Bärlauch-Rezepte: das kann man aus Bärlauch machen

Bärlauch-Rezepte
Foto © Silke Neumann

Viele kennen den wilden Knoblauch – fragen sich aber: Was kann man mit Bärlauch machen? Hier leckere Bärlauch-Rezepte und Tipps.

Bärlauch wird auch „wilder Knoblauch“ genannt, jedoch erntet man bei ihm die Blätter und nicht die Knollen. Sobald die ersten Sonnenstrahlen im März den Waldboden kitzeln, sprießen die grünen Blätter mit Knoblaucharoma aus der Erde. Und dann ist es auch Zeit für Bärlauch-Rezepte.

5 Bärlauch-Rezepte

Zwei wichtige Tipps vorweg:

  • Wer Bärlauch selber sammeln möchte, sollte aufpassen: Lies dazu Bärlauch erkennen und nicht mit giftigen Pflanzen verwechseln, die Seite blumeninschwaben.de hat auch viele Bilder.
  • Das meiste Aroma steckt in den Blättern, solange der Bärlauch nicht blüht. Je nach Region und Wetterlage schmecken Bärlauch-Gerichte daher nur bis Ende April, spätestens Ende Mai.
  • Wer außerhalb der Bärlauch-Saison Gerichte mit dem wilden Knoblauch essen will, kann das Wildgemüse gut konservieren.

1. Bärlauch zubereiten – die Basics

Bärlauch ersetzt in der Küche im Frühjahr den Knoblauch, Zwiebelgrün oder Schnittlauch. Das meiste Aroma enthält er, wenn er nicht erhitzt und roh verzehrt wird. Deswegen verwenden viele Bärlauch-Rezepte ihn bevorzugt kalt oder nur lauwarm in Kräuterbutter, Frischkäse oder Pesto.

Möchtest du das Wildgemüse für heiße Gerichte, etwa eine Suppe, verwenden, so achte darauf, ihn nicht zu lange zu erhitzen, um möglichst viel vom Aroma zu erhalten.

Tipps zum Konservieren:

  • Willst du ihn konservieren, so solltest du ihn einfrieren: Details im Beitrag Bärlauch einfrieren und haltbar machen – so gelingt’s.
  • Mit einer lange haltbaren Bärlauchpaste als Basis kannst du auch in anderen Jahreszeiten das köstliche Bärlaucharoma in Pesto, Suppen, Soßen und zum Würzen genießen. Mehr dazu beim Grundrezept Bärlauchpaste.
  • Wenn du ihn trocknest, verliert er viel von seinem Aroma, und das wäre schade.

Übrigens: Das Knoblaucharoma ist weniger hartnäckig als das von „echtem“ Knoblauch, du brauchst dir um eine „Knoblauchfahne“ also keine Sorgen machen.

2. Grundrezept Bärlauchpaste

Bärlauch Paste

Öl und Salz konservieren den Bärenlauch und sein Aroma für mehrere Monate, wenn du die Paste gut verschlossen und kühl und dunkel aufbewahrst. Für ein kleines Glas brauchst du:

  • 150 g Bärlauchblätter
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • ½ Teelöffel Salz

Dieses Bärlauch-Rezept ist vegan und eignet sich hervorragend, um den wilden Knoblauch lange haltbar zu machen. Details und Rezept-Variationen im Beitrag Bärlauchpesto selber machen.

3. Bärlauch-Rezept mit Knödel

Mit wildem Knoblauch kann man viel mehr machen, als Suppe oder Pesto zuzubereiten. Wer mag, serviert zu den Knödeln eine Soße, die mit Bärlauchpaste passend abgeschmeckt ist.

Rezept Bärlauch Knödel

Bärlauch-Rezept für etwa 8 Knödel:

  • 100 g Bärlauch
  • 4 altbackene Brötchen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Eier
  • 150 ml Milch
  • etwas Butter oder Öl,
  • Pfeffer und Salz

Die altbackenen Brötchen in kleine Würfel schneiden, etwa 1×1 cm. Milch und Eier mischen und mit Pfeffer und Salz würzen. Die Zwiebel fein hacken und in etwas Butter oder Öl glasig braten. Eiermilch und Zwiebeln unter die Brötchenwürfel mischen und beiseite stellen.

100 g Bärlauchblätter waschen und klein schneiden. Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen. Die Brötchenmasse mit den Händen oder dem Handrührer durchkneten, bis sich alle Zutaten gut miteinander verbunden haben und sich daraus Knödel formen lassen. Acht Knödel formen, in das siedende Wasser geben und bei geringer Hitze etwa eine Viertelstunde gar ziehen lassen.

Die Knödel kannst du nach Lust und Laune servieren, zum Beispiel mit geriebenem Käse bestreut oder zu fruchtiger Tomatensoße; zu frischem Spinatgemüse; mit Bärlauchsoße; zu knackigem Salat oder bunten Gemüsegerichten.

