ARTE-Doku-Tipp: Starbucks ungefiltert

Starbucks
Foto: CC0 / Pixabay / GLady

Starbucks ist eines der erfolgreichsten Unternehmen der Welt und stellt sich gerne als Marke für hochwertigen Kaffee, Lifestyle und Umweltbewusstsein dar. Doch was ist nur intelligentes Marketing und was wird tatsächlich umgesetzt?

Die Marketingmaschinerie von Starbucks

Starbucks ist ein milliardenschwerer, multinationaler Großkonzern mit über 28.000 Filialen in derzeit 75 Ländern der Welt und aus unserer globalisierten Welt nicht mehr wegzudenken. Das Image von Starbucks zeichnet sich durch sein Leitbild aus, das Qualität, Umweltbewusstsein, persönlichen Kontakt zum Kunden und Gleichberechtigung für die Beschäftigten und Handelspartner suggeriert.

Begonnen hat alles 1971 in Seattle mit einem kleinen Kaffeehaus und ein paar Freunden, die einfach guten Kaffee machen wollten. Eine Geschichte, die stark an die Entstehung von McDonald’s erinnert, als das Unternehmen noch von den McDonald-Brüdern selbst geführt wurde und weit entfernt war vom heutigen Fast-Food-Giganten.

Mit den Jahren ist Starbucks zum weltweiten Marktführer für Kaffee in all seinen Facetten herangewachsen – diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Der Erfolg basiert auf ausgeklügeltem Marketing, das im Wesentlichen von Howard Schultz geprägt wurde, der 1982 in das Unternehmen einstieg.

Das Marketing von Starbucks stützt sich dabei auf die Verwendung verschiedener Symboliken: Das Unternehmen will durch die Erschaffung des sogenannten „Dritten Raums“ dem Kunden ein einzigartiges und vor allem persönliches Kaffee-Erlebnis bieten. Starbucks versteht den Dritten Raum als einen Ort, außerhalb des Arbeitsplatzes und des eigenen Heims, an dem sich die Kunden entspannen können und wohl fühlen sollen.

Darüber hinaus verkauft sich Starbucks als Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe und als Unterstützer des fairen Handels.

Kritik an der Marke Starbucks

Eines der größten Probleme von Starbucks: der Müll.
Eines der größten Probleme von Starbucks: der Müll.
(Foto: CC0 / Pixabay / punttim)

Die Arte-Doku „Starbucks ungefiltert“ aus dem Jahr 2017 zeigt, wie es hinter den Kulissen des Konzerns aussieht und spricht die großen Kritikpunkte am Unternehmen an.

  • Mitarbeiter klagen über ungeregelte Arbeitszeiten, schlechte Absicherung und Burnouts.
  • Die Öffentlichkeit prangert das große Müllproblem an, das Starbucks durch seine Einwegbecher produziert, die nicht recycelt werden können.
  • Zuletzt machte der Konzern durch seine umstrittene Politik der Steuervermeidung in Europa negative Schlagzeilen.

Gleichzeitig muss auch der Kunde aufgrund der hohen Preise tief in die Tasche greifen, um sich ein Stück vom Luxus zu sichern. Millionen Menschen tun dies täglich, denn Starbucks ist für sie ein Lebensgefühl und nicht bloß ein Kaffee am Morgen.

Erklärt wird der teure Preis auch mit den hohen Bemühungen von Starbucks, sich für den fairen Handel einzusetzen: Rund 99 Prozent des Kaffees sei fair gehandelt und das Unternehmen helfe auf diese Weise dabei, die Existenzen von kleinen Kaffeebauern, zum Beispiel in Mexiko, zu sichern. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesen Versprechungen? Was ist nur Marketing und was Realität?

Hier der Film in voller Länge (YouTube-Video): 

„Starbucks ungefiltert“ – empfehlenswert!

Starbucks Cafés finden sich nahezu überall an strategisch günstigen Straßenkreuzungen.
Starbucks Cafés finden sich nahezu überall an strategisch günstigen Straßenkreuzungen.
(Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Den Produzenten der Dokumentation ist es gelungen, einen informierten und umfassenden Einblick in die Marke Starbucks zu geben. Mithilfe von Interviews, ausgiebigen Recherchen und verdeckten Filmaufnahmen zeigen sie, was wirklich hinter dem Image von Starbucks steckt und ob es seinem Ruf gerecht wird.

Ansehen: Die Dokumentation „Starbucks ungefiltert“ ist noch bis zum 26. Oktober auf arte.tv und YouTube zu sehen. Die nächste Ausstrahlung im Fernsehen ist der 13. September um 09:45 Uhr auf Arte.

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(1) Kommentar

  1. Also, es ist bestimmt 10 Jahre her oder so, dass ich zum ersten (und letzten Mal) ein Starbucks betrat. Die Preise fand ich absurd, die Wegwerfbecher gefielen mir schon damals nicht – und vor allem stieß mich die Atmosphäre ab, die vibes – ich hatte einfach ein ungutes Gefühl.
    Das schreib ich hier nicht hin, um zu erzählen, wie toll und klug ich bin, sondern um Leute zu ermutigen, besser auf ihre Wahrnehmung zu achten.
    Weil, manchmal bin ich doch erstaunt, wie kritiklos und willig so viele Leute den größten Mist unterstützen. Jaja, Starbucks müsste für Umwelt und Menschen jenes tun und dieses lassen – doch Starbucks ist nicht angetreten, um die Welt zu verbessern. Die wollen Geld machen – bucks. Wer ne besser Welt möchte, muss also selber was tun. Und vor allem GANZ VIEL LASSEN.

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