Sind Barfußschuhe nachhaltig und gesund? 4 bessere Marken und Tipps

Sind Barfußschuhe nachhaltig und gesund? Vier bessere Marken und Tipps
Foto: Wildling Shoes, Zaqq

Sind Barfußschuhe wirklich gesund für unsere Füße – und sind sie nachhaltig? Zumindest gibt es einige Marken, die Teile ihrer Produktion schon besser gestalten. Utopia stellt dir mit Senmotic, Vivobarefoot, Wildling Shoes und Zaqq vier solche Hersteller vor.Barfußschuh-Marken werden immer beliebter. Fans schwören auf den natürlichen Bewegungsablauf, schätzen das Mehr an Zehenfreiheit und erhoffen sich bessere Fußmuskulatur und Balance durch die dünneren Sohlen.

Damit du in Barfußschuhen ein anderes Laufgefühl erlebst als in konventionellen Schuhen, sind sie speziell geformt und verarbeitet. Sie sollen dir so gut wie möglich das Gefühl vermitteln, barfuß zu laufen, ohne weniger Schutz zu bieten als ein normaler Schuh. Denn natürlich ist auch ein Barfußschuh immer noch ein Schuh, und echtes Barfußlaufen nach wie vor kälter, schmutziger, feuchter und mit einer höheren Verletzungsgefahr verbunden als das Gehen in Schuhwerk.

Barfußschuhe: Die Sohle macht den Unterschied

Was Barfußschuhe am spürbarsten von konventionellen Schuhen unterscheidet, ist ihre besonders dünne und flexible Sohle. Sie macht das versprochene Barfußgefühl erst möglich. Weil die Sohlen so dünn sind, könnten die meisten Barfußschuhe sogar als Ganzes gebogen oder sogar gerollt werden, was immer für einen verblüffenden (Vorführ-)Effekt sorgt. Hier zu sehen am Beispiel eines Schuhs von Wildling:

Barfußschuhe wie dieser Schuh von Wildling sind extrem elastisch.
Barfußschuhe wie dieser Schuh von Wildling sind extrem elastisch. (Foto: Wildling Shoes)

Echtes Barfußgehen hat erwiesenermaßen zahlreiche Vorteile: Es verbessert die Blutzirkulation in den Füßen, stärkt die Fußmuskulatur und fördert die Sensomotorik sowie das Gleichgewicht. Auch die Gehtechnik ändert sich beim Barfußgehen automatisch, sodass die Fersen weniger, der Vorderfuß und die Zehen dafür stärker belastet werden. Regelmäßiges Barfußlaufen soll sogar Rückenproblemen vorbeugen können.

Sind Barfußschuhe gesund?

Immer mal wieder barfuß zu gehen mag förderlich sein – aber trifft das auch auf das Tragen von Barfußschuhen zu? Dass Barfußschuhe gesund sind oder einen langfristig positiven Einfluss auf die Gesundheit haben, ist nicht belegt, auch wenn Hersteller natürlich daran interessiert sind, einen entsprechenden Eindruck zu erwecken und etwa das Barfußgehen (nicht etwa Barfußschuhe) als „die gesündeste Art der Fortbewegung“ bezeichnen. Die Barfußschuh-Marken versuchen oft, potenzielle Kund:innen emotional anzusprechen, wie das Barfuß-Label Vivobarefoot mit diesem Post:

Sind Barfußschuhe also gesund oder nicht? Das muss erst noch erforscht werden. Für Barfuß-Laufschuhe zumindest (in diesem Fall von Hersteller Vibram) deutete eine Studie 2013 darauf hin, dass sie sich eher nachteilig auf die Füße auswirken. Sie wurde allerdings nur an 36 Teilnehmer:innen durchgeführt. Es gibt aber auch Medizinier:innen, die Barfußschuhe empfehlen – allerdings nicht uneingeschränkt. Für Menschen mit einer starken Fehlstellung der Füße könnten Barfußschuhe die Probleme verstärken und zu Schmerzen führen. Die Antwort auf die Frage, ob Barfußschuhe gesund sind, lautet deshalb: Kommt auf den Körper des Trägers und dessen Bedürfnisse an – Genaueres kann nur ein kundiger (Sport-)Orthopäde nach einer Untersuchung sagen.

Achtsamkeit für die Füße

Ein Teil des guten Images, das Barfußschuhe haben, dürfte deshalb vor allem mit Psychologie zu tun haben – wogegen ja nichts spricht. Viele Träger:innen schwören auf das leichte und flexible Schuhwerk und schreiben ihren Barfußschuhen einen positiven Einfluss auf ihr Wohlbefinden zu. Unbestritten ist beispielsweise, dass Nutzer:innen von Barfußschuhen die (Un-)Ebenheiten des Bodens und das eigene Gehen vor allem zu Beginn wieder neu zu spüren beginnen. Wer sich für diese Form von Achtsamkeitsübung im Alltag begeistert, wird auch das Tragen von Barfußschuhen lieben.

