Bio-vegane Landwirtschaft: Das sind die Vor- und Nachteile

bio-vegane Landwirtschaft
Foto: CC0 / Pixabay / klimkin

Bio reicht dir nicht? Die bio-vegane Landwirtschaft kommt komplett ohne Nutztiere und ohne tierische Produkte aus. Das hat bedeutende Vorteile für Mensch und Natur.

Was ist bio-vegane Landwirtschaft?

Bio-vegane, oft auf biozyklisch-vegan genannt, Landwirtschaft ist eine Anbaumethode, die sich aus Bio-Anbau und dem veganen Weltbild zusammensetzt. Das bedeutet also, dass sich bio-vegane Bäuerinnen und Bauern an die EU-Bio-Richtlinien halten müssen und gleichzeitig die Überzeugung von Veganer:innen teilen sollten. 

Der Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau definiert die bio-vegane Landwirtschaft als „ökologischer Landbau auf rein pflanzlicher Grundlage. Diese Anbauform schließt jegliche kommerzielle Nutz- und Schlachttierhaltung aus und verwendet keinerlei Betriebsmittel tierischen Ursprungs. Besonderer Wert wird dabei auf die Förderung der Artenvielfalt und eines gesunden Bodenlebens, auf die Schließung organischer Stoffkreisläufe sowie auf einen gezielten Humusaufbau gelegt.“

Vegane Landwirtschaft heißt, Landwirtschaft ohne tierische Produkte oder Produkte, die aus der Produktion mit Tieren entstehen, zu betreiben – also ohne Tierhaltung und ohne tierischen Dünger aus. Das bedeutet aber nicht, dass es bio-vegane Höfe ohne Tiere gibt: Regenwürmer und Co. sind weiterhin willkommen. Diese sind essentiell für die Bodenfruchtbarkeit. Außerdem werden die Krabbeltiere im und unter dem Boden nicht gehalten, sie werden nicht genutzt und sind frei. Das entspricht der veganen Philosophie. 

Viele Höfe sind aufgrund ihrer Spezialisierung auf nur eine oder wenige Gemüse-, Obst- oder Getreidesorten viehlos. Dies bedeutet aber nicht zwangsweise, dass sie bio-vegan sind. Der Hauptunterschied liegt in dem Fall in der Nutzung von beispielsweise zugekauftem tierischen Dünger. Oft werden im Ökolandbau, wie nach den demeter-Richtlinien, Tiere genutzt, um Felder zu bewirtschaften. Dies ist zwar CO2-arm, jedoch nicht vegan, im Sinne der bio-veganen Landwirtschaft.

Seit 2017 ist der biozyklisch-vegane Anbau als eigenständiger, globaler Öko-Standard anerkannt.

Vor- und Nachteile der bio-veganen Landwirtschaft

Wildwuchs: Auf die richtige Kombination kommt es an.
Wildwuchs: Auf die richtige Kombination kommt es an.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Weil in der bio-veganen Landwirtschaft auf tierischen Dünger verzichtet wird, muss die Bodenfruchtbarkeit vor allem durch gute Gründüngung und Kompostausbringung gesichert werden.

Zwischenfrüchte und Untersaaten spielen eine wichtige Rolle in der bio-veganen Landwirtschaft und helfen, den Boden nicht auszubeuten. Dies entspricht auch den Prinzipien der Permakultur. Es kommt nicht selten vor, dass bio-vegane Höfe auf Praktiken aus der Permakultur zurückgreifen.

Die bio-vegane Anbaumethode bringt einige (ökologische) Vorteile mit sich:

  • Reduzierung der CO2-Emissionen, die durch intensive Landwirtschaft erzeugt werden, etwa durch Rinderhaltung und Regenwaldabholzungen für die Herstellung deren Futtermittel
  • Wenig bis keine fossile Energie notwendig
  • Weniger Wasserverbrauch
  • Förderung der regionalen Wertschöpfung
  • Verkürzung der Nahrungskette, da direkt Lebensmittel für Menschen produziert werden
  • Annäherung an das Ziel der Ernährungssouveränität
  • Förderung der Artenvielfalt durch Mischkulturen
  • Schonung des Bodens

Wo Vorteile sind, sind auch Nachteile oder Herausforderungen:

  • Bio-vegane Landwirtschaft ist standortabhängiger als andere Anbaumethoden.
  • Sie erfordert intensivere Auseinandersetzung mit dem Kreislauf der Natur.
  • Schädlingsbekämpfung wird aufwändiger. 

Fazit: Bio-vegan oder nur bio?

Könnte bio-vegane Landwirtschaft helfen, Umweltprobleme zu lösen?
Könnte bio-vegane Landwirtschaft helfen, Umweltprobleme zu lösen?
(Foto: CC0 / Pixabay / lumix2004)

Inwiefern ein Hof bio-vegan ist, kann oft nur schwer nachvollzogen werden. Dafür hat das VON (Vegan-Organic Network) sogenannte Stockfree-Organic-Standards, also Anbaurichtlinien für bio-vegane Landwirt:innen, ins Leben gerufen. Mit der britischen Organisation bekam die bio-vegane Landwirtschaft in den 90er-Jahren einen Rahmen und ein weltweites Netzwerk entstand. Das BVN (Biologisch-Vegane Netzwerk) stellte inzwischen ebenfalls biozyklisch-vegane Richtlinien in und für Deutschland vor.

Expert:innen sehen die bio-vegane Landwirtschaft teils als Lösung des großen globalen Problems der Ausbeutung von Mensch und Umwelt, teils aber auch skeptisch und nicht als generalisierbare Lösung geeignet. Die Skepsis resultiert vor allem aus der großen Standortabhängigkeit. 

Die bio-vegane Landwirtschaft hat, wie auch die Entscheidung für einen veganen Lebensstil, eine große ethisch-moralische Komponente und ist daher nur begrenzt auf den gesamten Bereich der Landwirtschaft inklusive aller Teilhabenden anzuwenden. Noch ist die bio-vegane Bewegung sehr klein, aber die Vorteile der bio-veganen Landwirtschaft für Klima und Co. sind eindeutig: Mehr davon kann nicht schaden.

Möchtest du den bio-veganen Anbaustil unterstützen, kannst du dir auf der Website des Förderkreises Biozyklisch-Veganer Bau die Liste von Onlineshops ansehen, die immer mehr solcher Produkte anbieten.

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