Die 12 Prinzipen der Permakultur: So kannst du sie umsetzen

Permakultur
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Permakultur ist eine wichtige und zukunftsfähige Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft. Doch auch im Alltag ist Permakultur von Bedeutung. Wir stellen dir die 12 Leitprinzipien vor, mit denen du zu Hause permakulturell aktiv werden kannst.

Permakultur ist eine Art Werkzeugkasten, der dir mit vielseitigen Hilfsmitteln die Möglichkeit bietet, einen Lebensstil im Einklang mit der Umwelt zu schaffen. Permakultur orientiert sich an der Natur als Vorbild. Jeder Handlung liegt folgende Frage zugrunde: Was würde die Natur tun? 

Die Antwort ist immer diese: Sie respektiert die Erde und alle Lebewesen. Biodiversität oder auch die Artenvielfalt von allen Tieren, Pflanzen, anderem organischem Leben und Lebensräumen, steht dabei an erster Stelle. Denn: Je vielseitiger das System, desto widerstandsfähiger wird es.

In Anknüpfung an diesen Leitgedanken wurde die Permakultur als eine praktische Designmethode inspiriert von der Natur entwickelt. Durch Beobachtung will die Permakultur die Strukturen der Natur erlernen, deren Muster nachahmen und selbstregulierende Systeme kreieren. Was mit einer alternativen Landwirtschaftspraxis begonnen hat, wird mittlerweile auch im Alltag und in sozialen Bereichen angewandt. 

Permakultur: Ursprung und Anwendung

Permakultur ist eine Antwort auf Umweltzerstörung durch herkömmliche Landwirtschaft.
Permakultur ist eine Antwort auf Umweltzerstörung durch herkömmliche Landwirtschaft.
(Foto: CC0 / Pixabay / geralt)

Permakultur wurde ursprünglich als zukunftsfähige Antwort auf eine industrielle und umweltbelastende Landwirtschaft entwickelt. In der herkömmlichen Bewirtschaftung von Agrarflächen führt der Leitgedanke der Maximierung dauerhaft zu Bodendegradation, Mineralstoffmangel und letztendlich zur Unfruchtbarkeit der Böden. Die Permakultur schlägt ein Umdenkenden hin zu dauerhafter Landwirtschaft (permanent agriculture, kurz: permaculture) vor. 

Der Begriff der Permakultur wurde in den 1970er-Jahren von den Australiern Bill Mollison und David Holmgren als zukunftsweisende Landwirtschaft geprägt. Ihnen schwebte ein Konzept der nachhaltigen Lebensweise und regenerativen Landnutzung vor.

Über die Jahre haben neben den landwirtschaftlichen Praxen auch soziale Aspekte ihren Einzug in die Permakultur gefunden. Hierbei werden die Designprinzipen nicht nur auf den Gartenbau bezogen, sondern auch bei der Gestaltung von Siedlungsräumen und sozialen Netzwerken angewandt. Zusammen mit den drei Säulen der Nachhaltigkeit ergeben sich folgende Leitmotive:

  1. Earthcare (ökologische Nachhaltigkeit)
  2. Peoplecare (soziale Nachhaltigkeit)
  3. Fair Share (wirtschaftliche Nachhaltigkeit)

Das will Permakultur erreichen

Mittlerweile bezeichnet Permakultur also weit mehr als eine Alternative zur energieintensiven Agrarindustrie. Permakultur will: 

  • großflächige Landwirtschaft dezentralisieren: Elemente der Permakultur findet man bereits in regenerativer Landwirtschaft, ökologischer Landwirtschaft und in nachhaltiger Landwirtschaft. Permakultur möchte die Natur jedoch nicht nur schonen, sondern mit ihr zusammenarbeiten. 
  • neue Lebensräume für Natur und Menschen schaffen: denn immer mehr Menschen sind auf der Flucht vor dem Klimawandel. Auch Tieren fehlt zunehmend der Lebensraum. 
  • natürlichen Gartenbau lehren: Durch das Gärtnern im Einklang mit der Natur kannst du auch im Heimgarten die Permakultur anwenden. Studien zeigen: das kann den Ertrag steigern und zum Umweltschutz beitragen.
  • das Artensterben bekämpfen: Studien zeigen, dass wir immer mehr Arten durch den Klimawandel verlieren. Die Permakultur verweist auf einfache Dinge, die du gegen das Massensterben tun kannst, um Biodiversität zu erhalten.
  • Hoffnung geben: wir sprechen mittlerweile nicht mehr nur vom Klimawandel, sondern von einer Klimakrise. In dieser Zeit brauchen Menschen eine praktische Anleitung, um mit der Krise umzugehen.   
  • eine neue Naturverbundenheit schaffen: durch neuartige Konzepte wie Urban Farming werden Städte wieder zu naturnahen Lebensräumen. 
  • faire Ressourcenverteilung erzielen: davon sind sowohl finanzielle Mittel in der Wirtschaft als auch ökologische Ressourcen und Landverteilung betroffen. 

