 zu ähnlichen Testergebnissen gekommen.

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Öko-Test findet Mineralöl in der Lippenpflege

Doch nicht alle Pflegeprodukte haben überzeugt: Gleich sechs der 18 getesteten Lippenpflege-Stifte sind im Test durchgefallen. Im Labor hatte Öko-Test bei ihnen UV-Filter gefunden, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon im Körper zu wirken.

Zusätzlich enthalten viele Pflegeprodukte auch noch Mineralölrückstände. Öko-Test fand Paraffine und/oder MOAH in acht verschiedenen Pflegeprodukten, darunter in Blistex Daily Lip Care, Neutrogena Lippenpflege und Carmex Classik Lippenbalsam.

  • Paraffine: Die Paraffine basieren auf Erdöl und sind biologisch nicht abbaubar. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Paraffine bei Tieren die Leber schädigen und Krebs erzeugen können.
  • MOAH: Aromatische Mineralöle (MOAH) stehen im Verdacht, das Erbgut zu schädigen und krebserregend zu sein. Wie gefährlich sie genau sind, ist aber noch nicht ausreichend erforscht.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) erklärt, dass bei Einhaltung der Mineralölqualität „keine gesundheitlichen Effekte“ zu erwarten sind. Allerdings haben Untersuchungen in der Schweiz und durch das BfR selbst ergeben, dass viele Hersteller diese Mineralölqualität nicht einhalten. Stiftung Warentest hat deshalb 2017 von Lippenpflege abgeraten. Die Ergebnisse von Öko-Test zeigen aber, dass es durchaus einige gute mineralölfreie Produkte – die Testsieger – gibt.

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Lippenpflege: UV-Schutz wirkt wie ein Hormon

Immer wieder kritisieren Verbraucherschützer Verunreinigungen durch Mineralöl – ob  in Eis, Knete oder Müsli. Bedenklich ist das Mineralöl in Lippenpflege, weil die Produkte nach und nach weggelutscht werden. Äußerst umstritten sind auch einige UV-Filter, die Herstellern als UV-Schutz verwenden.

In mehr als der Hälfte der getesteten Produkte haben die Experten im Labor kritische UV-Filter gefunden. Diese Stoffe stehen im Verdacht, hormonell im Körper zu wirken. Das bedeutet, sie könnten unfruchtbar machen oder sogar Krebs auslösen. Öko-Test kritisierte dies bereits bei diversen Sonnencremes sowie bei Gesichtscremes.

Wissenschaftler der Universität Zürich, der Uni Basel und weitere Forscher haben in einer gemeinsamen Studie bereits UV-Filter in der Muttermilch nachgewiesen. Sie warnen, dass einige Filter die Entwicklung des Gehirns vom Nachwuchs negativ beeinflussen können. Aus diesem Grund raten die Forscher dazu, bei Schwangerschaft und Stillzeit unbedingt den Kosmetik-Konsum zu reduzieren oder auf Naturkosmetik zu setzen. Hier ist der Einsatz von synthetischen UV-Filtern nicht erlaubt.

Öko-Test
Öko-Test Ausgabe 01/2019 (Foto: Öko-Test)

Alle Details findest du in der Ausgabe 01/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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