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Nachhaltiges Kaffeetrinken: Fakten und Tipps zu Bohnen, Filter und Co.

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Filter, Espresso, Cold Brew: Kaffee ist Kult – aber ist er auch gesund? Wann sind Bohnen fair gehandelt? Was kannst du beim Kaffeetrinken tun, um die Umwelt zu schützen? Hier die wichtigsten Fakten rund um nachhaltigen Kaffeegenuss.

Ein Morgen ohne Kaffeetrinken ist für viele unvorstellbar – in Deutschland werden allmorgendlich circa 0,4 Liter getrunken. Trotzdem hört man in den Nachrichten immer wieder von schockierenden Arbeitsbedingungen auf Plantagen und Pestizidskandalen – da drängen sich dem umweltbewussten Kaffeeliebhaber Fragen auf.

Ist Kaffeetrinken gesund?

100 ml Kaffee enthalten im Durchschnitt 50 mg Koffein – ein natürliches Aufputschmittel, dass unseren Kreislauf und Stoffwechsel anregt: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt und wir werden wieder wacher und aufnahmefähiger. Wegen dieser Wirkung zählt Kaffee zu den sogenannten „legalen Drogen“ – und ist unter Studenten, Büroarbeitern und sogar Sportlern sehr beliebt.

Doch wie jede Droge hat auch Kaffee allerlei Nebenwirkungen und kann sogar abhängig machen: Sobald der Körper sich an die regelmäßige Koffeinzufuhr gewöhnt, zeigt Kaffeetrinken immer weniger Wirkung – und wenn du keinen Kaffee mehr zu dir nimmst, können Entzugserscheinungen auftreten. Wer zu viel konsumiert, leidet oft an Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder ist generell gereizt und nervös. Die europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt höchstens 400 mg Koffein am Tag – also nicht mehr als 800 ml.

Achtung: Schwangere oder stillende Frauen sollten besonders aufpassen, wie viel Kaffee sie trinken – auch das Baby wird mit Koffein versorgt, kann den Stoff allerdings viel schlechter abbauen, als ein erwachsener Mensch. Mehr Informationen: Kaffee in Schwangerschaft und Stillzeit

Warum du fairen Kaffee trinken solltest

Kaffee ist nicht gleich Kaffee – weltweit gibt es über 100 verschiedene Arten: Am weitesten verbreitet sind Coffea Arabica – diese Sorte wächst in tropischen Regionen – und Robusta-Kaffee – der weniger aromatisch schmeckt und vor allem in Billigkaffees verwendet wird. Je nachdem, wie die Bohne angebaut, geerntet und geröstet wurde, entstehen auf den Kaffeearten wiederum verschiedene Kaffeesorten.

Konventioneller Kaffeeanbau bringt jedoch viele Probleme mit sich: Er ist sehr arbeitsintensiv und wird meist von Kleinbauern betrieben – den Preis bestimmen allerdings internationale Händler. Sie bezahlen die Bauern oft sehr schlecht, Tageslöhne von 2 Dollar sind keine Seltenheit. Außerdem wird Kaffee oft in Monokulturen angebaut, die den Boden auslaugen und mit Pestiziden behandelt werden. Gegen diese schwierigen Bedingungen setzt sich Fairtrade ein.

Wenn du einen Kaffee mit Fairtrade-Siegel kaufst, kannst du sicher sein, dass die Kaffeebauern nicht um ihr täglich Brot betrogen wurden: Fair Trade garantiert ihnen einen Mindestpreis und gibt ihnen die Möglichkeit, sich in Kooperativen zu organisieren – so haben sie ein Mitspracherecht, auch in Preisverhandlungen. Des Weiteren kann man genau nachvollziehen, von welchen Betrieben Fairtrade-Kaffee stammt – und er wurde garantiert umweltschonend angebaut.

Einige Start-Ups wie Coffee Circle oder die Kaffee-Kooperative haben sich innovative Ideen ausgedacht, Kaffee noch fairer zu machen und die Bauern vor Ort besser zu unterstützen.

Mehr Informationen: Kaffeesorten im Überblick: Worauf du beim Kauf achten solltest

So schmeckt Kaffee am besten

Für guten Kaffee benötigst du vor allem qualitativ hochwertige Bohnen – am besten Fairtrade und Bio. Wirf doch mal einen Blick in unsere Bestenliste: Bio-Kaffee & Fair-Trade-Kaffee 

Echte Kenner trinken ihren Kaffee ohne Milch – so lassen sich Aromen und Geschmacksnuancen besser herausschmecken. Trotzdem lieben viele ihre Milch zum Kaffee: Sie macht das Getränk cremiger und intensiviert den Geschmack. Und für einen echten Cappuccino ist Milchschaum unerlässlich.