Außerdem sind Füße in Barfußschuhen zweifelsfrei weniger eingeengt als in konventionellen Tretern, was viele Träger:innen ebenfalls als angenehm empfinden werden.

Barfußschuhe: Langsam einsteigen

Wer sich nicht sicher ist, ob er sich in Barfußschuhen wohlfühlt, sollte recherchieren, welche Barfußschuh-Laden in seiner Nähe aufsuchen und eine Testrunde in verschiedenen Marken und Modellen drehen. Vivobarefoot ist beispielsweise in vielen deutschen Städten mit eigenen Niederlassungen vertreten.

Als Hinweis: Wer ein Paar Barfußschuhe erworben und bislang nur konventionelle Schuhe getragen hat, sollte sich langsam an seine neuen, kaum gedämpften Schuhe gewöhnen. Muskelkater in den Beinen ist beispielsweise ein Zeichen dafür, eine Barfuß-Pause einzulegen. Solltest du Schmerzen in den Füßen, Knien oder Rückenschmerzen entwickeln, ist Vorsicht geboten. Auch bei starkem Übergewicht oder Fußfehlstellungen sind Barfußschuhe weniger geeignet, weil die flache Sohle – absichtlich – fast keine Dämpfung oder Korrektur aufweist.

Nicht jedes Schuhwerk passt zu jedem Körper. Empfehlenswerte nachhaltige Schuhe müssen nicht „barfuß“ sein – fairere Sneaker findest du zum Beispiel in unserer Sneaker-Bestenliste.

Nachhaltigere Barfußschuh-Marken für Damen, Herren & Kinder

Barfußschuhe werden inzwischen von zahlreichen Herstellern angeboten. Zwar betonen fast alle die besondere Naturnähe bzw. Naturverbundenheit ihrer Produkte, das heißt aber leider nicht, dass auch alle Barfußschuh-Marken automatisch besonders überdurchschnittliche Leistungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Fairness erbringen. Marken, die durch seriöse Zertifikate belegen, dass sie in all ihren Prozessen nachhaltig arbeiten, konnten wir keine finden. Es gibt aber ein paar Brands, die zumindest in Teilen Nachhaltigkeitsbemühungen verfolgen.

Zu diesen gehören unter anderem die Barfußschuh-Marken Senmotic, Wildling Shoes, Vivobarefoot & Zaqq. Wir stellen Sie dir im Folgenden (in alphabetischer Reihenfolge) genauer vor. Bei jedem Hersteller erläutern wir, welche Nachhaltigkeitsbemühungen er unternimmt, damit deutlich wird, wie sich die folgenden Anbieter von anderen Schuhmarken unterschreiben. So kannst du eine informierte Kaufentscheidung treffen.

Übrigens: Zu Barfußschuhen für Kinder haben wir einen eigenen Artikel, ebenso für Barfußsandalen.

Senmotic: Sportlich-elegante Barfußschuh-Marke

Schuhe von Senmotic werden erst nach Bestelleingang in Handarbeit gefertigt.
Schuhe von Senmotic werden erst nach Bestelleingang in Handarbeit gefertigt. (Foto: Senmotic)

Barfußschuhe der Marke Senmotic werden in einer Manufaktur in der Nähe von Leipzig hergestellt. Die Schuhe werden erst nach Bestelleingang in Handarbeit gefertigt. Auch die verwendeten Materialien kommen zu großen Teilen aus Deutschland. Bei der Materialwahl für die Schäfte und das Innenfutter der Schuhe hat sich der Hersteller für Leder entschieden, weil es sich den Füßen anpasst und atmungsaktiv ist.

Dieses Leder kommt laut Herstellerangaben allerdings meist aus Argentinien und Brasilien und wird nicht pflanzlich, sondern mineralisch gegerbt. Senmotic bezieht aber auch Häute aus Deutschland und lässt einige Leder exklusiv in deutschen Gerbereien produzieren. Die Sohlen der Schuhe bestehen aus einem thermoplastischen Kunststoff (TPU) und Natur-Kautschuk.

Es gibt viele sportliche Schuhe, aber auch einige elegantere Modelle. Senmotic bietet außerdem die Neubesohlung von Barfußschuhen an, was Ressourcen spart und deshalb nachhaltig ist.

Kaufen kannst du Senmotic-Schuhe im eigenen Onlineshop, sie kosten etwa 150 bis 230 Euro.

Barfußschuh-Marke Vivobarefoot

Vivobarefoot führt nachhaltigere Barfuß-Laufschuhe.
Vivobarefoot führt nachhaltigere Barfuß-Laufschuhe. (Foto: Vivobarefoot)

Vivobarefoot ist eine Barfußschuh-Marke mit einer großen Auswahl an Schuhen für die unterschiedlichsten Anlässe – sogar Barfuß-Laufschuhe bekommt man hier. Das Leder für die Barfußschuhe stammt aus verschiedenen Ländern, unter anderem Portugal und Äthiopien. Bei einigen Modellen wird pflanzlich oder chromfrei gegerbtes Leder verwendet, leider nicht bei allen.

