Bärlauch erkennen und nicht mit giftigen Pflanzen verwechseln

Bärlauch oder Herbstzeitlose?
Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay - baumannideen, hans

Viele sammeln jetzt leckeren Bärlauch – doch Vorsicht: Giftige Maiglöckchen kann man leicht mit leckerem Bärlauch verwechseln, auch giftige Herbstzeitlose sehen ihm ähnlich. Hier die Unterschiede in Bildern.

Bärlauch (Allium ursinum), im Volksmund auch Waldknoblauch genannt, wächst in krautreichen, schattigen und nährstoffreichen Laub- und Mischwäldern, Parkanlagen und Auwäldern. Im Frühjahr (ab März) treiben aus den kleinen Zwiebeln zwei saftig grüne, lanzettförmige Blätter, die bis Ende Mai in der Küche verwendbar sind.

Doch Vorsicht, es besteht Verwechslungsgefahr: Die jungen Bärlauchblätter ähneln denen von giftigen Maiglöckchen (Convallaria majalis) und sehr giftigen Herbstzeitlosen (Cholchicum autumnale). Die jahrelange Dokumentation in den Giftinformationszentren (GIZ) und im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zeigt, dass als Folge von Verwechslungen immer wieder Gesundheitsschäden mit teilweise schwerwiegenden Folgen auftreten.

Bärlauch erkennen statt verwechseln

Besonders in den Monaten April und Mai häufen sich laut BfR die Vergiftungsfälle in ganz Europa – vor allem in Deutschland und Österreich, der Schweiz und Kroatien. Anhand einiger weniger Unterschiede kannst du jedoch einfach den Bärlauch erkennen und ihn von anderen Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen unterscheiden.

Bärlauch erkennen:

  • Bärlauchsaison ist von Anfang März bis Mitte Mai. Danach blüht der Bärlauch und die Pflanze schmeckt nicht mehr. Details im Beitrag Bärlauch-Saison: Wann Bärlauch wächst – Tipps zur Ernte.
  • Bärlauch riecht nach Knoblauch. Herbstzeitlose und Maiglöckchen riechen nicht danach.
  • Bärlauchblätter haben einen klar erkennbaren Stiel pro Blatt. Bei Herbstzeitlosen und Maiglöckchen sind es eher zwei oder drei Stiele, die einander umwickeln.
  • Bärlauchblätter sind auf der Unterseite matt. Maiglöckchen glänzen auf der Unterseite, Herbstzeitlose glänzen auf beiden Blattseiten.

Die vier Kriterien machen es dir leicht, Bärlauch zu erkennen und nicht mit anderen, giftigen Pflanzen zu verwechseln. Zur Sicherheit kannst du dir die folgenden Fotos ausdrucken und mit zum Sammeln nehmen, um die Unterschiede auch unterwegs sicher zu erkennen.

1. Bärlauchblätter haben einen Stiel

Bärlauchblätter haben einen deutlichen Stiel, mit dem der wilde Knoblauch einzeln aus dem Boden wächst. Die Blätter der Herbstzeitlose wachsen hingegen ohne Blattstiel und aus einer Rosette von meist drei Blättern am Boden.

Das Blatt der Herbstzeitlose bildet daher unten einen relativ geraden Abschluss, Bärlauchblätter hingegen laufen nach unten hin spitz zu und münden dann in einen helleren Blattstiel.

Verwechslungsgefahr bei Bärlauch: man kann ihn zum Beispiel am Stiel erkennen
Verwechslungsgefahr bei Bärlauch: man kann ihn zum Beispiel am Stiel erkennen (Fotos: © Ivan, Studio Barcelona - Fotolia.com)

2. Maiglöckchen haben kugelige Blütenknospen

Herbstzeitlose blühen lilafarben im späten Herbst, Bärlauch weiß und im Frühling. Erkennst du also Blütenknospen im Frühling, kann es sich nicht um Herbstzeitlose handeln – aber es könnten Maiglöckchen sein.