In allen Anwendungsbereichen geht es in der Permakultur darum, natürliche Ökosysteme nachzuempfinden und mit statt gegen die Natur zu arbeiten. Daher basiert die Permakultur auf praxisorientierten Methoden, um eine ganzheitlich nachhaltige Lebensweise zu gestalten.

Um selbst permakluturell aktiv zu werden, kannst du dich auf die 12 Leitprinzipien der Permakultur berufen. Sie sind eine Sammlung von 12 Grundideen, die sowohl in professionellem Gartenbau als auch von jeder:m Einzelnen im Alltag umgesetzt werden können. 

Permakulturprinzip #1: Beobachte und interagiere

In der Permakultur beginnt alles mit genauer Beobachtung.
In der Permakultur beginnt alles mit genauer Beobachtung.
(Foto: CC0 / Pixabay / Tumisu)

Das erste Prinzip heißt observe and interact (beobachte und interagiere). Um von natürlichen Ökosystemen zu lernen, müssen wir diese zunächst beobachten und verstehen.

Permakultur geht davon aus, dass es möglich ist, selbstregulierende Systeme zu schaffen. Diese natürlichen Kreisläufe sind vielfältig, effizient und nachhaltig. Bei der Beobachtung geht es darum, die Natur, einen Kreislauf oder eine Situation in ihrer Ganzheit zu erkennen. Dabei solltest du wertungsfrei die einzelnen Bestandteile und deren Beziehung zueinander wahrnehmen. 

Mit dem ersten Prinzip der Beobachtung kannst du lernen, effizient zu planen, um mit möglichst wenig Energieaufwand dasselbe Ziel zu erreichen.

Das kannst du tun:

  • Beobachte deinen Garten zu jeder Jahreszeit. So lernst du die Standortbedingungen in jeder Saison kennen.
  • Beobachte den Sonnenstand auf deinem Balkon.  So kannst du deinen Pflanzen die optimalen Lichtverhältnisse bieten.
  • Verbringe viel Zeit draußen. Spazieren gehen ist nicht nur gesund, sondern hilft dir auch, deine Umgebung besser kennenzulernen und heimische Lebewesen und Pflanzen zu beobachten.
  • Praktiziere Achtsamkeit. Einfache Achtsamkeits-Übungen Können deine Beobachtung nachhaltig schulen.
  • Die Beobachtung in der Permakultur dient dazu, eine Vogelperspektive einzunehmen und die Ganzheit der Dinge wahrzunehmen. Meditation kann dir helfen, diese Perspektive zu erlangen. 
  • Mache dir Notizen. So kannst du auch später noch auf deine Beobachtungen zurückgreifen. 

    Permakulturprinzip #2: Sammle und speichere Energie

    Die Permakultur wirtschaftet nachhaltig mit den Energie Ressourcen.
    Die Permakultur wirtschaftet nachhaltig mit den Energie Ressourcen.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

    Natürliche Ressourcen müssen effizient genutzt werden, um erhalten zu bleiben. Das Prinzip catch and store energy (sammle und speichere Energie) lehrt uns, in Systeme zu investieren, die uns langfristig mit Energie versorgen. Dazu gehören erneuerbare Energien, der Erhalt fruchtbarer Böden, Wasserauffangbecken oder das Sammeln von eigenem Saatgut.

    Das Ziel ist es, die uns zur Verfügung stehenden Energiequellen sparsam zu nutzen, anstatt Gewinnmaximierung zu verfolgen. So kann sichergestellt werden, dass auch für die kommenden Generationen genug Energie zur Verfügung steht.

    Das kannst du tun:

    • Stelle ein Regenfass in deinem Garten auf. So sammelst du Regenwasser für deine Pflanzen.
    • Gestalte deinen eigenen Teich. Wir erklären dir, wie du einen Teich anlegen kannst.
    • Nutze die Sonnenenergie. Schaffe dir Solar-Gadgets an, um die Sonnenenergie im Alltag zu nutzen.
    • Spare Strom. Vermeide Energieverschwendung mit einfachen Stromspar-Tipps.
    • Sammle deine eigenen Samen von Gemüse, Obst oder Blumen in deinem Garten.
    • Pflanze mehrjährige Pflanzen an. 