Einige der Barfußschuh-Modelle sind vegan. Zum Teil verwendet Vivobarefoot nach eigenen Angaben Materialien aus recyceltem Plastik: Das Innenfutter der Barfußschuhe und die Sohlen bestehen demnach aus „so vielen recycelten Materialien wie möglich“, beispielsweise aus recycelten Plastikflaschen. Die Schuhe werden mit einem Kleber auf Wasserbasis geklebt.

Vivobarefoot produziert in China und Portugal – laut Herstellerangaben werden die Fabriken unabhängig kontrolliert, um angemessene Arbeitsstandards zu gewährleisten.

Die Barfußschuhe von Vivobarefoot gibt es für Damen und Herren sowie für Kinder. Der Preis der aktuellen Modelle liegt zwischen ca. 50 und 230 Euro.

Kaufen im Onlineshop von Vivobarefoot, teilweise auch im stationären Handel und gebraucht z.B. bei Ebay.

Wildling: Diese Barfußschuh-Marke setzt auf Naturstoffe

Die Barfußschuh-Marke Wildling hat Schuhe für Erwachsene und Kinder in ihrem Sortiment.
Die Barfußschuh-Marke Wildling hat Schuhe für Erwachsene und Kinder in ihrem Sortiment. (Foto: Wildling Shoes)

Die Marke Wildling Shoes arbeitet hauptsächlich mit Materialien wie Baumwolle, Hanf oder Washi. Wolle wird punktuell verwendet. Die Sohle besteht aus Kork und recyceltem Kautschuk: Sie wird mit wasserbasiertem Kleber verklebt und zusätzlich vernäht. Hergestellt werden Wildlinge in einer portugiesischen Manufaktur. Das deutsche Unternehmen legt eigenen Angaben zufolge besonderen Wert auf faire Arbeitsbedingungen und die Einhaltung von Umweltstandards.

Wildlinge sind für Erwachsene (Größe 36-48), Kinder (Größe 23-35) und Kleinkinder (Größe 18-22) erhältlich. Viele Modelle sind in allen Größen zwischen 18 und 48 erhältlich, sodass die ganze Familie das gleiche Wildling-Modell tragen kann.

Kaufen: direkt bei Wildling

Zaqq: Marken-Barfußschuhe aus Deutschland

Bei Zaqq gibt es sportliche Sneaker, Anzugschuhe und viele andere Modelle mit mehr Zehenfreiheit.
Bei Zaqq gibt es sportliche Sneaker, Anzugschuhe und viele andere Modelle mit mehr Zehenfreiheit. (Foto: Zaqq)

Die Marke Zaqq stellt individuelle Barfußschuhe in einer Manufaktur in Leipzig her. Dabei versucht der Barfußschuh-Hersteller laut eigenen Angaben, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren, nachwachsende Rohstoffe zu verwenden und auf umwelt- und gesundheitsschädliche Chemie zu verzichten.

Durch die Herstellung in Deutschland sind die Transportwege kurz und der Energie- und CO2-Verbrauch geringer als bei einer Produktion im Ausland.

Die meisten Zaqq-Schuhe bestehen aus Leder, das aus Deutschland oder der EU stammt. Es gibt ein paar vegane Barfußschuh-Modelle: Hier verwendet Zaqq unter anderem Baumwolle als Basis. Die Sohlen der Schuhe bestehen aus Kautschuk und werden in Deutschland hergestellt.

Zaqq-Schuhwerk gibt es für Damen und Herren. Mit Preisen ab rund 140 Euro sind Zaqq-Schuhe kein Schnäppchen – dafür ist jedes Paar ein Unikat.

Kaufen: im Online-Shop von Zaqq oder direkt in der Manufaktur in Leipzig – allerdings sollte man vorher einen Termin vereinbaren.

Barfußschuhe selber nähen

Wenn du handwerklich geschickt bist, möchtest du dir ein paar Barfußschuhe vielleicht sogar selber nähen – und dafür nachhaltige Materialien verwenden. Der Fluff-Store bietet dazu spezielle Schnittmuster und Nähanleitungen für Kinder- und Erwachsenenschuhe zu einem fairen Preis an.

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Auch die durch hohe Absätze mitverursachte Volkskrankheit Spreizfuß kann man so umgehen. Die Meinungen darüber, ob man Barfußschuhe mit oder ohne Socken trägt, gehen auseinander – letztendlich ist das eine Frage des Geschmacks und des Kälteempfindens. Was man nicht vergessen sollte: Ab und zu auch mal wirklich barfuß gehen – etwa durch taufeuchte Wiesen. Derlei Erfahrungen beim Gehen ist mit keinem Schuh möglich.

Nachhaltige Barfußschuhe: Sechs empfehlenswerte Marken

Weiterlesen auf Utopia.de: 

Bestenlisten auf Utopia.de: 

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