Barfen für Hund und Katze: Hunde- und Katzenfutter selber machen

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BARFen, das heißt so viel wie deinen Vierbeiner möglichst natürlich zu ernähren. Auf dem Speiseplan stehen deshalb rohes Fleisch, roher Fisch, Gemüse, Obst und Öle.

Was ist Barfen?

BARF ist eine Ernährungsform für Haustiere, speziell Hunde oder Katzen, bei denen ihnen nur naturbelassene Lebensmittel verfüttert werden. Die Abkürzung BARF steht für „Biologisch artgerechtes rohes Futter“. Auf dem Speiseplan stehen also nur rohes Fleisch, roher Fisch, Knochen und Innereien. Meistens wird das Ganze noch mit Gemüse, Obst, Nüssen und kaltgepressten Ölen erweitert. BARF soll damit der Ernährungsweise von Wölfen und anderen Wildtieren nachempfunden sein.

Vorteile und Risiken von Barfen

Für gutes Futter musst du dich gut informieren
Für gutes Futter musst du dich gut informieren (Foto: CC0 / Pixabay / Huskyherz)

Wer sich dafür entscheidet, seinen Hund oder seine Katze in der Tradition des BARFen zu ernähren, sollte sich gut informieren und am besten von einem fachkundigen Tierarzt beraten lassen. Denn eine Ernährung nach BARF birgt laut der Tierklinik Ismaning einige Risiken der Fehlernährung:

  • Häufig kommt es zu einer Überversorgung mit Proteinen: Beim Barfen werden oft vor allem die proteinreiche Lunge oder andere Schlachtabfälle verfüttert, die reich an Protein sind. Das unverdaute Protein kann zu Blähungen und Durchfall führen und auf längere Sicht sogar zu Nieren- und Leberschäden.
  • Knochen bergen das Risiko, zu splittern und das Tier zu verletzen. Zwar braucht dein Tier Knochen als Calciumquelle. Wenn es aber zu viel davon zu sich nimmt, kann es zu Verstopfungen kommen.
  • Du musst dich genau erkundigen, welche Vitamine und Mineralstoffe dein Tier in welchen Mengen benötigt. Sonst kann es zu Mängeln kommen, die besonders für Welpen riskant sind.
  • BARFen ist in der Regel teurer und zeitaufwändiger als eine Ernährung mit Trocken- oder Nassfutter.
  • Barfen kann zum Hygieneproblem werden, weil rohes Fleisch anfälliger für Bakterien und Parasiten ist. Auch die Lagerung ist deshalb komplizierter als bei Trockenfutter.

Für das Barfen sprechen folgende Gründe:

  • Fertigfutter enthält oft Futterzusätze wie Getreide oder andere Füllstoffe, die dein Hund gar nicht benötigt. Durch Barfen kannst du dein Tier, mit genau den Lebensmitteln versorgen, die seiner natürlichen Verdauung entsprechen – sofern du gut über seine Ernährung informiert bist.
  • Die Qualität von Barf-Nahrungsmitteln ist häufig besser als die von Fertigfutter.
  • Du kannst auch die Portionsgrößen und Zusammensetzung der Nahrung viel besser auf deinen Hund oder deine Katze abstimmen.

Das musst du bei einer Barf-Ernährung beachten

Wenn du deinen Hund oder deine Katze auf BARF umstellen möchtest, solltest du dich vorher ausführlich informieren. Eine konkrete BARF-Anleitung kann dieser Artikel nicht liefern, da der Speiseplan auf die Bedürfnisse deines Hautiers abgestimmt werden muss. Einen Anhaltspunkt können dir BARF-Ernährungspläne oder BARF-Rechner geben.

