Petition unterschreiben: Lebensmittel retten ist keine Straftat

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Viele Supermärkte schmeißen regelmäßig noch genießbare Lebensmittel weg – „Mülltaucher“ retten das Essen aus dem Müll. Dabei machen sie sich allerdings strafbar, denn Lebensmittel aus Supermarkt-Containern zu holen, gilt als Diebstahl. Eine Petition fordert eine Gesetzesänderung.

Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern, Produkte mit beschädigten Verpackungen oder abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum: Solche Lebensmittel lassen sich nicht mehr verkaufen, die Supermärkte schmeißen sie also weg.

Oft ist das Essen aber noch genießbar. Schon vor Jahren ist daher die Bewegung des „Containerns“ entstanden: Menschen suchen nach Supermarkt-Müllcontainern und holen die Lebensmittel aus dem Müll. Das haben vergangenen Sommer auch zwei Studentinnen in einem Münchner Vorort getan. Sie wurden dabei allerdings von der Polizei erwischt – und angeklagt.

„Besonders schwerer Diebstahl“

Der Vorwurf: Besonders schwerer Fall des Diebstahls. Die Lebensmittel gehören nämlich immer noch dem Supermarkt – auch wenn dieser sie weggeworfen hat. Laut Edeka ist ein Schaden von 100 Euro entstanden. Die beiden Studentinnen wurden zunächst zu jeweils 1200 Euro Strafe verurteilt.

Die beiden akzeptierten die Strafzahlung jedoch nicht, am Mittwoch wurde erneut vor Gericht verhandelt. Das neue Urteil: Acht Stunden Sozialarbeit und 225 Euro Geldstrafe auf Bewährung.

Die Studentinnen sind kein Sonderfall, vergangenes Jahr wurde beispielsweise ein Rentner verurteilt, weil er weggeworfenen Kaffee aus einer Supermarkt-Mülltonne geholt hatte.

Petition gegen Lebensmittelverschwendung

Containern Lebensmittelverschwendung Petition
Ein Müllcontainer eines Supermarkts (Foto: wirfuerdieerde (Instagram))

Die beiden Studentinnen haben inzwischen eine Petition gestartet, die sich an die Bundesjustizministerin Katarina Barley und den Vorstandsvorsitzenden der Edeka AG richtet. Ihre Forderungen:

  • Lebensmittelverschwendung soll gesetzlich verboten werden
  • Containern soll keine Straftat mehr sein
  • Edeka soll keine Lebensmittel verschwenden

Es gibt genug Vorbilder

Gesetze gegen Lebensmittelverschwendung gibt es bereits in einigen europäischen Ländern: In Frankreich und Tschechien müssen die Supermärkte unverkäufliche Ware spenden. Italien geht mit Steuererleichterungen gegen die Verschwendung vor.

Utopia meint: Auch in Deutschland wäre ein entsprechendes Gesetz wünschenswert. Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem in unserer Gesellschaft: Fast ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landen hierzulande im Müll. Die Nahrungsmittel werden aufwendig produziert, verpackt und transportiert – für nichts. Noch dazu ist es bislang eine Straftat, Nahrungsmittel aus dem Müll zu holen. Eigentlich sollte es im Sinne aller sein, wenn ausrangierte Lebensmittel verwertet werden.

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(7) Kommentare

  1. 100 € Schaden, aber 1000 € Strafe, noch dazu für Studentinnen, die ja bekanntlich ohnehin im Geld schwimmen … wow Edeka, tolle Leistung!
    Da will dieser Laden sich einen grünen Anstrich geben, hier ein bisschen Bio, da ein bisschen Öko und dann so eine Nummer, bloß weil sie es können. 🙁

    Ja, da merkt man doch gleich, wie grün bei Edeka gedacht wird.
    Lieber Lebensmittel wegwerfen als sie zu spenden, das ist so derart asozial und abstoßend, dafür habe ich eigentlich gar keine Worte.

    Was hält die deutsche Politik nur immer davon ab, mal ein paar soziale und sinnvolle innenpolitische Entscheidungen zu treffen? Andere Länder lieben ihre Bevölkerung offenbar doch einen Tick mehr oder wie soll ich mir das sonst erklären, dass unsere „Entscheider“ so konsequent in die andere Richtung schauen, wenn es um die eigene Bevölkerung geht?

    Mädels, das mit der Petition habt ihr super gemacht, viel Erfolg uns alllen damit! 🙂

  2. Nee, das interessiert diesen Buerger nicht ernsthaft, er muss nur immer hinter mir her kommentieren – prinzipiell.
    Ich schreibe einfach so klasse, dass man sich da prinzipiell dran hängen muss, weil vorher hat er sonst keine Meinung dazu anscheinend. 😉

  3. Die Erklärung ist mir nicht ausführlich genug! Wie kommen die Zahlen, die Edeka angibt, zustande? Um welche Lebensmittel und wie viele handelt es sich?
    Einhundert EEuro für Abfall – das ist mir so wie es dargelegt ist nicht nachvollziehbar.

  4. Himmel, es steht doch eindeutig im Link, dass Edeka vom Neupreis ausgeht. Und für die Bewertung dieses hanebüchenen Vorgangs spielt es nicht die allergeringste Rolle, ob es sich um Leberwurst, Kartoffelknödel, Sahnesteif oder was auch immer gehandelt hat.
    Aber wenn dein persönliches Glück davon abhängt, kannst du ja Edeka direkt anschreiben. Und nein danke, es ist absolut nicht nötig, dass du uns vom Ergebnis Bericht erstattest..

  5. „Die Erklärung ist mir nicht ausführlich genug“

    Nee, natürlich nicht, Hauptsache du kannst vom Artikelthema ablenken und hier herum spammen.
    Man könnte auf die Idee kommen, dass du irgendwas regelmäßig zu viel einnimmst, weil du doch sehr oft sehr wenig verstehst, selbst wenn es direkt nachlesbar ist. Das würde auch deine seltsame Rechtschreibung erklären, die sehr schwankend ist.
    Was immer es ist, das du dir reinpfeifst, drossel die Dosis … auch wenn das wahrscheinlich nichts nützt.

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