Bio-vegane Landwirtschaft:Das sind die Vor- und Nachteile

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Bio reicht dir nicht? Die bio-vegane Landwirtschaft kommt komplett ohne Nutztiere und ohne tierische Produkte aus. Das hat bedeutende Vorteile für Mensch und Natur.

Was ist bio-vegane Landwirtschaft?

Bio-vegane Landwirtschaft ist eine Anbaumethode, die sich aus Bio-Anbau und dem veganen Weltbild zusammensetzt. Das bedeutet also, dass sich bio-vegane Bäuerinnen und Bauern an die Bio-EU-Richtlinien halten müssen und gleichzeitig die Überzeugung von Veganer*innen teilen sollten.

Das Biologisch-Vegane Netzwerk für Landwirtschaft und Gartenbau definiert die bio-vegane Landwirtschaft folgendermaßen: „Der biologisch-vegane Landbau stellt eine Wirtschaftsweise dar, die dazu beitragen will, bestehende Ausbeutungsverhältnisse zu beenden. Dies bezieht sich auf die ökologischen, sozio-ökonomischen und ethisch-moralischen Folgen der bestehenden Landwirtschaft, die einen wesentlichen Beitrag an der globalen Krise und dem Klimawandel hat.“

Vegane Landwirtschaft heißt, Landwirtschaft betreiben ohne tierische Produkte oder Produkte, die aus der Produktion mit Tieren entstehen. Die bio-vegane Landwirtschaft kommt ohne Tierhaltung und ohne tierischen Dünger aus. Das bedeutet aber nicht, dass es bio-vegane Höfe ohne Tiere gibt: Regenwürmer und Co. sind weiterhin willkommen. Diese sind essentiell für die Bodenfruchtbarkeit. Außerdem werden die Krabbeltiere im und unter dem Boden nicht gehalten, sie werden nicht genutzt und sind frei, was der veganen Philosophie entspricht.

Viele Höfe sind aufgrund ihrer Spezialisierung auf nur eine oder wenige Gemüse-, Obst- oder Getreidesorten viehlos. Dies bedeutet aber nicht zwangsweise, dass sie bio-vegan sind. Der Hauptunterschied liegt in der Nutzung von beispielsweise zugekauftem tierischen Dünger. Oft werden im Ökolandbau Tiere genutzt, um Felder zu bewirtschaften. Dies ist zwar CO2-arm, jedoch nicht vegan, im Sinne der bio-veganen Landwirtschaft.

Vor- und Nachteile der bio-veganen Landwirtschaft

Wildwuchs: Auf die richtige Kombination kommt es an.
Wildwuchs: Auf die richtige Kombination kommt es an. (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Weil in der bio-veganen Landwirtschaft auf tierischen Dünger verzichtet wird, muss die Bodenfruchtbarkeit vor allem durch gute Gründüngung und Kompostausbringung gesichert werden. Zwischenfrüchte und Untersaaten spielen eine wichtige Rolle in der bio-veganen Landwirtschaft und helfen, den Boden nicht auszubeuten. Dies entspricht auch dem Konzept der Permakultur. Es kommt nicht selten vor, dass bio-vegane Höfe auf Praktiken aus der Permakultur zurückgreifen.

Die bio-vegane Anbaumethode bringt einige (ökologische) Vorteile mit sich:

  • Reduzierung der CO2-Emissionen, die durch intensive Landwirtschaft erzeugt werden, etwa durch Rinderhaltung und Regenwaldabholzungen
  • Wenig bis keine fossile Energie notwendig
  • Weniger Wasserverbrauch
  • Förderung der regionalen Wertschöpfung
  • Verkürzung der Nahrungskette, da direkt Lebensmittel für Menschen produziert werden
  • Annäherung an das Ziel der Ernährungssouveränität
  • Förderung der Artenvielfalt durch Mischkulturen
  • Schonung des Bodens

Wo Vorteile sind, sind auch Nachteile bzw. Herausforderungen:

  • Bio-vegane Landwirtschaft ist standortabhängiger als andere Anbaumethoden.
  • Sie erfordert intensivere Auseinandersetzung mit dem Kreislauf der Natur.
  • Schädlingsbekämpfung wird aufwändiger.

Fazit: Bio-vegan oder nur bio?

Inwiefern ein Hof bio-vegan ist, kann oft nur schwer nachvollzogen werden. Dafür hat das VON (Vegan-Organic Network) sogenannte Stockfree-Organic-Standards, also Anbaurichtlinien für bio-vegane Landwirt*innen, ins Leben gerufen. Mit der britischen Organisation bekam die bio-vegane Landwirtschaft in den 90er-Jahren einen Rahmen und ein weltweites Netzwerk entstand. Das BVN (Biologisch-Vegane Netzwerk) stellte inzwischen ebenfalls biozyklisch-vegane Richtlinien in und für Deutschland vor.

Expert*innen sehen die bio-vegane Landwirtschaft teils als Lösung des großen globalen Problems der Ausbeutung von Mensch und Umwelt, teils aber auch skeptisch und nicht als generalisierbare Lösung geeignet. Die Skepsis resultiert vor allem aus der großen Standortabhängigkeit.

Die bio-vegane Landwirtschaft hat, wie auch die Entscheidung für einen veganen Lebensstil, eine große ethisch-moralische Komponente und ist daher nur begrenzt auf den gesamten Bereich der Landwirtschaft inklusive aller Teilhabenden anzuwenden. Noch ist die bio-vegane Bewegung sehr klein, aber die Vorteile der bio-veganen Landwirtschaft für Klima und Co. sind eindeutig: Mehr davon kann nicht schaden.

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