    Permakulturprinzip #3: Erwirtschafte einen Ertrag

    Einen Ertrag zu erzielen steigert die Motivation.
    Einen Ertrag zu erzielen steigert die Motivation.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

    Das dritte Permakulturprinzip obtain a yield (erwirtschafte einen Ertrag) rät dir, dich auf deine Ernte oder dein gewünschtes Ziel zu konzentrieren. Egal ob im Garten, im Studium oder im Job. Es ist wichtig, dass wir Erfolge erzielen, um die Motivation zu behalten.

    Deshalb ist es gut, wenn du neben einer langfristigen Ernte oder Einkommen auch sofortige Erfolge verbuchen kannst. Das erhöht die Chance, den Erfolg zu wiederholen. Man spricht in der Permakultur von positiven Feedbackschleifen. Konzentriere dich als von Beginn an auf dein gewünschtes Ziel und wiederhole die Schritte, die dich zum Erfolg führen. 

    Das kannst du tun:

    • Setzte dir ein Ziel und konzentriere dich auf den Ertrag. Verbuche Teilerfolge und wiederhole das, was funktioniert hat.
    • Steigere deine Selbstmotivation. Durch Motivation und Organisation gelingt dir jedes Projekt.
    • Organisiere dich in einem Bullet Journal. Schreibe dir Aufgaben für die Gartenarbeit oder To-Do-Listen für Uni und Job auf, um Organisation in deine Planung zu bringen.
    • Erstelle auch eine Not-To-Do-Liste. Das hilft dir, dich auf das Wesentliche und den gewünschten Ertrag zu konzentrieren. 
    • Gehe ernten. Lege dir dazu einen Balkon-Garten oder einen pflegeleichten Garten an. Du hast keinen Platz für einen Garten? Wir zeigen dir 7 Möglichkeiten, auch ohne Garten frisches Gemüse zu ernten.

    Permakulturprinzip #4: Wende Selbstregulierung an und lerne aus dem Feedback

    Lerne aus Feedback.
    Lerne aus Feedback.
    (Foto: CC0 / Pixabay / MIH83)

    Erkenne Feedback und nutze es. So pflegst du deinen Garten erfolgreich und kannst auch in anderen Lebensbereichen mehr Nachhaltigkeit schaffen. In der Permakultur bedeutet das: Apply Self-regulation and Accept Feedback (wende Selbstregulierung an und lerne aus dem Feedback).

    Bei diesem Prinzip geht es vor allem darum, negative oder destruktive Einflüsse auf unser Handeln zu minimieren. Gestalte Systeme, die möglichst energieeffizient und selbstständig sind. Für deinen Gemüseanbau bedeutet das beispielsweise, selbstreproduzierende Pflanzen anzubauen. 

    So nutzt duFeedback und Selbstregulierung:

    • Pflanze sich selbst reproduzierende Pflanzen an. Suche dir dein Lieblingsgemüse aus von Lebensmitteln, die immer wieder nachwachsen.
    • Pflanze mehrjährige Pflanzen an. Dazu eignen sich zum Beispiel Rhabarber, Spargel oder Erdbeeren
    • Achte darauf, heimische oder wilde Pflanzen zu wählen. Diese sind besonders stark und an die Klimabedingungen angepasst. 
    • Pflanze Ringelblumen auf deinem Balkon. Sie vermehren sich selbst, sind insektenfreundlich und können vielseitig in Kosmetik genutzt werden. 
    • Nutze den Effekt von Feedback auch im Alltag und in sozialen Netzwerken. Lies in einem weiteren Utopia-Artikel, wie du selbst Feedback geben kannst.

    Permakulturprinzip #5: Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen

    Nutze erneuerbare Energien mit dem fünften Prinzip der Permakultur.
    Nutze erneuerbare Energien mit dem fünften Prinzip der Permakultur.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

    Die konventionelle Agrarindustrie ist weitgehend abhängig von fossilen Brennstoffen. Das trägt zum Treibhauseffekt bei, die schweren Maschinen zerstören die Bodenstruktur und die Landbewirtschaftung hängt mit einem energieintensiven Arbeitsaufwand zusammen. 