Bist du dir unsicher, ob die weißen Blütenknospen vielleicht die von Maiglöckchen sind, so achte auf die Form und Anordnung der Knospen. Bärlauch hat einzelne längliche Knospen, bei Maiglöckchen sind sie kugelig und in Trauben angeordnet.

Aber: Wenn er blüht, hat der wilde Knoblauch ohnehin schon seine beste Zeit hinter sich. Er wird nicht etwa giftig, aber er wird faseriger und verliert an Geschmack.

Auf Blüten und Knospen zu achten hilft, Bärlauch und Maiglöckchen nicht zu verwechseln
Auf Blüten und Knospen zu achten hilft, Bärlauch und Maiglöckchen nicht zu verwechseln (Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay - baumannideen, hans)

3. Bärlauch erkennen: an der matten Blattunterseite

Dreht man ein Bärlauchblatt um, sieht man eine matte Unterseite. Die Blätter der Herbstzeitlosen sind hingegen auf Ober- und Unterseite glänzend, also auf beiden Seiten.

Außerdem hat der Bärenlauch weichere, empfindlichere Blätter, die manchmal nach unten hin umklappen oder sich an den Außenkanten, insbesondere an der Spitze, leicht einrollen.

Bärlauch erkennen: der wilde Knoblauch ist matt
Bärlauch erkennen: der wilde Knoblauch ist matt (Fotos: © Andrei Nekrassov, emer - Fotolia.com )

Herbstzeitlose haben etwas glänzendere und deutlich festere Blätter, die dadurch auch stabiler und aufrechter wachsen. Die Blätter von Herbstzeitlosen erinnern eher an Tulpenblätter und insbesondere größere Blätter sehen manchmal so aus, als seien sie in der Mitte zusammen gefaltet.

Der einfachste Unterschied: Glänzt das Blatt auf beiden Seiten, ist es kein Bärlauch!

4. Maiglöckchen & Herbstzeitlose riechen nicht nach Knoblauch

Der intensive Knoblauchgeruch des auch „Hexenzwiebel“ genannten Bärlauchs ist die einfachste Hilfe gegen Verwechslung. Weder Herbstzeitlose noch die ebenfalls gerne mit Bärlauch verwechselten Maiglöckchen riechen „zwiebelig“ nach Lauch oder Knoblauch, wenn man die Blätter knickt oder zwischen den Fingern verreibt. Das Wildgemüse wird daher auch „Hexenzwiebel“ genannt.

Um Bärlauch von giftigen Doppelgängern zu unterscheiden, reicht es laut BfR, ein Stückchen Blatt zwischen den Fingern zu zerreiben. Tritt dann nicht der für Bärlauch typische knoblauchartige Geruch auf, sollte man das Kraut lieber stehen lassen – und die Hände sofort gründlich reinigen. Tücke des Schnupper-Tests: Haftet der Lauchgeruch eines vorangegangenen Tests noch an den Händen, kann dies zu einem falschen Ergebnis verleiten.

Herbstzeitlose riechen bitter und recht herb und damit nicht gerade appetitanregend.

Keine Verwechslung möglich: nur Bärlauch riecht knoblauchig und zwiebelig
Keine Verwechslung möglich: nur Bärlauch riecht knoblauchig und zwiebelig (Foto: © Johanna Mühlbauer - Fotolia.com)

Bärlauch nicht verwechseln – Utopia empfiehlt:

Wenn du dir trotz unserer Tipps unsicher bist, ob es sich bei den von dir gefundenen Blättern um Bärlauch handelt oder nicht, dann verzichte besser auf den Verzehr. Die Blätter von zum Beispiel Herbstzeitlosen sind so giftig, dass schon 60g einen 80 kg schweren Mann tödlich vergiften können.

„Obwohl der knoblauchähnliche Geruch ein typisches Kennzeichen des Bärlauchs ist, wird die Pflanze von Sammlern immer wieder mit giftigen Doppelgängern wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose verwechselt“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel vom Bundesamt für Risikobewertung. Solche Verwechslungen führen laut BfR regelmäßig zu Vergiftungsfällen mit zum Teil tödlichen Folgen.