Tipp: Waren die Brötchen zu frisch, kann es nötig sein, die Knödelmasse mit etwas zusätzlichem Mehl oder Semmelbröseln zu binden.

4. Bärlauch-Rezept für gefüllte Muffins

Diese Muffins sind ideal als Fingerfood oder als Hauptgericht zu Salat. Wenn du keine Muffinform hast, kannst du auch zwei Papierförmchen ineinander stellen oder die kleinen Küchlein in anderen Gefäßen backen, zum Beispiel gut gefetteten Kaffeetassen.

Rezept Bärlauch Muffins

Bärlauch-Rezept für 12 Muffins:

  • 170 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • ½ TL Natron
  • 50 g Parmesan
  • 75 g Butter oder Margarine
  • 2 Eier
  • 250 ml Buttermilch
  • 80 g Frischkäse
  • 1 Bund Bärlauch
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL Thymian
  • 4 getrocknete Tomaten (in Öl oder softe Tomaten)

Für die Füllung Bärlauch und getrocknete Tomaten klein schneiden. Etwa die Hälfte des wilden Knoblauchs zur Seite stellen, die andere Hälfte mit Oregano, Thymian und den getrockneten Tomatenstücken vermischen.

Für den Teig Mehl, Backpulver, Natron und Parmesan mischen. In einer Rührschüssel Butter und Eier schaumig rühren, dann nach und nach die Buttermilch und die Mehlmischung dazugeben. Zum Schluss die zweite Hälfte Bärenlauch unterrühren.

Die Muffinformen mit etwa einem Esslöffel Teig füllen, sodass der Boden bedeckt ist. Mithilfe von zwei Teelöffeln die Bärlauchfüllung mittig darauf platzieren. Mit etwa zwei Esslöffeln Teig so bedecken, dass die Füllung komplett verdeckt ist.

Bei 180 °C etwa 30-35 Minuten goldgelb backen und lauwarm genießen.

5.Bärlauch-Rezept für Fetacreme

Bitte achte darauf, dass der verwendete Käse aus Schaf- und/oder Ziegenmilch besteht und nicht aus Kuhmilch. Seit 1997 dürfen in der EU nur noch Schaf- und Ziegenmilchprodukte „Feta“ genannt werden, ähnlich aussehender Käse aus Kuhmilch schmeckt und heißt anders. Die Bärlauch-Käsecreme schmeckt herrlich auf frischem Toastbrot, Baguette oder Fladenbrot.

Rezept Bärlauch Feta Brot

Bärlauch-Rezept für eine Portion, die zwei Personen satt macht:

  • 150 g Feta
  • 1 Bund Bärlauch (ca. 100 g)
  • 2 Esslöffel Frischkäse
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • Chiliflocken

Den Feta mit den Händen zerbröseln und in einen flachen Suppenteller geben. Mit einer Gabel den Frischkäse und das Öl unterarbeiten, bis eine cremige, feinkörnige Masse entsteht. Dann die gehackten Bärlauchblätter untermischen und mit Chiliflocken abschmecken.

Bärlauch in der Natur ernten

Bärenlauch wird in manchen Regionen (zum Beispiel Brandenburg oder Hamburg) auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Auch in Bremen und Schleswig-Holstein ist er gefährdet. Generell solltest du darauf achten, ihn nicht in Naturschutzgebieten zu ernten, es sei denn, die dortige Schutzverordnung lässt dies zu.

Auch außerhalb von Naturschutzgebieten genießt Bärlauch einen gewissen Schutz, der es verbietet, ihn für mehr als seinen geringen Eigenbedarf zu sammeln. Für das gelegentliche Bärlauchsüppchen ist die wilde Ernte von Bärlauch außerhalb von Naturschutzgebieten in Ordnung. Wer sich jedoch einen großen Vorrat anlegen möchte, sollte auf angebauten Bärlauch aus dem Handel ausweichen oder ihn im Garten selber anbauen.

Bärlauch im Garten anbauen

Natürlich ist es auch möglich, das auch „Knoblauchspinat“ genannte Wildgemüse im Garten anzubauen. Er benötigt einen eher schattigen und feuchten Standort, denn wenn er wild in der Natur vorkommt, sucht er sich meist Auwälder, schattige Bachränder oder feuchte Schluchten aus.

Damit der Samen keimt, braucht er Kälte, er muss also im Herbst ausgesät werden, um im Frühjahr zu sprießen. Manchmal nimmt sich der Samen auch mehr als ein Jahr Zeit zum Keimen. Sei also geduldig und lasse dich überraschen, in welchem Frühjahr er dich beglückt.

Wenn du die „Hexenzwiebel“ in der Natur schon gesehen hast, dann weißt du, dass sie dort meist in großen „Bärlauchteppichen“ vorkommt – und so wird sich das Wildgemüse auch in deinem Garten ausbreiten! Wer das nicht möchte, sollte ihn regelmäßig durch Ausrupfen in seine Schranken weisen – oder eine Rhizomsperre bauen, die ihn an der Ausbreitung hindert.

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