Natürlich sollten Veganer und Menschen mit Laktoseintolleranz nicht auf Latte macciato und Co. verzichten müssen  – viele Pflanzenmilchsorten lassen sich nämlich genauso gut aufschäumen. Wir haben Sojamilch, Hafermilch und Co. getestet – und präsentieren stolz die besten Milchalternativen für den perfekten Milchschaum.

Dann wäre da noch die Frage der Zubereitung:

Hier raten wir zum sogenannten „Slow Coffee“: Verzichte auf Plörre aus dem Vollautomaten, sonder nimm dir Zeit und brühe deinen Kaffee per Hand frisch auf – das Ergebnis ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch geschmacklich viel besser.

Auch hier hast du zahlreiche Optionen: Möchtest du lieber Filterkaffee, French Press oder doch die klassische „Bialetti“-Espressokanne für Espresso? Wir haben dir die Vorteile der einzelnen Slow Coffees zusammengefasst und verraten auch, wie du die Geräte bedienst: Slow Coffee: Das sind die besten Arten, richtig guten Kaffee zu machen.

Unser Tipp für den Sommer: Cold Brew Coffee ist besonders nachhaltig und erfrischend.

Eine Kapselmaschine ist wohl aktuell die umweltunfreundlichste Art, Kaffee zuzubereiten. Obwohl die Hersteller versucht haben, Recyclingsysteme zu etablieren, landen die meisten Kapseln nach nur einer Anwendung im Plastik- oder Restmüll. Wenn du, deine Freunde oder deine WG so eine Maschine besitzt, kannst du die Umweltbilanz nachträglich etwas aufbessern: Inzwischen gibt es nämlich kompostierbare und wiederbefüllbare Kaffeekapseln. Utopia rät jedoch stark dazu, ganz auf eine Kapselmaschine zu verzichten.

5 Tipps: So trinkst du deinen Kaffee nachhaltiger

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Mit reinem Gewissen schmeckt Kaffee gleich doppelt so gut. (CC0 Public Domain / Pixabay.de - Free-Photos)

Neben dem Fairtrade-Siegel gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, das morgendliche Kaffeetrinken ein wenig umweltfreundlicher zu gestalten:

  1. Coffee to go: Viele Deutsche trinken ihren Kaffee auf dem Weg ins Büro – und kaufen ihn in Pappbecher und mit Plastikdeckel an der nächsten Bäckerei. Wir raten: Nimm dir deinen frischgebrühten Kaffee in einem Thermosbecher mit – wir haben dir dafür eine Liste mit garantiert BPA-freien Bechern zusammengestellt.  Auch eine gute Idee: Der Kaffeedeckel „Udo“ passt auf jede Tasse, und funktioniert sie so zum Coffee-to-go-Becher um.
  2. Wer seinen eigenen Kaffee von zu Hause mitbringt, spart Geld und kann selbst entscheiden, was für eine Sorte im Becher landet. Wenn du allerdings nicht auf den Brühkaffee deines Stammbäckers verzichten möchtest, kannst du vor Ort nachfragen, woher er seine Bohnen bezieht.
  3. Unterwegs ohne Thermosbecher? Dann halte nach Recup Ausschau: Die wiederverwendbaren Kaffeebecher sind in vielen Großstädten bereits weit verbreitet – du kannst sie für 1 Euro Pfand mitnehmen und an der nächsten Filiale mit Recup-Bechern wieder abgeben. Dort werden sie gewaschen und wandern an den nächsten Kunden.
  4. Kleine regionale Röstereien mit handgebrannten Sorten sind in den vergangenen Jahren zahlreich aus dem Boden geschossen – auch in deiner Großstadt kannst du sie finden. Der Vorteil: Hier kannst du qualitativ hochwertigen Kaffee trinken, in den die Röster viel Zeit und Liebe investiert haben – und das schmeckt man auch. Meist sind die Sorten sogar Bio und Fairtrade. Hole deine Bohnen aus einer lokalen Rösterei und unterstütze damit Qualität anstatt Massenware.
  5. Wer weniger Kaffee trinkt, tut der Umwelt damit einen großen Gefallen. Kaffeeanbau ist nämlich alles andere als ressourcenschonend: Für eine Tasse werden 140 Liter Wasser verbraucht. Trinke Kaffee also lieber nur gelegentlich – so kannst du das aromatische Getränk mehr wertschätzen und spürst auch die Wirkung wieder intensiver. Auch deinem Körper wird einen Kaffeeentzug gut tun.

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Praktische Tipps für den Alltag:

Coffee-Upcycling:

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