Grundsätzlich gilt: Der größte Teil der täglichen Mahlzeit sollte aus Fleisch, Fisch oder den Nebenprodukten davon bestehen. Neben rohem Fleisch können diese Nahrungsmittel mit auf den Speiseplan:

  • Die Gemüseliste ist lang: Gekochte Kartoffeln, Karotten, Knollensellerie, Kohlrabi, Zucchini oder Rote Bete sind nur einige Gemüsesorten, die darauf stehen.
  • Das Obst ist fast ebenfalls so zahlreich: Bananen, Äpfel, Aprikosen, …
  • Die Mahlzeiten kannst du auch mit Öl ergänzen. Da ist allerdings Vorsicht geboten: Laut dem BARF-Blog von Tierheilpraktikerin Nadine Wolf kommt es bei der Fütterung von Ölen vor allem auf das richtige Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren an. Die meisten Öle enthalten für Hunde aber zu viele Omega-6-Fettsäuren. Deshalb solltest du unter anderem Sonnenblumenöl, Distelöl, Rapsöl, Sojaöl, Maiskeimöl und Erdnussöl nicht verfüttern. Besser eignen sich Leinöl oder Fischöl. Öle mit vielen gesättigten Fettsäuren, also z.B. tierische Fette wie Rindertalg, Geflügelfett oder auch Kokosfett sind ebenfalls geeignet – sie dienen vor allem als Energiefutter.

Es gibt auch Lebensmittel, die für den Vierbeiner nicht bekömmlich sind:

  • Knoblauch ist für Hunde gifitig.
  • Heidelbeeren und Johannisbeeren sind für Katzen giftig.
  • Einige Lebensmittel können Blähungen verursachen, etwa Blumenkohl, Brokkoli oder Grünkohl.
  • Andere Nahrungsmittel sind zu sauer, beispielsweise frische Birnen, Ananas, Orangen oder Mandarinen. Birnen solltest du nur nur überreif und die anderen Obstsorten höchstens in kleinen Mengen verfüttern.

In jedem Fall solltest du dich also vorher erkundigen, ob ein Lebensmittel auf den Speiseplan deines Haustiers passt oder nicht.

Wie für den Menschen ist auch für den Hund oder die Katze eine abwechslungsreiche Ernährung wichtig. Du solltest nicht nur eine Sorte Fleisch oder nur Muskelfleisch füttern, sondern den Speiseplan bunt gestalten. Achte auch darauf, nicht zu viele Kohlenhydrate zu füttern.

Deinen Vierbeiner nachhaltig ernähren?

Vegan für den Hund ist umstritten
Vegan für den Hund ist umstritten (Foto: CC0 / Pixabay / LaBruixa)

Vegetarische und vegane Hundefutter sind mittlerweile häufiger in den Regalen von Tiergeschäften und Biomärkten zu finden. Die Meinungen darüber gehen auseinander. Aus der Sicht des Klimaschutzes wäre eine vegetarische oder vegane Ernährung für Hunde und Katzen zu befürworten. Die Fleischproduktion und Herstellung anderer tierischer Lebensmittel ist extrem schädlich fürs Klima und die Umwelt.

Allerdings stellt sich im Fall von Hunden oder Katzen die Frage, inwieweit eine fleischlose Ernährung noch artgerecht ist und ob ein Tier, das natürlichweise eher ein Fleischfresser ist, durch den erzwungenen Verzicht auf Fleisch Mangelerscheinungen bekommt. Laut dem Veganer-Verband „ProVeg“ ist vegetarische bzw. vegane Ernährung für Hunde je nach Futter aber in der Lage, alle Nährstoffe zu decken. Auch Peta verweist darauf, dass es Studien gibt, die keine nachteiligen Effekte auf die Gesundheit von Hund und Katze durch vegane Ernährung belegen. Viele Tierärzte sehen vegane oder vegetarische Ernährung für die Tiere hingegen kritisch.

Ob BARFen, vegan oder mit herkömmlichem Trocken- oder Nassfutter: Es ist in jedem Fall hilfreich, dich mit dem Nähr- und Mineralstoffbedarf deines Vierbeiners auseinander zu setzen. So kannst du womöglich seinen Fleischkonsum zumindest reduzieren oder nachhaltiger gestalten, indem zu Bio-Futter greifst. Bei Biofleisch sind zumindest die Haltungsbedingungen etwas besser.

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