    Fossile Brennstoffe zu nutzen ist vergleichbar mit einem Konto, von dem man nur abhebt aber niemals einzahlt. In wenigen Jahren wird dieses Energiekonto leer sein. Deshalb heißt es in der Permakultur: Use and Value Renewable Resources (Nutze und schätze erneuerbare Ressourcen).

    Zu den erneuerbaren Energien zählen beispielsweise Solaranlagen, Windenergie oder Wasserkraft. Diese Ressourcen bieten erneuerbare Leistungen, solange wir sie nicht vergiften. Zu erneuerbaren Leistungen gehören auch andere passive Leistungen. Ein Baum spendet zum Beispiel Schatten, ohne dass wir den Wirt, also den Baum, zerstören müssen. 

    Ein Beispiel aus der Permakultur ist der Einsatz von Tieren statt von Maschinen. Beobachte dafür, welche Aufgabe die Maschine übernimmt und überlege, wie die Natur die selbe Aufgabe erledigen würde. Zum Umpflügen braucht es dann keinen Traktor mit fossilen Brennstoffen mehr, sondern man kann gezielt Tiere einsetzen, die den Boden ebenfalls hervorragend zur Bepflanzung vorbereiten.

    Das kannst du tun:

    • Stelle auf Ökostrom um. Wir stellen dir Ökostrom-Anbieter vor, mit denen du nichts falsch machen kannst.
    • Nutze erneuerbare Energien, zum Beispiel beim Kochen mit Solarenergie.
    • Integriere Tiere in deinen Garten. Hühner zu halten ist gar nicht so kompliziert und sie können dir bei vielen Aufgaben im Garten behilflich sein. 
    • Verzichte auf das Auto und fahre wenn möglich mit dem Rad. Neben der Umweltfreundlichkeit gibt es noch weitere Gründe, mit dem Fahrrad zu fahren.
    •  Nutze öffentliche Verkehrsmittel. Übrigens: du kannst dein Fahrrad auch mitnehmen, wenn du mit Bus und Bahn unterwegs bist.
    • Verzichte aufs Fliegen. Bei einer Flugreise werden große Mengen des Treibhausgases CO2 ausgestoßen. Wir Stellen dir sieben Reiseziele vor, die du mit Bus und Bahn schneller erreichen kannst.

    Permakulturprinzip #6: Produziere keinen Abfall

    Vermeide Müll durch recycling oder upcycling.
    Vermeide Müll durch recycling oder upcycling.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Alexas_Fotos)

    In der Natur gibt es keinen Abfall, alles wird wiederverwertet. Davon leitet sich die Idee produce no waste (produziere keinen Abfall) ab. Vermeide Verschwendung und Müll, indem du alles wieder verwertest oder weiterverwendest. Orientiere dich dabei an diesen fünf Schritten:

    1. Verzichte (refuse)
    2. Vermindere (reduce)
    3. Verwende wieder (reuse)
    4. Repariere (repair)
    5. Recycle 

    So kannst du es umsetzen: 

    Permakulturprinzip #7: Erst Muster, dann Details

    Finde erst das Muster, dann das Detail.
    Finde erst das Muster, dann das Detail.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

    Die ersten sechs Prinzipien beschäftigen sich mit einzelnen Elementen. Die folgenden Leitideen der Permakultur leiten dich zu einer ganzheitlichen Perspektive an. Das siebte Prinzip lautete deshalb Design from Patterns to Details (Gestalte erst Muster, dann Details).

    Betrachte die Dinge mit Abstand. So erkennst du zunächst die Muster und Beziehungen. Die Idee von Holmgren und Mollison ist, dass wir uns schnell in Details verlieren und dann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Erst wenn du das übergeordnete Muster erkennst, kannst du auf Einzelfälle reagieren. 

    Was das für deinen Garten bedeutet:

    • Lege Zonen an. Platziere Kräuter, die du häufiger nutzt, nah an der Küche oder auf dem Balkon. Obstbäume hingegen gehören weiter weg, da sie weniger Aufmerksamkeit brauchen.
    • Erkenne deine Essgewohnheiten, Vorlieben und Alltagsstrukturen, bevor du dich für bestimmte Gemüsesorten entscheidest. Passe den Gemüseanbau deinen Mustern an.