Habt ihr weitere Tipps, um Bärlauch von Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder anderen Pflanzen zu unterscheiden? Schreibt sie uns in den Kommentaren! 

Weiterlesen auf Utopia.de:

Externe Quellen: Bundesamt für Risikobewertung – Agentur für Ernährungssicherheit

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(5) Kommentare

  1. Bärlauch ist wirklich super lecker 🙂
    Wie ganz richtig im Artikel beschrieben wird, kann man ihn leicht von anderen Pflanzen unterscheiden.
    Allerdings heißt meiner Meinung nach die Pflanze mit der er hier verglichen wird Maiglöckchen und gehört nicht zur Gattung der Zeitlosen.

  2. ein Bild mit Bärlauch und daneben Maiglöckchen und dann dieser Text drunter????? … „Auf die Blüten zu achten hilft, Bärlauch und Herbstzeitlose nicht zu verwechseln“ (Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay – baumannideen, hans)
    Sorry, aber welcher Depp hat das denn zusammengestöpselt? Entweder warne ich exakt oder – wenn ich KEINE AHNUNG hab, dann lass ich es halt!!!!
    Erstens blüht die Herbstzeitlose erst im Herbst, läßt sich also anhand der Blüten schon mal GAR NICHT vergleichen!!!! Zweitens erntet man den Bärlauch meist schon jung, solang er noch nicht blüht … *kopfschüttel*
    Selten so einen gefährlichen Mist auf Eurer Seite gelesen! Da hilft nur Beitrag SOFORT LÖSCHEN!!!

  3. Genau das steht ja da, Mari:
    „Erkennst du also Blütenknospen im Frühling, kann es sich nicht um Herbstzeitlose handeln“.

    Wirkliche Falschaussagen kann ich in dem Artikel nicht erkennen.
    Allerdings sind die Blüten als Unterscheidungsmerkmal kaum zu brauchen, weil es die zur Zeit der Ernte noch nicht geben sollte.

    Wichtigste Aussage ist diese hier „Wenn du dir trotz unserer Tipps unsicher bist, ob es sich bei den von dir gefundenen Blättern um Bärlauch handelt oder nicht, verzichte besser auf den Verzehr. “

    Es gibt noch eine Option: Einfach beide Pflanzen von jemandem zeigen lassen, der sich damit auskennt. Wenn man sie einmal bewußt gesehen hat, ist eine Verwechslung kaum mehr möglich.

    Besser wäre es gewesen, die Überschrift neutral zu halten: Bärlauch nicht verwechseln. Weil die ausdrückliche Nennung der Herbstzeitlose in Kombination mit fast ausschließlich Maiglöckchen Bildern dürfte die Laien noch mehr verwirren.

    Eine weitere Verwechslungsgefahr sollte auch noch erwähnt werden:
    Die jungen Blätter des Aronstabs sehen Bärlauchblättern ähnlich und dieser ist auch giftig.
    http://baerlauch.die-heilpflanze.de/verwechslungsgefahr.htm

  4. Die falsche Bildunterschrift beim Maiglöckchen-Bild stammte nicht von der Autorin, sondern aus der Redaktion – haben wir korrigiert. Die Überschrift haben wir ums Maiglöckchen erweitert.

    Danke für die freundlichen Hinweise.

  5. Es gibt noch eine Pflanze, mit der man Bärlauchblätter verwechseln kann: Die ganz jungen Blätter vom giftigen Aronstab. Allerdings sind hier die Blattadern netzartig und nicht wie beim Bärlauch parallel.
    Bei meinen Kräuterführungen empfehle ich NICHT, sich am Geruch zu orientieren: Das funktioniert beim ersten gepflückten Bärlauchblatt. Danach riechen die Hände nach Knoblauch, und es kann zu gefährlichen Verwechslungen kommen!
    Beim Bärlauch kann man übrigens auch prima die Knospen und Blüten essen (z.B. als Salatdeko), es empfiehlt sich von daher durchaus, auch auf die Knospen- und Blütenform zu achten!

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