Tartrazin (E102): Weshalb der Farbstoff kritisch ist

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Tartrazin (E102) ist ein bedenklicher Farbstoff, der oft in Senf, Likör, Wein, Pudding und Käserinden enthalten ist. Es gibt gute Gründe, warum du auf Tartrazin verzichten solltest.

Tartrazin ist ein synthetischer gelber Farbstoff, der unter der E-Nummer E 102 in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist. Er gehört zu den Azofarbstoffen und ist gesundheitlich äußerst bedenklich. In Norwegen ist der Stoff verboten, in der EU gibt es Grenzwerte, wie hoch der Höchstgehalt an Tartrazin betragen darf:

  • Senf (max. 300 mg/l)
  • Brause und Sirup (max. 100 mg/l)
  • Fisch- und Fleischersatzprodukte (max. 100 mg/kg)
  • Kuchen und Kekse (max. 200 mg/kg)
  • Knabberartikel aus Kartoffeln oder Getreide (max. 200 mg/kg)
  • Likör und Wein (max. 200 mg/l)
  • Süßigkeiten (max. 300 mg/kg)
  • Pudding und Eis (max. 150 mg/kg)
  • Käse (max. 100 mg/kg)
  • Kosmetika, Arzneimittel, Reinigungsmittel, Textilien (ohne Höchstwert)

Lebensmittel mit Tartrazin müssen mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen„. Die EU empfiehlt, täglich nicht mehr als 7,5 mg Tartrazin pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen (ADI-Wert). Warum ist Tartrazin also bedenklich?

Tartrazin: Gefährlich für die Gesundheit?

Kinder sollten Tartrazin meiden
Kinder sollten Tartrazin meiden (Foto: CC0 / Pixabay / avitalchn)

2009 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Neubewertung von Tartrazin vorgenommen und führt in ihrer Metaanalyse folgende Risiken auf Basis zahlreicher Studien an:

  • Tartrazin kann allergische Hautreaktionen auslösen oder verschlimmern. Dazu zählen beispielsweise Nesselsucht und Neurodermitis (bei Kindern).
  • Wer unter Asthma leidet, sollte Tartrazin vermeiden. Der Farbstoff kann zu Atemnot und asthmaähnlichen Anfällen führen.
  • Tartrazin kann bereits vorliegende Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizite verstärken, legen zahlreiche Studien nahe. Aus diesem Grund müssen Lebensmittel mit Tartrazin auch einen entsprechenden Warnhinweis tragen.
  • Bisher sind Wissenschaftler davon ausgegangen, dass alle Menschen mit einer Aspirin-Unverträglichkeit meist auch Tartrazin schlecht vertragen. Eine neue Studie will dies widerlegt haben, sie ist aber umstritten.
  • In Tierversuchen hat sie Tartrazin als erbgutschädigend, krebserregend und schädlich für das Immunsystem herausgestellt. Unklar ist aber, inwiefern diese Wirkung auch auf den Menschen zutrifft und ab welcher Dosis.

Tartrazin vermeiden: Tipps für Lebensmittel und Kosmetik

Tartrazin ist oft in der Rinde von Käse enthalten.
Tartrazin ist oft in der Rinde von Käse enthalten. (Foto: CC0 / Pixabay / PublicDomainPictures)

Du kannst Tartrazin leicht vermeiden, indem du beim Einkaufen auf Bio-Siegel und zertifizierte Naturkosmetik achtest:

  • In Bio-Produkten ist kein Tartrazin enthalten, da der Farbstoff nicht für Produkte aus ökologischer Landwirtschaft zugelassen ist. Auch viele weitere synthetischen Stoffe sind bei Bio-Lebensmitteln verboten.
  • Naturkosmetik ist frei von synthetischen Farbstoffen wie Tartrazin. Auf anderen Kosmetikprodukten verbirgt sich Tartrazin manchmal abgekürzt unter dem Colour Index CI 19140.

Immer wieder wird Tartrazin auch mit anderen Stoffen gemischt: Als gelbe Farbe steckt es auch in vielen Grün- und Brauntönen. Einige Hersteller kombinieren den Farbstoff mit Aluminium für ihre Aluminiumlacke. Dabei ist auch Aluminium gefährlich, da es sich um ein Nervengift handelt und mit einem erhöhten Risiko für Demenz und Brustkrebs in Zusammenhang gebracht wird. Wir raten daher von Produkten mit Tartrazin ab.

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