    Permakulturprinzip #8: Integriere statt abzugrenzen

    Die Integration von verschiedenen Elementen kann ein System stärken.
    Die Integration von verschiedenen Elementen kann ein System stärken.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Anemone123)

    In der Permakultur wäre eine Monokultur, also der großflächige Anbau einer einzigen Pflanzenart, undenkbar. Denn hier gilt: Integrate Rather than Segregate (integriere statt abzugrenzen). Durch die Integration verschiedener Elemente wird ein Garten komplexer und stabiler. Es entwickeln sich wechselhafte Beziehungen. In einem Permakulturdesign gilt:

    • Jedes Element erfüllt eine Funktion. 
    • Jede Funktion wird von verschiedenen Elementen unterstützt.

    Je vielseitiger die Elemente sind, desto mehr Wechselwirkungen können entstehen. Eine Monokultur ist sehr anfällig für Schädlinge. In einer Mischkultur, die Kombination verschiedener Pflanzen, unterstützen sich die Arten jedoch gegenseitig und können sich selbst besser vor Schädlingen schützen.

    So setzt du Integration im Garten um: 

    • Lege einen Waldgarten an. Das ist ein komplexes und widerstandsfähiges System zum Anbau in der Permakultur.
    • Nutze die Wirkung von Kräutern und anderen Pflanzen. So kannst du Schädlinge natürlich vermeiden.
    • Informiere dich über begleitende Pflanzen, die zu deinem Gemüse passen. Basilikum wächst beispielsweise besonders gern mit Tomaten zusammen. 
    • Integriere Pflanzen in deine Wohnung oder auf dem Balkon. Mit der Urban-Jungle-Anleitung gelingt es dir nachhaltig, auch ohne Garten.

    Permakulturprinzip #9: Setze auf kleine und langsame Lösungen

    Kleine und langsame Lösungen sind oft nachhaltige wirksam.
    Kleine und langsame Lösungen sind oft nachhaltige wirksam.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Alexas_Fotos)

    Im Garten werden immer wieder Lösungen für Probleme oder Schädlinge gefordert. Folge dabei dem Grundsatz Use Small and Slow Solutions (setze auf kleine und langsame Lösungen).

    Kleine Schritte sind einfacher anzuwenden und überschaubarer in ihrer Auswirkung. Schnelle Prozesse hingegen sind meist destruktiv. Zum Beispiel werden in der Agrarwirtschaft Jungpflanzen und auch Tiere oft mit konzentrierten Nährstoffen künstlich schnell herangezogen. Diese sind dann jedoch krankheitsanfälliger oder kurzlebig.

    Deshalb setzt die Permakultur auf langsame Prozesse, die häufig nachhaltige für Mensch und Umwelt sind. Ein klassisches Beispiel ist das Fahrrad. Mit dem Auto bist zu zwar zügig unterwegs, verschmutzt jedoch die Umwelt und bist schnell gestresst vom Verkehr. Fahrradfahren ist dagegen langsamer, schont aber die Natur, fördert die Gesundheit und ist entspannter in der Rushhour.

    Langsame und kleine Lösungen im Alltag und Garten:

    • Nutze deinen eignen Kompost, zum Beispiel mit einer Wurmkiste. Das ist organischer und nachhaltiger als chemischer Dünger.
    • Fahre Fahrrad statt Auto.
    • Praktiziere Achtsamkeit. Das wird dir helfen, langsam und bewusst zu handeln.

    Permakulturprinzip #10: Nutze und schätze die Vielfalt

    Lerne die Vielfalt in der Natur zu schätzen und nutze sie für dich.
    Lerne die Vielfalt in der Natur zu schätzen und nutze sie für dich.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Jamie_lea)

    Die Natur bietet eine unersättliche Vielfalt. Lerne, diese Vielfalt zu schätzen und zu nutzen. Use and Value Diversity bedeutet, zahlreiche Elemente zu integrieren, um möglichst viele Wechselwirkungen zu schaffen. Im Garten sollten deshalb nicht nur Gemüsepflanzen wachsen, sondern auch Blumen für Bestäuberinsekten oder Kräuter und Wildpflanzen zur Schädlingsabwehr. 

    Neben der biologischen Vielfalt ist es auch wichtig, die Diversität der menschlichen Kulturen zu erhalten. Verschiedene Brauchtümer oder Sprachen können sich gegenseitig inspirieren und Vielfalt schaffen. 

    Das kannst du für mehr Vielfalt tun:

    • Baue einen Nistplatz für Wildbienen. 
    • Pflanze insekten- und bienenfreundliche Sträucher an. 
    • Pflanze Mischkulturen an. Gemüse und Kräuter, die sich gut vertragen werden ein vielseitiges und stabiles Ökosystem bilden.
    • Setze dich auch im sozialen Bereich für Vielseitigkeit ein. Durch die Inklusion verschiedener Menschen und Kulturen hilfst du, eine nachhaltigere Gesellschaft zu bilden. 

