Barfußwandern: Geht Wandern ohne Schuhe wirklich?

barfußwandern
Foto: CC0 / Pixabay / caitgreer

Barfußwandern ist ein Trend, der sich immer weiter verbreitet. Welche Vorteile er mit sich bringt, worauf du beim Wandern achten musst und wo du in Deutschland barfuß wandern gehen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Barfuß zu laufen hat viele körperliche Vorteile. Warum also nicht auch mal barfuß wandern gehen? Dazu brauchst du keine teure Ausrüstung – du musst lediglich die Schuhe ausziehen. Wir erklären dir, welche Vorteile das Barfußwandern hat, wo es in Deutschland möglich ist und was du bei einer Wanderung ohne Schuhe beachten solltest.

Barfußwandern – aber wo?

Barfußwandern ist prinzipiell überall möglich, aber nicht immer empfehlenswert. Aufgrund von Scherben, Splittern, Dornen und spitzen Steinen besteht auf manchen Wanderwegen ein höheres Verletzungsrisiko.

Um ein optimales Wanderelebnis zu gewährleisten, solltest du dich vorab über die Beschaffenheit der Strecke informieren, zum Beispiel über eine Wanderapp. Viele Kurorte bieten eigens angelegte Barfußpfade mit wechselnden Untergründen aus Gras, Kies, Lehm, Sand und Holz an. Die Website barfusspark.info bietet dir eine gute Übersicht für Barfußpfade in ganz Deutschland.

Barfußwandern: Ist das wirklich besser?

Das Barfußwandern hat viele gesundheitliche Vorteile.
Das Barfußwandern hat viele gesundheitliche Vorteile.
(Foto: CC0 / Pixabay / cromaconceptovisual)

Der Mensch wurde ohne Schuhe geboren, somit ist das Barfußlaufen die natürlichste Art der Fortbewegung. Barfußwandern hat viele Vorteile: Es stimuliert den Tastsinn der Fußsohlen und ermöglicht einen intensiven Kontakt zur Natur. Es ist ideal zum Spüren, Tasten und Fühlen des Erdbodens. Beim Barfußwandern musst du mehr auf den Weg achten und gehst dadurch langsamer. So nimmst du dir mehr Zeit für deine Wanderung und genießt deinen Ausflug mehr.

Zusätzlich hat das Barfußwandern auch einige gesundheitliche Vorteile: Es kräftigt die Muskeln, Bänder und Gelenke deiner Füße. Die Blutzirkulation in den Beinen wird erhöht, was beispielsweise einem Venenleiden vorbeugt. In Schuhen gehen wir normalerweise eher fersenlastig – barfuß treten wir mit dem ganzen Fuß oder dem Ballen auf, was eine bessere Laufökonomie mit sich bringt. Nach der Wanderung sind die Füße gut durchblutet, warm, kribbeln etwas und fühlen sich für die meisten Menschen sehr angenehm an.

Sportmediziner:innen haben eine Vergleichsstudie in Deutschland und Südafrika durchgeführt. Der Studie nach ist das Barfußlaufen in Südafrika mehr in der Gesellschaft verbreitet – unabhängig vom sozialen Status. Die Studie zeigt, dass Menschen aus Südafrika, die seit Beginn ihres Lebens oft barfuß laufen, seltener zu Plattfüßen neigen. Das dauerhafte Tragen von Schuhen wirkt sich also unvorteilhaft auf die Form unserer Füße aus. Barfuß zu wandern kann dieser unvorteilhaften Entwicklung zumindest teilweise vorbeugen.

Übrigens: Wer sich langsam an das Barfußwandern heranwagen möchte, kann erst mal auch nur darüber nachdenken, sich Barfußschuhe anzuschaffen. 

Barfußwandern: Darauf musst du achten

Erste Barfußwanderungen sollten etwa zwei bis drei Stunden dauern.
Erste Barfußwanderungen sollten etwa zwei bis drei Stunden dauern.
(Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Wer noch nie barfuß wandern war, sollte es langsam angehen. Die ersten Barfußwanderungen sollten nicht länger als zwei bis drei Stunden dauern, damit die Füße sich an die Veränderung gewöhnen können – schließlich laufen wir sonst den ganzen Tag in Schuhen herum.

Die ideale Temperatur für das Barfußwandern liegt zwischen 20 und 25 Grad. Der Wanderweg sollte einen abwechslungsreichen Belag haben, bestenfalls Gras, Sand oder Erde. Naturbelassene Wald- und Feldwege eignen sich gut für eine Barfußwanderung. Schotter- oder Kieswege sind für eine schuhlose Wanderung nicht geeignet.

Du musst beim Barfußwandern keine Angst vor Schrammen oder Kratzern haben – normalerweise kommt das nicht vor. Wichtig ist nur darauf zu achten, dass du die Füße hoch genug anhebst und nicht schlurfst, damit sich deine Zehen nicht an Wurzeln stoßen. Zudem solltest du immer auf den Weg achten, damit du dich nicht an spitzen Steinen oder Dornenzweigen verletzt. Vor allem bergab solltest du dir auch etwas mehr Zeit nehmen. Denn ohne Schuhe federn nur die Füße deine Schritte ab. Ein vorsichtiges und langsames Tempo bergab schont deine Gelenke.

Tipp: Packe dir beim Barfußwandern immer leichte Schuhe oder Sandalen für den Notfall in den Rucksack. So kannst du Schotterwege oder andere Hindernisse verletzungsfrei überstehen. 

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