    Permakulturprinzip # 11: Nutze Randzonen und schätze das Marginale

    Randzonen sind eine wertvolle Ressource in der Permakultur.
    Randzonen sind eine wertvolle Ressource in der Permakultur.
    (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

    In der Permakultur werden Randzonen besonders geschätzt. Das elfte Prinzip lautet deshalb Use Edges and Value the Marginal (nutze Randzonen und schätze das Marginale). Wenn unterschiedliche Bedingungen aufeinandertreffen, dann entstehen Übergänge. Diese Übergänge kannst du für dich nutzen.

    In der Natur bilden Randzonen die Grenze zwischen zwei Ökosystemen. Das Ufer eines Teiches bietet als Randzone sowohl Feuchtigkeit als auch nährstoffreich Erde. Dazu wird das seichte Gewässer mit Sonnenlicht durchflutet. Hier finden Insekten, Vögel, Gräser, Algen und anderen Organismen Nahrungsplatz und Lebensraum. Deshalb gilt: Je größer die Randzone, desto vielfältiger ist der Artenreichtum und desto höher ist die Produktivität

    Was du tun kannst:

    • Lege dir einen kleinen Steingarten an. Pflanzen wie der Mauerpfeffer oder der Steinbrech sind pflegeleichte und bienenfreundliche Pflanzen, die die steinige Umgebung mögen. So entsteht neben deinem Gemüsebeet ein weiterer Lebensraum.
    • Hecken zu pflanzen fördert die Artenvielfalt. Entscheide dich deshalb wenn möglich gegen einen Zaun und für eine Hecke. 
    • Lege deine Beete so an, dass sie nicht gerade, sondern möglichst kurvig und verwinkelt sind. Hier können wilde Kräuter und Blumen wachsen. Auch Insekten werden mehr Schutz finden. 
    • Nutze deinen Balkon als Randzone zur Natur. Stelle ein Vogelhaus auf. Ein Vogelhaus selber bauen ist einfach gemacht. Setzte bienenfreundliche Pflanzen in deine Blumenkästen. So lädst du die Natur direkt zu dir ein. 

    Permakulturprinzip #12: Nutze & reagiere kreativ auf Veränderung

    Veränderungen bringen dich weiter, wenn du offen und kreativ auf sie reagierst.
    Veränderungen bringen dich weiter, wenn du offen und kreativ auf sie reagierst.
    (Foto: CC0 / Pixabay / Ramdlon)

    Veränderungen gibt es in allen Lebensbereichen. Der Klimawandel, die Energiewende oder eine coronabedingte Umstrukturierung sind Beispiel für globale Veränderungen mit weitreichenden Folgen. Doch auch im persönlichen Bereich fordert Wandel immer Flexibilität und Anpassungsvermögen. 

    Deshalb lehrt das letzte Permakulturprinzip Creatively Use and Respond to Change (nutze und reagiere kreativ auf Veränderung). Kooperiere mit den Veränderungen, anstatt diese unter Energieaufwand abzuwehren. 

    In der Natur gilt, nur ein flexibles System, das sich seiner Umwelt unter veränderten Bedingungen anpassen kann, wird überleben. Permakultur, also eine permanentes System, kann dauerhaft bestehen, weil sie flexibel und kreativ mit Veränderungen umgeht. 

    Lies dazu auch: Plan B – wie sich Deutschland an den Klimawandel anpassen will.

    Wende dieses Prinzip in deinem Garten an. Siehe jede Veränderung, auch wenn unerwünscht, als eine Möglichkeit zur Anpassung. Hinter jeder Herausforderung liegt eine neue Möglichkeit. 

    So gehst du kreativ mit Veränderung um:

    • Hitzewelle? Wähle Pflanzen für pralle Sonne. So bleibt dir auch in einem heißen Sommer die Pflanzenpracht erhalten.
    • Im Alltag: Folge einfachen Schritten, die dir nach Veränderungen wieder Kraft für einen Neuanfang geben
    • Ein Neuanfang erfordert Mut. Nimm jede Veränderung bewusst wahr und an. Definiere sie als Möglichkeit für einen positiven Wandel
    • Setze Permakultur um! Folge den Leitprinzipien der Permakultur. Sie bieten dir eine kreative Antwort auf Herausforderungen im eigenen Garten, im persönlichen Leben oder auf globale Veränderungen. 

    Weiterlesen auf Utopia.de:

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